Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

BUNDESLIGA: Krisen-Frühstück soll Gladbach retten


Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 14/2019 vom 03.04.2019

Trainer Hecking hat die Mannschaft nach dem Absturz eingeladen und den Spielern im Beisein ihrer Frauen gesagt, was er nun erwartet. Opfer einer System-Umstellung wird wohl Hazard. Der musste zum Rapport


Artikelbild für den Artikel "BUNDESLIGA: Krisen-Frühstück soll Gladbach retten" aus der Ausgabe 14/2019 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 14/2019

Er lachte so gelöst, als wäre alles im Lot. Schon zehn Minuten nach dem 1:3 in Düsseldorf wirkte Gladbachs Thorgan Hazard (26) extrem entspannt. Dass er nach 41 Minuten ausgewechselt worden war, schien ihn nicht zu stören. Vor der Fortuna-Kabine machte er mit seinem belgischen Landsmann Dodi Lukebakio (21) Späße und fröhliche Fotos. Eine Szene, die so gar nicht zur Gladbacher Situation passt. Der Klub ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,29€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Sport Bild. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 14/2019 von LESERMEINUNG:Talente haben bei Bayern keine Chance. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LESERMEINUNG:Talente haben bei Bayern keine Chance
Titelbild der Ausgabe 14/2019 von BUNDESLIGA: NIKO KOVAC: Keine Spielidee? Das entspricht nicht der Wahrheit!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BUNDESLIGA: NIKO KOVAC: Keine Spielidee? Das entspricht nicht der Wahrheit!
Titelbild der Ausgabe 14/2019 von BUNDESLIGA:Haben die Bayern- Bosse zu früh gefeiert?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BUNDESLIGA:Haben die Bayern- Bosse zu früh gefeiert?
Titelbild der Ausgabe 14/2019 von BUNDESLIGA: „Die Bayern –Zeit hilft mir heute”. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BUNDESLIGA: „Die Bayern –Zeit hilft mir heute”
Titelbild der Ausgabe 14/2019 von BUNDESLIGA: Metzelder tendiert zu Schalke. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BUNDESLIGA: Metzelder tendiert zu Schalke
Titelbild der Ausgabe 14/2019 von BUNDESLIGA: Poker-Belohnung für Super-Kruse. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BUNDESLIGA: Poker-Belohnung für Super-Kruse
Vorheriger Artikel
BUNDESLIGA: RB jagt Top-Talente für die Königsklasse
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel BUNDESLIGA: Die unbesiegbaren Euro-Adler
aus dieser Ausgabe

... taumelt. Nur ein Sieg aus den vergangenen sieben Spielen. Raus aus den Champions-League- Rängen, nur noch Platz fünf. Fragt sich, wie lange Hazard noch zum Lachen zumute ist. Sonntag gegen Bremen läuft er Gefahr, aus der Mannschaft zu fliegen.

Jetzt greift Trainer Dieter Hecking (54) durch! Lange hatte er sich schützend vor seine Mannschaft gestellt. Nun ist Schluss mit Kuscheln. „Wir müssen hinterfragen, ob das alles so richtig ist, wie wir mit den Jungs umgehen“, sagt Hecking. Er stellte direkt um auf einen härteren Kurs.


„Wir müssen hinterfragen, ob es richtig ist, wie wir mit den Jungs umgehen.“
Trainer Dieter Hecking


Für Samstagabend hatte er nach der Lehrstunde in Düsseldorf (0:3 nach 16 Minuten) ein Party- Verbot erteilt. Am Sonntagmorgen mussten die Spieler trotz Zeitumstellung eine halbe Stunde früher als sonst zum Auslaufen erscheinen (9.30 Uhr). Vor dem Training sprachen er und Manager Max Eberl gemeinsam zur Mannschaft. Sie forderten mehr Konzentration und Engagement für die verbleibenden sechs Spiele. „Man darf nicht erwarten, dass wir gegen Bremen den Platz umpflflügen“, sagt Eberl. Das sei nicht die Gladbacher Spielidee. Aber, so Eberl, „wir müssen Wert auf die grundlegenden Dinge legen: Verteidigen, Ballbesitz, Partner helfen – all das, was eine Mannschaft braucht.“ In zehn Rückrundenspielen hat Borussia bereits 16 Gegentore kassiert – in der kompletten Hinrunde waren es nur 18. Hecking wird wahrscheinlich erstmals in dieser Saison von seinem 4-3-3-System abweichen und einige personelle Wechsel vornehmen. Das hatte er der Mannschaft gleich zweimal angekündigt: bei der Ansprache vor dem Training und beim gemeinsamen Frühstück nach dem Auslaufen. Dazu hatte der Trainer die Spieler am Sonntag geladen. Im Restaurant „La Cottoneria“ nahe des Borussia-Parks schwor Hecking das Team auf den Saisonendspurt ein. Auch die Partnerinnen der Spieler sollten dabei sein – und hören, was nun von ihren Männern gefordert ist. Biss, Herz, Leidenschaft. Alles sei dem Erfolg unter-zuordnen, um nicht das, was sich der Klub in den ersten 20 Spielen (42 Punkte, damals Platz 2) aufgebaut hat, nun wieder einzureißen.

Der Rückstand auf die Champions League und den Tabellenvierten Eintracht Frankfurt beträgt jetzt zwei Punkte. Noch ist nichts verloren. Aber bei einer weiteren Niederlage gegen Bremen droht sogar der Europa-Gau. Gladbach kann noch komplett aus den internationalen Rängen kippen. Zum dritten Mal in Folge würde der Champions-League- Teilnehmer von 2015 und 2016 den Europapokal verpassen. Auf Wolfsburg, derzeit auf Platz acht, beträgt der Vorsprung nur noch fünf Punkte. Anfang Februar schien die Champions-League- Qualifikation bei zehn Zählern Vorsprung auf Platz fünf bereits sicher.


„Wir müssen auf die grundlegenden Dinge Wert legen.“
Manager Max Eberl


Um zurück in die Erfolgsspur zu kommen, lauern Spieler wie Kramer, Herrmann, Zakaria, Cuisance, Jantschke und Raffael auf ihre Chance. Dafür droht etwa Neuhaus, Hofmann, Strobl, Johnson die Verbannung. Und natürlich Hazard. Den hatte Heckings harte Linie als Erstes erwischt. Den Außenstürmer holte der Trainer in Düsseldorf vor der Pause vom Platz, weil er sich taktischen Anweisungen für die Defensivarbeit verweigert hatte. Der Nationalspieler blieb lieber vorne stehen als hinten zu helfen. Deshalb „war die Auswechslung für mich zwingend erforderlich“, sagt Hecking.

Hazard, der nach einer tollen Hinrunde (neun Treffer, sieben Vorlagen) in der Rückrunde komplett abbaut (vier Vorlagen, kein Treffer) und ein wichtiger Faktor für den Borussia-Einbruch ist, scheint mit seinen Gedanken gar nicht mehr richtig in Gladbach zu sein. Ein Wechsel wird immer wahrscheinlicher. Der Vertrag endet 2020. Bis Ostern soll es eine klare Tendenz geben. Hecking nahm ihn sich am Sonntag direkt noch einmal zur Brust. Er machte Hazard klar, dass er zumindest die Bereitschaft zeigen muss, der Mannschaft helfen zu wollen, und dafür alle taktischen Vorgaben zu erfüllen sind.