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BUNDESLIGA: Makoto, der Libero


Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 13/2019 vom 27.03.2019

Der Japaner über seine besondere Position, Frankfurts Super-Saison und was ihn von Lothar Matthäus unterscheidet


Artikelbild für den Artikel "BUNDESLIGA: Makoto, der Libero" aus der Ausgabe 13/2019 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 13/2019

Defensive: Makoto Hasebe absolvierte in dieser Saison schon 32 Pflichtspiele für Frankfurt – davon 31 über 90 Minuten


SPORT BILD: Herr Hasebe, in Deutschland gab es eine berühmte Kinderserie: „Manni, der Libero”. Schon einmal davon gehört?

MAKOTO HASEBE (35): Nein.

Der Hauptcharakter träumt davon, Nationalspieler zu werden. Was hatten Sie als Kind für Träume?

Ich habe mit zehn Jahren angefangen, J-League zu gucken. Da habe ich zum ersten Mal daran gedacht, Fußballprofi zu werden. Aber eigentlich ...

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... war es mein Traum, im Kindergarten zu arbeiten. Ich wollte Erzieher werden!

Eine Fußballkarriere war gar nicht Ihr Ziel?

Zwischen zwölf und 17 Jahren hätte ich fast komplett aufgehört. Viele Mitspieler waren besser als ich, und ich wusste, die können auch nicht alle Fußballprofis werden. Deshalb dachte ich, ich schaffe es nicht. Aber mit 17, 18 habe ich einen großen Entwicklungsschritt gemacht, dann bekam ich ein Angebot und ging zu Urawa Red Diamonds. Mein Leben ging nicht immer nur nach oben, sondern war ein ständiges Auf und Ab.


„Ich bin selbst überrascht, aber im Moment bin ich in der Form meines Lebens”


Jetzt blicken Sie auf eine lange Karriere zurück und holten unter anderem die asiatische Champions League mit Urawa, die Deutsche Meisterschaft mit Wolfsburg und den DFB-Pokal mit der Eintracht.

Ich bin selbst überrascht, dass ich so viele Titel gewonnen habe. Meine Art und Weise ist immer, nicht große Träume zu haben, sondern Schritt für Schritt zu gehen.

Eintracht-Taktik

Das Schema zeigt Frankfurts realtaktische Aufstellung vom vergangenen Spiel gegen Nürnberg (1:0), also den durchschnittlichen Aufenthaltsort der Spieler. Klar zu sehen: Hasebe (Nr. 20) agiert in der Rolle als klassischer Libero.

Haben Sie denn noch Träume?

Wir würden gerne nach Baku fliegen ku flfliegen (Finalort der Europa League, d. Red. ). Und außerdem mit Eintracht nächstes Jahr wieder international spielen, Europa League oder Champions League. Aber meine Persönlichkeit ist immer, bescheiden zu bleiben. Ich kann träumen, aber wichtig ist die Balance. Der Fokus muss auf dem nächsten Schritt liegen.

In dieser Saison sind Sie Makoto, der Libero. Diese Position galt schon als ausgestorben, wieso gibt es sie jetzt wieder?

Der Libero ist wieder aktuell, weil viele Mannschaften mit Dreierkette spielen. Ich kenne natürlich Liberos wie Lothar Matthäus oder Franz Beckenbauer, aber sie haben anders gespielt als ich. Sie waren Dribb-ler und haben viele Tore geschossen, das kann ich nicht (lacht ). Es gibt viele Unterschiede zwischen damals und jetzt.

Inwiefern?

Der Spielaufbau ist auf dieser Position ganz wichtig, beim Libero fängt fast jeder Angriff an. Auch die Verteidigungsarbeit ist anders. Bei einer Viererkette müssen die Innenverteidiger viel laufen. Der Libero muss mehr das Spiel lesen, clever sein, ein Auge haben. Erfahrung ist ganz wichtig.

Wie gefällt Ihnen die Position?

Ich fühle mich sehr wohl dabei, Libero zu spielen. Ich kann nicht mehr in jedem Spiel 13 Kilometer laufen, ich bin 35 Jahre alt. Aber ich habe viel Erfahrung, spiele viel mit Auge, kann das Spiel lesen und kommuniziere viel mit den Mitspielern.

Fühlen Sie sich wie 35?

Ich bin nach den Spielen müder und brauche ein bisschen mehr Zeit für die Regeneration. In der Hinrunde habe ich die letzten drei Spiele verpasst, sonst habe ich alles gespielt. Ich bin fit!

Woher haben Sie Ihr taktisches Verständnis?

Wenn ich auf dem Platz stehe, habe ich nie Panik. Ich weiß nicht, woher das kommt. Vielleicht ist es meine Erfahrung. Vor dem Spiel analysieren wir viel und es wird alles vorbereitet. Ich bin selbst überrascht, aber im Moment bin ich in der Form meines Lebens.

Sie wurden Ende 2018 zu Asiens internationalem Fußballer des Jahres gewählt. Werden Sie gerne geehrt?

Ich habe viele Fußballer gesehen, die ein paar Spiele gut gespielt haben und arrogant wurden, die plötzlich mehr an Fashion dachten als an Fußball. Das ist kein gutes Zeichen für mich. Ich bin jetzt 18 Jahre Fußballprofi, da lag die ganze Zeit mein Fokus drauf.

Worauf verzichten Sie, um fit zu bleiben?

Ich trinke so gut wie nie Alkohol. Meine Frau kocht zu Hause viel gesundes, japanisches Essen: Reis, Fisch, Gemüse. Jeden Tag werde ich behandelt, und zu Hause gehe ich fast jeden Tag in die Badewanne. Einen Trainingsraum habe ich auch, da geht es aber nicht um Krafttraining, sondern mehr um Stretching und Mobilisation. Das alles mache ich gerne, ich brauche keine Disco-Abende und interessiere mich nicht für Fashion, sondern nur für Fußball.

Welchen Stellenwert hätte das Europa-League-Finale in Baku?

Baku wäre unter den Top 3 meiner Karriere. Auf der gleichen Stufe wie mein erstes Spiel bei einer Weltmeisterschaft 2010 und dem DFB-Pokalfinale letztes Jahr.

Sie haben Ihren Vertrag noch einmal bis 2020 verlängert. Was möchten Sie danach machen?

Ich würde gerne in Deutschland den Trainerschein machen.

Hasebe in Zahlen

Hasebe konzentriert sich auf die Defensive. Über 80 Prozent seiner Ballkontakte hat er in der eigenen Hälfte, keinen einzigen im Strafraum der Gegner. Sein Top-Speed ist für einen 35-Jährigen erstaunlich hoch, sonst eher Ligaschnitt.


FOTO: Getty Images