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BUNDESLIGA: Neuer Vertrag? Das habe ich aus meinem Kopf verbannt!


Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 22/2019 vom 29.05.2019

Der Torhüter spricht über seine Zukunftft und sagt, wieso er als FC Schalke 04 in seinem Fall anders gehandelt hätte


ALEXANDER NÜBEL

Artikelbild für den Artikel "BUNDESLIGA: Neuer Vertrag? Das habe ich aus meinem Kopf verbannt!" aus der Ausgabe 22/2019 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 22/2019

Nübel kam 2015 für 600 000 Euro Ablöse vom SC Paderborn zum FC Schalke 04. Sein Vertrag läuft dort 2020 aus


SPORT BILD:Herr Nübel, mit der U 21 spielen Sie ab dem 16. Juni die EM in Italien. Viele Experten sehen den deutschen Nachwuchs kritisch. Ist aus Ihrer Sicht eine erfolgreiche Titelverteidigung möglich?
ALEXANDER NÜBEL (22): Wir haben eine starke Mannschaft und ich glaube, dass wir gute Chancen haben. Spieler wie Sané und Brandt spielen ja schon bei der ...

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SPORT BILD:Herr Nübel, mit der U 21 spielen Sie ab dem 16. Juni die EM in Italien. Viele Experten sehen den deutschen Nachwuchs kritisch. Ist aus Ihrer Sicht eine erfolgreiche Titelverteidigung möglich?
ALEXANDER NÜBEL (22): Wir haben eine starke Mannschaft und ich glaube, dass wir gute Chancen haben. Spieler wie Sané und Brandt spielen ja schon bei der A-Nationalelf. Auf diesem Niveau liegt die Leistungsdichte der Teams sehr eng beieinander und darum ist es schwierig, eine Prognose abzugeben. Bei diesem Turnier ist eigentlich jedes Spiel ein Endspiel, und so müssen wir die Spiele auch angehen. Wenn bei uns alles passt und wir auch das nötige Glück haben, können wir den Titel verteidigen. Die spielerische Klasse ist auf jeden Fall vorhanden

Wie können Sie der deutschen Mannschaft helfen?
Wenn ich spiele und meine Top-Leis Leistung abrufe, kann ich der Mannschaft Stabilität verleihen.


„Ich kann mit vermeintlichem Personenkult wenig anfangen.“


Kommen wir auf Ihren Verein Schalke 04 zu sprechen: Fühlen Sie sich dort als einer der wenigen Gewinner der schwachen Saison, weil Sie Kapitän Ralf Fährmann im Tor verdrängt haben und seitdem auf hohem Niveau spielen?
Als Gewinner fühlt sich nach so einer Saison bestimmt niemand, wenn man den Abstieg gerade so verhindert hat. Das gilt auch für mich.

Klub-Boss Clemens Tönnies sagt aber, Sie sollen das neue Gesicht der Königsblauen werden. Was bedeutet Ihnen das?
Ich habe zum gesamten Fußball-Business einen gesunden und notwendigen Abstand. Darum kann ich auch mit vermeintlichem Personenkult wenig anfangen. Ich weiß, was Herr Tönnies meint, aber Fußball ist und bleibt für mich immer noch ein Teamsport.

Schalke will Ihren 2020 auslaufenden Vertrag verlängern, Sie wollen erst einmal abwarten und die U-21-EM spielen. Wieso?
Den Klassenerhalt mit Schalke zu schaffen, war das erklärte Ziel. Jetzt konzentriere ich mich voll auf die U-21-EM, denn auch hier haben wir Ziele. Gerade als Torwart muss man voll fokussiert sein und sollte sich von nichts ablenken lassen. Nach der EM ist noch ausreichend Zeit, mir über meine Zukunft Gedanken zu machen.

Welche Chance hat Schalke, Sie langfristig zu halten?
Noch mal, dieses Thema habe ich völlig aus meinem Kopf verbannt. Ich richte meinen Fokus erst einmal auf die EM.

Haben Sie denn Druck, noch in diesem Jahr zu verlängern?
Sehen Sie, Druck verspüre ich nicht, sonst würde ich mich aktiv mit den Dingen auseinandersetzen. Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich einen gesunden Abstand zum Fußball-Business und kann viele Dinge und Äußerungen sehr gut einordnen.

Sind Sie überrascht, dass Schalke bezüglich einer Verlängerung nicht schon viel früher auf Sie zugekommen ist – zum Beispiel im vergangenen Herbst, als Sie Ralf Fährmann gut vertraten?
Selbstverständlich habe ich mich mit meinem engsten Umfeld ausgetauscht, und wir haben gemeinsam die Situation bewertet. Als Schalke 04 hätte ich sicher anders agiert, aber ich kenne nicht die Strategie des Klubs. Aus diesem Grund ist es müßig, darüber nachzudenken.

Mario Götze von Borussia Dortmund hat kürzlich über den falschen Zeitpunkt eines Wechsels und den Druck im Profi-Fußball gesprochen. Wie gehen Sie mit der mentalen Belastung um?
Ich kann viele Dinge sehr gut reflektieren. Wichtig ist, dass ich immer ganz bei mir bin und mich nicht in Nebensächlichkeiten verliere. Ich erinnere mich sehr gut an unser Champions-League-Spiel in Istanbul. Als ich auf den Platz kam, wurde ich von den türkischen Fans ausgepfiffen. Solche Reaktionen finde ich span- nend, sie spornen mich zu Höchstleistungen an.

Was bedeutet Ihnen der Vergleich mit Bayerns Manuel Neuer, der auf Schalke groß wurde? Ehre oder Bürde?
Weder noch. Ich weiß, dass ich als Bundesliga-Spieler Woche für Woche beobachtet werde und automatisch eine Projektionsfläche bin. Wie gesagt, ist es wichtig, dass ich immer bei mir bleibe – und ich bin Alexander Nübel.


„In Istanbul wurde ich ausgepfiffen. Solche Reaktionen spornen mich an.“


Sie werden als Neuer-Nachfolger beim FC Bayern gehandelt. Wie denken Sie darüber?
Ehrlicherweise mache ich mir darüber keine Gedanken. Spekulationen um meine Person kann ich nicht verhindern, aber ich kann sie richtig einordnen.

Schalke ist in der abgelaufenen Saison als Vizemeister auf Rang 14 abgestürzt. Wo lagen die Gründe?
Die Saison ist für alle Beteiligten sehr unbefriedigend gelaufen. Wir sind weit unter unseren Möglichkeiten geblieben und haben meistens unansehnlichen Fußball gespielt. Am Ende müssen wir froh sein, dass wir die Klasse gehalten haben. Natürlich gibt es viele Gründe, warum wir als Mannschaft abgestürzt sind. Ich gehe davon aus, dass die sportliche Leitung eine umfassende Analyse durchführen wird. Ich bin ein junger Spieler und habe gerade mal eine Halbserie in der Bundesliga gespielt. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ich mich bei der Aufarbeitung der Saison zurückhal-

Fehlte der Teamspirit?
Das würde ich pauschal nicht sagen. Aber klar ist, dass wir schwierige Typen im Team haben, was dann kein Problem ist, wenn das große Ganze passt.

Nübel hat sich für die U21-EM in Italien Spezial-Handschuhe im Deutschland-Look von seinem Ausrüster POPE´s anfertigen lassen


Was muss sich ändern, damit Schalke in der neuen Saison wieder nach oben kommt?
Es wird davon abhängen, wie das Gesicht der Mannschaft in der neuen Saison aussehen wird. Gemeinsam mit dem neuen Trainer müssen wir wieder attraktiven Fußball anbieten. Um es auf einen Nenner zu bringen, müssen wir mehr Tore schießen und weniger kassieren.

Was erwarten Sie vom neuen Trainer David Wagner?
Ich kenne David Wagner nicht persönlich, habe aber schon einiges von ihm gehört. Er soll eine gewisse Lockerheit mitbringen, gepaart mit höchster Professionalität. Im Prinzip eine Wunschvorstellung für jeden Spieler.

Retter Huub Stevens sagte im SPORT BILD-Interview: Es wird ein langer Weg, um nach oben zu kommen. Man müsse sich auch mit Platz 7 oder 8 nach der schlecht e n S e r i e 2018/19 zufriedengeben. Akzeptieren das die Fans?
Unsere Fans sind unser großes Faustpfand. Sie haben ein tolles Gespür für die Mannschaft. Entscheidend ist, dass wir auf dem Platz alles geben, dann verzeihen sie auch einiges. Im Übrigen ist bei der Konkurrenz das Erreichen von Platz 7 oder 8 in der Bundesliga ein ehrgeiziges Ziel. Das gilt nicht nur für den FC Schalke 04.

Neuanfang, neuer Trainer, neuer Fußball – mit welchem Ziel gehen Sieind ie neue Saison?
Ich habe mir im Verlauf der Saison einen Stammplatz erkämpft, und den gilt es zu verteidigen. Allerdings ist das bei einem Mitbewerber wie Ralf Fährmann ziemlich schwierig.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Fährmann?
Das Verhältnis ist sehr professionell. Als er die Nummer 1 war, habe ich ihn immer unterstützt. Nach dem Wechsel im Tor hat er mir viele Hilfestellungen gegeben. So stelle ich mir ein Miteinander vor, auch wenn wir sportlich um dieselbe Position kämpfen.

Muss Schalke wieder mehr auf Talente aus der Knappenschmiede und der Region setzen, die den Verein in den vergangenen Jahren zu den besten Adressen im deutschen Fußball gemacht haben?
Egal, in welchem Verein man Fußball spielt, am Ende geht es nur um Leistung. Wenn junge Talente Top-Niveau haben, bekommen sie ihre Einsatzzeiten. Die Bundesliga ist eine Hochleistungsgesellschaft, und für Sentimentalitäten gibt es keinen Platz. Es kommt immer auf die Qualität an, und da hat Schalke in der Vergangenheit eine Menge guter Spieler hervorgebracht.


FOTO: Picture Alliance/Sven Simon

FOTOS: Picture Alliance, Getty Images, privat