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BUNDESLIGA: Stevens verzweifelt an Schalke


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 16/2019 vom 17.04.2019

Der Trainer gibt alles – doch die Spieler lassen ihn hängen!


Artikelbild für den Artikel "BUNDESLIGA: Stevens verzweifelt an Schalke" aus der Ausgabe 16/2019 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 16/2019

Schalkes Trainer Huub Stevens ist sauer auf das Gegurke seiner Mannschaft beim 1:1 in Nürnberg


Huub Stevens (65) setzt im Abstiegskampf auf Zusammenhalt. Klar, dass auch die Stammspieler keine Extrawürste beim FC Schalke 04 be kommen. Obwohl sie von ihrer Auslaufeinheit nach dem 1:1 in Nürnberg schon längst zurück waren, mussten sie am Samstag noch rund eine Stunde länger auf dem Trainingsgelände ver weilen. Erst nach dem gemein samen Mittagessen mit den Re servisten, die ihre Einheit deut lich später beendet hatten, be kamen sie gegen 14.30 Uhr frei

Seit einem Monat ist der Niederländer als ...

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... Interimstrainer bei S04 tätig. Viel Freude an der aktuellen Aufgabe hat er aber nicht. Stevens, der seinen letz ten Trainerjob am 10. Februar 2016 aufgrund von Herzrhyth musstörungen bei der TSG Hof fenheim quittierte, tut alles für die Mannschaft: Gedankt wird es ihm von seinen Profis nicht. Allein der blamable Auftritt ver gangenen Freitag beim Tabellen-Vorletzten 1. FC Nürnberg (1:1) spricht Bände. Die Knappen sind vor den Hammerspielen gegen Hoffenheim und in Dortmund auf Platz 15 abgerutscht – und Stevens verzweifelt am Schalker Sauhaufen!

Ein Beispiel aus der vergangenen Woche: Der Coach nahm sich am Mittwoch Zeit, um den in die U 23 verbannten Hamza Mendyl (21) beim Testspiel gegen den VfL Osnabrück zu beobachten. Der erfahrene Trainer wollte sehen, ob der marokkanische Nationalspieler aus der Lektion gelernt hat, nachdem Stevens ihn Anfang April wegen Disziplinlosigkeiten (der Verteidiger verpasste mehrere Zahnarzttermine) aus dem Kader warf. Am Platz angekommen, stellte der Niederländer fest, das Mendyl nicht spielen und sich nicht empfehlen konnte. Das zeigt, mit welchen Problemen der Hoffnungsträger im Abstiegskampf zu kämpfen hat.


Stevens in der Kabine über Bentaleb: „Jeder bekommt eine zweite Chance.“


Ein anderes Beispiel: Drei Tage vor dem Nürnberg-Spiel begnadigte Stevens Nabil Bentaleb (24), der Mitte März ebenfalls wegen Disziplinlosigkeiten zur U 23 abgeschoben worden war. Vor versammelter Mannschaft begründete Stevens in der Kabine seine Entscheidung wie folgt: Bentaleb habe sich in der 2. Mannschaft super verhalten, in den Trainings-Einheiten Gas gegeben. Darum stand für den Trainer fest: „Jeder bekommt eine zweite Chance.“ Doch Bentaleb, der 2017 für 19 Millionen Euro von Tottenham Hotspur verpflichtet worden war, nutzte diese nach seiner Rückkehr ins Profi-Team in den Übungseinheiten nicht. Darum setzte Stevens in Nürnberg nicht von Beginn an auf den Mittelfeldspieler.

Das nächste Beispiel: Vor dem Nürnberg-Spiel ließ Stevens – vor allem in den geheimen Trainingseinheiten – taktische Spielformen üben. Ein Schwerpunkt war auch das Überzahlspiel. In der Hoffnung, dass Schalke in Nürnberg endlich fußballerisch souveräner auftritt. Was folgte, war ein spielerischer Offenbarungseid. „Nürnberg war 70 Minuten klar die bessere Mannschaft“, sagte Stürmer Guido Burgstaller (29).

Und noch ein weiteres Beispiel: In der Abschluss-Besprechung am Spieltag im Le Méridien Grand Hotel in Nürnberg wiesen Stevens und sein Assistent Mike Büskens (51) darauf hin, dass Abstiegskampf auch eine Frage der Willensstärke und des Einsatzes sei. Über weite Strecken ließen Schalkes Profis diese Tugenden vermissen. Burgstaller: „Wenn man sieht, wie einfach uns Nürnberg in der ersten Halbzeit hat laufen lassen, weil die Abstimmung nicht passte, dann hat das einfach mit Mentalität zu tun.“

Trotz des miesen Auftritts in Nürnberg ist Schalkes Sport-Vorstand Jochen Schneider (48) vom Klassenerhalt überzeugt. „Denn Huub Stevens hat grundsätzlich eine Stabilität reinbekommen.“ Unter dem Niederländer kassierte S04 zuletzt nur vier Gegentore in vier Bundesliga-Spielen, in den vier Spielen zuvor unter Vorgänger Domenico Tedesco (33) waren es elf. Gegen die Mitkonkurrenten im Abstiegskampf – Hannover und Nürnberg – hatte der Revier-Klub 1:0 gewonnen und 1:1 gespielt

Stevens sagte vor der Partie in Nürnberg: „Der jetzige Job auf Schalke ist mein schwerster.“ Weil Stevens weiß: Gelingt ihm die Rettung mit S04 nicht, wird das Image des Schalker Jahrhundert-Trainers beschädigt sein. Fünf Spieltage vor Schluss hat Schalke sechs Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16 …

Verzweifelte S04-Spieler: Nastasic, Caligiuri, Boujellab und Oczipka (v. l.)



FOTOS: DPA/Picture Alliance/Frank Hoermann (2)