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BUNDESWEITE JAGDSTRECKEN 2018/2019: 4.417.315 ERLEGUNGEN


JÄGER - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 13.12.2019

Alle Jahre wieder fasst Ihr JÄGER die Jagdstrecken der Bundesländer zu einer bundesweiten Übersicht zusammen. Wie schon in den Vorjahren geben die Schalenwildstrecken keinen Anlass zur Sorge. Und auch bei den Hauptfriedwildarten, den Sorgenkindern der letzten Jahre, ist der Abwärtstrend gestoppt. Doch alles der Reihe nach.


Artikelbild für den Artikel "BUNDESWEITE JAGDSTRECKEN 2018/2019: 4.417.315 ERLEGUNGEN" aus der Ausgabe 10/2020 von JÄGER. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Drückjagdstrecke: spiegelt in etwa das Verhältnis der bundesdeutschen Schalenwildstrecke wider – wenig Rotwild, ungefähr zehnmal so viele Sauen und noch mal doppelt so viele Stück Rehwild.


FOTO: NATURFOTO SCHILLING

Nachdem auch das letzte Bundesland uns deren Streckenergebnisse hat ...

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... zukommen lassen, können wir Ihnen die bundesweiten Strecken der einzelnen Wildarten für das Jagdjahr 2018/19 präsentieren (siehe Tabelle auf der nächsten Seite). Auch in diesem Jahr zeigt sich so manch interessante Entwicklung. So gibt es drei Wildarten, von denen nie zuvor so viele Stücke erlegt wurden. Leider aber auch fünf Wildarten, deren Strecken so niedrig wie nie zuvor ausfielen.

RAUBWILD

Dachs: Erneut wurde mit 79.893 Stück eine Rekordstrecke erzielt. Insbesondere im Süden der Republik, also in Baden-Württemberg und Bayern, liegt Grimbart häufig auf der Strecke. Offenbar ist er als Allesfresser wie das Schwarzwild ein Profiteur des vermehrten Maisanbaus.
Fuchs: Die 422.236 erlegten Rotröcke im Jagdjahr 2018/19 bedeuten die zweitniedrigste Strecke der letzten 25 Jahre. Dennoch gibt es mit Bayern und Baden-Württemberg zwei Bundesländer, in denen der Fuchs die Wildart ist, die am zweithäufigsten auf der Strecke liegt. Und es sind immer noch weit mehr als doppelt so viel, wie Hasen erbeutet wurden. Was aber nicht heißt, dass sich jeder Mümmelmann zwei und mehr Füchsen gegenüber sieht.
Marderhund: Mit 29.352 ist die Enokstrecke gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Immer noch wird das Gros der Marderhunde im Osten und Norden Deutschlands erlegt. Außer dem Saarland gibt es kein Flächenland mehr, in dem nicht zumindest einzelne Individuen erlegt werden. Von daher sei die Prognose erlaubt: Auch wenn die bundesweite Strecke in den letzten Jahren relativ konstant war, so wird der Moment kommen, da explodiert auch in Bayern, Rheinland-Pfalz oder Hessen die Strecke dieses Ausbreitungskünstlers.
Waschbär: 166.314 Kleinbären lagen im Jagdjahr 2018/19 auf der Strecke, damit seit langem mal wieder weniger als das Jagd davor. Welche Ursachen dafür verantwortlich sind, dass der Siegeszug des Waschbären 2018/19 einen Dämpfer erfahren hat, wer weiß? In jedem Fall, so viel ist sicher, ist bei diesem Wild das Ende der Fahnenstange längst noch nicht erreicht.
Marderartige: Auch wenn die Strecken von Iltis und Wiesel 2018/19 ein Rekordtief erreicht haben, so zeugt dies noch lange nicht davon, dass diese Arten weniger werden. Denn wer fängt heute noch? Und ohne Falle ist beiden nicht ernsthaft beizukommen.

SCHALENWILD

Rotwild: Beim Rotwild wurden im Jagdjahr 2018/19 77.182 Stück erlegt. Das entspricht in etwa dem, was in den sechs Jahren zuvor erlegt wurde. Damit bewegt sich Deutschlands Rotwildbestand in den letzten Jahren auf recht konstantem Niveau. Ob die verheerenden Waldzustände daran etwas ändern werden – weil dem waldschädigenden Schalenwild nun vermehrt nachstellt wird –, bleibt abzuwarten.
Damwild: Die 65.226 Stück, die im zurückliegenden Jagdjahr erbeutet wurden, geben Anlass zur Hoffnung. Denn immerhin ist das die zweithöchste Strecke, die jemals in Deutschland erlegt wurde. Und das, obwohl das Damwild zu den Wildarten gehört, die es in Wolfsgebieten, die bekanntlich immer größer werden, nach dem Muffelwild am schwersten haben.
Rehwild: Zum zweiten Mal überhaupt liegt die Rehwildstrecke über 1,2 Millionen. Davon wurden allein in den beiden südlichsten Bundesländern Deutschlands gut 40 Prozent erlegt. So kann man Baden-Württemberg als Rehland schlechthin bezeichnen. Denn wie unsere Auswertung (siehe Grafiken) ergeben hat, spielt Rehwild hier quasi die Top-Rolle. Nahezu jedes zweite Stück Wild, das im Ländle erlegt wird, ist ein Stück Rehwild.
Schwarzwild: Gegenüber dem Rekordjahr 2017/18, in dem 836.658 Sauen erlegt wurden, fiel die Strecke 2018/19 mit 612.787 Schwarzkitteln deutlich geringer aus. Allerdings bedeutet diese Zahl immer noch die dritthöchste Sauenstrecke, die jemals in Deutschland erbeutet wurde. Somit besteht für die Sauenliebhaber unter uns kein Anlass zur Sorge. Jedenfalls nicht, solange das Bundesgebiet frei von der Afrikanischen Schweinepest ist. Wobei anzumerken ist: Die Einschläge kommen näher!
Muffelwild: Mit 6.950 Stück Muffelwild wurden 2018/19 bereits über 1.000 Stück weniger erlegt als noch vor drei Jahren. Und wem ist das zu verdanken? Na klar, dem Wolf. Ob die verantwortlichen Politiker damit leben können, einem der weltweit am weitesten verbreiteten Raubsäuger dieses nur regional verbreitete Schalenwild zum Fraß vorgeworfen zu haben, wer weiß? Offenbar ist ihnen Artenschutz egal. Außer man kann damit die Vollschonung des Wolfs rechtfertigen. Allerdings nur der unwissenden Bevölkerung gegenüber.

SONSTIGES WILD

Feldhase: Mit 191.977 wurden 2018/19 etwas mehr Hasen als im vergangenen Jahr erlegt. Zwar kein Grund zu Jubelstürmen, aber vielleicht doch ein ganz kleiner Hoffnungsschimmer. Wenn man allerdings bedenkt, dass Lampe dank des Hitzsommers 2018 ein gutes Jahr hatte, dann relativiert sich dieser kleine Aufwärtstrend wieder.
Kaninchen: Mit 85.479 erlegten Laputzen liegt deren Strecke erstmals unter 100.000 und damit auf einem absoluten Rekordtief. Wer gehofft hat, dass sich die Kaninchen nach über 25 Jahren Chinaseuche mal wieder erholen, der wird enttäuscht sein.
Fasan: Die Strecke mit 85.813 liegt gut 9.000 Stück über der des Vorjahrs. Nun ist das zwar immer noch sehr wenig, aber in Zeiten des Niederwildschwunds doch ein klitzekleiner Grund zur Freude.
Rebhuhn: Die 1.893 erlegten Feldhühner geben zwar den bundesweiten Besatz nicht wieder – schließlich wird in den meisten Revieren trotz Vorkommens nicht mehr auf Rebhühner gejagt –, aber sie weisen doch darauf hin, dass es mit den Hühnern kein gutes Ende nimmt. Jedenfalls nicht, solange der Politik diese Wildart am Hintern vorbei geht. Denn mit der Agrarpolitik steht und fällt das Wohl dieser Wildart.

Rehwild: ist immer noch Wildart Nummer eins in Deutschland. Und mit 1.206.985 Stück wurde 2018/19 die zweithöchste Strecke erreicht, die hierzulande jemals erlegt wurde.


FOTO: RAFAL LAPINSKI

Enten: Auch bei den Breitschnäbeln zeigt sich ein Hauch von einer Trendwende, mehr aber auch nicht. Zu viele Beutegreifer haben es auf deren Küken abgesehen.
Wildtauben: Mit 403.579 wurden 2018/19 so wenige erlegt wie noch nie! Das sind gerade mal halb so viele wie noch vor etwas mehr als zehn Jahren. Ob den Tauben die lange Schonzeit nicht gut tut?
Gänse: Erstmals liegt die Strecke der erbeuteten Gänse über der 100.000er Marke. Damit ist dieses Federwild das einzige friedliche Niederwild, das im letzten Jahrzehnt eine positive Entwicklung genommen hat. Vor allem die Graugans und die Neubürger Kanada- und Nilgans haben diese positive Streckenentwicklung verursacht.
Rabenvögel: Die 448.168 erlegten Rabenkrähen und Elstern sind immer noch eine stolze Zahl, obwohl diese vor sechs Jahren mal knapp 100.000 höher war.

Schwarzwild: mit 612.787 Stück lag die Strecke 2018/19 rund 27 Prozent unter der des Vorjahrs.


FOTO: KARL-HEINZ VOLKMAR

Gänse: mit 110.607 Stück lagen 2018/19 erstmals mehr als 100.000 auf der deutschen Strecke, die sich vornehmlich aus Grau-, Kanada- und Nilgänsen zusammensetzt.


FOTO: PAULINE V. HARDENBERG

Dachs: zierte 2018/19 79.893-mal die Strecke. Nie zuvor wurden deutschlandweit mehr erlegt!


FOTO: KARL-HEINZ VOLKMAR

Kaninchen: wurden 2018/19 85.479 Stück erlegt. Nie zuvor waren es bundesweit weniger!


FOTO: MICHAEL BREUER

ZU DEN GRAFIKEN

In diesem Jahr wollten wir einmal wissen, wie es sich in welchem Bundesland mit der bundesweiten Hauptwildart Rehwild verhält. Die große Zahl, die Sie in der jeweiligen Landkarte sehen, gibt die in dem entsprechenden Bundesland 2018/19 erlegten Stück Rehwild wieder. Anschließend haben wir einmal errechnet, wie viele Stück Rehwild ein jeder Jäger in dem Bundesland rein rechnerisch erlegt hat. Und wie viele Stück Rehwild in dem jeweiligen Bundesland im Durchschnitt pro 100 Hektar erlegt wurden. Hierbei haben wir allerdings nicht die reine Jagdfläche genommen, sondern die gesamte Fläche eines jeden Bundeslands. Doch nicht genug: Wir wollten auch wissen, welchen Anteil das Rehwild im jeweiligen Bundesland an der Gesamtstrecke hat. Und wie sich diese Wildart gegenüber von vor 30 Jahren in dem entsprechenden Bundesland entwickelt hat. Unter anderem ist dabei herausgekommen, dass – wie bereits erwähnt – in Baden-Württemberg fast jedes zweite Stück Wild ein Stück Rehwild ist. Und dass in Nordrhein-Westfalen nur etwa jedes zehnte Stück Wild ein Stück Rehwild ist – dem Flugwild sei dank. Und dass der bayerische Jäger mit durchschnittlich knapp sieben Rehen im Jahr die meisten erlegt und der nordrhein-westfälische mit etwas mehr als einem nur selten auf Rehwild zu Schuss kommt. Doch schauen Sie sich die Grafiken mal in aller Ruhe an, vor allem die Ihres Bundeslandes. Viel Spaß dabei!