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Bye-bye, hohes Tier


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myself - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 12.10.2022
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Ohne Haltung, Wertschätzung gegenüber dem Team und eine klare Strategie wackelt das Ansehen von Führungskräften, denn diese Eigenschaften erwartet man von Vorgesetzten, so eine aktuelle Stepstone-Studie.

Die Gestalterin

Katrin Adt, 50, Vice President Own Retail Europe bei Mercedes-Benz

„Für allwissende Superbosse ist die Welt heute zu komplex. Ich kann als Chefin inspirieren, Ziele setzen, Orientierung geben, Steine aus dem Weg räumen. Was ich nicht kann: alles alleine lösen. Es braucht die Kraft des Unterschieds. Teams mit verschiedenen Kulturen, Generationen und Hintergründen ermöglichen differenzierte Sichtweisen. Wenn wir über Optionen sprechen und uns einigen, weiß ich, dass die Entscheidung von allen getragen wird. Bei einem großen Team, das ich nicht physisch vor mir habe, geht das nur über eine klare Haltung, gemeinsame Werte und Kommunikation. Bewährt hat sich bei uns das Einreichen von Fragen, auch anonym, über Threema-Chats und Town-Hall-Zusammenkünfte.“

Die Sparringspartnerin

Simone Heift, 49, Einkaufsleitung KaDeWe-Gruppe

„Als Chefin musste ich lernen, mich aus dem Operativen ...

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... rauszuziehen. Bis zu einem gewissen Grad bin ich selbst Fashion-, Food- und Beauty-Spezialistin, aber ich vertraue vor allem auf die Fach-Expertise meiner Seniors. Teams stelle ich so auf, dass sie wissen, wann eine Freigabe durch mich erfolgen muss und wann sie selbst entscheiden können. Von Mikromanagement halte ich nichts. Arbeitsanweisungen und Deadlines müssen natürlich erfüllt werden. Wo das nicht funktioniert, gibt es Konsequenzen. Mein Ziel ist aber, so offen und transparent zu arbeiten, dass ich in solchen Fällen rechtzeitig in Kenntnis gesetzt werde, damit wir das Ruder gemeinsam herumreißen.“

Die Einfühlsame

Kerstin Loehr, 54, Chefredakteurin Braunschweiger Zeitung

„Das Team mitnehmen – durch New Work hat das eine andere Dimension bekommen. Meine Mitarbeitenden sind umso zufriedener, je f lexibler sie ihre Arbeit gestalten können. Ich muss besonders sensibel und aufmerksam sein, um zu erkennen, ob bei Einzelnen eine Entfremdung stattfindet. Damit es nicht so weit kommt, achte ich sehr darauf, jede und jeden gemäß jeweiligen Stärken und Schwächen einzusetzen und zu fördern. So gelingt ein wertschätzender Umgang. Dazu gehört auch, dass von allen Seiten gelobt und kritisiert werden kann. Denn Teams brauchen neben Inspiration, Empathie und gemeinsamen Werten auch Ehrlichkeit und Transparenz.“

Die Ideengeberin

Carla Eysel, 50, Vorstand Personal und Pflege an der Charité in Berlin

„Als ich mit 29 zum ersten Mal ein Team übernommen habe, waren alle älter als ich. Demut und Zuhören habe ich aus dieser Zeit beibehalten. Ich will von meinem Team als Ideengeberin und Problemlöserin wahrgenommen werden, die alle wertschätzend behandelt und hinter ihnen steht. Ansonsten vertraue ich darauf, dass Mitarbeitende ihre Aufgaben gewissenhaft erledigen und sich, wenn etwas schiefläuft, mit Lösungsansätzen an mich wenden. In 21 Jahren mit Leitungspositionen habe ich noch nie die Erfahrung gemacht, dass dieser Führungsstil nicht funktioniert. Bei uns in der Organisation wird er von manchen als zu locker empfunden. Aber ich bin überzeugt, dass Zwänge Menschen in ihren Möglichkeiten beschneiden. Nur wenn sie sich entfalten und in einem festen Rahmen selbstbestimmt

Die kreative Teambuilderin

Julia Komp, 33, Sterne-Köchin und Restaurantinhaberin

„Vor knapp einem Jahr habe ich mein Team aufgestellt und im Januar 2022 dann mein Restaurant eröffnet. Ich gebe mir Mühe, alle mit Tatendrang und Kreativität zu begeistern. In der Küche achte ich auf ein gewisses Maß an Hierarchie, sonst gibt es Chaos. Ich fördere aber einen respektvollen und aufgeschlossenen Umgang, bei dem sich jeder einbringen kann. Einen rauen Ton gibt es bei uns nicht, dafür kreatives Teambuilding. Wenn ich die Speisekarte neu aufsetze, schließe ich das Lokal einen Tag für Gäste. Wir kochen dann gemeinsam, verkosten Weine, besprechen, was man zu den Gerichten erzählen kann. So kriegt der Service Einblick in die Küche und umgekehrt. Das ist kein großes Ding, aber alle profitieren davon.“

„Wenn sich alle in ihren Möglichkeiten entfalten können, tragen sie positiv zum Ganzen bei“

Carla Eysel

Die wertschätzende Strategin

Wioletta Rosolowska, 58, Geschäftsführerin L’Oréal Österreich und Deutschland

„Pandemie, Ukrainekrieg, steigende Lebenshaltungskosten – heute mache ich mir noch mehr Gedanken um körperliche und mentale Gesundheit von Mitarbeitenden als früher, achte noch stärker auf persönlichen Austausch und gegenseitiges Feedback. Das ist unerlässlich, damit alle gut zusammenarbeiten und sich weiterentwickeln. Ohne Wertschätzung geht es nicht, aber auch nicht ohne eine klare Strategie in einer komplexer werdenden Arbeitswelt.“

Die coachende Chefin

Isabelle Sonnenfeld, 37, Head of Europe, Middle East, Africa beim Google News Lab

„Wir sind ein Team aus Mitarbeitenden in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Eine meiner größten Herausforderungen ist es, auf lokal und kulturell verschiedene Gegebenheiten und Lebensumstände einzugehen. Ich möchte alle beim Wachsen und Sich-Verwirklichen unterstützen und arbeite mit Coaches und Trainern, um selbst besser zu werden. Selbstref lexion empfinde ich als Pf licht einer Führungskraft, genau wie Transparenz. Wir haben im Team besprochen, wie wir arbeiten wollen, Regelwerk und Wertekompass definiert. Nine to five erwarte ich von niemandem. Die 40-Stunden-Woche gehört in meinen Augen sowieso hinterfragt. Ich selbst habe bei Google eine Vier-Tage-Woche. Freitags widme ich mich konsequent anderen Projekten und genieße die Zeit mit meinen beiden Kindern.“

Die Leaderin

Constanze Osei, 39, ist bei Meta als Head of Society & Innovation Policy zuständig für die DACH-Region

„Mein Verständnis von Führung hat sich mit den Jahren stark verändert. Eine Führungskraft sollte sich selbst führen und eigene Grenzen akzeptieren können. Das musste ich teilweise auf die harte Tour lernen. Ich möchte nicht nur People-Managerin sein, sondern wirklich Leaderin. Die irre Schnelligkeit in der Tech-Branche ist dabei die größte Herausforderung: Agil und innovativ bleiben, zugleich dem Team Sicherheit und eine Langzeitperspektive geben – einen Stil, der für alle passt, gibt es da nicht. Die Bedürfnisse bei Kommunikation und Anerkennung sind individuell. Ich nehme mir deshalb Zeit für jeden Einzelnen. Und ich ermutige alle, jeden Status quo zu hinterfragen. Mache ich genauso.“