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BYE-BYE PLASTIK!


Kaffee & Co - epaper ⋅ Ausgabe 3/2021 vom 19.08.2021

Artikelbild für den Artikel "BYE-BYE PLASTIK!" aus der Ausgabe 3/2021 von Kaffee & Co. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Etwa 19 Millionen Tonnen Verpackungen fallen derzeit pro Jahr in Deutschland an. Seit dem Jahr 2000 hat sich die allgemeine Menge an Verpackungen laut dem Umweltbundesamt um 23 % erhöht. Verpackungsmüll aus Plastik erhöhte sich seitdem um 79 %. Pandemiebedingt stieg das Aufkommen von Verpackungsmüll noch einmal deutlich an.

Um die Folgen einzudämmen, hat die EU schon vor zwei Jahren ein Verbot von Plastik beschlossen: Und so gilt seit dem 3. Juli in Deutschland (und den anderen EU-Staaten) das Verbot vieler Einwegplastikartikel, für die es Alternativen aus anderen Materialien gibt. Auch EU-weit ist die Herstellung bestimmter Gegenstände aus Einwegplastik dann nicht mehr erlaubt. Eine EU-Richtlinie verbietet herkömmliche Einwegprodukte aus Kunststoff, die aus fossilen Rohstoffen wie Rohöl hergestellt werden. In der EU-Richtlinie 2019/904 vom 5. Juni 2019 ist konkret aufgelistet, für welche Artikel ...

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... aus Einwegplastik das Aus kommt. Vor allem für den Außer-Haus-Markt essenziell: Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen, To-go-Getränkebecher, Fastfood-Verpackungen und Wegwerf- Essenbehälter aus expandiertem Polystyrol (bekannt als Styropor) sind künftig nicht mehr erlaubt. Hintergrund dieser EU-Richtlinie sind übrigens jahrelange Monitorings an europäischen Stränden, die die Meeresverschmutzung verdeutlichen. Dabei kam heraus, dass über 80 % der Meeresabfälle aus Kunststoff bestehen. Allein 50 % davon sind Einwegkunststoffprodukte, wie sie bereits genannt wurden. Eben deshalb sind Maßnahmen zur Verringerung des Verbrauchs dieser kurzlebigen Einwegprodukte sinnvoll.

Aber nicht nur die Politik beschäftigt sich mit dem Thema. Mittlerweile gibt es zahlreiche Initiativen, die sich für ein Umdenken in diesem Bereich einsetzen. So auch Futouris, die Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Tourismusbranche, die erst kürzlich einen Leitfaden zur Reduzierung von (Einweg-)Plastik in Hotels und Tourismusbetrieben veröffentlicht hat.

Dieser wurde im Rahmen des Projektes „Plastikfreier Urlaub auf den Balearen“ entwickelt, hält aber Alternativen bereit, die durchaus auch für Restaurants interessant sind. Denn die verschiedenen Plastikprodukte werden anhand ihrer Auswirkungen in puncto Nachhaltigkeit dargestellt, sodass Betriebe unkompliziert die für sie am besten umzusetzenden Alternativen wählen können. „Die meisten Einweg-Plastikprodukte sind leicht zu ersetzen. Aber viele Unternehmen kennen die Möglichkeiten nicht“, ist Prof. Dr. Harald Zeiss, Vorsitzender von Futouris, überzeugt. Und genau da setzt der Leit faden an.

Alternativen, die in Frage kommen

Neue Bio-Kunststoffe schonen heute die fossilen Rohstoffe, bereiten aber noch Probleme bei der zügigen Kompostierung oder dem effizienten Recycling. Zudem ist eine bessere Ökobilanz laut Experten nicht immer gesichert. Denn auch pflanzenbasierte Rohstoffe verbrauchen Flächen, Wasser und verursachen Umweltschäden.

Die Nonplusultra-Lösung scheinen Mehrweg- Verpackungssysteme zu sein. Sie reduzieren durch ihre Wiederverwendbarkeit nicht nur den Abfall, sondern überzeugen durch ihre Langlebigkeit. Schon seit einigen Jahren gibt es immer mehr Anbieter, die solche Systeme regional, kommunal, bundesweit oder gar international in Umlauf bringen.

BIOLOGISCH ABBAUBAR...

… bedeutet, dass sich ein Material nach einer bestimmten Zeit unter definierten Bedingungen (z. B. Temperatur-, Sauerstoff- und Feuchtebedingungen) und durch Hilfe von Mikroorganismen oder Pilzen zu mehr als 90 Prozent abgebaut haben muss.

Aber Achtung: Nicht alle biologisch abbaubaren Kunststoffe sind aus nachhaltigen Rohstoffen. Und nicht alle Verpackungen aus nachhaltigen Rohstoffen sind (vollständig) biologisch abbaubar. Nicht zuletzt deshalb bezieht sich das Verbot bestimmter Einwegplastikartikel auch auf biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe.

ReCup etwa hat Schalen, Bowls und Cups in verschiedenen Größen im Programm. Für alle Behälter bezahlt der Ausgabe-Betrieb Pfand an ReCup, das bei der Ausgabe der Gerichte oder Getränke pro Box an den Gast weiterberechnet wird. Der Clou: Das System sieht vor, dass die Behälter nicht nur im eigenen Betrieb, sondern bei vielen externen Partnern zurückgegeben werden können. Hier erhält der Gast sein Pfand zurück und die Bowls bzw. Cups werden nach hygienischer Reinigung wiederverwendet. Bei Vytal wird der Prozess dagegen digital über eine App gesteuert, die sich der Gast zum Beispiel auf sein Smartphone lädt. Mit seiner Registrierung erhält er automatisch einen persönlichen QR-Code, der später für den Bezahlvorgang gescannt wird. Auch die Behälter sind mit einem solchen Code versehen. Hat sich der Gast sein Gericht oder Getränk ausgesucht und eingepackt, werden beide Codes gescannt und zugeordnet. Im Anschluss hat er 14 Tage Zeit, um die Schale wieder abzugeben – ent weder in dem entsprechenden Betrieb oder bei jedem Vytal-Partner.

UNBESCHICHTETE PAPPBECHER

Von der EU-Einwegkunststoffrichtlinie nicht betroffen sind Pappbechermodelle ohne Kunststoffbeschichtung, die sich zudem leicht recyceln lassen. Der Heißgetränkebecher „100 % Paper“ von Papstar pure aus FSC-zertifiziertem Papier kann z. B. über die Altpapiertonne entsorgt werden und ist laut Hersteller rückstandsfrei biologisch abbaubar. Einsetzbar ist er bis zu einer Temperatur von maximal 90 Grad. Auch alle Komponenten des neuen To-go-Bechers von Lebensbaum können übers Altpapier entsorgt werden – bis hin zum Deckel aus FSC-zertifizierter Faserform, einem innovativen Naturmaterial. Der Becher ist sogar zertifiziert heimkompostierbar sowie PEFC-zertifiziert, also gefertigt aus Material nachhaltig bewirtschafteter Wälder und kontrollierter Quellen. Für den optimalen Hitzeschutz gibt es optional eine Manschette aus recyceltem Kraftpapier.

Aber halten diese Becher – auch ohne Beschichtung – lange genug dicht? „Unsere Becher halten für die Dauer, in der man ein Heißgetränk üblicherweise genießt, ohne Probleme dicht – auch wenn man es erst ein wenig abkühlen lässt oder zwischenzeitlich aus den Augen verlieren sollte“, antwortet Björn Wnuck von Lebensbaum. Aktuell werden bereits mehr als 60 Prozent der Heißgetränke an Automaten in Papierbechern herausgegeben. „Der Papierbecher punktet beim Konsumenten aus ökologischer Sicht und in Bezug auf Formstabilität und die bessere Wärmeisolation“, weiß Dr. Aris Kaschefi vom BDV aus einer Konsumentenstudie. Aber: Aufgrund des Einwegbechers entscheiden sich einige Konsumenten auch gegen den Verzehr/Kauf eines Getränks. „20 Prozent der Nutzer finden, dass die Einwegbecher eine zu große Umweltbelastung sind“, weiß Dr. Aris Kaschefi und ergänzt: „Fast 30 Prozent der Vending-Kunden finden Vending-Kaffee wäre attraktiver, wenn man seinen eigenen Becher mitbringen könnte. Dass dies bei vielen Automaten bereits möglich ist, wissen jedoch nur 37 Prozent der gelegentlichen Vending- Kaffeetrinker.“ Um darüber aufzuklären, hat der BDV einen entsprechenden Sticker für Automaten mit dem Logo: „Deine Tasse – unsere Umwelt” entwickelt.

Gegen gesundheitsgefährdende Stoffe

Brüssel geht in seinen Überlegungen in puncto Verpackung übrigens noch einen Schritt weiter: Die EU-Kommission will zukünftig alle Materialien regulieren, die mit Essen in Berührung kommen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll 2022 vorgelegt werden. Konkret könnten dann auch Alternativen aus Bambus betroffen sein. Denn Kaffeebecher aus Bambusfasern oder auch Maismehl enthalten nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oft Kunststoffe wie Melamin-Formaldehyd-Harze. Diese können nach Aussage der Experten bei höheren Temperaturen gesundheitlich bedenkliche Mengen ans Lebensmittel abgeben, zum Beispiel wenn heiße Getränke wie Kaffee oder Tee in die Behältnisse gefüllt werden.

So oder so sollten Betriebe allein aus Gründen der Nachhaltigkeit ein Konzept für ihre Produkte zum Mitnehmen entwickeln. Und wer weiß, vielleicht können wir schön früher als gedacht, dem (Plastik-)Müllberg Lebewohl sagen.

Jeanette Lesch