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Californication


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Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 06.10.2021

TEST KOMPAKTLAUTSPRECHER

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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 11/2021

Nanu, die hat man doch schon mal gesehen? Richtig, allerdings meist erheblich größer. JBL ist stets für Überraschungen gut – und die sind eigentlich nie böse. Ganz im Gegenteil. Die Profis aus den USA verstehen es vorzüglich, ihren Ruf wie Donnerhall auch in entsprechende Produkte zu gießen.

Die 4309 ist hier nur das neueste Beispiel jüngst deutlich gesteigerter Aktivitäten, freilich ein bezahlbares und überzeugendes.

Zudem ist sie deutlich näher an einem Kompaktlautsprecher als die L82 oder L100, wiegt aber beachtliche elf Kilogramm, was wohl auch auf die recht massiven Wände von 18 mm Stärke zurückzuführen ist. Das breitmaulige, V-förmige Horn des Ein-Zoll-Hochtöners (Kompressionstreiber) 2410H-2 mit ultraleichtem und ringförmigem Polymer-Diaphragma erinnert zudem eher an den PA- als den Monitorbereich und ist, was Geometrie, Feinauflösung, Linearität und Abstrahlung ...

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... angeht, das Ergebnis ausgedehnter Forschung.

Die Konstrukteure suchten und fanden als Kombination einen 16,5er-Treiber mit der für den Hersteller typischen, gutmütig-rigiden Zellulose-(Papp)Membran, der offenbar schnell genug ist, um in einem solchen „Dreamteam“ zu reüssieren. Mit starkem Antrieb, sehr rigidem Metallkorb und ordentlich Hub ausgestattet ist dieser Konustreiber sowohl zu einer feingeistigen Mittelton- als auch einer wirklich spektakulären Basswiedergabe in der Lage, die sogar bis etwa 40 Hertz hinunterreicht.

Das zu Skeptikern, die eher einen 20er oder gar 25er erwartet hätten. Der Kompromiss wäre dann eher in dem musikalisch wichtigeren Bereich für heimische Zwecke angesiedelt gewesen und somit ungünstiger ausgefallen.

Eine „HiFi“-Sicke statt der PA-Einspannung sorgt mit für Hub und Tiefgang. Unsere Messungen zeigen übrigens sogar noch etwas mehr Tieftonqualitäten als die Herstellerangaben versprechen. Umso „bässer“.

Auf Seiten der Frequenzweiche haben wir es mit einer unerwartet aufwendig bestückten, ebenfalls auf Timing und Verlustfreiheit abzielenden Konzeption mit Luftspulen sowie metallisierten Folienkondensatoren und vergossenen Drahtwiderständen zu tun. Während die große 4349 ihre beiden Treiber arbeitsteilig bei 1,5 Kilohertz trennt, liegt der Übergang bei der 4309 um 1,6 Kilohertz, also nur unwesentlich höher.

Trotz der „handfesten“ Basiskonzeption ist gerade diese Box liebevoll gestaltet. Dafür sorgen nicht zuletzt die hochwertigen Wangen aus Walnussfurnier, blauer Schallwand und die Ambiente-freundliche Bespannung der Tieftöner, die beim schwarzen Holzgehäuse als Standard in Schwarz, beim helleren Holzgehäuse in Blau geliefert wird. Das sieht einfach nicht aus wie professionelle PA im Wohnraum.

JBL- SPEZIALITÄT

Der Basstreiber ist selbstredend ein hochstabiles, staubtrocken aufspielendes Chassis mit typischer Zellulose-Membran (Papier/ Pappe)

DAMIT HABEN WIR GEHÖRT

Stevie Wonder: Live At Last

Bei diesem Live-Act erlebt man mehr als ein Wunder.

Ungeheuer dynamisch geht es etwa bei „Superstition“ zu. Zählen Sie bei der Blu-ray-Version mal die Schlagzeuger/-werker auf der Bühne.

Peter Gabriel: Growing Up Live

Ein Konzert von Peter Gabriel ist stets Augen- und Ohrenweide. Ein Höhepunkt ist das Radfahren auf der Bühne bei „Salisbury Hill“.

HiFi trifft PA

Etwas verblüffend fanden wir das Bi-Wiring-Terminal, das man ja an L100 oder L82 so nicht vorfand. Aber dafür natürlich sehr wohl an der JBL 4349, die ja das eigentliche Vorbild der downskalierten 4309 ist, allerdings auch das Vierfache kostet. So ein Terminal lädt zu Bi-Wiring- und vor allem Bi-Amping-Experimenten ein, die ohne gar nicht möglich sind. Vier Ohm Nennimpedanz bedeuten auch europäisches Genmaterial und gewährleisten noch höhere Effizienz.

Die Ausstattung mit doppelter Reflexöffnung deutet Basstüchtigkeit an, und dass sich diese Tieftonunterstützung zudem vorne befindet, erleichtert die (wandnahe)

Aufstellung ungemein. Fraglos sehr sinnvoll ist der frontseitige Regler, mit dem sich der obere Hochton zwischen +/- 1 dB feinfühlig justieren lässt. Das kann je nach Bedämpfung des Abhörraumes oder auch persönlichen Präferenzen wichtig sein.

Wir würden meist „flat“ wählen und die Lautsprecher zudem nur leicht einwinkeln, die Abstrahlcharakteristik ist konstruktiv weit genug ausgelegt, aber in kühlem Alu/Plexiglas-Ambiente können es gut und gern 0,5 bis 1 dB weniger, im Plüsch-Salon auch mal 0,5 oder 1 dB mehr sein. Wie es beliebt, würde der Niederländer sagen, man hat ja hier die Wahl. Der verwendete Ständer sollte eine Höhe von etwas über 60 Zentimetern haben, dann spielen sie meist perfekt auf mittlerer Ohrhöhe.

Und der Sound – Verzeihung – Klang? JBL ist erneut das Kunststück gelungen, einen professionellen Schallwandleransatz so zu domestizieren, dass seine Meriten vollkommen HiFi- und Ambiente-tauglich für das Wohnzimmer sind und sich dorthin übertragen, um nicht zu sagen verpflanzen lassen.

Und ja, es gibt begeisterte Fans wie mich, die neben selbstverständlich gutem Klang inklusive hoher Detailtreue, exzellentem Timing und damit verbunden erstaunlicher Räumlichkeit, Tiefenstaffelung sowie weiträumiger Bühne großen Gefallen an anspringender Lebendigkeit, Pegelfestigkeit, Dynamik und Druck finden. Weshalb ich größen- wie bestückungsmäßig sehr ähnliche, schmucklos-pragmatische Lautsprecher schon länger im Heimkino betreibe, die dort auf JBL Control folgten, allerdings nicht ganz die Wertigkeit und Attraktivität dieser neuen JBL mitbringen.

Die Kalifornierin geht forsch zur Sache, ein „Leisetreter“ ist sie nicht. Der Wirkungsgrad ist überdurchschnittlich, und Kompression ist ihr auch fremd. Da sich das geradezu aufdrängte, haben wir sie neben der Implementierung in diverse Anlagen mit CD-/Streaming-Sessions auch im (Stereo-) Heimkino installiert und mit mannigfaltigen Live-Acts von Adele über Clapton, Fleetwood Mac, Peter Gabriel, Metallica, Stevie Wonder, Scorpions und Tori Amos bis – als eine Art Tribut an den kürzlich verstorbenen Bassisten Dusty Hill – ZZ Top gefüttert. Was soll ich sagen, das ist ein Hochgenuss par excellence. Schmissig, dabei aber tonal authentisch bis gefällig, schon ohne Tief bassunterstützung sehr gut, aber kombiniert mit zwei 40er-Subwoofern perfekt. Die dunklen, heiseren Facetten eines Peter Gabriel bei „Here Comes The Flood“ – übrigens auch von Katja Maria Werker bei Stockfisch hingebungsvoll rau gecovert – wirken ebenfalls sehr authentisch, ebenso Eric Claptons Stimme, Gestampfe und Gitarre im herzzerreißenden „Tears In Heaven“. Und bei Wonders „Superstition“ gibt es dynamisch überhaupt kein Halten mehr. Sie merken schon, dass dies ein Produkt ist, bei dem die Arbeit womöglich wieder einmal noch einen Tacken mehr Spaß bereitet als sonst.

Druck mit Feingeist

Ob von CD oder Blu-ray, die kleine JBL brilliert bei dieser Musik, sie ist umwerfend lebendig, von enormer Klarheit und liefert für 2000 Euro vielleicht nicht die Mutter aller audiophilen, aber ganz sicher eine der lustvollsten Vorstellungen überhaupt ab, mit der antreibenden THX-Kinoendstufe von QSC ist Originallautstärke kein Problem! Ein solcher Spaßfaktor ist im HiFi-Umfeld über den Pegel jedenfalls nur schwer erreichbar – und ganz sicher nicht für das Geld.

Wir reden hier von verzerrungsfreier Performance auch weit jenseits der 100- und sogar 110-dB-Schwelle. Dabei kann die JBL aber selbstredend auch flüsterleise überzeugen ohne abzusaufen, denn auch die feindynamische Kompetenz ist voll da, es ist eher so, dass grobdynamisch halt die Konkurrenz ausdünnt. Das bedeutet in der Praxis nicht weniger, als dass sie ob dieser „Futterverwertung“ auch mittlere bis größere Räume faktisch besser zu „füllen“ vermag als jeder kleine Studiomonitor mit fünf Dezibel weniger Wirkungsgrad und mindestens halbierter Spitzenbelastbarkeit. Da beißt die Maus keinen Faden ab, lässt sich die Herkunft von der Bühne nicht leugnen, sondern zahlt sich aus. Auch klassische Sinfonien können sich gleichwohl hören lassen, wobei etwa Dvorák, Vivaldi oder auch Wagner durchaus von den Pegelreserven der US-„Zwerge“ profitieren.

Freilich laufen solche Hornmonitore insbesondere bei Rock, Pop und Jazz zu ihrer Höchstform auf! Feindynamisch sehr gut, grobdynamisch fast unschlagbar. Und das in handlicher Größe. Unbedingt anhören!

JBL 4309

Preis: um 2000 € (Walnuss/Bespannung blau, Walnuss schwarz/Bespannung schwarz)

Maße: 26 x42 x23 cm (BxHxT)

Garantie: 5 Jahre

Kontakt: HARMAN Luxury Audio Tel.: +49 8031/ 391 16 00 www.harmanluxuryaudio.com/

Enorm temperamentvoller und spielfreudiger „Mini“-Studiomonitor aus dem Hause JBL mit verblüffend audiophiler, klanglicher Abstimmung. Pegelfest und druckvoll, mit sehr klarer Diktion und Feingeist. Diese JBL macht ausgesprochen Spaß!

Labor-Kommentar

Sehr linearer Frequenzgang, axial wie abaxial, für eine Kompaktbox leicht überdurchschnittlicher Wirkungsgrad, sehr geringe Verzerrungen, hohe Pegelfestigkeit, Impedanz gutmütig, Sprungantwort zeigt Nachschwingen/Resonanzen.

Ausstattung 

Zwei-Wege-Konstruktion, Bassreflex, Hochtonregler, Bi-Wiring-Terminal, Bespannung für Bassabteil

TEST-GERÄTE

CD-Spieler: Lua Appassionato Mk IV Class A NOS

Netzwerkplayer: Audiolab 6000N Play

Vollverstärker: Sansui AU-X1

Vorverstärker: Audible Illusions Modulus 3A, Marantz AV8003

Endverstärker: QSC USA 1310 (x2), Sumo Andromeda

Lautsprecher: PMC twenty5.22, Spendor S3/5, Electro Voice Sx80

Kabel: Audioquest, HMS, Silent Wire, Siltech, Supra