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CAMERON SMITH Dude!


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Golfpunk - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 18.03.2022

TITELSTORY

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Bildquelle: Golfpunk, Ausgabe 1/2022

Cameron Smith weiß, wie es sich rich tig lebt. Wenn er nicht gerade auf der PGA Tour um Siege kämpft, chillt er für gewöhnlich in seinem Multi­Millionen­Dollar­Anwesen in Ponte Vedra Beach zusammen mit seiner Freundin, der ehemaligen Symetra­Tour­Spielerin Jordan Ontiveros. Hier in der Heimat der PGA Tour unweit von deren Flaggschiff­Golfplatz TPC Sawgrass hat Cameron Smith ein standesgemäßes Haus gekauft – Wasserlage, versteht sich –, dessen großzügiger Wohnzimmer­Küche­Bar­Bereich im Erdgeschoss einen spektakulären Blick auf den riesigen Swimmingpool im Garten bietet. Zentrum des riesigen Raums ist eine L­förmige Sofalandschaft, in der sich Cam bevorzugt mit seinen Buddys fläzt, während australischer Sport im TV läuft und kühles Bier getrunken wird. Am Ende des Gar tens sind sein zwölf Meter langes Speedboat und ein kleineres Boot an einem Privatsteg vertäut. Mit diesen Spielzeugen ...

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... fährt Cam mit seinen Kumpels regelmäßig entweder 40 Meilen raus aufs Meer oder in die Kanäle und Flüsse von Jacksonville, um dort zu angeln. Sein wirklicher Stolz steht in der Einfahrt: ein Nissan GT­R, dessen VR38­

V6­Motor von Hoonigan auf dezente 1.300 PS getunt wurde. „So einen wollte ich schon seit meiner Kindheit“, gesteht Cam. „Es war ein Geschenk an mich selbst, nachdem Jonas Blixt und ich 2017 in New Orleans gewonnen hatten. Ich liebe dieses Teil über alles und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich es jemals verkaufen werde.“

Der Bar im Keller ist anzusehen, dass darin schon so manche rauschende Partynacht stattgefunden hat. „Ich habe Glück mit meinen Nachbarn. Bisher gab es noch keine Beschwerden – beinahe keine Beschwerden“, grinst Cam. In seine Man Cave im ersten Stock, ausgestattet mit Dartboard, riesigen Fernsehern und High­End­Fahrsimulator mit

180­Grad­Screen zieht er sich zurück, wenn Lan geweile aufzukommen droht. Es gibt ein Fitnessstudio in der Garage, doch abgesehen davon macht dieses Anwesen deutlich, dass Cam Smith das richtige Maß in Sachen Work­ Life­Balance gefunden hat.

Unser Interview markiert den Auftakt ei ­ nes zweiwöchigen Urlaubs für Cam. Vor ein paar Wochen gewann er zum vierten Mal auf der PGA Tour, sackte den ersten Sieg der Sa i­ son beim Sentry Tournament of Champions in Kapalua, Maui, ein und hielt den Weltrang ­ listen­Ersten Jon Rahm in Schach. Im vergangenen Jahr gewann Cam die Zurich Classic of New Orleans zum zweiten Mal, diesmal mit seinem guten Freund, Nachbarn und Landsmann Marc Leishman. Mit dem trat Cam auch gemeinsam bei den Olympischen Spielen in Tokio an, wo die beiden zwar keine Medaille gewinnen konnten, dafür aber grün­gelbe Outfits tragen durften, die einem die Tränen in die Augen trieben. Neben sei ­ nem Sieg schaffte er bereits zwei Top­Ten­Er ­ gebnisse in diesem Jahr und findet sich deshalb völlig zu Recht auf Rang zehn der Weltrangliste wieder. Doch nun steht das Masters vor der Tür und Cam mag Augusta. 2020 gelang ihm als erstem Spieler überhaupt in der 87­jährigen Geschichte des Turniers, vier Runden in den 60ern zu spielen (67­68­69­ 69). In beinahe jedem anderen Jahr hätte diese Traumwoche zum Sieg gereicht, doch Dustin Johnson hatte andere Pläne.

Beeindruckend für einen Spieler, der keineswegs zu den Longhittern zählt. Mit einer durchschnittlichen Drive­Länge von 274 Metern ist Cam dringend auf sein sensationelles kurzes Spiel angewiesen. Sein Weg auf die PGA Tour begann mit dem Wechsel ins Profilager 2013. Auf der PGA Tour of Australia gewann er zweimal die Australian PGA Cham pionship und bewies, dass er mit den gro ßen Jungs mithalten konnte. Bei seinem ersten Auftritt in Amerika, der CIBM Classic im Oktober 2014, wurde er auf Anhieb Fünfter. Mit mittlerweile vier Siegen auf der Tour und 23 Millionen Dollar Preisgeld scheint alles angerichtet für Cameron Smith, die Golf welt 2022 im Sturm zu erobern. Schließlich ist Cam mit seinem Markenzeichen, der wehenden Vokuhila, eine der außergewöhnlichsten Erscheinungen auf der sonst oft so stromlinienförmigen und beigen PGA Tour.

CAM SMITH

„Adam ist de finitiv der größte Männerschwarm meines Lebens. Ich kann mich glücklich schätzen, dass er mittlerweile zu meinen Freunden zählt.“

Kombiniert mit seiner entspannten Attitüde und einem großartigen Sinn für Humor ist Cam Smith nicht weniger als einer der glücklichsten Typen des Profi­Golfzirkus.

Wann hat es mit dem Golfspielen angefangen?

Mein Vater ist ein Golfverrückter und ich habe ihn schon als kleines Kind auf dem Platz begleitet. Er war im Druckgeschäft, seine Arbeitstage fingen um drei oder vier Uhr nachts an und zum Mittagessen war dann Feierabend. Danach holte er meine Schwester und mich von der Schule ab, wir machten schnell Hausaufgaben und dann ging es auf den Golfplatz. Das war unser normaler Ta ges ablauf für etwa zwölf Jahre. Ich fand es immer toll, so viel draußen zu sein, und habe mich sofort in den Sport verliebt.

Wer war dein erster Golfheld?

Jeder Australier in meinem Alter wollte Adam Scott sein. Nicht nur weil er ein extrem guter Golfer ist, er sieht auch noch gut aus und ist verdammt charmant. Adam ist definitiv der größte Männerschwarm meines Lebens. Ich kann mich glücklich schätzen, dass er mittlerweile zu meinen Freunden zählt.

Dein Saisonstart hätte kaum besser lau -fen können. Was ist in diesem Jahr noch möglich?

Ja, es lief wirklich großartig. Ich habe wäh ­ rend der Saisonpause viel gearbeitet. Ich konnte ja nicht zurück nach Australien fliegen, deshalb habe ich eine Menge Zeit allein auf dem Golfplatz verbracht und mich sehr auf mein Spiel fokussiert, was sich in den ersten Wochen der neuen Saison wirklich aus gezahlt hat. Mein Selbstvertrauen ist enorm, denn es läuft einfach. Ziel Nummer eins für den Rest des Jahres ist es, die Tour Championship zu erreichen. Wer es dorthin schafft, zählt zu den besten 30 Spielern des Jahres und hat ganz offensichtlich sehr konstant gespielt, was im Profi­Golf das Wichtigste ist. Den FedEx Cup zu gewinnen wäre dann die Sahne auf der Torte.

Wie sieht ein normaler Tag zu Hause bei dir aus?

Ich bin ein Morgenmensch und stehe deshalb sehr früh auf, um alles zu erledigen, was mein Golfspiel und meinen Körper angeht.

Ich beginne im Kraftraum und danach geht es für ein paar Stunden auf den Golfplatz. Nach mit tags hänge ich dann am liebsten mit Freun den rum und wir gehen fischen, falls es das Wetter zulässt. Als ich noch zur Schule ging, hat mit mein Vater eingebläut, dass ich immer zuerst die Hausaufgaben machen müsste, bevor es auf den Golfplatz geht. Nun ist es genau umgekehrt, ich muss zuerst das Golfen erledigen, bevor der Spaß beginnen kann. [lacht]

Du scheinst nicht der Golfer-Typ zu sein, der jeden Tag über seinen Zahlen und Statistiken brütet, oder?

Es gibt eine Menge Jungs auf der Tour, die komplett besessen sind von ihren Statistiken. Ich finde, an manchen Stellen können Zahlen beim Training hilfreich sein, doch wenn man zu tief in die Materie einsteigt, läuft man Gefahr, sich zu verrennen. Ich schaue mir meine Statistiken und Ballflugdaten auch an und kann daraus lernen. Als guter Spieler weiß man aber ohnehin, was während einer Runde gut lief und woran man arbeiten sollte.

Woran arbeitest du zurzeit im Detail? Der Driver ist wichtig für mich. Ganz einfach gesagt: Wenn ich Fairways treffe und mir somit die Chance geben kann, Fahnen anzugreifen, kann ich sehr gute Ergebnisse spielen. So war das bei mir schon immer.

Als ich auf die Tour kam, habe ich den Ball nicht besonders weit geschlagen, aber ich war sehr gerade und hatte so längere Eisen in die Grüns. Jetzt schlage ich den Ball etwas weiter, streue dafür aber auch mehr. Daran muss ich arbeiten, um wie alle anderen auch kürzere Eisen zur Fahne zu haben. Nur so erspielt man sich Birdie­Chancen.

Kannst du abschalten und dein Spiel ruhen lassen, wenn du nicht auf dem Platz stehst? Ich denke, ich bin besser darin als viele Jungs, mich über mein Spiel nicht aufzuregen. Ich meditiere sehr gerne, das hilft mir be son ders nach einem stressigen Tag auf dem Golfplatz. 10 bis 15 Minuten allein zu sein und einige Atemübungen zu machen ent spannt mich. Ich denke nicht gerne an Golf, wenn ich nicht spiele, aber wir sind nun mal alle Perfektionisten, was es manchmal schwer macht loszulassen.

Kann fischen gehen dabei helfen? Ich mag es, es ist eine Zeit für mich, in der ich wirklich allein oder mit einem Kumpel zusammen sein kann. Ich lege das Telefon weg, denke nicht an Golf oder all die anderen Ablenkungen. Es ist einfach toll, Zeit für sich zu haben, ein paar Bier auf dem Boot zu trinken und zu versuchen, ein paar Fische zu fangen. Egal ob Flussangeln oder draußen auf dem Meer, wir fahren dorthin, wo die Fi ­ sche anbeißen. Im Moment verbringen wir viel Zeit in den Kanälen hier, da im Moment Winter ist. Wenn das Wasser wärmer wird, geht es wieder raus vor die Küste.

Deine Bilanz in Augusta mit einem zweiten und einem fünften Platz ist hervorragend. Was liegt dir an diesem Platz?

Augusta ist eine dieser Wochen, nach der man enttäuscht und traurig ist, wenn sie zu En de geht. Ich freue mich jedes Jahr sehr auf das Masters, ich liebe diesen Golfplatz. Mir gefällt, wie viel Kreativität er zulässt, denn man muss riesige Hooks und enorme Fades in die Grüns spielen. Wenn Kreativität gefragt ist, spiele ich meist mein bestes Golf, was die Ergebnisse beim Masters beweisen. Schon bevor ich das erste Mal in Augusta war, wusste ich, dass dies ein Platz ist, auf dem ich gut spielen kann, denn er erinnerte mich an die Plätze im Sand Belt von Melbourne. Augusta ist ein cooler Ort mit einer ganz speziellen Atmosphäre. Egal wo man sich während der Runde befindet, man weiß dank der Jubelstürme, die von allen Ecken kommen, immer genau, was gerade anderswo abgeht. Ich war ganz schön nervös, als ich das erste Mal dort gespielt habe, weil ich es oft im Fernsehen gesehen hatte und wusste, dass es einer dieser Plätze ist, auf denen man erledigt ist, wenn man keine perfekten Schläge produziert. Als Kind habe ich am Fernseher beobachtet, wie all diese großartigen Golfer Bogeys und Double­Bogeys von der Mitte des Fairways spielten, und diese Erinnerungen bleiben im Gedächtnis.

Hast du ein Lieblingsloch in Augusta? Die 11 zu überstehen ist immer ein Kampf für mich. Die Bahn wird immer länger und spielt sich gefühlt beinahe ausschließlich in den Wind. Es ist ein hartes Loch, aber mir gefällt, wie man die Schläge dort shapen muss: Der Drive braucht eine Links­rechts­ Kurve, um die Bäume, damit er nach der Landung einen Kick nach links bekommt. Ins Grün ist dann ein Draw nötig, um die Fahne anzugreifen. Es braucht zwei perfekte Schläge oder man kämpft ums Par oder um ein Bogey. 80 Prozent des Feldes halten rechts des Grüns an und versuchen einen Draw. An der höchsten Stelle des Schwungs denkt man dann unweigerlich: „Bloß nicht zu viel Draw!“, schließlich lauert der Teich links und man pusht den Ball unweigerlich nach rechts. Ein großartiges Golfloch!

Wie wichtig ist es dir, auf dem Golfplatz gut auszusehen und einen eigenen Stil zu prägen?

Golfmode hat sich zum Glück enorm weiterentwickelt. Man sieht so viele coole Shirts auf der Tour und die meisten der Spie ler sind auch echte Athleten, was man den modernen Golfpolos zum Glück ansieht. Ich liebe mei ­ ne Original­Penguin­Outfits. Wenn man sich in Klamotten wohlfühlt und gut aussieht, spielt man auch besser. Penguin macht einen wirklich guten Job beim Styling, die Outfits haben einen eigenen Stil, der aber nicht zu offensiv ist – keine grellen Farben oder so, sondern coole Muster. Der Penguin­Stil ist im po sitiven Sin ne old school und sie suchten nach einem jüngeren Typen, der in ihre Polos Größe M passt. [lacht] Ich probierte einige Outfits an und der Deal war unter Dach und Fach, denn ich habe mich sofort in das Zeug verliebt. Das ist jetzt fünf Jahre her und ich bin immer noch stolzer Teil des Teams.

Gibt es Spieler auf der Tour, die du beobachtest und bei denen du denkst: „Wow, der Typ schlägt unglaubliche Bälle! Ich muss mehr wie er spielen…“?

Es gibt einige Jungs, denen man auf der Range begegnet und bei denen man denkt:

„Es gibt einige Jungs, denen man auf der Range begegnet und bei denen man denkt: ‚Heilige Scheiße, ich wünschte, ich könnte den Ball derartig massakrieren!‘ Aber um ehrlich zu sein, mache ich am liebsten mein eigenes Ding. Ich spiele schon das ganze Leben Golf und denke, ich habe es ziemlich drauf.“

STECK- BRIEF

NAME_ CAMERON SMITH

ALTER_ 28 JAHRE

GEBURTSORT_ BRISBANE, AUSTRALIEN

PROFI SEIT_ 2013

LIEBLINGSTEAM_ BRISBANE BRONCOS (RUGBY)

ERFOLGE

_ 2017_ ZURICH CLASSIC OF NEW ORLEANS mit Jonas Blixt (PGA TOUR)

2018 & 2109_ AUSTRALIAN PGA CHAMPIONSHIP (EUROPEAN TOUR)

2020_ SONY OPEN (PGA TOUR)

2021_ ZURICH CLASSIC OF N EW ORLEANS mit Marc Leishman (PGA TOUR)

2022_ SENTRY TOURNAMENT OF CHAMPIONS (PGA TOUR)

„Heilige Scheiße, ich wünschte, ich könnte den Ball derartig massakrieren!“ Bei Spielern wie Jon Rahm, Rory, D. J. oder Brooks entsteht im Treffmoment ein ganz anderer Sound als beim Rest im Feld, vor allem bei den längeren Schlägern. Aber um ehrlich zu sein, mache ich am liebsten mein eigenes Ding. Ich spiele schon das ganze Leben Golf und denke, ich habe es ziemlich drauf. Etwas Neid mag zwar aufkommen, wenn man die Drives der Longhitter sieht, aber das ist okay.

Welcher Golfschlag, perfekt ausgeführt, verschafft dir die größte Befriedigung?

Das beste Gefühl auf dem Platz stellt sich ein, wenn der Schlag auf eine schwierige Fahnenposition genau so funktioniert, wie man es geplant hat. Wenn die Fahne zum Beispiel hinten rechts im Grün steckt und man auf dem Weg dorthin noch Wasser oder Bunkern aus dem Weg gehen muss, der Ball dann auf dem Grün landet und zum Loch hin ausrollt – großartig! Wenn man allmählich besser wird, spielt man immer mehr Schläge, die einen sogar selbst überraschen, einen ho hen Fade auf eine Fahne rechts hinten im Grün gegen den Wind beispielsweise. Ein Fade kann vom Wind förmlich gekillt werden, doch wenn man ihn perfekt spielt und der Ball exakt das Richtige tut, ist das einfach fantastisch.

Wie feierst du einen Sieg?

Wenn in der darauffolgenden Woche wieder ein Turnier ansteht, gilt es erst mal, dort hinzukommen. Dort feiere ich einen Abend an der Hotelbar mit ein paar Drinks. Man muss diese Momente genießen, denn sie sind alles andere als alltäglich. Ich habe über 150 Profiturniere gespielt und vier davon gewonnen.

Wenn du dich selbst auf einer Party treffen würdest, was würdest du denken?

Ich wäre wahrscheinlich der Typ, der zusammen mit einigen Kumpels am anderen Ende des Raums ein kühles Bierchen trinkt. Der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu sein ist nicht mein Ding.

Wenn du eine Zeitmaschine hättest, würdest du in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen?

Wahrscheinlich in die Vergangenheit, denn ich liebe Old­School­Rockmusik und Grunge. Nirvana, Silverchair, solche Sachen höre ich, wenn ich im Fitnessraum schwitze oder im Auto unterwegs bin. Wenn ich also in den 80ern oder 90ern 20 Jahre alt sein könnte, das wäre sicher großartig.

Und so endet unser Interview mit der momen tanen Nummer zehn der Weltrangliste. Cam in Shorts und T­Shirt lächelt sein berühm tes Siegerlächeln und stellt klar, dass nun die Arbeit ansteht. Nicht nur das Gym wartet, vor dem Haus wartet auch eine riesige Rasenfläche darauf, um zwei Millimeter gestutzt zu werden. „Ein perfekt gepflegter Vorgarten ist schließlich wichtig“, grinst er zum Abschluss. Oh, die Ironie.

GP