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CAMPUS 4.0 Studieren auf Augenhöhe


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das musikinstrument - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 19.08.2022

Bericht

Artikelbild für den Artikel "CAMPUS 4.0 Studieren auf Augenhöhe" aus der Ausgabe 8/2022 von das musikinstrument. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: das musikinstrument, Ausgabe 8/2022

Nach langer Planung und einigen terminlichen Verschiebungen, konnte das SAE Institute München in sein neues Zuhause umziehen. Der neue Campus befindet sich auf 2000 m2im dritten Stock eines Neubaus in München.

Nach dem wir, den Neubau betraten, begrüßte uns der Campus Leiter Rainer Schwarz mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Schon allein der Empfangsbereich vermittelte den Groove der SAE-Familie.

Unser Rundgang begann mit einer Tasse Kaffee aus der Küche, die jeder aus der SAE-Familie – der Staff, wie auch Studenten und Alumni – nutzen kann, bereits hier geriet der Campus-Manager ins Schwärmen. Er berichtete von dem langen Planungsprozess.

Hierzu wurde kein Innenarchitekt oder Designer beauftragt, sondern Rainer Schwarz wollte zusammen mit seinen Kollegen und Kolleginnen den Campus selbst gestalten.

Mit dem Schritt durch die Eingangstür ist man schon mitten im Campusleben. Neben dem Empfang ...

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... liegt das „Wohnzimmer“ – eine Chillout-Area für jeden am Campus. Hier finden sich neben einer Sofasitzgruppe auch drei Nischen mit Tischen zum Arbeiten, Unterhalten und Entspannen. Das Ganze ist direkt angeschlossen an einen Eventspace mit kleiner Bühne, sowie entsprechender Technik und einem FoH. Hier finden auch kleinere Happenings von Unternehmen aus der Branche statt, die über den Eventmanager am Campus koordiniert werden. In diesem Bereich können aber auch die sogenannten OCEs (On Campus Events) stattfinden.

Zunächst waren die Dozenten skeptisch und konnten sich nicht so recht vorstellen, von einer Bühne aus, Lerninhalte zu vermitteln. Doch das gehört mittlerweile schon der Vergangenheit an. Auch die Bachelor-Präsentationen bekommen durch die Örtlichkeit einen neuen Charakter.

Alles sollte noch familiärer werden, noch mehr auf Augenhöhe stattfinden, weg von dem klassischen Lehrer-Schüler-Konzept.

Durch die offene Gestaltung, weg vom typischen Klassenzimmer, ergeben sich auch mehr Möglichkeiten für die Studierenden. So kann man einfacher fachübergreifend Inhalte verknüpfen und zum Austausch kommen. Damit entstehen interessante Projekte beziehungsweise fachübergreifende Kooperationen, die wiederum direkt vom Staff am Campus gefördert werden.

Alles sollte noch familiärer werden, noch mehr auf Augenhöhe stattfinden, weg von dem klassischen Lehrer-Schüler-Konzept. So gibt es auf der Campusfläche auch nur sehr wenige Büros und die sind lediglich für administrative Zwecke und um den Schutz sensibler Informationen zu gewährleisten. Aber auch hier ist die Gestaltung transparent, lediglich Glastüren beziehungsweise Glaswände kommen bei den kleinen Büroräumen zum Einsatz. Es gibt kein Verstecken mehr, jeder wird auf unterschiedlichste Weise integriert, der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit am Campus gestärkt und gefördert. Möglichkeiten zum Umsetzen von Abgaben und anderen Projekten bietet der neue Campus reichlich. Neben der VR-Station und dem Creativ-Lab, Schnitträumen für die Filmprojekte sowie den Workstations, gibt es noch mehrere Gruppenräume in unterschiedlichen Größen, die je nach Bedarf genutzt werden können. Aber auch kleinere Einzelräume, um zum Beispiel die Online-Vorlesungen zu besuchen.

Es gibt eine Audio-Ecke, wo man alles in kleinen Häppchen lernen kann, beispielsweise werden hier Filmvertonungen gemacht. Dazu bekommen die Studenten Videomaterial und eine Soundlibrary zur Verfügung gestellt und sollen dann nach eigenem Ermessen die Aufgabe umsetzen. Das Creativ -Lab war am alten Campus nur dem Staff vorbehalten, hier können nun auch die Studenten ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das Filmstudio: Absichtlich nicht Greenscreen genannt, da es viel mehr kann. Hier geht es um Inszenierung, Licht setzen, mit Effekten arbeiten und ausprobieren. Kameras aller Qualitätsstufen und weiteres Filmequipment stehen hier zur Verfügung. Weiter geht es mit den Aufnahmeräumen und Studios für Audio. Diese sind, wie auch andere Räume, ganz individuell gestaltet, meist auch mit einem Bezug zu München. So erinnert eins der Studios an den bekannten Film „Das Boot“. Wieder ein anderes ist angelehnt an das Artwork einer Platte der Sportfreunde Stiller. Ein weiterer Raum ist ein Studio mit einer Hommage an die Band Queen. Hier steht auch die alte SSL-Konsole, die in einer Nacht und Nebel Aktion auseinander gebaut und transportiert wurde.

Die weiteren Räume sind ebenfalls sehr detailverliebt eingerichtet, vom pinken Thronsaal über anmutige Berge bis hin zu einer Gaming Lounge ganz im Stil des ehemaligen Stamm-Clubs der Münchener SAE-ler, „The Atomic Café“.

Wir haben mit Timo Krämer, einem der Dozenten für diesen Studiengang gesprochen.

Auf welchen Ursprung geht die Konzeption dieses Studiengangs zurück?

Timo Krämer: Wir bieten seit 45 Jahren den Audio-Engineer an, in dem wir die Studierenden auf die Arbeit im Tonstudio vorbereiten. Immer wieder ist ein beträchtlicher Teil der AbsolventInnen im Event-Bereich gelandet, obwohl die Ausbildung gar nicht genau dazu passt. Klar überschneidet sich vieles, aber manches eben auch nicht. Und deshalb wollten wir jetzt endlich das Projekt in Angriff nehmen, und auch den Berufseinstieg als Techniker oder Technikerin im Live-Bereich optimal gestalten.

Inwieweit gibt es hierzu Kooperationen oder Abstimmung mit der IHK, die bis dato das Ausbildungsprofil für Veranstaltungstechnik bestimmt?

Timo Krämer: Es gibt eine sehr enge Kooperation mit der IGVW (Interessensgemeinschalt Veranstaltungswirtschaft), die unter Fotos: SAE Institute München; Daniel Schmitt anderem die Standards für berufliche Qualifikationen in Deutschland festlegt. In den letzten beiden Jahren wurde dort von einer Gruppe von Fachleuten der SQQ7-Standard „Berufsspezialisten für Tontechnik“ entwickelt. Dieser Standard zielt auf Niveau 5 des DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen) statt, liegt also etwas höher als die IHK-Fachkraft. Als wir unsere eigene Planung gestartet haben, ergab sich schnell ein Kontakt zur SQQ7-Arbeitsgruppe, woraufhin wir eingeladen wurden dort mitzuarbeiten. Wir haben den SQQ7-Standard also mitentwickelt, und gleichzeitig als zweites Semester in unseren achtzehn-monatigen Event Engineer integriert.

Wie hoch ist die durchschnittliche Auslastung dieses Studiengangs?

Timo Krämer: Das wissen wir noch nicht, aber für die nächsten beiden Jahre würde ich Gruppen um die zehn bis fünfzehn Studierende pro SAE-Stadt erwarten.

Wie verhält sich die Gewichtung zwischen Veranstaltungstechnik und Management?

Timo Krämer: 80 Prozent, Technik, 10 Prozent Management, und auch 10 Prozent Soft Skills. Kommunikation, Pünktlichkeit und so weiter spielen auch eine riesige Rolle. Der Management-Anteil wird später beim Bachelor- und Masterabschluß steigen.

Der Begriff Event Engineering umfasst ein breites Spektrum an Veranstaltungsbereichen. Gibt es hierfür unterschiedliche Dozenten und welche Arten von Lehrmitteln werden hierfür verwendet?

Timo Krämer: Natürlich haben wir für alle Bereiche Fachleute mit vielen Jahren Berufserfahrung. Wir setzen in allen unseren Kursen auf „Hands on“-Training, das heißt alle Studierenden sitzen selbst an den Geräten und schauen nicht nur anderen zu. Jeder SAE-Standort verfügt dazu über eigenes Event-Equipment. Darüber hinaus findet ein großer Teil der praktischen Arbeit in einem Club statt, an einer echten Bühne mit echtem Ton- und Licht-Equipment. Und zwar in einer kleinen Gruppe, so dass wirklich jeder Kursteilnehmer die Geräte selbst bedient. Es gibt bisher in Deutschland keine Ausbildungsmöglichkeit mit diesem umfassenden Level an Praxisbezug, obwohl das zweifellos der beste Weg ist.

Wie viele Dozenten sind in diesem Fachbereich tätig beziehungsweise sind für den Fachbereich eingeplant?

Timo Krämer: Geplant für den Fachbereich sind zehn bis fünfzehn Dozenten mit unterschiedlichen Branchen-Backgrounds, für eine optimale Berufsausbildung.

Im Gegensatz zu anderen Ausbildungsfeldern an der SAE kann man in dem Bereich keinen Bachelor und Master machen, gibt es dafür einen bestimmten Grund und ist das noch geplant?

Timo Krämer: Ja, das ist geplant, allerdings können wir einen neuen Kurs erst für den Bachelor und Master akkreditieren lassen, wenn er bereits läuft. Und momentan ist es wichtig, Fachpersonal schnell auf den Markt zu kriegen, weil durch die Pandemie sehr viele Arbeitskräfte in andere Bereiche abgewandert sind, und jetzt, wo es wieder losgeht, ein riesiger Mangel an Fachleuten herrscht.

Wie sieht sich die SAE mit diesem Studiengang zu anderen Ausbildungsinstitutionen wie der Event Akademie, THM oder anderen Hochschulen aufgestellt – gibt es so etwas wie einen Wettbewerb auf dem Ausbildungsmarkt?

Timo Krämer: Es gibt viele Wege in jede Branche und natürlich so etwas wie Wettbewerb. Wir waren aber mit unserem extremen Praxisbezug und Pragmatismus schon immer etwas Spezielles. Ich wüsste auch keine andere Schule, die Studierende in allen relevanten Themen des Event-Bereichs in echten Clubs an echten Bühnen ausbildet. Wahrscheinlich, weil es zu aufwendig ist, aber wir können es uns gar nicht anders vorstellen. Wenn man in einer Berufsausbildung immer nur in derselben Firma arbeitet, oder immer nur Veranstaltungen auf- und abbaut, aber nie wirklich selber durchführt, hat man zwar einiges gesehen, ist aber noch lange nicht einsatzfähig. Zuschauen und erklärt bekommen reicht nicht, Event-Technik lernt man erst wirklich, wenn man es selber macht, selber die Fehler macht, und dann daraus lernt. Da sehen wir in Deutschland noch immer eine große Lücke, und die wollen wir schließen.

Wie schätzen Sie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für die Absolventen ein?

Timo Krämer: Zurzeit wüsste ich keinen Medienbereich, in dem es mehr Jobs gibt. Die Branche spricht von 40Prozent Arbeitskräften, die sich, während der zwei Corona-Jahre andere Jobs suchen mussten, und jetzt wo es wieder losgeht, nicht zurückgekommen sind. Es finden wieder Konzerte, Festivals, Touren, Messen und so weiter statt, und an jeder Ecke fehlen Techniker und Technikerinnen.

Doch kann man am neuen SAE Campus nicht nur arbeiten. Mit dem Englischen Garten hat das Team um Rainer Schwarz einen stillen Bereich designt, der nicht nur mit einer kleinen Bücherei und bequemen Sitzmöglichkeiten aufwartet, sondern sogar Schlafmöglichkeiten bietet.

Einiges an Detailarbeit steht allerding noch aus, wie uns der Campusleiter verriet. Wir hatten am Ende eigentlich nur eine Frage: „Gibt es da eigentlich etwas, was dem Campus und der SAE München fehlt?“ - „Ein Pool“, witzelte hier der Campusleiter.

Das alles gehört zu dem neuen Konzept „Campus 4.0“: „Hybride Lernform, Online-Angebote, jede Menge Praxis in top ausgestatteten Studios - kombiniert mit Industrie-, Kultur- und Community-Events in einer inspirierenden, außergewöhnlichen Atmosphäre“, so Rainer Schwarz.

Der Campus 4.0 setzt so das umfangreiche Studien-, Weiterbildungs- und Event-Angebot des SAE Institutes Deutschland um. Der private Bildungsanbieter für Karrieren in der Medienwirtschaft wurde bereits im November 2021 für seine übergreifende Innovationskampagne mit der Auszeichnung „TOP 100“ als eines der innovativsten Ausbildungsunternehmen Deutschlands gewürdigt. Das SAE Institute macht praxisnah fit in den Bereichen Audio Engineering, Content Creation & Online-Marketing, Film Production, Game Art & 3D Animation, Games Programming, Music Business, Visual FX & 3D Animation oder Webdesign & Development. Und das je nach persönlichem Karrierewunsch mit einem Diploma-, Bachelor- oder Masterabschluss. Zusätzlich steht Angestellten, Unternehmen, Freelancern sowie Vereinen und Institutionen ein umfangreiches Weiterbildungsangebot zur Verfügung: vom professionellen Drohnen-Führerschein über Urheberrecht in Social Media oder Podcast- und Videokurse bis hin zu Musikkompositions-Kursen bietet das SAE Institute die entscheidende Weiterbildung für den erfolgreichen nächsten Schritt im eigenen Berufsleben.

Wir setzen in allen unseren Kursen auf „Hands on“-Training, das heißt alle Studierenden sitzen selbst an den Geräten und schauen nicht nur anderen zu.

Neu dabei ist unteranderem der Studiengang Event Engineering. Praxisorientiert, individuell und flexibel soll auch dieser Studiengang gestaltet werden. Das Angebot richtet sich an Studienanfänger oder an alle, die bereits mit beiden Beinen fest im Berufsleben stehen. Der Fachbereich Event Engineering vermittelt ein umfangreiches Wissen für alle, die in Zukunft in den Bereichen Musik, Theater, Musical, Messen, Sport- und Industrie-Events oder Kreuzfahrtschiff-Entertainment durchstarten möchten – live mit Publikum oder im Online-Stream. Mit Profi-Equipment und individueller Betreuung erlernen auch hier die Studierenden projektbasiert und eng verzahnt mit der Unterhaltungsindustrie ihr Handwerk. Mit den Lehrmodulen Set-Design und Special Effects, Beschallung, Light-Design und -Technik, Video- und Präsentationstechnik sowie Projekt-, Team- und Tour-Management, wird hier die Basis für ein erfolgreiches Berufsleben geschaffen. Mögliche Berufsfelder sind technische Projektleitung, Aufnahmeleitung, Event Manager, FOH Engineer, Monitor Engineer, Live Sound Engineer, Licht- und Stage-Designer oder Video-Techniker bei Industrie-Veranstaltungen.

pr