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Canal+ Austria


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Digital Fernsehen - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 06.05.2022
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Bildquelle: Digital Fernsehen, Ausgabe 4/2022

Eines oder mehrere Abos?

Im Vergleich zu den großen etablierten Streamingportalen kommt Canal zwar vergleichsweise spät, führt uns aber vor Augen, dass man als neuer Anbieter nicht gezwungen ist, dieselben Inhalte im Portfolio zu haben wie auch die Mitbewerber. Diese Zeiten sind ohnehin längst passé. Längst versuchen Disney , Netflix und Co mit exklusiven Inhalten Kunden an sich zu binden. Wobei man sich eingestehen muss, dass man bei einem bereits bestehenden Abo eines solchen Anbieters genügend Filme und Serien wüsste, zu denen man mit dem bereits abgeschlossenen Abo keinen Zugang hat. Hier kommen uns die am Ende doch recht günstigen Monatsgebühren der einzelnen Plattformen zugute. Grob gerechnet kosten sie nicht mehr als eine einzige Kinokarte. Womit nichts dagegen spricht, auch einen zweiten Streamingdienst zu abonnieren. Zudem kommt uns zugute, dass wir bei ihnen nicht gezwungen sind, ...

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... langfristige Verträge abzuschließen. Das erlaubt uns, ohne Risiko mal die eine, mal die andere Streamingplattform beliebig lange zu nutzen. Maximale Flexibilität. So macht Streaming echt Spaß.

Genau genommen steckt hinter Canal+ Österreich kein neuer Anbieter, sondern alte Bekannte. Gesellschafter des Unternehmens sind zu 49 Prozent die A1 Telekom Austria AG, die seit 2006 bundesweit IPTV anbietet. 51 Prozent werden von der Canal+ Luxembourg S.a.r.l. gehalten, die mit HD Austria nicht nur seit langem eine Sat-TV-Pay-TV-Plattform, dem österreichischen Gegenstück zum deutschen HD+, betreibt, sondern seit geraumer Zeit auch schon den hybriden Übertragungsweg für sich entdeckt hat, über dem den Kunden weitere TV-Sender und Video-Inhalte zugänglich gemacht werden. Canal+ ist in vielen Märkten präsent und zählt nach eigenen Angaben rund 22 Millionen Abonnenten.

Anmeldung

Die Canal+-Plattform ist über www.canalplus.at am PC und über App erreichbar, die wir bereits vor dem offiziellen Start der Plattform auf unserem Android-Receiver installieren konnten. Allerdings erweckte diese zunächst den Anschein, für das französische Canal+ gedacht zu sein. Erst nach ihrem Start konnten wir feststellen, dass wir die richtige App erwischt hatten. Obwohl die Canal+-App, wie sich später herausstellen sollte, zur vollsten Zufriedenheit funktioniert, haben wir darüber die erstmalige Registrierung doch als umständlich empfunden. Denn diese lässt sich nicht über die Fernsteuerung der Box bewerkstelligen. Bereits im ersten Schritt wird man zur Eingabe seiner Mobiltelefonnummer aufgefordert.Wobei die österreichische Ländervorwahl +43 bereits fest vorgegeben war.Anschließend erhält man eine SMS mit einen Link über den die Anmeldung abzuschließen ist. Im Gegensatz dazu erfolgt die Registrierung über die Website nach gewohntem Muster und ist in drei Schritten abgeschlossen. Nach Eingabe einer E-Mail-Adresse und des Namens sind die Kreditkartendaten einzugeben. Am Ende gilt es nur noch ein Passwort festzulegen. Mit der angegebenen E-Mail-Adresse und dem Passwort lässt sich auch die App auf dem Android-Gerät freischalten.

Canal+ App

Im Google Play Store finden sich viele Canal+-Apps. Diese sind vor allem für den französischsprachigen Markt gedacht. Die für Österreich vorgesehene App lässt sich gar nicht so leicht finden. Zum Ziel gelangen wir erst, nachdem wir in die Suchzeile „Canal +“, also mit Freizeichen vor dem Plus, eingegeben haben. Aus der Auswahlliste ist „Canal + App“ anzuklicken und zu installieren.

Preis

Die Zeiten, in denen man über einen einzigen Streaminganbieter alles, was einen interessiert, beziehen konnte, sind längst vorbei. Die zunehmende Anzahl von Streamingplattformen hat für den Nutzer aber auch Vorteile. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft und führt auch zu attraktiven Abopreisen. Mit monatlich 8,99 Euro liegt Canal+ gleichauf mit Disney+. Im Vergleich dazu kommt ein Netflix-Standardabo mit monatlich 12,99 Euro bereits deutlich teurer. Scheinbar günstiger ist indes Amazon Prime für 7,99 Euro pro Monat. Allerdings über die Amazon-Videoplattform längst nicht alle Inhalte mit dieser Grundgebühr zugänglich und man muss für Premiuminhalte extra bezahlen.

Abobedingungen

Das Canal+-Abo ist monatlich kündbar. So lässt sich der Streamingdienst nutzen, wenn einem gerade Lust danach ist und läuft nicht Gefahr, zu Zeiten, in denen man weniger zum Fernsehen kommt, für den Service zu bezahlen, ohne ihn zu nutzen. Die ersten 30 Tage gibt es sogar gratis. Auf ein Canal+-Abo können bis zu fünf Geräte wie Smartphone, Android-Receiver, Fire-TV-Sick und ein PC registriert werden. Wobei gleichzeitig bis zu drei Streams zulässig sind. Die Inhalte kommen in voller HD-Auflösung in 1080p.

Was geboten wird

Anders als etwa Amazon Prime Video und Netflix legt Canal+ seinen Fokus auf Filme und Serien europäischer Herkunft.

Diese stehen üblichen US-Produktionen um nichts nach. Dennoch unterscheiden sie sich nicht selten durch mehr Tiefgang und höheren Anspruch. Es zahlt sich auf alle Fälle aus, dem europäischen Film eine Chance zu geben und auch einmal einen der Titel anzusehen, von denen man im Vorfeld noch nichts gehört hat. Man wird überrascht sein, wie viel Neues, Spannendes und Unterhaltsames man gerade hier entdecken wird. Abgesehen davon findet man auf dem Streamingportal von Canal+ auch beliebte und bekannte Produktionen Made in Hollywood.

Ebenfalls findet man auf Canal+ Serien von „Starzplay“ und Filmpakete von „Kinowelt TV“ und „Filmtastic“. Komplettiert wird die Angebotspalette des neuen Portals vom Start weg mit über 250 Filmen,Kabaretts und Theaterstücken made in Austria. Dazu gesellen sich die heimischen Eigenproduktionen Aux, ein Kulturund Musikmagazin, sowie „Was geht?“, in dem Nachrichten für ein junges Publikum präsentiert werden. Weitere Magazine befinden sich bereits in Planung.

Die Suche nach sehenswerten Inhalten wird durch acht Rubriken wie Action, Horror, Dokus und Musik erleichtert. darüber hinaus macht die Startseite auf besondere Highlights mit großen Bildern aufmerksam. Weiter wird man darüber informiert, welche Titel gerade besonders bei den Kunden beliebt sind und welche erst kürzlich hinzugefügt wurden.

Canal+ setzt auch einen Schwerpunkt auf den österreichischen Film, der vom Start weg mit über 180 Titeln bedient wird. Darunter findet man bekannte Klassiker wie Hinterholz 8 ebenso wie unzählige eher weniger bekannte aber dennoch sehenswerte Streifen von Comedy bis Drama und sogar Dokumentationen.

Gefallen wird man zudem an der Rubrik „Klassiker“ finden, in der man Highlights des Filmschaffens der vergangenen rund 90 Jahre findet. Charlie Chaplins Moderne Zeiten aus dem Jahr 1936 findet man hier ebenso wie Don Camillo & Peppone.

Detailinfos und Zusatzfunktionen

Zu jedem Film und jeder Serienepisode wird eine detaillierte Beschreibung inklusive Genre, Besetzung, Produktionsjahr und Altersfreigabe geboten. Möchte man einen gefundenen Inhalt nicht sofort konsumieren, kann man diesen über ein Sternsymbol „Zu meinen Videos“ vormerken und dann jederzeit über die obere Menüzeile abrufen. Selbstverständlich kann man sich auch über kurze Trailer einen Überblick verschaffen. Für Erwachsene bestimmte Filme werden erst nach Ein-gabe des während des Anmeldevorgangs festgelegten vierstelligen PINs gestartet.So wird sichergestellt, dass die lieben Kleinen keinen Zugang zu für sie ungeeigneten Inhalten haben. Bei nicht deutschsprachigen Produktionen steht neben der deutschen Synchronisation oft auch der Originalton, in der Regel Englisch, zur Verfügung. Daneben werden zum Teil auch deutsche Untertitel geboten. Was für Mitmenschen mit beeinträchtigtem Gehör von Bedeutung ist. Ein nettes Feature, zumindest wenn man Canal+ am PC nutzt, ist die Wahlmöglichkeit der Videoqualität, diese lässt sich neben „automatisch“ in sieben Stufen von 320 × 180 Pixel mit einer geringen Datenrate von 400 kBit/s bis 1 920 × 1 080 Pixel und einer Datenrate von 6 MBit/s auswählen. Voreingestellt ist der Automatikmodus. Dieser passt die Auflösung an die gerade zur Verfügung stehende Bandbreite an. Streamingboxen aller Art und Smart-TVs arbeiten nur mit dem Automatikmodus und versuchen stets, die bestmögliche Bildqualität in Abhängigkeit von der gerade zur Verfügung stehenden Bandbreite zu bieten.

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Bonus: Linearer Sender

Während der vergangenen Jahre war immer wieder zu hören, dass das lineare Fernsehen so gut wie tot ist und die Zukunft des TV ausschließlich im individuellen Streaming liegen soll. Ganz so ist es aber nun doch nicht. Wofür alleine die neue Canal+-Plattform Beweis ist. Denn man bietet vom Start weg nicht nur über 5 000 Stunden an Filmen und Serien im Einzelabruf, sondern man hat zeitgleich mit Canal+ First auch einen neuen linearen TV-Sender in Österreich an den Start gebracht. Dieser bietet zahlreiche europäische Serien, Spielfilme und Dokumentationen. Daneben werden auch internationale Blockbuster und österreichische Eigenproduktionen gezeigt. Entscheidend ist aber, dass die Betreiber in Canal+ First nicht einfach nur einen lieblosen Abspielkanal für Inhalte des Streamingportals sehen, sondern den Mehrwert des linearen Kanals auch durch exklusive Inhalte unterstreichen. Möchte man das Canal+-Abo im vollen Umfang nutzen, wird man an Canal+ First nicht vorbei kommen.

Und noch ein linearer Sender

Im Canal+-Streamingabo ist neben Canal+ First mit Kinowelt TV auch ein zweiter linearer Fernsehkanal enthalten.Dieser hat sich während der vergangenen Jahre als anspruchsvoller Spielfilmsender etabliert, der viele Highlights und herausragende Produktionen auch abseits der großen Blockbuster zeigt.

Empfang

Canal+ First und Kinowelt TV sind Bestandteil des Canal+-Abos und über A1 Xplore TV und HD Austria zu sehen. In Kürze soll Canal+ First auch über weitere österreichische Netzbetreiber verfügbar sein. Daneben hat man bereits heute bundesweit die Chance, den neuen linearen Sender über die Canal+-App oder deren Website anzusehen. Dazu braucht man die Startseite nur etwas nach unten zu scrollen, wo man die Schaltflächen für Canal+ First und Kinowelt TV findet.

Im Ausland?

Außerhalb Österreichs ist es nicht möglich, sich bei Canal+ Österreich zu registrieren. Während über Android-Geräte eine österreichische Mobilfunknummer Voraussetzung ist, erfolgt über die Homepage ein IP-Adressenabgleich.Wird eine ausländische IP-Adresse festgestellt, wird der Anmeldeprozess abgebrochen.

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Unabhängig können Österreicher ihr Canal+-Abo auch in Deutschland nutzen.Mit ihren Zugangsdaten können sie so auch unterwegs ohne Einschränkungen auf das Film-und Serienangebot zugreifen. Ob dies auf Dauer so bleiben wird, entzieht sich allerdings unserer Kenntnis. Es ist zwar praktisch, wenn ein österreichischer Dienst auch im Ausland funktioniert. Allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen, dass das auch so bleibt.

Pläne für die Zukunft

Das Film-und Serienangebot von Canal+ Österreich soll laufend ausgebaut werden. Wobei man künftig auch vermehrtes Augenmerk auf Eigenproduktionen lenken möchte, die auch in Kooperation mit internationalen und österreichischen Partnern realisiert werden können. Ein Vorteil von Canal+ ist sicher auch der hohe Anteil an österreichischen Produktionen, die durchaus ein Teil der österreichischen Identität sind und damit auch so etwas wie heimatliches Feeling vermitteln. Weltweit hat Canal+ laut Unternehmensangaben 22 Millionen Abonnenten. Wie viele Kunden der neue Streaminganbieter in der Alpenrepublik anpeilt, ist nicht bekannt. Fakt ist aber, dass man mit Canal+ Österreich jedenfalls eine Streamingplattform geschaffen hat, die aus den bisherigen Angeboten hervorsticht und es alleine deshalb wert ist, sich mit ihr näher auseinanderzusetzen.

Fazit

Canal+ hat mit seiner neuen Streamingplattform einen gelungenen Start hingelegt. Die Fülle an Filmen und Serien kann sich sehen lassen. Nicht nur, dass es hier echt viele gute Inhalte zu entdecken gibt, auch der parallele Start eines linearen Kanals ist ein genialer Schachzug.Canal+ Österreich begeistert. Subjektiv betrachtet, sogar etwas mehr, als manch anderer großer Streamingdienst.

THOMAS RIEGLER

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