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Cannabis und Kommerz Durchblick für Patienten


Nexus Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 87/2020 vom 01.02.2020

Cannabis boomt. Doch was ist dran am aktuellen Hype um die vermeintliche Wunderpflanze? Und wie steht’s eigentlich um die Wahrheit, wenn im Cannabusiness der Rubel rollt? Die Forschungen und Gesetze der letzten Jahre haben Cannabis als Heilpflanze zu großer Berühmtheit verholfen - und für einige Verwirrung gesorgt.


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Bildquelle: Nexus Magazin, Ausgabe 87/2020

Neue Erkenntnisse, neue Missverständnisse

Wo die Gesundheitsforschung rattert, da rattert auch der Markt: Die Anzahl der legalen, verschreibungspflichtigen und illegalen Cannabismedikamente wächst stetig an. Aber ist jede Cannabismedizin gleich gut? Kennen Sie die Unterschiede zwischen THC-Öl, ...

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... CBD-Öl, , Vollspektrumöl / Vollextrakt, Hanfsaatenöl, Sativex, Dronabinol, Cannabissaft, Cannabispaste, Rick-Simpson-Öl, Haschisch und Cannabissalbe? Wissen Sie, wann was für wen Sinn ergibt, in welcher Dosierung, wie lange und mit welchem Erfolg?

Eben. Für Patienten ohne Vorwissen hat es den Anschein, als würde das Etikett „Cannabis“ bereits ausreichen, um einem jeden medizinischen Wunsch zu erfüllen. Das führt dazu, dass beispielsweise schwer Krebskranke versuchen, ihre Leiden mit CBD-Öl zu kurieren - ein Unterfangen, das nur wenig Erfolg verspricht, wie Sie später nachvollziehen werden.

Ich möchte nicht der nächste Autor sein, der Ihnen die neuesten Durchbrüche und Innovationen aus der Cannabisfilterblase aufs Butterbrot schmiert. Mein Anliegen ist vielmehr, einen Schritt zurückzutreten, um den gegenwärtigen Hype in einen breiteren Kontext zu stellen, die Begrifflichkeiten zu sortieren und zu fragen: Was bleibt, wenn die Euphorie abebbt? Denn Cannabis sollte nicht Bilder bunter Verpackungen und die Börsenkurse des Cannabusiness in uns wachrufen - sondern jene vertraute Verbundenheit, die den Hanf einst erst zur Volksmedizin hat werden lassen.

Die grüne Dreifaltigkeit

Pflanzen der Gattung Cannabis1 sind seit ca. 10.000 Jahren ein enger Begleiter des Menschen. Landläufig spricht man von der Gattung der Hanfgewächse, die sich in drei Arten unterteilt: den gewöhnlichen oder echten Hanf (Cannabis sativa), den indischen Hanf (Cannabis indica) und den Ruderalhanf (Cannabis ruderalis).

Hanf könnte zu den ersten Pflanzen zählen, die der Mensch kultiviert hat. Auch wenn ihr Siegeszug wahrscheinlich in Zentralasien startete, ist die Pflanze als Kulturfolger des Menschen über die Jahrtausende auf fast jedem Kontinent heimisch geworden. Sie war für unsere Vorfahren in dreierlei Hinsicht wichtig:


1. als Bau- und Werkstoff, etwa für Papier, Hauswände (mit Lehm gemischt) und Kleidung;
2. als Medizin, Rauschmittel, Aphrodisiakum und Nahrungsmittel; und
3. als Ritualpflanze und Zauberutensil.3

So neu und disruptiv der aktuelle Cannabishype also wirken mag - er ist eher Symptom des Wiederentdeckens einer innigen Beziehung zwischen Mensch und Pflanze, die erst seit wenigen Jahrhunderten durch Verbote stigmatisiert wird.

Abb. 1: Hanfstängel mit Fasern und holzigem Innenbereich (Bild: Natrij / Public Domain)

Zeitsprünge: Eine kurze Geschichte von Wohl und Wahn

„Hanf ist ein alter Menschenfreund.“

Wolf Dieter Storl7

Abb. 2: Cannabis sativa im Wiener Dioskurides (ca. 512 n. Chr.). Im begleitenden Text des Arztes Pedanios Dioskurides heißt es, die Pflanze diene als Rohmaterial für Stricke, ihre Früchte seien wirksam gegen Ohrenleiden und würden abtreibend wirken. (Bild: Public Domain)


Ein Zugang zu dieser alten Verbindung liegt direkt vor Ihrer Haustür. Denn auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Cannabis schon lange Teil unserer Kultur. Der Ethnopharmakologe Dr. Christian Rätsch erklärt:
„Alles deutet darauf hin, dass der Hanf seit der Steinzeit in Mitteleuropa bekannt ist und vielfach genutzt wurde. Der älteste archäologische Fund von Hanfblüten bzw. -samen stammt nicht etwa aus Asien, sondern aus den Schichten der Bandkeramikkultur (ca. 7.500 Jahre alt) von Eisenberg in Thüringen. Im Neolithikum war Hanf schon weitverbreitet. […] In germanisch-keltischen Gräbern, die etwa 2.500 Jahre alt sind, wurden Hanfblüten als Grabbeigabe gefunden.“ 8

Auch die medizinische Wirkung des Hanfs war unseren Vorfahren nicht fremd und wurde von frühen Größen der europäischen Medizin wie Hildegard von Bingen oder Tabernaemontanus weitergetragen.

Die Dosis und das Gift - ein Kraut mit zwei Gesichtern

Aber ist Cannabis mit seiner berauschenden Wirkung nicht gefährlich? Immerhin ist und war es in vielen Teilen der Welt doch immer wieder verboten und verpönt? Teilweise trifft das zu: Nicht nur medizinische Empfehlungen, auch Warnungen vor der Pflanze gab es bereits vor unserer Zeit. So erklärte Hildegard von Bingen in ihrer „Physica“, der Hanf sei gut für den, der im Kopf gesund sei, wirke aber schädlich für den, der im Kopf krank sei.9 Und in Emma M. Zimmerers „Kräutersegen“ ist zu lesen:
„Wenn wir uns beim Anblick des Hanfs also auch eines gewissen Misstrauens nicht erwehren können […], so dürfen wir uns jedoch auch nicht verhehlen, dass nur ein übermäßiger Genuss des Haschisch [das psychoaktive Harz weiblicher Hanfblüten; Anm. d. Autors], erzeugt durch Leidenschaft und Laster, schuld an den Uebeln ist, […] während beim richtigen Gebrauch das schlimme Prinzip auch hier wie überhaupt überall zum Guten werden lässt. Wägen wir demnach den Nutzen des Hanfes gegen seinen Schaden ab, so übersteigt jener den letztern weit.“10

Diese Haltung verträgt sich weitgehend mit der heutigen wissenschaftlichen Sicht auf Cannabis: Bei maßvollem Gebrauch muss selbst der Cannabiskonsum zu hedonistischen Zwecken nicht zwangsläufig negative Folgen haben - es hängt von der Konsumform, der geistigen und physischen Gesundheit des Konsumenten und der Häufigkeit des Konsums ab.

Abb. 3: Werbung für Asthmazigaretten mit Cannabis indica und Tabak, Frankreich, 1883 (Bild: Public Domain)


Das internationale Rauschverbot

Hanf überdauerte als Medizin, Rohstoff und Rauschmittel im öffentlichen Bewusstsein und war für viele Menschen Europas bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein Bestandteil des täglichen Lebens. Erst auf der zweiten Internationalen Opiumkonferenz in Genf wurde 1925 besiegelt, den indischen Hanf bzw. die „getrocknete Spitze der blühenden oder fruchttragenden weiblichen Stauden der Cannabis“ zu regulieren. Die unterzeichnenden Staaten verpflichteten sich, „wirksame Gesetze oder Vorschriften zu erlassen, um Herstellung, Einfuhr, Verkauf, Vertrieb, Ausfuhr und Verwendung der Stoffe […] ausschließlich auf medizinische und wissenschaftliche Zwecke zu beschränken“.11 Daraus entstand später das in Deutschland noch heute geltende Betäubungsmittelgesetz. Mit den UN-Abkommen zu narkotischen und psychotropen Substanzen wurde die Regulierung 1961 bzw. 1971 weiter verschärft, was den Einsatz als Medizin innerhalb der UN zunächst unmöglich machte.12 Der Nutzhanf als Quelle für Papier,13 Stoffe und Seile verlor mit dem Siegeszug der Kunststoffe und der billigen Verfügbarkeit von Holzpapier und Baumwolle zunehmend an Bedeutung. Es scheint, als habe erst das moderne Leben den Hanf aus unseren Köpfen und Häusern verdrängt - um ihn später in neuem Gewand zurückzurufen.

Vorwärts zu den Wurzeln: Cannabismedizin im 21. Jahrhundert

Die Entdeckung des Endocannabinoidsystems

Mit der Prohibition ging trotz anhaltender Forschung auch der Gebrauch von Cannabis als Medizin zurück. Wiederentdeckt wurde er erst in den 2000er Jahren, als in der Wissenschaft ausreichend neue Erkenntnisse vorlagen, um die wirksamen Prinzipien der alten Volksarznei zu isolieren und ihre Effekte im Labor zu verifizieren. Bedeutend war hier vor allem die Entdeckung eines Systems von Cannabinoidrezeptoren im menschlichen Körper (Endocannabinoidsystem), das eine wichtige Rolle im Immunhaushalt spielt:
„Dieses körpereigene Cannabinoidsignalsystem wurde zunächst in Säugetieren, später auch in Fischen und wirbellosen Tieren bis hinunter zu einfachen Polypen nachgewiesen. […] Zu den […] physiologischen Aufgaben beim Menschen zählen die Verarbeitung von Schmerzen, die Tonusmodulation der Muskulatur, die Regulierung des Blutdrucks, die Regulierung des Augeninnendrucks, Fortpflanzungsfunktionen, die Regulierung von Hunger- und Übelkeitsgefühlen, immunologische Funktionen und andere.“16

Die Entdeckung des Endocannabinoidsystems offenbarte, wie Cannabinoide grundsätzlich im Körper wirken können - und führte schließlich zur erneuten Einführung von Cannabisarzneien, auch auf dem deutschen Markt.

Der Entourage-Effekt - die Pflanze ist mehr als die Summe ihrer Wirkstoffe

Um nachzuvollziehen, welche Cannabisarznei am effektivsten wirkt, muss man den Entourage-Effekt kennen. Der Effekt beschreibt eine Art Synergiewirkung zwischen verschiedenen Wirkstoffen der Pflanze: Forschern fiel zunächst auf, dass THC und CBD gemeinsam besser wirken als isoliert voneinander. Später entdeckte man, dass dieser Effekt durch die Anwesenheit weiterer Pflanzenstoffe - besonders der Terpene - noch verstärkt werden kann. Die Wirksamkeit eines THC-CBD-Terpen-Komplexes ist also höher als die Summe der Einzelwirkung von THC, CBD und Terpenen.

Cannabis enthält circa 140 verschiedene Terpene. Sie schützen die Pflanze, indem sie durch ihren eigentümlichen Geruch Fressfeinde fernhalten. Ihr Nutzen für die Humanmedizin liegt in ihrer Eigenschaft, Cannabinoide wie THC und CBD noch effektiver zu machen. Der Medizinjournalist Werner Meidinger stellt in seinem Buch „Natürlich heilen mit Cannabis“17 sechs Terpene vor, die sich besonders in Kombination mit CBD bewährt haben: Limonen, Myrcen, Pinen, Humulen, Caryophyllen und Linalool. Lebensmittel, die reich an diesen Stoffen sind, können die Heilwirkung von Cannabismedizin somit günstig beeinflussen. Meidinger rät beispielsweise, 30 bis 40 Minuten vor dem CBD-Konsum eine frische Mango zu sich zu nehmen, um die CBD-Wirkung zu verstärken.

Neben THC und CBD sind in der Hanfblüte mehr als 100 weitere Phytocannabinoide enthalten, die zur medizinischen Wirkung beitragen. Die meisten von ihnen sind kaum erforscht; andere geraten gerade in den Fokus von Industrie und Anwendern - etwa Cannabigerol (CBG), das möglicherweise für die augeninnendrucksenkende Wirkung von Cannabisarzneien verantwortlich ist. Einige Cannabinoidsäuren (siehe Kasten zur Decarboxylierung) werden außerdem seit den 1950er Jahren besonders in Osteuropa in der Tiermedizin eingesetzt.18

Der Entourage-Effekt spricht klar für die Verwendung medizinischer Cannabisvollextrakte, die sowohl THC und CBD als auch sonstige Cannabinoide, Terpene und weitere Pflanzenstoffe enthalten. Auch wenn die Bedeutung der letztgenannten Stoffe noch nicht abschließend geklärt ist, darf man annehmen, dass einige von ihnen ebenfalls eine förderliche Rolle in der Heilwirkung spielen.

Abb. 4: Blüte der Sorte Super Silver Haze. Die glitzernden Kristalle an den Trichomen (Pflanzenhaare) sind reich an Cannabinoiden. (Bild: Public Domain)


Rezeptpflichtige und legale Cannabisprodukte

Was gibt der Markt heute her?

Zunächst ist festzuhalten: In Deutschland und den meisten anderen Ländern Europas ist der Gebrauch von Cannabis nach wie vor streng reguliert. Das ist eine Folgewirkung der Prohibition und des späteren Antidrogenkriegs - denn was da beschränkt oder verboten bleibt, ist der Rauschwirkstoff der weiblichen Cannabispflanze, das Tetrahydrocannabinol (THC). Erlaubt hingegen ist in den meisten Ländern Europas der Verkauf von CBD-Produkten auf Cannabisbasis - solange diese weniger als 0,2 Prozent THC enthalten. (Je nach Staat variiert der Grenzwert in Europa zwischen 0,1 und 0,9 Prozent.)

EU-weit gilt: Medikamente und Hanfblüten, deren THC-Gehalt über dem nationalen Grenzwert liegt, fallen unter das jeweilige Betäubungsmittelgesetz und sind legal nur mit entsprechender Genehmigung zu bekommen.19 Also merken Sie sich bitte: Jedes Cannabisprodukt, das Sie legal ohne Rezept oder Sondergenehmigung erwerben, enthält faktisch kein THC. Der auf Verpackungen angegebene THC-Gehalt von 0,1 bis 0,9 Prozent reicht nicht aus, um eine medizinische Wirkung zu erzielen. Hat man da keinen Durchblick, lässt man sich leicht täuschen - etwa von Werbetexten wie diesem hier:
„Unsere 3.000-mg-Vollspektrum-CBD-Tinktur bietet genau das, was Sie brauchen […]. Rein natürliche Inhaltsstoffe garantieren eine hohe Qualität und Produktsicherheit […]. Vollspektrumprodukte sind nicht frei von THC. Falls Sie nach THC-freien Produkten suchen - die bieten wir ebenfalls an.“ 20

Klingt doch super, oder? Ein Blick ins Kleingedruckte offenbart allerdings, was Kenner schon vermuten: Der THC-Gehalt dieses sogenannten Vollspektrumöls beträgt rund 0,15 Prozent. Das Wort Vollspektrum impliziert allerdings etwas anderes - der Hinweis, das Öl würde THC enthalten, ist in etwa so wertvoll wie der Hinweis, dass eine Packung Mandeln Spuren von Erdnüssen enthalten kann. Die Menge dürfte nur für Hypersensible von Bedeutung sein.

THC-haltige Cannabismedizin in der EU

Was THC kann

Das THC ist ein bedeutender, wenn nicht der bedeutendste Wirkstoff in medizinischem Cannabis. Auch wenn derzeit alle Welt von CBD redet - neuen Forschungsergebnissen und aggressivem Marketing sei Dank -, ist das THC das länger erforschte Cannabinoid. Folgende Wirkungen sind laut der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin dokumentiert.21 Dass sie sich teils widersprechen, zeigt, wie individuell THC bzw. Cannabis allgemein wirken kann - was wiederum verlässliche medizinische Aussagen schwierig macht:
• Auf die Psyche wirkt THC sedierend und leicht euphorisierend; es steigert das Wohlbefinden, kann Ängste hemmen und die sinnliche Wahrnehmung intensivieren.
• Bei einer Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität (ADHS) kann THC die Konzentrationsfähigkeit verbessern.


• THC stimuliert das Nervensystem und wirkt schmerzlindernd, muskelentspannend und appetitsteigernd. Während es eindeutig gegen Erbrechen wirkt, kann es bei manchen Patienten Übelkeit hervorrufen, bei anderen lindern.
• THC senkt die Körpertemperatur, auch bei Fieber.
• Im Herz-Kreislauf-System bewirkt THC eine Zunahme der Herzfrequenz, erweitert die Blutgefäße und hemmt das Zusammenkleben der Blutplättchen.
• Unter THC-Einfluss lassen sich eine Abnahme des Tränenf lusses und Senkung des Augeninnendrucks beobachten.
• THC erweitert die Bronchien, vermindert die Speichelproduktion und macht den Mund trocken.
• Es reduziert außerdem Darmbewegungen und verzögert die Entleerung des Magens. THC hemmt die Magensäureproduktion.
• THC steht in Verdacht, bei hohen Dosen verschiedene Hormone zu beeinflussen.
• Es wirkt entzündungshemmend, antiallergisch und hemmt die Immunantwort.
• THC hat eine krebshemmende Wirkung, fördert den programmierten Zelltod von Krebszellen (Apoptose) und hemmt die Blutgefäßneubildung in bösartigen Tumoren.

THC-haltige verschreibungspflichtige Mittel

Abb. 5: Verschiedene Sorten Cannabis flos vor einem medizinischen Verdampfer oder Vaporizer (Bild: Coaster420 / Public Domain)


Um in den Genuss dieser Wirkungen zu kommen, benötigt man das passende Medikament. Auf legalem Weg gibt es bereits eine Reihe von verschreibungspflichtigen Arzneien, die THC in signifikanten Mengen enthalten. Hier in Deutschland sind das:

Cannabis flos - dabei handelt es sich um Cannabisblüten aus der Apotheke, umgangssprachlich auch Marihuana genannt. Diese werden in der Regel geraucht (das ist die ungesündeste Variante), in einem Vaporizer verdampft oder zubereitet (siehe Kasten zur Decarboxylierung) und verspeist. Der THC-Anteil übersteigt selten 25 Prozent, der CBD-Anteil liegt meist im einstelligen Bereich, mitunter bei maximal 12 Prozent. 22 Enthalten sind außerdem sämtliche sonstigen Cannabinoide und Pflanzenwirkstoffe.

Sativex (Nabiximols) - ist der Handelsname eines Rachensprays mit standardisierten Extrakten von THC und CBD. Die Cannabinoide werden über die Mundschleimhäute aufgenommen, sind aber recht niedrig dosiert, sodass einige Patienten munkeln, das Spray würde vor allem dem Hersteller helfen: Der therapeutische Nutzen sei auf sehr spezielle Indikationen beschränkt (überwiegend zur Behandlung von MS-Spastiken) und würde in anderen Fällen kaum Besserung mit sich bringen.

Dronabinol - ist eine teilsynthetische Variante des Wirkstoffs THC. Es ist in Deutschland nur als Rezepturarzneimittel zugelassen oder kann in Einzelfällen aus den USA importiert werden, wo es unter dem Handelsnamen Marinol in Kapselform vertrieben wird.

Nabilon - ist ein vollsynthetisches THC-Derivat, das heute nur noch selten via Betäubungsmittelrezept verschrieben wird.

Vollspektrumöl - ist ein öliger Auszug aus den Blüten und Blättern medizinischer Hanfpflanzen, der im Idealfall sämtliche Cannabinoide und Terpene enthält. Der kanadische Hersteller Tilray hat als Erster ein verschreibungspflichtiges Vollspektrumextrakt auf den deutschen Markt gebracht. Es enthält THC und CBD in mittlerer Dosierung (vergleichbar mit dem Gehalt in Medizinalblüten), darüber hinaus sämtliche Cannabinoide sowie Terpene. Andere Stoffe wie Chlorophyll oder Tannine werden herausgefiltert, um ein klareres und konsistenteres Produkt zu erhalten. Neben Cannabisblüten ist dieses Extrakt dasjenige, das am ehesten im Einklang mit den Implikationen aus Forschung (Entourage-Effekt) und Erfahrungsberichten steht. Das gilt allerdings nur für die legalen oder verschreibungspflichtigen Optionen - im illegalen Bereich existiert mit dem sogenannten Rick-Simpson-Öl (RSO) ein wirksameres Vorbild, das aufgrund seines sehr hohen THC-Gehalts nicht einmal auf Rezept vertrieben werden darf. Dazu weiter unten mehr.

Neben diesen Darreichungsformen besteht die Möglichkeit, sich auf ärztliche Anweisung diverse Cannabisöle oder -tinkturen in der Apotheke anmischen zu lassen, die von unterschiedlicher Zusammensetzung und Stärke sein können - unter Beachtung der gesetzlichen Grenzen.24

Wichtig: Auch wenn THC schon lange untersucht wird - erschöpfend erforscht ist seine Wirkung auf den menschlichen Körper noch nicht. Bevor klinische Langzeitstudien zu den verschiedenen Darreichungsformen und Krankheitsbildern vorliegen, sind die Implikationen aus den bisherigen Forschungsergebnissen mit Vorsicht zu genießen.

CBD-haltige (THC-freie) Cannabismedizin in Europa

Was CBD kann

Weit häufiger als THC-haltige Cannabismedikamente wandern die THC-freien Öle mit Cannabidiol (CBD) über den Ladentisch. Dieses nur sehr schwach psychoaktive Cannabinoid fällt weder unter das Betäubungsmittelgesetz noch ist es streng reguliert. Darum lässt es sich auch sehr gut vermarkten: Ja, es ist ein Cannabinoid; ja, es hat viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit - aber dass es eigentlich kein Medikament ist, sondern eher ein Nahrungsergänzungsmittel, ist eine ungern ausgesprochene Wahrheit im CBD-Business. Ganz sicher ist es kein Allheilmittel. Ganze 4,6 Milliarden US-Dollar wog der globale CBD-Markt im Jahr 2018 - und nimmt weiter an Gewicht zu.

Laufende Forschungen legen nahe, dass CBD in den folgenden Fällen nützlich sein kann:25
• als Spasmolytikum (z. B. bei multipler Sklerose)
• als immunsupprimierender Wirkstoff (z. B. bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen)
• als Antioxidans und Neuroprotektor
• als Orphan-Arzneimittel zur Behandlung bestimmter kindlicher Epilepsieformen
• als lindernde Maßnahme bei Lennox-Gastaut-, Dravet- und ähnlichen Symptomen
• als lindernde Maßnahme bei bestimmten psychischen Symptomen

In einigen Labor- und Tierversuchen konnte CBD außerdem das Wachstum von Krebszellen verlangsamen.

Wichtig: Der Wirkmechanismus von CBD ist nicht abschließend geklärt. Daher ist auch die Wirksamkeit bei bestimmten Krankheiten ungewiss. Verwirrung herrscht besonders beim Thema Krebs. Zwar deuten einige Studien darauf hin, dass die Einnahme von CBD den Verlauf einer Krebserkrankung positiv beeinflussen kann - es ist aber weder dazu geeignet, allein gegen den Krebs zu wirken, noch den Krebs gezielt zu bekämpfen.

Werner Meidinger warnt angesichts der steigenden Popularität der Selbstmedikation mit Cannabidiol:
„CBD ist kein vollwertiger Ersatz für andere Krebstherapien - das betonen die Wissenschaftler trotz aller guter Studienergebnisse immer wieder. […] Besprechen Sie unbedingt mit Ihrem Onkologen, wie CBD in ihre bestehende Therapie integriert werden könnte.“26

Als Faustregel können Sie sich also merken: THC-freie CBD-Präparate sind nach aktuellem Forschungsstand überwiegend als Nahrungsergänzungsmittel oder Wellnessprodukte anzusehen und nicht als Medikamente (von wenigen Indikationen abgesehen). So sieht es der Gesetzgeber, so sieht es die Wissenschaft - und wer Ihnen etwas anderes erzählt, sollte gute Gründe dafür anführen.

CBD-haltige (und nahezu THC-freie) unregulierte Mittel

Die Welt der THC-freien Cannabisarzneien ist groß. Ein kleiner Überblick:

CBD-Blüten - sind spezielle Cannabiszüchtungen, in deren Blüten nur sehr wenig THC enthalten ist (unterhalb der jeweils geltenden Grenzwerte von 0,1-0,9 Prozent). Die Blüten können wie normales Marihuana geraucht oder verdampft werden.

CBD-Öl - finden Sie heute unter Tausenden Handelsnamen in Onlineshops, Reformhäusern, Headshops, Drogerien und Supermärkten. Jeder Hersteller versucht sich abzusetzen, doch die Suppe wird meist gleich gekocht: CBD-Öl ist ein cannabidiolhaltiges (meist 5-50 Prozent) öliges Extrakt aus den Blüten bzw. dem Harz der Hanfpflanze. Es enthält kein oder nur sehr wenig THC.

Hanföl / Hanfsaatenöl (Salatöl) - sehr geringe Mengen CBD finden sich auch im küchenüblichen Hanfspeiseöl. Das Öl wird nicht aus Blüten, sondern den Samen des Hanfs hergestellt. Es ist ein gesundes Lebensmittel ohne nennenswerte therapeutische Eigenschaften.

Pflegeprodukte: CBD-Hautcreme & Co. - CBD in Pflegeprodukten hat keinen nennenswerten medizinischen Nutzen. In Einzelfällen kann es sinnvoll sein, CBD zur Linderung bestimmter Symptome direkt auf die Haut zu geben, doch in der Regel ist die innerliche Anwendung effektiver.

Säfte, Tees und Essbares aus Nutzhanf - erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, sind aber trotz geringer Mengen CBD eindeutig dem Bereich gesunde Ernährung zuzurechnen. Ihr Konsum kann fit und munter halten, ersetzt bei ernsthaften Krankheiten aber keine medizinische Behandlung.

Rick-Simpson-Öl: Illegale Cannabismedizin auf dem Vormarsch

Abb. 6: THC-freies CBD-Hanföl (Bild: Julia Teichmann / Pixabay)


Trotz aller neuen Gesetze und Regelungen ist die Situation für Patienten in Deutschland und anderswo noch nicht ideal.27 Das legale CBD zeichnet für nicht einmal die Hälfte der medizinischen Cannabiswirkung verantwortlich, und verschreibungspflichtige THC-haltige Arzneien stehen längst nicht jedem offen, dem sie guttun würden. Lieferengpässe, störrische Versicherungen, die die Kostenübernahme verweigern, oder konservative Ärzte versperren Patienten den Weg in die Apotheken.

Wer ein Rezept bekommt, ist damit leider auch nicht immer gut beraten:
„Vor gut anderthalb Jahren hat sich erstmals eine Patientin an mich gewendet, die durch die Einnahme von Sativex Rachenprobleme bekommen hatte, während sich die Symptome ihrer Krebserkrankung trotz Sativex und Chemo nicht verbesserten. Über die Monate gibt es bis heute immer wieder ähnliche Geschichten“,

erzählt Hans Grewe,28 ein Patientenberater aus Amsterdam, der seit rund sieben Jahren in einer „gesetzlichen Grauzone“ operiert, wie er es nennt. Grewe hilft Patienten dabei, an ein spezielles Cannabisöl zu kommen, das als Rick-Simpson-Öl (RSO) vor gut zehn Jahren einen Siegeszug aus Kanada in die Welt angetreten hat.29 Es handelt sich beim RSO um ein Vollspektrumöl, also ein Vollextrakt aus den Blüten und Blättern bestimmter medizinischer Cannabiszüchtungen. 30 Seltener ist es als Paste erhältlich, die mit THC-reichem Kief31 angedickt wird. Im Gegensatz zu Fertigarzneien und Extrakten aus der Apotheke weist es einen deutlich höheren Wirkstoffgehalt auf.

Wichtig: Trotz vieler Fürsprecher, teils auch unter der Ärzteschaft, besteht keine Zulassung als Medikament, da RSO wegen seines sehr hohen THC-Gehalts in den meisten Staaten als Rauschdroge angesehen wird und nicht als Arznei.

Ein heimlicher Siegeszug

Der kanadische Namensgeber Rick Simpson hat das Öl keineswegs erfunden, aber 2003 wiederentdeckt und populär gemacht. Seitdem finden sich Dutzende Fallberichte, auch im deutschsprachigen Internet, in denen gerade Menschen mit schweren degenerativen Krankheiten auf das Öl schwören. Das hat zum einen bewirkt, dass die Methode von Rick Simpson weiterentwickelt und verbessert wurde - wodurch heute auf dem Schwarzmarkt vereinzelt Öle erhältlich sind, die medizinischen Kriterien weitgehend standhalten können.

Auf der anderen Seite hat der RSO-Hype eine ganze Reihe Trittbrettfahrer und Betrüger auf den Plan gerufen, die über illegale Webshops und in Social-Media-Foren angebliches RSO in Umlauf bringen. Diese Öle sind im besten Fall wirkstoffarm, im schlimmsten Fall sogar schädlich - wenn sie denn überhaupt je beim Patienten ankommen. Auch die CBD-Industrie versucht oft, ihre Produkte durch missverständliche Wortwahl und gewagte Versprechen in die Nähe RSO-artiger Vollextrakte zu rücken.32

Abb. 7: Hochpotentes Cannabisvollextrakt, auch RSO genannt, in medizinischer Qualität aus einem privaten Laboratorium in den Niederlanden (Bild: HanfHeilt.net)


Vielversprechend, aber illegal

Informierte Betroffene sehen sich in der Situation, trotz Krankheit große Anstrengungen unternehmen zu müssen, um eine zuverlässige Bezugsquelle für RSO zu finden. Ist das gelungen, machen sie sich durch Erwerb und Besitz zusätzlich strafbar - selbst in den liberalen Niederlanden ist RSO nicht legal erhältlich. Das nächste Risiko betrifft die Qualität des Mittels: Als Patient muss man darauf vertrauen, dass beim Anbau und bei der Produktion eines RSO-Vollextrakts medizinische Standards eingehalten werden:
„Das fängt damit an, dass nur organische, biologisch unbedenkliche Produkte zum Einsatz kommen - von der Erde bis zum Futter -, und auch das Wasser muss ständig kontrolliert werden, zum Beispiel auf einen geeigneten pH-Wert. Dasselbe gilt für die Erde. Auch die Verwendung von Pestiziden oder Insektiziden wie Vertimec zur Schädlingsbekämpfung ist strengstens untersagt. Zum Einsatz kommen nur biologische, für den Menschen unschädliche Pflanzenschutzmittel, wie sie auch ein gewissenhafter Biobauer nutzen würde. […] Wer ein zuverlässiges, hygienisch einwandfreies und kontrolliertes Medizinprodukt in den Händen halten will, der kommt also an gewissen Standards nicht vorbei: guter Rohstoff, das heißt potente, biologisch gezogene Pflanzen, und eine saubere, fachmännische Vollextraktion unter Laborbedingungen.“33

Die ideale Cannabismedizin?

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, vereint ein hochpotentes Vollextrakt nach Rick-Simpson-Art viele der Schlüsseleigenschaften, die medizinisches Cannabis mitbringen sollte:
• ein günstiges Verhältnis von THC zu CBD (rund 4:1 bis 1:1),
• einen hohen Gesamtanteil an Cannabinoiden (bis zu 90 Prozent),
• einen vergleichsweise hohen THC-Anteil (50 bis 80 Prozent),
• das volle Spektrum der Terpene für einen optimalen Entourage-Effekt,
• eine hohe Reinheit,
• eine gute Verträglichkeit.

Zur Verträglichkeit ist anzumerken, dass Rick Simpson ursprünglich propagierte, die tägliche Dosis des Öls auf bis zu ein Gramm zu steigern. Simpson nutzte zur Herstellung allerdings einfachste Mittel - die Produktion in einem medizinischen Laboratorium ermöglicht Konzentrationen und Feineinstellungen, die hohe Dosen überflüssig machen und dafür auf eine stressärmere und nachhaltigere Wirkung setzen.34

Nichts Genaues weiß man

Allerdings sei auch hier bemerkt: Der Siegeszug des RSO beruht auf Erfahrungsberichten und Laborwissen, nicht auf klinischen Humanstudien. Aussagen, nach denen es „bewiesenermaßen Krebs heilen“ oder als Wundermittel gegen jegliche Art von Krankheit helfen soll, sind entschieden ins Reich der Werbung und des Wunschdenkens zu verbannen. Auch wenn ein Vollextrakt im RSO-Stil den Anschein eines äußerst wirksamen Cannabismittels macht, so wird es weder jedem gleich gut helfen, noch lassen sich zuverlässige Prognosen treffen, wie ein individueller Behandlungsverlauf ausfällt. Patientenberater Grewe dazu:


„Theoretisch kann es jedem helfen, aber im Einzelfall lässt sich das nur sehr schwer vorhersehen. Wir haben Menschen geholfen, die austherapiert waren - wir haben aber auch Menschen verloren, deren Krankheit noch im Anfangsstadium war, weil der Krebs so aggressiv war und in kürzester Zeit förmlich explodiert ist.“35

Erfahrungsberichte anderer Patienten können dennoch geeignet sein, sich ein Bild davon zu machen, ob und wie das Öl bei bestimmten Indikationen bereits geholfen hat. Es gibt allerdings nur wenige deutschsprachige Websites, die einen Schwerpunkt auf das Thema RSO / Vollextrakt legen. Bei Interesse besuchen Sie zum Beispiel HanfHeilt.net oder Cannabis-Oel.de, wo Sie Fallberichte und allgemeine Informationen finden.

Falls Sie aktiv nach RSO suchen, denken Sie bitte immer daran: RSO darf nicht legal verkauft werden. Tun Sie also nichts Unüberlegtes.36

Ein Blick in die Zukunft

Die Cannabismedizin steht an einem Scheideweg: Werden sich synthetische Präparate und standardisierte Zubereitungen durchsetzen, oder wird der Weg freigemacht werden für Naturprodukte und potente Vollextrakte, die derzeit höchstens eine Randerscheinung in der medizinischen Forschung sind? Fast täglich erscheinen wissenschaftliche Papers zur Wirkweise von Cannabinoiden,38 die ein mannigfaltiges Medienecho auslösen. Da blicken mitunter selbst Experten nicht mehr durch. Statt also auf gefährliches Halbwissen zu setzen, empfehle ich Ihnen: Bleiben Sie skeptisch. Wenn Sie Dinge hören über diese oder jene Cannabisarznei, die zu schön klingen, um wahr zu sein - dann sind sie meist auch nicht wahr. Wer auch immer Ihnen also mit vermeintlichem Expertenwissen ein Cannabisprodukt schmackhaft machen möchte: Stellen Sie Fragen, lassen Sie sich die Produkteigenschaften (z. B. THC-Gehalt) genau erklären, fordern Sie einen Nachweis über die enthaltenen Wirkstoffe (außer bei Schwarzmarktgeschäften ist das immer möglich) und tauschen Sie sich mit Betroffenen oder unabhängigen Beratern über deren Erfahrungen aus.

Ein Ende der Stigmatisierung?

Gerade die Risiken und Unsicherheiten im Schwarzmarktbereich sollten aus der Welt geschafft werden. Dazu bedarf es einer liberaleren Drogenpolitik, zumindest was die medizinische Verwendung von Cannabis angeht, und einer Anerkennung von hoch dosierten Vollextrakten als Medizinalprodukte. Bloß weil Rick-Simpson-Öl und Co. als Rauschmittel genutzt werden können, heißt das noch lange nicht, dass dies auch wirklich geschieht. Bei Preisen von 60 bis 90 Euro pro Gramm wäre das auch ein teures Vergnügen (ein Gramm Marihuana kostet auf der Straße zwischen 8 und 18 Euro). Innerhalb der EU hat Portugal gezeigt, wie viele positive Effekte die Entstigmatisierung vermeintlich gefährlicher Rauschmittel mit sich bringt, wenn auf Prävention gesetzt wird statt auf Verbote. Die Bilanz nach knapp 15 Jahren ist berauschend im besten Sinne - hier kann man sich inspirieren lassen.39

Selber machen - zurück zur alten Volksmedizin

Abb. 8: Fünf junge Cannabispflanzen in einem semiprofessionellen Indoor-Gewächshaus.


Cannabis ist sicher. Von hochpotenten Vollextrakten abgesehen40 lassen sich viele Cannabismedikamente für den täglichen Gebrauch einfach zu Hause herstellen. Eine Entkriminalisierung würde ermögl ichen, dass Menschen, die sich mit Cannabis therapieren möchten, ihre Gesundheit wieder in die eigene Hand nehmen dürfen, statt sich mit Rezepten und Krankenkassen herumzuschlagen oder in die Illegalität zu flüchten. Der Eigenanbau und die Eigenproduktion würde nicht nur den einzelnen Patienten helfen, sondern auch dem Gesundheitssystem als Ganzem, so Cannabispionier Wernard Bruining. In seinem Buch „Hanf heilt!“ plädiert er:
„Hanf ist eine ungefährliche und preiswerte Volksmedizin, die Menschen bei vielen verschiedenen Leiden und Übeln helfen kann und die deren Bedürfnis nach teurer, gesundheitlicher Versorgung vermindern wird. In den europäischen Ländern steigen die Kosten der Gesundheitsversorgung jährlich mit sieben Prozent und sie werden sich in den kommenden 15 Jahren verdoppeln. Menschen die Möglichkeit zu bieten, ihre eigene Volksmedizin herzustellen, kann einen Bankrott der Gesundheitsversorgung verhindern.“

Wenn wir als Gesellschaft gemeinsam die richtigen Signale setzen, können wir die fehlgeleitete Drogenpolitik der vergangenen 100 Jahre wieder in natürliche Bahnen lenken und die jahrtausendealte Freundschaft zwischen Mensch und Hanf wieder aufblühen lassen.41

Addendum: In eigener Sache

Als Autor beschäftigt mich das Thema medizinisches Cannabis seit knapp zehn Jahren. Durch meine Recherchen und Publikationen bin ich in Kontakt mit verschiedenen Akteuren der legalen und illegalen Hanfheilerszene gekommen. Ich bin jedoch weder willens noch fähig, illegale Cannabismedikamente zu besorgen oder entsprechende Kontakte zu vermitteln, und bitte nachdrücklich darum, von derartigen Zuschriften abzusehen.

Über den Autor

Renan Cengiz, Jahrgang 1986, ist freier Publizist und Künstler und war von 2010-2017 Redakteur beim NEXUS-Magazin. Als Redakteur steuerte er auch diverse Artikel zum Heft bei - unter anderem ein Interview mit einem Beschaffer, der Patienten hilft, Cannabisvollextrakt auf dem Schwarzmarkt zu besorgen (Ausgabe 53).

Renan ist regelmäßig für verschiedene Verlage, Firmen und Vereine tätig und auf wie hinter den Bühnen diverser Kulturveranstaltungen aktiv. Er lebt und wirkt vorwiegend am linken Niederrhein, veröffentlicht Lyrik und Prosa und unter dem Namen brudertaktiker Musik und Sprechgesang. Mehr über sein Schaffen erfahren Sie auf seiner Website RenanCengiz.de. Dort finden Sie auch Möglichkeiten, den Autor zu kontaktieren.

Thema vertiefen

NEXUS hat sich wiederholt dem Thema Cannabis gewidmet. In Ausgabe 46 berichtet der Biochemiker Dennis Hill darüber, wie er seine Krebserkrankung mithilfe von Cannabis überwand. Von der positiven Wirkung der Cannabinoidtherapie bei Diabetes schreibt Dr. Marc Sircus in Heft 49; die Rolle von Cannabis im Ayurveda beleuchten Sameer Ali Sageer und Paul Benhaim in Ausgabe 60. Zuletzt berichtete in Ausgabe 80 Carl Germano im Interview mit Joseph Mercola über die neuesten Erkenntnisse zu Phytocannabinoiden und dem Endocannabinoidsystem.

Endnoten

1 Streng genommen müsste Cannabis als wissenschaftlicher Gattungsname kursiv geschrieben werden. Da das Wort aber fest im Alltagssprachgebrauch verankert ist, verwende ich die Kursivschreibung in diesem Artikel nur für die Unterarten der Gattung.
2 Es herrscht kein abschließender wissenschaftlicher Konsens darüber, ob C. ruderalis eine eigene Art darstellt oder eine Unterart von C. sativa.
3 So wurden z. B. in der Schweiz bis ins 19. Jh. hinein der Winter mit Hanfstengeln ausgetrieben, die als Pfeile des Frühlings die Macht hatten, den Winter fortzuschießen. (vgl. Rätsch, C.: „Der Heilige Hain…“, S. 84; siehe Endnote 8)
4 Genauer: (-)-Δ9-trans-Tetrahydrocannabinol
5 European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction: „Cannabis legislation in Europe - An overview“ (Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2018), PDF online auf EMCDDA.eu; https://bit.ly/2Ng6XMZ
6.Ebd., außerdem: dpa: „Mehr Cannabis in der Medizin“ auf Pharmazeutische-Zeitung.de, 14.02.19; https://bit. ly/2R5FHSj
7 Storl, Wolf-Dieter: „Von Heilkräutern und Pflanzengottheiten“ (Braunschweig: Aurum, 1993), S. 364
8 Rätsch, Christian: „Der Heilige Hain. Germanische Zauberpflanzen, heilige Bäume und schamanische Rituale“ (Baden und München: AT-Verlag, 2. Aufl. 2006), S. 84
9 Ebd., S. 85
10 Zimmerer, Emma M.: „Kräutersegen“ (Donauwörth: Auer, 1896), S. 51f.
11 Glose, J.: „So kam es zum Cannabis-Verbot in Deutschland“ auf Orange.Handelsblatt.com, 07.02.18; https://bit. ly/2NedAz7
12 European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction: „Cannabis legislation …“, a.a.O.
13 Sowohl die Gutenberg-Bibel als auch die US-Unabhängigkeitserklärung wurden auf Hanfpapier gedruckt.
14 Deutsches Hanfmuseum: „Die ,Hanf-Verschwörungstheorie‘“ (PDF), S. 4f., online auf HanfMuseum.de, 2008; https:// bit.ly/30duvr8 (weitere Informationen und Quellen siehe https://bit.ly/2FDSd6d)
15 Siehe dazu auch „Nixons Krieg gegen die Drogen und seine Folgen“ in NEXUS-Magazin, 2016, 65:9f.; online auf NEXUS-Magazin.de; https://bit.ly/309qYtH
16 Grotenhermen, Dr. med. F.: „Cannabis als Medizin: Der aktuelle Stand“ auf CannabisLegal.de; https://bit. ly/2NfhuYA
17 Meidinger, W.: „Natürlich heilen mit Cannabis - Neueste Forschungsergebnisse zu Cannabinoiden und Cannabidiol (CBD)“ (Rottenburg: Kopp Verlag, 2019), S. 45ff.
18 Eine vollständige Liste aller bisher entdeckten Cannabinoide finden Sie im Wikipedia-Artikel „Cannabinoide“ auf Wikipedia.org unter https://bit.ly/35EfBLC.
19 CBD Guide Austria: „THC-Grenzwerte für Nutzhanf in der EU“ auf CBDGuideAustria.com; https://bit.ly/2R389nY
20 „FULL SPECTRUM 3000MG CBD TINCTURE“ auf TryTheCbd. com; https://bit.ly/2Ncyn68
21 Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin: „Wirkungen von THC & CBD“ auf Arbeitsgemeinschaft-Cannabis-Medizin. de, 12.10.18; https://bit.ly/2R3WJAr
22 Eine Übersicht aller in Deutschland zugänglichen Medizinalblüten finden Sie in der deutschen Wikipedia unter dem Lemma „Liste der in Deutschland erhältlichen medizinischen Hanfsorten“; https://bit.ly/2FDTRou
23 „Decarboxylierung von THC und CBD - so aktiviert man Cannabis“ auf SensiSeeds.com, 24.12.19; https://bit.ly/2FF- 7pQu. Für weitere Verfahren und Informationen siehe Grotenhermen, F.: „Decarboxylierung von THC und CBD“ auf HanfJournal.de, 13.05.16; https://bit.ly/2seijd5.
24 THC-haltige Cannabisprodukte sind grundsätzlich illegal. Was nicht explizit für den Markt zugelassen ist, darf auch nicht abgegeben werden.
25 „CBD-Öl - wann ist es sinnvoll, wann nicht?“ auf Hanf- Heilt.net, 21.10.19; https://bit.ly/35A9kk0
26 Meidinger, W.: „Natürlich heilen mit Cannabis …“, a.a.O., S. 164
27 Ein bewegendes Beispiel: Report Mainz (ARD): „Trotz Gesetz bekommen viele Schmerzpatienten kein Cannabis auf Rezept“ auf YouTube.com, 21.09.19; https://youtu.be/ E8cRKubNmhw
28 Aus einem Telefoninterview mit dem Verfasser, geführt am 21.12.19. Bei dem Namen Hans Grewe handelt es sich um ein Pseudonym, einzige öffentliche Kontaktmöglichkeit ist das Facebookprofil unter www.facebook.com/grewe.hans.
29 Zur Rick-Simpson-Geschichte vgl. Cengiz, R.: „Cannabis - die verbotene Medizin: Interview mit einem Beschaffer“ in NEXUS-Magazin, 2014, 53:34ff.
30 Zur Herstellung siehe auch „Wie wird Cannabis-Vollextrakt hergestellt?“ auf CannabisVollextrakt.com; https:// bit.ly/306quoj
31 Kief / Keef, auch Skuff oder (fälschl.) Pollen: harzhaltige Kristalle aus den Trichomen der Cannabisblüte
32 Vgl. auch „Was ist Cannabis ,Vollextrakt‘?“ auf Cannabis- Vollextrakt.com; https://bit.ly/3a7uhq2
33 HanfHeilt.net: „CBD-Öl - wann …“, a.a.O.
34 „Interview mit Hans Grewe 2017“, hier: „RSO einnehmen“ auf Cannabis-Oel.de, 08.11.17; https://bit.ly/35EgBzm
35 „Interview mit Cannabisöl-Aktivist Hans Grewe“ auf Cannabis- Oel.de, 18.12.16; https://bit.ly/2FCmJNN
36 Auf der Website HanfHeilt.net finden Sie einige Punkte, die bei einem Kauf zu beachten wären. Bitte bedenken Sie, dass der Erwerb eines solchen Öls in Ihrem Land höchstwahrscheinlich illegal ist. „Rat- und Hinweisgeber zu Cannabisöl (RSO)“ auf HanfHeilt.net, 31.10.15; https://bit.ly/2FzDGIT
37 Die Österreichische ARGE CANNA überprüft CBD-Produkte unabhängig auf ihren Wirkstoffgehalt und hat ausgewählte Produkte mit dem AC-Tropfen zertifiziert. Auf der Website Arge-Canna.at finden Sie sowohl die Liste der zertifizierten Produkte (siehe https://bit.ly/37RxKHc) als auch eine Liste mit weiteren getesteten Produkten (siehe https://bit. ly/307pNuI). Die letzten Aktualisierungen sind zwar von 2018, dennoch können Sie hier für viele Öle überprüfen, ob drin ist, was draufsteht.
38 Allein das Suchwort „THC“ bringt im Studienverzeichnis PubMed fast täglich neue Ergebnisse, vgl. PubMed.gov; https://bit.ly/2Tc2Jtj
39 „Keine Macht den Drogen? Portugal zeigt, wie’s geht“ auf NEXUS-Magazin.de, 2016; https://bit.ly/2FBHEjY
40 Das Herstellen von Vollextrakten in der eigenen Küche ist grundsätzlich möglich, jedoch mit gewissen Risiken verbunden: Immer wieder liest man über Unfälle bei der Extraktion (Explosionsgefahr durch Alkohol oder Gas), Verunreinigungen oder einen zu niedrigen Wirkstoffgehalt. Da hochpotente Vollextrakte oft bei schweren Krankheiten zum Einsatz kommen, ist gerade hier Nachlässigkeit fehl am Platz. Zur Eigenherstellung siehe auch Hill, D.: „Cannabis-Öl heilt Krebs“ in NEXUS-Magazin, 2013, 46:28ff.
41 Bruining, W.: „Hanf heilt! Wiederentdeckung einer alten Volksmedizin“ (Immenstadt: Mobiwell, 1. Aufl. 2013), S. 6

THC, CBD, Hanf, Cannabis, Marihuana: Was ist was?

THC ist die Abkürzung für Tetrahydrocannabinol4, ein psychoaktives Cannabinoid aus der Blüte weiblicher Cannabispflanzen; hauptverantwortlich für den Rausch und einen großen Teil der medizinischen Wirkung.

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol, ein sehr schwach psychoaktives Cannabinoid der weiblichen Cannabis. CBD löst keinen Rausch aus, hat aber ebenfalls großen Anteil an der medizinischen Wirkung.

Die Bedeutung der Begriffe Hanf, Cannabis und Marihuana variiert je nach Kontext. Eine allgemeingültige Definition existiert nicht, doch die folgende Tabelle vermittelt Ihnen einen Überblick der aktuellen Handhabung:

Anmerkung: Das Europäische Parlament hat Ende 2019 angekündigt, eine allgemeingültige Definition des Begriffs medical cannabis (medizinisches Cannabis) zu erarbeiten, in Ergänzung zu den rechtlich unverbindlichen, aber oft genutzten Begriffen industrial hemp (Industriehanf) und recreational cannabis (Freizeitcannabis).6

Hanfprohibition in den USA: Eine Verschwörung, die keine ist

Der Schriftsteller und Hanfaktivist Jack Herer nannte das Unterdrücken des Hanfs - also auch des Nutzhanfs - in den USA Anfang des 20. Jahrhunderts eine Verschwörung: Die Faserindustrie, namentlich Nylon-Erfinder Dupont, soll gefürchtet haben, dass mit dem Aufkommen neuer Erntemaschinen die Hanfproduktion zu erfolgreich wird, um mit Holz- oder Kunstfasern konkurrenzfähig zu bleiben. Man habe Verbündete in der Presse gefunden und gemeinsam auf die Politik eingewirkt - erfolgreich. Herers Thesen sind populär und klingen plausibel. Doch wie so oft beim Thema Hanf lohnt sich ein zweiter Blick gerade dann, wenn man seine Erwartungen bestätigt glaubt. Das Deutsche Hanfmuseum widmete dem Thema 2009 eine Sonderausstellung, die auf den Forschungen des Hanfaktivisten Dale Gieringer beruhte. Der kam zu dem Schluss, die Cannabisprohibition sei - wie alle Verbotskampagnen seit dem 19. Jahrhundert - angetrieben gewesen von Rassismus und Kulturkrieg. Dazu sei die Angst vor Verbrechen geschürt worden, gelegentlich unter Zuhilfenahme gut gemeinter Reformansätze.14

Schaut man sich die Kampagnen dieser Zeit gegen Jazz, Opium und andere Lebensstile und Drogen an, erkennt man ein Muster, das auch ohne Industrieneid und Verschwörung auskommt.15

Ohne Hitze keine Wirkung - die Decarboxylierung

Sowohl THC als auch CBD liegt in der Blüte als sogenannte Carboxylsäure vor, daher die Namen THC-A und CBD-A - das A steht für das englische Wort für Säure, acid. Rohes Cannabis muss unter Hitzeeinfluss möglichst effektiv decarboxyliert werden, damit sich THC-A und CBD-A in wirksames THC und CBD umwandeln. Beim Rauchen bzw. Verdampfen ist keine zusätzliche Decarboxylierung notwendig; beim Backen und bei der Herstellung von wirksamen Ölen ist sie Teil des Herstellungsprozesses. Im Internet finden Sie brauchbare Praxisanleitungen für die Decarboxylierung.23

Rauschmittel auf Cannabisbasis

Die folgenden Darreichungsformen sind für den hedonistischen Konsum gedacht. Sie sind in den meisten Ländern Europas a) illegal, b) nicht als Arzneimittel zugelassen und c) nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich (mit wenigen Ausnahmen wie z. B. in den Niederlanden).

Marihuana: Getrocknete THC-haltige Blüten der Cannabis; werden in der Regel pur oder mit Tabak geraucht oder verdampft und manchmal auch zum Backen verwendet. Straßennamen: Weed, Gras, Dope, Ot, Ganja, Mary Jane, Grünes und unzählige lokale / regionale Szenebegriffe.

Haschisch: Gepresstes, THC-haltiges Harz der Cannabis; wird i. d. R. pur oder mit Tabak geraucht oder verdampft und zum Backen oder für die Zubereitung von Kakaogetränken verwendet. Straßennamen: Piece, Hasch, Dope, Shit, Braunes, Kanten und unzählige lokale / regionale Szenebegriffe.

Haschischöl /THC-Öl: Ölartiges Extrakt aus dem Harz der weiblichen Cannabisblütenstände mit relativ hohem THC-Gehalt für einen starken Rausch. Einige Variationen werden auch zur Selbstmedikation verwendet (siehe Abschnitt „RSO: Illegale Cannabismedizin auf dem Vormarsch“).


(Foto: Chris Jay / Pixabay)