Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 7 Min.

CANON EOS M6 MARK II VS. NIKON Z 50: CANON EOS M6 MARK II VS. NIKON Z 50: Duell der Semiprofis


DigitalPHOTO - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 06.12.2019

CANON VS. NIKON | Das Duell der beiden Kamerariesen geht in die nächste Runde: Sowohl Canon als auch Nikon haben kürzlich eine neue spiegellose Kamera für unter 1000 Euro vorgestellt. Wir haben die EOS M6 Mark II und Z 50 getestet, deren Stärken und Schwächen ausfindig gemacht und dann die Ergebnisse miteinander verglichen. Das Ergebnis: ein klarer Sieger!


Artikelbild für den Artikel "CANON EOS M6 MARK II VS. NIKON Z 50: CANON EOS M6 MARK II VS. NIKON Z 50: Duell der Semiprofis" aus der Ausgabe 1/2020 von DigitalPHOTO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: DigitalPHOTO, Ausgabe 1/2020

KOMPAKT & SCHNELL
Die EOS trumpft mit geringem Gewicht, kompakten Abmessungen und schnellem Serienbild auf.


MIT SUCHERBUCKEL
Die Nikon Z 50 besitzt im Gegensatz zur kompakteren EOS einen elektronischen Sucher. Pluspunkt!


Test & Technik

Zwei Hersteller, ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von DigitalPHOTO. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2020 von KREATIVE FOTOS MIT KUNSTLICHT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KREATIVE FOTOS MIT KUNSTLICHT
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von HEFT-CD & DOWNLOAD. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HEFT-CD & DOWNLOAD
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von TECHNIK: NEUE REPORTAGEKAMERA VON FUJIFILM: Neu: Fujifilm X-Pro3. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TECHNIK: NEUE REPORTAGEKAMERA VON FUJIFILM: Neu: Fujifilm X-Pro3
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von SZENE: AUSSTELLUNGEN: Einblicke, Ausblicke: Herlinde Koelbl. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SZENE: AUSSTELLUNGEN: Einblicke, Ausblicke: Herlinde Koelbl
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Jetzt Digital photo abonnieren und Prämie sichern!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Jetzt Digital photo abonnieren und Prämie sichern!
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von KAUFBERATUNG: ALLE VOR- UND NACHTEILE DER SYSTEME: SPIEGELREFLEX VS. SPIEGELLOS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KAUFBERATUNG: ALLE VOR- UND NACHTEILE DER SYSTEME: SPIEGELREFLEX VS. SPIEGELLOS
Vorheriger Artikel
KAUFBERATUNG: ALLE VOR- UND NACHTEILE DER SYSTEME: SPIEGELREFLEX …
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel SONY ALPHA 6600 IM TEST: Semiprofi mit Halbformatchip
aus dieser Ausgabe

... zwei Kameraneuheiten und ein Testsieger: Die Canon EOS M6 Mark II und Nikon Z 50 besitzen einige Gemeinsamkeiten. Allen voran einen ähnlichen Preis: Während die Canon für 929 Euro erhältlich ist, geht die Nikon für nur 20 Euro mehr über die Theke. Da zudem beide einen Sensor in APS-CGröße besitzen, konnten wir der Versuchung nicht widerstehen, beide Kameras im Labor gegeneinander antreten zu lassen. Apropos Sensor: Beide Neuheiten zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie auf eine interne Sensorstabilisierung verzichten. Optische Bildstabilisierung ist mit entsprechend ausgestatteten Objektiven möglich.

Die Bildqualität im Vergleich

Kommen wir zu Beginn direkt zum Vergleich der Abbildungsleistung: Mit Abmessungen von 22,3 x 14,9 Millimetern entspricht der CMOSSensor dem EOS-typischen APS-C-Format mit einem Crop-Faktor von 1,6. Der Sensor der Nikon Z 50 ist geringfügig größer (Crop-Faktor von 1,5), löst aber deutlich weniger Pixel auf. Im Detail stehen sich 20,9 Megapixel (Nikon) und 32,5 Megapixel (Canon) gegenüber. In puncto Bildqualität konnte die Z 50 in Summe besser performen als die Canon EOS M6 Mark II. Zwar bietet die EOS einen etwas höheren Dynamikumfang, allerdings sind Auflösungs- und Rauschverhalten sowie die Detailwiedergabe bei den Fotos der Nikon Z 50 besser. So kann die Nikon bereits in der ersten Bewertungskategorie ordentlich Boden gut machen. Bei der Ansicht der Testbilder fällt zudem auf, dass sowohl die Canon als auch die Nikon ab ISO 1600 zum Bildrauschen neigen. Auch wenn der erweiterte ISOBereich der Nikon bis 204.800 reicht, sollten Sie darauf verzichten. Ab ISO 25.600 ist das Bildrauschen sehr störend. Schauen Sie sich für einen Vergleich die Testbilder auf Seite 32 im Detail an.

Für den Test der Bildqualität ist natürlich auch das verwendete Objektiv entscheidend. Bei der Canon EOS M6 Mark II haben wir das EF-M 28mm f/3.5 Macro IS STM verwendet, bei der Nikon Z 50 das Nikkor Z 50mm F1.8 S.

Unterschiede in der Ausstattung

Beim Vergleich der Ausstattung beider Kameras zeigt sich ein ähnliches Bild: Die EOS M6 Mark II ist zwar gut ausgestattet, allerdings bietet die Nikon für einen unwesentlichen Aufpreis deutlich mehr. Das liegt vor allem an dem nicht vorhandenen Sucher der kompakten EOS.

Canon EOS M6 Mark II: In einem Praxistest im Wildfreigehege Hellenthal bildete die Spiegellose mit dem EF 70-200mm F2.8L IS II USM eine tolle Einheit!


Wie schon die erste Generation der EOS M6 ist der Sucher nur optional erhältlich (195 Euro) und liegt dem Lieferumfang nicht bei. Währenddessen wartet die Nikon Z 50 mit einem hochauflösenden, elektronischen Sucher auf, der 100 Prozent des Bildfeldes abdeckt. Ebenso ist der Monitor der Canon etwas kleiner, aber gleich hoch aufgelöst (1,04 Mio. BP, 3 Zoll vs. 3,2 Zoll). Beide Monitore lassen sich nach oben und unten kippen, sind berührungsempfindlich und verfügen über eine Selfie-Einstellung. Im Bereich der Serienbildgeschwindigkeit ist die Canon EOS im Vorteil: In unserem Testlabor konnten wir 12,5 Bilder pro Sekunde auf Seite der EOS und 9,5 Bilder pro Sekunde aufseiten der Nikon Z 50 messen. Dabei fällt auch auf, dass beide Kameras nicht die von den Herstellern angegebenen Geschwindigkeiten erreichen konnten. Schön, dass Canon auf einen UHS-II-kompatiblen Kartenslot setzt. Nikon hat sich indes für die langsamere UHS-I-Version entschieden.

Geht es um die Geschwindigkeit beider Kameras, darf ein Blick auf das Autofokussystem nicht fehlen. Fazit: Keine der beiden Kameraneuheiten kann sich hier einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil verschaffen. Zudem sind beide Kameras mit einem AF-System ausgestattet, das Augenerkennung unterstützt. Ein ähnliches Resultat ergibt sich beim Vergleich des Videoformats: Sowohl die Canon EOS M6 Mark II als auch die Nikon Z 50 filmt in bis zu 4K-Auflösung mit einer Bildrate von bis zu 30p. Darüber hinaus verfügen beide Kameras über einen Mikrofon- und HDMI-Eingang, allerdings nicht über einen Kopfhöreranschluss. Damit ist weder die Canon noch die Nikon die perfekte Kamera zum Filmen.


Neueinsteiger, die zwischen der EOS und der Z 50 stehen, finden mit der Nikon eine besser ausgestattete Kamera.
Tim Herpers, Test & Technik


DIE CANON EOS M6 MARK II IM DETAIL

Im Inneren der EOS M6 Mark II versteckt sich ein hochauflösender Sensor. Doch wie sieht es äußerlich aus? Wir werfen einen Blick auf die Bedienoberfläche.

Kippbar: Der Monitor lässt sich nach oben und unten kippen – hilfreich für Selfies. Die Tasten sind rechtsseitig platziert.


Mit Blitzschuh: Wem der Aufklappblitz (Leitzahl 4,6) links neben dem Blitzschuh nicht ausreicht, kann ein Speedlite nutzen.


Linksseitig: Hier befinden sich Anschlüsse für ein Mikrofon sowie einen Fernauslöser. Darüber ist eine Taste für den Aufklappblitz.


Rechtsseitig: Hier kann ein USB-Type-Csowie ein Micro-HDMI-Kabel an die kompakte EOS M6 Mark II angeschlossen werden.


DIE NIKON Z 50 IM DETAIL

Die Nikon Z 50 erinnert an ihre Vollformat-Schwestermodelle Z 6 und Z 7, verzichtet allerdings zwecks kompakterem Design auf ein Schulterdisplay.

Ohne Joystick: Schade, dass die Nikon Z 50 nicht den ergonomischen Joystick der Topmodelle Z 6 und Z 7 übernommen hat.


Übersichtlich: Die Bedienfeldanordnung ist leicht verständlich. Auf der Vorderseite befinden sich zwei Fn-Tasten.


Linksseitig: Hier befinden sich ein Mikrofon-, ein Mikro-USB- sowie ein Mikro-HDMI-Anschluss.


Rechtsseitig: Anders als bei den professionellen Z-Kameras befindet sich der Kartenslot der Z 50 auf der Unterseite neben dem Akku.


Tim Herpers Test & Technik


LEISTUNG IM TESTLABOR

Beim Vergleich der Testbilder beider Kameras fällt auf, dass die Canon EOS (je links oben) die Farben neutraler wiedergibt als die Nikon (je rechts unten), die einen wärmen Weißabgleich eingestellt hat.

In einer Sache können beide Kameraneuheiten nicht überzeugen: Die Akkulaufzeit ist bei beiden Kameras mau. Die Canon EOS M6 Mark II schafft mit einem voll aufgeladenen Akku rund 305 Aufnahmen. Die Nikon Z 50 ist mit aktiviertem elektronischem Sucher etwas schlechter (280 Fotos).

Nikon Z 50: Unterwegs mit dem Kit-Zoom machte nicht nur unser Redaktionshund Sancho eine gute Figur. Die kompakte Nikon überzeugt mit viel Detailschärfe.


Wer sich für eine der beiden Kameras entscheidet, sollte auch bedenken, dass die Auswahl an Objektiven mit nativem EF-M- bzw. Nikon-ZBajonett überschaubar ist (siehe links). Für spiegellose Systemkameras anderer Hersteller gibt es mehr Objektive. Zeit für einen Exkurs.

Blick auf die Konkurrenz

Zwei weitere Kamerahersteller sind auf spiegellose Systemkameras mit einem Sensor in APS-CGröße spezialisiert und bieten zudem etwas in der Preisspanne um 950 Euro an. In der letzten Ausgabe der DigitalPHOTO (12/19) konnten Sie bereits unseren Testbericht zur Sony Alpha 6100 lesen, die mit einem Neupreis von 899 Euro auf Augenhöhe der EOS M6 Mark II und Z 50 ist. Mit einem Testergebnis von 90,6 Prozent kann sie sich deutlich vor der Canon M6 Mark II und knapp hinter der Z 50 platzieren. Die Sony lieferte in unserem Test eine noch bessere Bildqualität, schwächelte dafür etwas in der Haptik.

Ein weiterer Kameraspezialist für spiegellose APS-C-Modelle vertraut auf X-Trans-Sensoren. Die Rede ist natürlich von Fujifilm und der X-T30, die mit einem Neupreis von 949 Euro (mit aktuellem Cashback-Abzug für 869 Euro) in der Liga der drei Spiegellosen von Canon, Nikon und Sony spielt. Mit einem Testergebnis von 91,6 Prozent kann sich die Fujifilm sogar vor dem Trio absetzen. Für eine Gesamtübersicht der kompakten Systemkamera empfehlen wir Ihnen einen Blick in die DigitalPHOTO 05/19. Dort finden Sie unseren ausführlichen Testbericht samt Testdaten sowie Testbilder zum kostenfreien Download. Nun zurück zum Duell zwischen Canon und Nikon und deren beiden Neuheiten.

Andere und doch gleiche Haptik

Zwei der drei Bewertungskriterien konnte Nikon mit der Z 50 im Vergleich mit der Canon EOS M6 Mark II für sich entscheiden. Fehlt nun noch ein Blick auf die Haptik. Hier kann sich ähnlich wie beim Autofokussystem beider Kameras kein System deutlich absetzen. Beide kompakten Neuheiten bieten eine angenehme Ergonomie und lassen sich dank sinnvoll platzierter Tasten sehr gut bedienen. Weder Canon noch Nikon garantieren ganzheitlichen Staub- und Spritzwasserschutz. Dieses Ausstattungsdetail beanspruchen in der Regel hochpreisige Profimodelle für sich. Bei den Konkurrenzmodellen Alpha 6100 und X-T30 ist es genauso.

Sowohl die Nikon Z 50 als auch die Canon EOS M6 Mark II sind darüber hinaus drahtlos konnektiv. Die Hersteller beider Kameras bieten entsprechende Apps an, um die Systemkameras via Bluetooth und WLAN steuern zu können und Fotos noch während des Shootings mit der Familie und Freunden teilen zu können.

Am Ende dieses Vergleichstests stehen sich zwei sehr gute Kameras gegenüber. Einen Fehlkauf machen Sie weder mit der Canon EOS M6 Mark II noch mit der Nikon Z 50. Die Konkurrenten verfolgen je ein etwas anderes Ziel: Canon hat mit der zweiten M6-Generation eine starke spiegellose Alternative zur gleichzeitig vorgestellten EOS 90D präsentiert. Hier sind vor allem Canon-Fotografen die Zielgruppe, die bereits EF-Objektive besitzen und diese adaptieren können. Hingegen hat Nikon mit der ersten Z-Kamera mit APS-C-Sensor einen Volltreffer für jeden Semiprofi gelandet.

(th)

Digital Photo FAZIT

Zweimal SEHR GUT und dennoch gibt es einen klaren Sieger dieses Duells: Nikon bietet zum fast gleichen Preis mit der Z 50 ein besseres Gesamtpaket im Vergleich zur EOS M6 Mark II an. Wem die kompakteren Abmessungen der EOS sowie die höhere Serienbildgeschwindigkeit wichtig sind, kann zur Canon greifen. Wer neu in die Fotografie einsteigt, noch keine Objektive besitzt und eine Entscheidung zwischen den beiden Kameras sucht, ist mit der Z 50 von Nikon besser beraten. Via Adapter stehen zudem alle F-Objektive zur Verfügung.

OBJEKTIVE IM VERGLEICH

Fotos: Hersteller, Tim Herpers

DAS PORTFOLIO VON CANON

Es ist inzwischen bereits zum Standard geworden: Wann immer wir eine EOS M im Labor testen, fällt uns jedes Mal das gleiche Manko ins Auge: Das Objektivangebot von Canon mit nativem EF-MBajonett ist überschaubar: Gerade einmal acht Objektive zählt das Portfolio. Mehr als drei Festbrennweiten gibt Canon nicht her. Stattdessen empfiehlt der Hersteller den Adapter EF-EOS M, um jedes Objektiv der EF-Serie ohne Qualitätsverlust an einer EOS-M-Kamera nutzen zu können. Im Praxistest der EOS M6 Mark II sind wir dem Rat gefolgt und haben professionelle Objektive wie das EF 70-200mm f/2.8L IS II USM an der kompakten Spiegellosen verwendet. Die Bildqualität ist tatsächlich beeindruckend. Ebenso arbeitet der Autofokus völlig problemlos.

DAS PORTFOLIO VON NIKON

Mit der Präsentation der Z 50 hat Nikon auch zwei Zoomobjektive der Z-Serie für das DX-Format vorgestellt. Das macht Sinn, heißt im Umkehrschluss aber auch, dass derzeit für das spiegellose APS-CFormat von Nikon lediglich zwei lichtschwache, für das DX-Format konzipierte, Objektive verfügbar sind. Bis weitere folgen und Dritthersteller wie Tamron passende Objektive anbieten, wird noch Zeit vergehen. Natürlich können alternativ zu den beiden DX-Objektiven auch die für die Z-Vollformatkameras konzipierten Objektive an der Z 50 verwendet werden. Nachteil: der hohe Preis der hochwertigen Objektive. Alternativ lassen sich über den optionalen FTZ-Adapter (um 250 Euro) aber auch alle F-Nikkore problemlos und ohne Einschränkungen verwenden.


Fotos: Hersteller, Tim Herpers