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CANONSBURGROCKET


Chrom & Flammen - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 10.07.2019


Legendärer High Performance F-Body:1969er Chevrolet Camaro Yenko / SC

Artikelbild für den Artikel "CANONSBURGROCKET" aus der Ausgabe 8/2019 von Chrom & Flammen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Chrom & Flammen, Ausgabe 8/2019

Laut einer gängigen Anekdote klebte Dons Tochter Lynn, die damals ein Teenager war, die Streifen auf die Yenko-Fahrzeuge und bekam dafür fünf Dollar pro Auto.


In den Vorgaben des COPO-9561-Pakets war festgelegt, dass die “SS”-Beschrif-tung entfiel; Yenko fügt anschließend sein eigenes Logo hinzu.


Am Fuß der Windschutzscheibe staut sich der Fahrtwind und wird in den Einlass der ZL2 Cowl Induction Hood geführt.


Mehr als 400 ci Hubraum war für Intermedia-tes verboten. Diese Vorschrift hatte das GM-Topmanagement 1965 für alle Divisionen des ...

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... Konzerns erlassen und erhielt sie bis zum Modelljahr 1970 aufrecht. Einzig der Corvette wurde eine Ausnahme gewährt: Für Amerikas Sportwagen Nr. 1 wa-ren ab 1966 ein 427-ci-Triebwerke lieferbar. Auch als der sportliche Camaro herauskam, hielt Gene-ral Motors an der Regelung fest. Somit war für die Camaro-Modelle beim 375-PS-/396-ci-L78-Triebwerk Schluss. Nicht gerade mickrig für rund 1.400 kg Leergewicht.

Aber da ging noch mehr, schließlich gab es für die Full-Size-Cars und die Corvette ja Maschinen mit 427 ci und bis zu 435 PS. Quer durch die gesam-ten Vereinigten Staaten verstreute Chevrolet Performance Dealerships tauschten reihenweise Camaro-Mo-toren aus: Zu den bis heute bekann-testen zählen Dana Chevrolet in Los Angeles, Fred Gibb im ländlichen Illinois, Nickey in Chicago, Berger in Grand Rapids, Motion Performance außerhalb von New York City und Scuncio in Rhode Island. Der King unter den Bowtie-Tunern war aber Don Yenko, der auch als “Carroll Shelby der Chevy-Szene” bezeich-net wurde.

Bis auf die Be-schriftung der Kopfstützen be-ließ man bei Yen-ko den Innenraum unverändert.


201 Yenko/SC Camaros wurden 1969 ausgelie-fert, auch andere Dealer bestellten Camaros mit den COPO-9561-Paket sodass insgesamt 1.015 Stück ge-baut wurden.


Yenko war ein echter Tausendsassa: Er besaß einen IQ von 140, konnte virtuos mit dem Jazz-Piano umge-hen, lernte im Alter von 14 Jah-ren Fliegen, ging nach dem High-School-Abschluss zur Airforce und ließ sich als Meteorologe ausbil-den. Anschließend studierte er an der Penn State University Business Administration und stieg schließ-lich ins Geschäft seines Vaters ein, der in Canonsburg, einige Meilen außerhalb von Pittsburgh, einen Chevrolet-Handel betrieb. Bei Sport-wagenrennen war Don Yenko mit Corvettes recht erfolgreich, daher richtete er eine kleine Abteilung ein, die sich dem Tuning von Corvettes widmete und die er “Yenko Sports Cars” taufte.

1965 legte er eine Kleinserie von 100 frisierten Corvairs auf, die als Homologationsmodelle für SCCA-Rennen dienten und die er auf den Namen “Yenko Stinger” taufte. Um sich die Arbeit zu erleichtern, be-nutzte Yenko clevererweise das Cen-tral Office Production Order (COPO) System von Chevrolet. Dabei han-delte es sich um eine Möglichkeit für Chevrolet-Händler, um Sonderbe-stellungen für Flottenfahrzeuge im Werk aufzugeben. Gedacht war das COPO-Programm etwa für die Be-stellungen von Taxis oder Behörden-fahrzeugen, die in einer Sonderfarbe oder mit einer speziellen Ausstat-tung versehen werden sollten und in einer gewissen Mindestanzahl ge-ordert wurden. Der Clou daran war, dass diese kleinen Abweichungen vom regulären Modellprogramm nicht mit den höheren Management-Ebenen abgestimmt werden muss-ten, sondern nur die Zustimmung der zuständigen Entwicklungsinge-nieure erforderten.

Im Fall des Yenko Stinger wurde das COPO-System vermutlich zum ers-ten Mal genutzt, um eine Kleinserie von besonders sportlichen Fahr-zeugen auf die Räder zu stellen. Als 1967 der Camaro auf den Markt kam, erkannte Don Yenko schnell das Po-tenzial des Mustang-Konkurrenten. Zusammen mit dem Drag Racer Dick Harrell entwickelte Yenko ein 427-ci- Upgrade-Paket, das den Camaro auf der Rundstrecke, dem Dragstrip und nicht zuletzt auch auf der Straße zu einem absoluten Kracher machte. Die Originalmotoren wurden durch einen 427-ci-L72-Triebwerk mit Vier-fachvergaser und mechanischen Stößeln ersetzt, das werksseitig mit 425 PS angegeben wurde.

Während 1967 noch Dick Harrell die Motorumbauten an allen 54 in diesem Jahr fertiggestellten Yen-ko Camaros durchführte, fanden die Umbauten im nächsten Jahr direkt in Canonsburg statt. Ab jetzt verwendete Don Yenko ausschließ-lich SS 396 Camaros als Grundlage für seine Umbauten. Das hatte den Vorteil, dass die serienmäßigen Zy-linderköpfe weiterverwendet wer-den konnten und Yenko nur noch die 427-ci-Short Blocks bestellen musste. Außerdem nutzte er er-neut das COPO-System, indem er die Fahrzeuge mit dem sogenann-ten Sports Car Conversion Paket bestellte. Unter dem Code COPO 9737 wurden die Fahrzeuge ab Werk mit einem verbesserten Kühl-system, einem 140-Meilen-Tacho, verstärkten Federn, einem dickeren Stabilisator und einem Sperrdiffe-renzial ausgerüstet

Ein Geniestreich gelang Yenko zu Beginn des Modelljahres 1969: Nach erfolgreichen Verhandlun-gen wurde, unter Umgehung des immer noch geltenden Hubraumlimits, das Or-dermuster COPO 9561 genehmigt. Das bedeu-tete nichts anderes, als dass Chevrolet die Camaros jetzt fix und fertig mit einem 427-ci-L72- Triebwerk unter der – ebenfalls im Paket enthaltenen – ZL2-Cowl-Induc-tion-Haube an Yenko lieferte. Alles, was die Yenko-Mitarbeiter zu tun hatten, war, die “Kriegsbemalung” auf der Karosserie und die Lettern sYc – für “Yenko Super Car” – auf den Kopfstützen anzubringen. Pro-fessionelle Rennfahrer schafften mit Yenko Camaros auf Slicks die Vier-telmeile in unter zwölf Sekunden. Ein spektakulärer Wert, insbeson-dere wenn man berücksichtigt, dass die 1969er Yenko Camaros über eine volle Werksgarantie verfügten.

Wenn Christian in seinem Yenko un-terwegs ist, hört er zum Ambiente passende Musik von Elvis oder Johnny Cash.


“Hubraum ist durch nichts zu ersetzen”, dachte sich wohl einer der Vorbesitzer und tauschte das Origi-naltriebwerk gegen einen 454-ci-V8.


Im Gegensatz zum COPO 9560, dem legendären Camaro ZL1, der parallel von Fred Gibb angestoßen wurde und den Preis des Basisfahrzeuges mehr als verdoppelte, kostete der Yenko Camaro in etwa das gleiche wie ein entsprechend ausgestatteter Camaro SS 396. Dementsprechend groß war zunächst die Nachfrage. Allerdings flaute diese ab, sobald die Versicherer begriffen hatten, was hier vorging und sich weigerten, Po-licen für Yenko Camaros auszustel-len. Insgesamt 201 Camaro Yenko/SC wurden 1969 ausgeliefert.

Von der spannenden Historie und vor allem der überragenden Power der Yenko Camaros war auch Chris-tian Nadler sofort überzeugt, als er im September 2015 im Gespräch mit Andreas Schäfer und Florian Braun von Schaebra Customs in Bornheim zum ersten Mal davon hörte. Von diesem Zeitpunkt an dauerte es ge-rade einmal ein halbes Jahr, bis er ein entsprechendes Fahrzeug, das gerade aus den Staaten eingetrof-fen war, bei einem Händler in den Niederlanden entdeckte. Das gel-be Coupe war nicht mehr mit dem originalen Antriebsstrang verse-hen, sondern mit einem jüngeren 454-ci-Chevrolet Big Block sowie einem 700R4-Automatikgetriebe. Vermutlich liegt dieser Umbau be-reits längere Zeit zurück und wurde durchgeführt, als der Sammlerwert noch weniger im Vordergrund stand als die Performance.

“Wahrscheinlich wurde der Mo-tor einfach deshalb ausgetauscht, weil das neue Triebwerk noch mehr Power bot”, vermutet Chris-tian. Nach dem Kauf waren neben den üblichen Umrüstungen für die TÜV-Abnahme auch noch einige Schweißarbeiten nötig. Seit Fertig-stellung der Teilrestaurierung hegt und pflegt Christian den Power-Ca-maro ausgiebig: “Reparaturen und Wartung überlasse ich den Profis von Schaebra Customs. Ich putze ihn nur. Wenn die Jungs daran ar-beiten, lerne ich aber gern etwas dazu.” Auch bei seinen Ausfahrten achtet er darauf, dass der gute Zu-stand seines Schmuckstücks erhal-ten bleibt und dass es den gebo-tenen Auslauf bekommt: “Nur bei schönem Wetter, wenn ich weiß, es kommt kein Tropfen vom Himmel, dann gehe ich mit dem Yenko auf Tour. Zwischendurch wird natürlich auch mal ordentlich Gas gegeben, denn was bringt ein V8, wenn man nur auf die Tankanzeige achtet?”

Ein satter und kerniger Sound aus den Tiefen von fast 7,5 Litern Hubraum kündigt die Rakete aus Canonsburg schon von weitem an.


Text & Fotos: Frank Mundus

Nur bei Kaiserwetter holt Christian den Yenko aus der Garage – dann sorgt er aber auch dafür, dass das Muscle Car angemessenen Auslauf bekommt!


1969er Chevrolet Camaro Yenko / S/C

Motor: Chevrolet-OHV-V8, 454 ci, 7.439 ccm, circa 500 PS, Bohrung x Hub in mm: 108,0 x 101,6, Edelbrock-1406-Performer-Facherkrümmer, Alu-Kühler mit E-Lüfter, Performance-Wasserpumpe

Kraftübertragung: Viergang-Automatikgetriebe GM TH700, Hinterradantrieb

Vorderachse: Einzelradaufhängung an doppelten Querlenkern, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Querstabilisator

Hinterachse: Starrachse an Blattfedern, Teleskopstoßdämpfer

Bremsen: Scheibenbremsen vorn/Trommelbremsen hinten

Räder: American Racing “Torq Thrust D” in 15”

Reifen: Hercules “H/P 4000” in 215/70 R15 vorn und 235/60 R15 hinten

Sonstiges: komplettes Yenko-/SC-Paket