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Canton Smart GLE: WELTPREMIERE!


Audio Test - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 08.11.2019

Wenn ein Traditionsunternehmen uns die Ehre zuteil werden lässt, weltweit als erstes Fachmagazin Hand an eine Produktneuheit legen zu dürfen, schlägt unser HiFi-Herz ein bisschen höher!


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Bildquelle: Audio Test, Ausgabe 8/2019

AUDIO TEST Referenzklasse (95 %) Canton Smart GLE 9 www.likehifi.de

Auf manche Dinge kann man sich verlassen, wie auf das Amen in der Kirche. So sicher wie die nächste Zeitumstellung oder dass der BVB auch in der laufenden Saison nicht deutscher Meister wird. Manche Versprechen sind Gesetz. Wenn beispielsweise Canton ankündigt, sukzessive seinen Produktkatalog zu modernisieren, braucht man sich als HiFi-Redakteur bloß ...

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... zurücklehnen. Während man an der aktuellen Ausgabe der AUDIO TEST arbeitet, kann man getrost davon ausgehen, dass die HiFi-Schmiede aus Weilrod bereits zum nächsten Redaktionsschluss eine neue Kreation fertiggestellt, beziehungsweise einen bekannten Bestseller auf den Stand der Zeit gehoben haben wird. So geschehen in den vergangenen Monaten, in denen wir gar nicht so regelmäßig im Taunus anrufen konnten, wie uns Technical Director Frank Göbl mit neuen Geräten überraschte. Sei es die Vento-Serie, deren kompakter Vento 3, sowie der Standlautsprecher Vento 9, mit dem Prädikat „Smart“ versehen wurden. Oder die beiden Anniversary-Modelle A 25 und A 45, denen man ebenfalls eine Wireless-Kur gönnte. Oder eben das Allround-/ Surround-Ensemble aus Smart Soundbox 3, Smart Soundbar 9 und Smart Sub 8, wel- ches wir Ihnen erst vor Kurzem im Zuge unseres Heimkino-Spezials näherbringen durften. Kaum ein Hersteller, geschweige denn einer, der nicht als asiatischer Entertainment- Riese zu werten ist, legt wohl gerade so einen unfassbar regen Output an den Tag, wie Canton. Wir geben uns alle Mühe, da Schritt halten zu können und freuen uns daher umso mehr, erstmals eine Weilroder Weltpremiere in der AUDIO TEST feiern zu dürfen!

Smart GLE 9

Bei besagtem Debütanten handelt es sich um den brandneuen Standlautsprecher Smart GLE 9, welchen sich Chefentwickler Frank Göbl nicht zu schade war, persönlich in unserer Redaktion vorbeizubringen. Für den Anlass einer weltweit erstmaligen Präsentation scheut man eben keine Mühen. So begibt es sich, dass Mitglieder der Redaktion an einem sonnigen Herbstnachmittag den hohen Besuch aus dem Taunus in Empfang nehmen, um den jüngsten Spross der Cantoner Ahnenreihe in Augenschein zu nehmen. Dabei hat man sich, genau genommen, dagegen entschieden den Schallwandler gänzlich neu zu erfi nden. Stattdessen ließ man sich von bewährter Technik inspirieren, würzte mit gelungenen Errungenschaften aus dem Bereich des Smart HiFi und schmeckte ab mit einer feinen Prise Optimierung: Herausgekommen ist der Standlautsprecher Smart GLE 9. Wie dessen Name bereits verrät, besteht hier ein verwandtschaftliches Verhältnis zu Cantons GLE-Kollektion. Tatsächlich war jener Schallwandler, der dem hier besprochenen Debütanten Modell stand, bereits selbst in der AUDIO TEST zu Gast. Vor auf die Ausgabe genau zwei Jahren behandelten wir an dieser Stelle ein Duett zweier GLE 496.2 BT. Dieses halbaktive Paar, bestehend aus einem „Master“- und einem „Slave“-Speaker beschloss den Test damals aufgrund einer herausragenden Räumlichkeit und seinem kräftigen transparenten Klang als Klassenbester.
Klanglich dürfen wir uns wohl auf eine nicht minder überzeugende Performance einstellen. So kommt auch der Smart GLE 9 als off enes 3-Wege-System daher. Eine 25 Millimeter (mm) Aluminium-Mangan- Kalotte sitzt dabei in D’Appolito- Manier zwischen einem 18 Zentimeter (cm) messenden Aluminium-Mitteltöner und zwei Tieftönern, ebenfalls bestehend aus Aluminium-Membranen von jeweils 20 cm Durchmesser. Das Treiber-Ensemble schaff t es somit auf einen Frequenzgang von 22 Hertz (Hz) bis 20 kHz, wobei die Trennfrequenzen bei 300 Hz und 3 200 Hz verortet sind. Deckungsgleich mit den GLE 496.2 BT ist außerdem die Beschaff enheit des Gehäuses. Zum einen die Maße von 106 cm Höhe, 27 cm Breite und 31 cm Tiefe, sowie die Frontpanel im Seidenmatt-Finish und der Vinylbezug der verbleibenden Gehäusewände. Abgeschaff t wiederum ist die baubedingte Rollenverteilung eines Stereo-Paares Smart GLE 9. Jeder Schallwandler dieser Art wird eigens mit einem Verstärker- und DSP-Modul versehen, was vor allem der fl exiblen Anwendungsmöglichkeiten des Speakers zugute kommt. Aber dazu später mehr. Das Modul gleicht im Prinzip jenem, welches bereits in Cantons Smart A 25 Verwendung fand. Satte 350 Watt Nennleistung pro Lautstärker verzeichnet der Smart GLE 9 somit, wobei erwähnenswert ist, dass hier jeder Treiber seine eigene Verstärkung zugeteilt bekommt. Neben der kabellosen Anwendung des Lautsprechers stehen sowohl ein analoger Cinch-Eingang, jeweils ein Ko- axial-, USB- und ein optischer Input, sowie ein symmetrischer XLR-Eingang zur Verfügung – absolut mehr als ausreichend, wie wir fi nden! Denn auch eine Bluetooth- Schnittstelle mit apt-X-Codec, für den schnellen verlustfreien Stream zwischendurch, steht dem Nutzer hier zur Verfügung.

Sowohl digital als auch analog lässt sich der Smart GLE 9 ansteuern


Den Display des Smart GLE 9 kennen wir bereits von anderen Lautsprechern der Smart-Kollektion. Neu ist hier lediglich die Lauftextanzeige, welche nun die Menükürzel ergänzt


Treiberensemble in D’Appolito- Anordnung – auch ein Baustein der guten Abstimmung


Setup

Bei der Einrichtung verhält sich der Smart GLE 9 ebenso unkompliziert und genügsam wie auch seine smarten Kollegen, die wir bereits kennenlernen durften. Zu Beginn weisen wir die Lautsprecher ihren Rollen zu – im Falle unseres Stereo-Setups ein kurzes Vergnügen. Zuerst den „Master“ ans Netz, dann im Speaker-Setup (SPS) den entsprechenden Stereo- Partner auswählen. Auch den ans Stromnetz hängen und fertig. Die Menüführung des DSP-Moduls wurde übrigens im Vergleich zur von uns zuletzt getesteten Smart Soundbox 3 in einem nicht unwesentlichen Punkt verbessert: Die einzelnen Menüpunkte werden nicht mehr ausschließlich durch ein dreistelliges Kürzel angezeigt, sondern zusätzlich durch einen Scroll-Text, der die vollständige Bezeichnung des angewählten Untermenüs anzeigt. Obendrein hat Canton eine Visualisierung angefertigt, welche dem Nutzer in einem übersichtlichen Baumdiagramm die vollständige Menüstruktur anzeigt. Beides deutliche Beweise dafür, dass sich Canton konstruktive Kritik sehr zu Herzen nimmt und ständig bemüht ist, diese umzusetzen. Übrigens ist auch für die Netzwerkanbindung endlich eine hauseigene Lösung verfügbar. Cantons Smart Connect ist ein Mehrkanal-Hub, welcher zum einen als Dolby-Atmos-Receiver bis zu acht Lautsprecher kabellos und sechs Speaker kabelgebunden anspielt, wobei alle Speaker jedoch wireless kontrolliert werden. Zum anderen vereint der Connect diverse Cloud-Services und agiert obendrein als HiRes-D/A-Wandler. Und das alles endlich mit einer eigenen App. Canton hat sich damit vollkommen aufgerüstet! Aber zurück zum Smart GLE 9. Dieser kann natürlich auch in Mehrkanal- Setups betrieben werden. Eine entsprechende Installation ist hier ebenso unkompliziert wie bei einem simplen Stereo-Duo. Nachlesen können Sie das en détail in Ausgabe 06/19 der AUDIO TEST. Wir belassen es bei zwei Kanälen und verbinden den Main-Speaker per Lichtleiterkabel mit unserem Netzwerk-Player von Cambridge Audio.

Zum Schutz der Kalotte liegt der Hochtöner hinter einem Gitter verborgen. Bei dem Tweeter handelt es sich um eine Aluminium-Mangan-Kalotte von 25 Millimetern Durchmesser


Rampensau

Kommen wir nun also endlich zum entscheiden Kapitel dieser Weltpremiere: dem Soundcheck. Die Hörsession war lang. Sehr lang und ausgiebig. Mal allein und mal in kleiner Runde mit Schöpfer Göbl. Bis spät in die Nach hätten wir da sitzen können, hätte uns nicht irgendwann der Hunger einen Strich durch die Rechnung gemacht. So viel dazu, wie viel Gefallen an der Performance des Smart GLE 9 fanden. Und um auf einige Perlen im Detail zu sprechen zu kommen: Ein bisschen Bossa Nova war dabei mit „No Hay Problema“ von Pink Martini. Was sollen wir sagen außer: Herrlich. Anders lässt sich der Sound des Debütanten nicht beschreiben. Klare Akzente. Brillant umrissene Texturen. Prägnant konturierte Bässe. Impulsstark und spritzig. Alles, was man sich von einem hochpreisigen Standlautsprecher erhoff t, bringt der Smart GLE 9 auf die Matte. Aber Moment mal – was ruft Canton hier eigentlich für eine Lautsprecherpaar auf? Gerade mal 1 700 Euro. Als wir das hören, sind wir ehrlich sprachlos. Denn nicht nur, dass der Smart GLE ausgestattet ist wie jemand, bei dem dies für ein einziges Exemplar noch günstig wäre. Nein, er klingt auch schlichtweg nacht mindestens drei mal so viel. Auch bei Billie Eilishs „Bury a Friend“ gibt sich der smarte Aktivlautsprecher wie ein ausgewachsener High-Ender. Mit welcher scharf umrissenen Attack und gleichzeitig spektralen Präzision hier die verschwindend tiefe Subbass- Linie übersetzt wird, haut uns bei einen Lautsprecher ohne Sub-Support schlichtweg vom Sofa. Dabei gibt sich der Lautsprecher auch bei hohen Pegeln – und wir meinen wirklich hohe Pegel – äußerst gelassen. Selbstbewusst und muskulös kommt die Darbietung daher. Über einen EQ können wir bei Bedarf sogar noch etwas Schub in den Bässen oder Schliff in den Höhen hinzufügen. Einstellungen lassen sich, genau wie auch beispielsweise Spotify-Playlists, auf den drei Preset- Tasten der Fernbedienung abspeichern.
Sodass man im Handumdrehen den richtigen Sound zu Verfügung hat. Dabei bringt der GLE 9 genau den eigentlich schon von Haus aus mit. Wir spielen den Titel „Paper Trails“ der Band Darkside um Multitalent Nicolas Jaar. Hier grooven wir auf einem schön metallisch temperierten Gitarren-Blues über knackige Sub-Kicks, während uns Jaar in laszivem Oktavpitch um den Finger wickelt. Der eigentliche Protagonist weiß sich hier gekonnt in den Hintergrund zu begeben. Der Raum ist nur noch Musik. Uns gefällt, welche räumliche Dimension der Sound hinzugewinnt, schalten wir auf den Movie-Modus um. Hier simuliert der Smart GLE 9 ganz frech nicht vorhandene Rear-Speaker. Und das nicht schlecht. Auch wenn der Sound nun natürlich nicht wirklich von hinten kommt, so ist er doch um einiges weiter und mehr als nur Stereo. Ein Phänomen, welches wir tatsächlich beim GLE 496.2, immerhin Cantons absoluten Bestseller, und auch sogar bei der Soundbar DM 5 seinerzeit bezeugen durften. Das Stereopanorama ist so off en wie detailreich. Auch für Filmsound empfi ehlt sich der Smart GLE 9 allemal aufgrund seiner ausgezeichneten Räumlichkeit, gepaart mit der impulsschnellen Wiedergabe. Obwohl dem Speaker für eine ausgewachsene actionreiche Heimkino-Session ein Subwoofer, wie etwa Cantons Smart Sub 8 gut zu Gesicht stünde. Dies könnte jedoch die Nachbarschaff t auf eine harte Probe stellen. Eine Delegation aus Weilrod schaff t es jedenfalls erneut, uns voll und ganz an die Wand zu spielen. Wir sind begeistert. Falls Sie uns maßlose Übertreibung zu unterstellen neigen, so sind Sie herzlich eingeladen auf den Mitteldeutschen HiFi-Tagen vorbeizukommen, um sich selbst ein Bild zu machen.
Seien Sie neugierig, kritisch oder genießen Sie nur. Neben dem Smart GLE 9 werden die Hessen bestimmt noch die ein oder andere Klangperle im Gepäck haben. Vielleicht ja sogar den bereits sehnlichst erwarteten Canton Smart Connect. In jedem Falle geört der Raum Brandenburg, wo Canton auch in diesem Jahr zu Mitteldeutschlands größter HiFi-Schau in der alten Handelsdruckerei zu Leipzig wieder sein Lager aufschlagen wird, zu unseren großen Favoriten. Ein Besuch lohnt sich hier zweifelsohne!

FAZIT

Multifunktional. Intuitiv zu bedienen. Klanglich deutlich aus einer ganz anderen Liga. Und obendrein einfach unschlagbar erschwinglich. Dieses Canton-Mantra lässt sich auch beim Smart GLE 9 nicht unterbrechen, dessen Weltpremiere in der AUDIO TEST uns mit ehrfürchtigem Stolz erfüllt.

BESONDERHEITEN

• Aktiv-Wireless-Konzept

• Mehrkanal möglich

• vielseitig einsetzbar

Vorteile + klanglich herausragend

+ unschlagbares Preis-/ Leistungsverhältnis

Nachteile – keine

AUSSTATTUNG