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Caravan Salon 2019: Der Caravaning-Boom hält an


Flüssiggas - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 08.10.2019

268 000 Besucher, 645 Aussteller aus 31 Ländern, ca. 2100 Freizeitfahrzeuge auf 214 000 m2 – damit stellte die weltgrößte Messe für Caravane und Reisemobile einen neuen Rekord auf. Seit Jahren verzeichnet die Branche satte Umsatzzuwächse im zweistelligen Bereich. Und die Begeisterung der Deutschen für die grenzenlose Freiheit auf Rädern nimmt weiter zu. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden bei uns mehr Freizeitfahrzeuge neu zugelassen als jemals zuvor. Alles andere als ein neuer Umsatzrekord am Ende des Jahres wäre für die Hersteller eine bittere Enttäuschung. Für die Flüssiggasbranche ...

Artikelbild für den Artikel "Caravan Salon 2019: Der Caravaning-Boom hält an" aus der Ausgabe 5/2019 von Flüssiggas. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Flüssiggas, Ausgabe 5/2019

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... bringt der Boom eine Riesen chance mit sich: Denn – das hat der Messebesuch eindrucksvoll bestätigt – Flüssiggas fährt immer mit.

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Foto: Redaktion

Allerdings nicht als Treibstoff. Es gibt einfach keine passenden LPG-betriebenen Basisfahrzeuge . Der letzte seiner Art, der Mercedes Sprinter LGT, ist nicht mehr lieferbar. Diesel beherrscht den Markt.

Die gezeigten Caravans waren zum Großteil Modifi ka tionen und Upgrades ihrer Vorgängermodelle: Kleine Grundrissänderung hier, überarbeitetes Design da, Innenraum-Einheitslook. Das Alter muss nicht beige sein – der deutsche Wohnwageninnenraum offensichtlich schon.

Eine optische Alternative bot Dethleffs mit dem frischen Farbkonzept seines Coco, dem „Caravan der nächsten Generation“. Das Leichtgewicht wurde in den Niederlanden zum Caravan des Jahres gewählt. Auch Fendt- Caravan kann sich über eine Auszeichnung freuen. Bereits zum zehnten Mal ging das Unternehmen beim „König Kunde Award“ der Zeitschrift „Camping, Cars & Caravans“ als Gesamtsieger hervor.

Die Highlights im Bereich Caravan stammten fast alle aus aus dem hochpreisigen Segment oder aus Manufakturen. So zum Beispiel der Kulba Woody: Der Teardrop- Caravan mit Heck küche wird in Lettland aus Birkenholz-Furnier gefertigt.

Liebe zum Mate rial und zum Handwerk lassen auch die stylishen Caravans von Lume erkennen. Von außen ganz cool aus vernietetem Alu mi nium, überzeugen die Lume Traveler innen mit Teak boden sowie mit Leder und Wollfilz an den Wänden.

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Foto: Kulba

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Foto: Dethleffs

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Fotos: Lume

Ein Faltdach über dem kom for tablen Doppelbett gibt den Blick in die Sterne frei. Gekocht wird draußen unter der Heckklappe auf hochwertigen Gas kochern von Pitt-Cooking. Auch zum Duschen muss man sich ins Freie begeben. Das erscheint in dieser Preisklasse (Modell Basic ab 39 950 Euro) doch eher gewöhnungsbedürftig.

Komfortabler ist der Airstream, dessen mari timer Retro-Look für den Lume Traveler Pate gestanden hat. Der In begriff des amerikanischen Caravans bietet in der Luxus variante als Caravel 22 auf 5,90 m Platz für vier Personen und verfügt unter anderem über einen Klimahimmel, eine eigene Dusch kabine und Spülwassertoilette. Das muss einem schon an nähernd 100 000 Euro wert sein… Ungewöhnlich für euro päische Gewohnheiten ist die Raumaufteilung mit Bad im Heck und Mittelsitzgruppe.

Beim Astella, dem Flaggschiff des slowenischen Wohnwagenherstellers Adria, kann man mit Fug und Recht von Mobilheim sprechen. Besonderer Wert wurde bei dem Edelmodell auf einen exklusiven, flexiblen und offenen Innenraum gelegt, der sich durch die Panoramatüren bis ins Freie erstreckt. Klare Linien und Formen bestimmen das Design.

Mit großem Pomp stellte Knaus Tabbert sein Prestigeobjekt vor: „Seine Maximalität“, der Cellini 750 HDT Slide -Out, hat sich mit schwarzer Heckverglasung elegant herausgeputzt. Wenn sich der 10 m lange Luxusliner seitlich ausdehnt, entstehen eine geräumige Wohnküche und Durchgangsraum am Fußende des Doppelbetts. Keine Spur von Wohnwagenenge. Ein LED-Baldachin, Klimaanlage, sprachgesteuerte Bordtechnik und Hochleistungswasserfilter erhöhen den Komfort ebenso wie eine individuell verstellbare Leder-Sitzecke. Man gönnt sich ja sonst nichts …

1 Caravans und Reisemobile, wohin das Auge schaut. Ca. 2100 Freizeitmobile waren auf der Messe ausgestellt.

2 Woody: Der Teardrop von Kulba wird in Lettland nach Kundenwunsch in Handarbeit gefertigt.

3 Leichte Ästhetik für einen leichten Anhänger: Der multifunktionale Coco von Dethleffs wiegt nur 708 kg.

4-6 Cooles, vernietetes Aluminium trifft auf warmen Filz und Leder: Beim Lume Traveler kommen Design-Liebhaber voll auf ihre Kosten.

7 American Dream: Airstream Caravel 22.

8 Caravan? Oder doch mobiles Ferienhaus auf Rädern? Das Luxusmodell Adria Astella.

9 Luxusausstattung im Cellini 750 HDT Slide-Out: Blick von der individuell verstellbaren Leder-Sitzbank in Richtung Schlafraum. Rechts der Küchentresen, links oben ein LED-Baldachin.

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Foto: Airstream

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Foto: Adria

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Foto: Knaus Tabbert

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Fotos: ioHome

1-2 Raumwunder ioCamper: Zusammengefaltet passt das Drei-Zimmer-Minihaus in den Kofferraum des Transporters.

3 Der Faltcaravan „Take Off“ von easy Caravanning kann bei Bedarf durch ein maßgeschneidertes Anbauzelt erweitert werden.

4 Bimobil: offroad-tauglich mit redundanter Heizung.

5-7 Zukunftsmusik bei Hymer: So soll Caravaning 2025 aussehen: Speziallackierung, isoliertes Pneumatik-Dach mit integrierter Solaranlage, High-Tech-Materialien, großzügige Innenraumgestaltung.

8 Schlafplatz unterm Hubdach. Der Globevan FS e.Hybrid liegt voll im Trend.

9 Nach 5,5 Stunden Ladezeit an einer haushaltsüblichen Steckdose ist der Akku des Globevan FS e.Hybrid wieder voll.

10 Die Küche des e.hybrid ist mit Gaskocher ausgestattet. Rechts der Küchentresen, links oben ein LED-Baldachin.

11 Luxus mit Understatement: Weltreisemobile von Kerkamm.

12-15 Maritimes Feeling auch auf dem Trockenen beim Blick aus dem Defender One von Caravanboat.

Das Prinzip des erweiterbaren Wohnraums lässt sich auch deutlich günstiger umsetzen. Ein wahres Raumwunder ist der ioCamper. Auseinandergezogen und -geklappt, verwandelt sich die unscheinbare Kiste in ein bewohnbares Minihaus. Und auch der Anhänger von easyCaravanning macht sich während der Fahrt ganz klein und entfaltet sich erst am Zielort zu seiner eigentlichen Größe. Als Erweiterung gibt‘s ein passendes Zelt.

Halle 5 mit den Luxus reisebussen übte eine besondere Faszination auf das Messepublikum aus. Hier wurde ordentlich geklotzt. Slide-Outs allerorten, eingebaute Garagen für Motor räder oder gar für den Porsche – „Glamping“ total. Bei Preisen von 1,5 Mio. (bei Volkner) erschienen einem Cellini & Co. plötzlich wie Schnäppchen. Eine weniger vordergründige Form des Luxus repräsentierten die expeditionstauglichen Offroad- Trucks. Dank ihrer robusten Bauart kommen sie mit jedem Gelände und jeder Witterung zurecht. Äußerlich eher Panzer als Reisemobil, lassen sie innen dennoch keinerlei Komfort vermissen.

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Foto: Easy Caravanning

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Foto: Redaktion

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Fotos: Hymer

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Fotos: Dethleffs

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Foto: Redaktion

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Fotos: Redaktion

Eine gelungene Synthese aus Caravan und Hausboot war auf dem Freigelände zu besichtigen. „Defender One“ bietet gehobenen Wohnwagenkomfort zu Wasser und zu Land. Auf dem spe ziell angefertigten Trailer kann das Caravanboat als vollwertiger Wohnwagen genutzt werden, auf dem Wasser kann man mit ihm ohne Bootsführerschein alle Binnen- und Küstengewässer befahren und den Blick durch die Panoramafenster genießen. Eine Solaranlage auf dem hinteren Teil des Sonnendecks erzeugt Strom, Gaskocher und Verbrennungs toilette werden über eine Flüssiggasflasche mit Energie versorgt. Um den Betrieb der komfortablen Cinderella-Toilette auf dem Wasser zu ermöglichen, musste an die Außenwand des Boots eigens ein spritzwassergeschütztes Lüftungsventil eingebaut werden.

Mit dem Caravanboat kann sich auch die jüngere Genera tion anfreunden. Ansonsten geht der Trend in dieser Altersgruppe eindeutig weg vom Caravan in Richtung kompakte Kas tenwagen. Dethleffs stellte auf der Messe mit dem Globevan FS einen besonderen Vertreter dieser Gattung vor. Es handelt sich hierbei nämlich um das erste serientaugliche Reisemobil mit Plug-In- Hybrid. Die Basis des Globevan e.Hybrid ist ein Ford Transit Custom, dessen Antriebsachsen rein elektrisch angetrieben werden. Über den im Fahrzeug verbauten Akkumulator sind bis zu 50 km rein elektrische Reichweite möglich – genug, um im Stadtverkehr emissionsfrei zu fahren. Durch den verbauten „Range Extender“, einen 1,0-l-EcoBoost-Benzinmotor, der ausschließlich als Generator zum Aufladen des Akkus dient, und das Aus nutzen von Rekupera tionsenergie werden weitere 450 km Reichweite erzeugt. An einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose können die Akkus innerhalb von 5,5 Stunden aufgeladen werden, an einer Schnellladedose dauert der Ladevorgang 3 Stunden.

Damit ist ein – wenn auch kleiner – Schritt in Richtung Dekarbonisierung getan. Etwas weiter ging LCM. Das Unternehmen präsentierte an seinem Messestand einen Studiencaravan, der komplett auf Gas verzichtete und statt dessen auf eine elektrische, thermostatgesteuerte Heizung und einen Induktionsherd setzte. Droht eine gasfreie Zukunft des Caravanings?

Wenn es nach Hymer geht, ja. Anhand seines Konzeptfahrzeugs VisionVenture zeigte der Caravaning-Spezialist, wie modernes Reisen im Jahr 2025 aussehen kann. Das Fahrzeug wurde in Kooperation mit BASF entwickelt und begeisterte mit etlichen gut durchdachten Details. Auffallend war die Verwendung vieler neuer Materialien, von Karosserieteilen aus dem 3D-Drucker, von temperaturregulierendem und energie effizientem Oberflächenlack. Bei der Innenausstattung wurden natürliche mit High-Tech- Materialien kombiniert. Das prägnante, gut isolierte aufblasbare Schlafdach lässt sich beim VisionVenture innerhalb einer Minute mit beheizter oder gekühlter Luft füllen. Eine Solaranlage auf der Verschalung liefert Energie – unter anderem für eine Elektro- BBQ-Station. Bleibt zu hoffen, dass nicht alle der Visionen 1:1 umgesetzt werden.