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CD-PLAYER: Große Nummer


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 02.11.2020

Der D-03X ist zwar nur eine kleinere Nummer in Luxmans CD-Spieler-Programm, doch technisch ausgebufft und klanglich ein Großer. Damit nicht genug, gibt’s die MQA-Qualifi kation on top!


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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 12/2020

Um Missverständnisse von vornherein zu vermeiden: Auf der Frontplatte des Luxman-Players D-03X prangt zwar das „DSD“-Logo, doch SACDs, deren Datenformat bekanntlich „Direct Stream Digital“ ist, spielt er nicht, nimmt jedoch an seiner USB-Schnittstelle neben den gängigen PCM-auch gerne DSD-Files entgegen. Denn der Japaner kann – wie heute üblich – auch als reiner D/A-Wandler für vielfältigste Bit-Lieferanten inklusive ...

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... Computer dienen.

Eine echte Besonderheit verbirgt sich indes hinter einer kleinen blauen LED, über der blass „MQA“ steht. Liegt nämlich eine nach dem „Master Quality Authenticated“-Verfahren kodierte CD im Schacht beziehungsweise ein entsprechend präpariertes File an den Digitaleingängen an, entfaltet der Luxman diese und soll so auch mit kleineren Datenformaten Studio-Master-Qualität erreichen. Der Streaming-Dienst Tidal etwa macht sich MQA zunutze, um seinen Kunden besseren Klang zu bieten, ohne den Übertragungsweg durch die dann eigentlich notwendige Breitbandigkeit über Gebühr zu belasten. Und aus Japan, dem Haupt- und Heimatmarkt von Luxman, in dem die Musikliebhaber nach wie vor auf Discs stehen, gelangen MQA-CDs zu uns, darunter viele bekannte Titel, die der D-03X natürlich direkt abspielen kann. Das ist dann Hochbit-HiFi per CD.

Hörfreude für lange Zeit

Da der solide gebaute und gut 13 Kilogramm schwere Luxman-Player kein Streamer ist – diese Art der Rezeption fristet unter den HiFi-Fans im Land der aufgehenden Sonne eher ein Schattendasein –, benötigt man eine geeignete Streaming-Bridge, um ihn über eine optische respektive koaxiale Verbindung mit Files zu beschicken. Wer mittels entsprechender Tidal-App oder gar der genialen „Roon“-Software per Computer streamt, dem stehen via USB sämtliche Formate bis PCM 32 Bit/384 Kilohertz beziehungsweise Vierfach-DSD mit 11,2 Megahertz Bandbreite zur Verfügung. Die beiden anderen Digi-Inputs nehmen zwar nur PCM-Signale entgegen, diese jedoch mit bis zu 24 Bit/192 kHz.

Ihnen ist solcherlei Zahlenakrobatik egal? Bitte sehr, doch wer mit dem D-03X erstmal nur CDs spielen will, weiß zumindest, dass er eine zukunftssichere Komponente erwirbt. Der Luxman sollte tatsächlich über viele Jahre Freude bereiten, denn das in einen Metalltresor mit acht Millimeter starker Basis sowie einer Stahlplatte als oberem Abschluss montierte Laufwerk hält garantiert lange durch, von der sauber nach Funktionsgruppen getrennten sowie elektrisch individuell gepufferten Elektronik ganz zu schweigen. Diese wird aus einem überdimensionierten Trafo versorgt. Das stabile Gehäuse minimiert störende Schwingungen. Und um eine ideale Gewichtsbalance, Signalführung sowie Resonanzkontrolle zu erzielen, platzierten die Luxman-Entwickler den Drive bewusst nach links.

Bei der Bedienung des D-03X hält man sich am besten an die aus Aluminium gefertigte Fernbedienung, die sogar das An- und Abschalten der digitalen Ein-wie Ausgänge erlaubt, was potenziell klangschädliche Streufelder vermeidet. Doch über sie lässt sich auch das Display dimmen; man kann Titelfolgen programmieren, die Zeitanzeige umschalten oder auch die Absolutphase drehen – ein früher mal selbstverständliches und oft unterschätztes Feature.

Unsere Lieblingstaste ist freilich „Zoom“, die bewirkt, dass die eben noch etwas mickrigen gelben Ziffern der Anzeige nun groß und prächtig sowie selbst aus einiger Entfernung gut ablesbar in dieser aufleuchten. Und wer selbst die Disc über den IR-Geber auswirft, muss den D-03X nur zum Ein- und Ausschalten anfassen. Fast schade angesichts seiner haptisch angenehmen Knöpfe.

Verblüffend reife Performance

Zuweilen stelle ich mir in Hörtests vor, wie wohl jemand auf den Klang reagieren würde, der von einem betagteren Gerät der Produktkategorie auf das betreffende wechselt. So auch beim neuen Luxman-Player. Jede Wette, er wäre von der betont ausgewogenen, feinperligen und musikalischen Performance überrascht. Das konnten Player derselben beziehungsweise unterhalb der Klasse des Luxman – ich setze voraus, dass man beim Neukauf zugleich aufsteigt – vor zehn, 15 geschweige denn 20 Jahren einfach nicht.

STEREO hat eine: Die weltweit einzige MQAkodierte „Crystal Disc“, Jacinthas „Here‘s To Ben“, war über den Luxman-Player ein Hochgenuss.


Über die „Zoom“-Taste auf dem IF-Geber lassen sich die Titelnummer und Zeitangabe deutlich vergrößern und dann aus der Ferne ablesen (o.).


Wie viele moderne Player hat der D-03X neben digitalen Ausgängen auch solche Inputs (l.) für praktisch beliebige PCM- und DSD-Datenformate.


Das Laufwerk sitzt in einem stabilen „Tresor“, das potente Netzteil verfügt über einen kräftigen Trafo, und die Ausgangstufe ist diskret ausgeführt.


Dabei braucht’s für solcherlei Kunststücke weder MQA-CDs noch „echte“ Hochbit-Files. Bereits mit normalen CDs entfaltete der D-03X seinen Zauber: So leichtfüßig tänzelnd, behände und penibel sortiert, kommt Rafael Fragas „Terra Presa“ von der STEREO Hörtest-UHQCDIX nicht oft zu Gehör. Der faszinierend detailreiche Titel bildete einen in sich abgeschlossenen Klangkosmos.

Seine bewegliche Diktion hielt der Japaner auch im Bass bei und unterlegte Tokunbos „New June“ mit einem ebenso gehaltvollen wie sauber strukturiertem, munter pluckernden Fundament. Erstaunlich auch, wie mühelos sich das Spektrum von den Lautsprechern löste und hervorragend geordnet im Raum stand. Prima zu hören bei Eduard Strauss’ „Bahn Frei Polka“, die dazu gehörig auf die Tube drückte. Trotz ungehemmt sprudelnder Lebendigkeit und fein-wie grobdynamischer Finesse ist der Luxman aber kein Draufgänger. Vielmehr umhüllt seinen Vortrag eine noble, reife, ja, abgeklärte Aura, was ebenso für über die Digitaleingänge zugespielte Musik jeglichen Formats gilt.

Top mit MQA-„Crystal Disc“

Und was ist mit MQA? Hier bot sich dem D-03X die Gelegenheit, als Disc-Player noch einen Zahn zuzulegen. Wie immer hingen die Resultate stark von der Qualität der Aufnahme ab, weshalb sie letztlich bunt gemischt ausfielen. Einsamer Höhepunkt war der Auftritt von Jacinthas audiophiler Perle „Here’s To Ben“ als MQA-kodierte „Crystal Disc“. Durchhörbarkeit, Anmut und Schattierungsreichtum der aus Kristallglas gefertigten CD waren umwerfend. Dagegen hatte die „gewöhnliche“, ohne MQA-Kodex gefertigte UHQCD tatsächlich keine Chance.

Und das dürfte auch manch anderem Player gegen den Luxman so ergehen. Lange keinen aktuellen Top-Player mehr gehört? Na dann; hier wartet eine echte Überraschung!

STICHWORT

MQA
Ursprünglich von Bob Stuart, Mitbegründer des britischen Digitalspezialisten Meridian für das Streamen großer Formate bei geringen Bandbreiten entwickelt, kann das „Master Quality Authenticated“-System, das die zusätzliche Information in den ungenutzten Pegelreserven der oberen Frequenzlagen versteckt, auch in Verbindung mit der eigentlich nicht Hochbit-fähigen CD-Technik genutzt werden.

EINE FÜR ALLES

Was der schlichten Frontplatte fehlt, bietet die Metallfernbedienung. Darunter eine praktische Zehnertastatur zur Direktanwahl der Titel, eine Beschaltung der digitalen Ein-wie Ausgänge oder die „Zoom“-Taste zum Vergrößern der Display-Informationen.

TEST-GERÄTE

Medien-Spieler:
T+A MP3100HV/ MP1000E
Vor-/Endverstärker:
Accustic Arts Tube PreampII-MK2/ AmpII-MK4
Vollverstärker:
Audionet SAM 20 SE
Lautsprecher:
B&W 800 D3, DALI Epicon 6, Dynaudio Confidence 50
Kabel:
HMS Gran Finale (NF+LS)

DOPPEL-PACK

Die D/A-Wandler-Chips PCM1795 von Texas Instruments arbeiten kanalgetrennt im Differentialmodus, was etwaige Fehler minimiert.

UHQCDs MIT MQA

Fast alle von Universal Japan lancierten, aufwendig gefertigten „Ultimate High Quality CDs“ sind MQA-kodiert. Der Bremer Vertrieb Sieveking Sound holt sie nach Deutschland. Es gibt weit mehr als 200 Titel praktisch aller Genres, darunter auch je einen Pop-, Jazz- und Klassik-Sampler mit normalen CDs zum Vergleichen. Spielt man die MQA-Discs dem LD-03X digital zu, taktet dieser mit 352,8 Kilohertz (u.). Mehr Infos unter www.sieveking-sound.de