Lesezeit ca. 10 Min.
arrow_back

CD-REZENSIONEN


Logo von guitar
guitar - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 20.10.2022

LATINO/WESTERN/LO-FI

Artikelbild für den Artikel "CD-REZENSIONEN" aus der Ausgabe 11/2022 von guitar. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: guitar, Ausgabe 11/2022

Platte des Monats

Hermanos Gutiérrez El Bueno Y El Malo

(Easy Eye Sound/ Universal)

Lässiger als die beiden Herren von Hermanos Gutiérrez kann man die Genres Latino, Western und Surf kaum zusammenbringen. Die cineastische Musik der Brüder, die mit ecuadorianischen Wurzeln in der Schweiz aufgewachsen sind, verbreitet sich seit nun mehr fünf Alben wie eine warme Brise in den Clubs und Wohnzimmern rund um den Globus. Nun hat auch Dan Auerbach von The Black Keys die Band für sich entdeckt und in seinem Easy Eye Sound Studio in Nashville ein Album mit ihnen produziert. Auf einem der Tracks – süffisanterweise „Tres Hermanos“ genannt – ist Auerbach auch selbst mit eleganten Strat-Sounds zu hören. Das Duo, das ohne viele Effekte mit einer Halbakustik, einer Strat und gelegentlich einer Lap-Steel über ihre Reverbgetränkten Fender-Amps auskommt, besticht durch ihren einzigartigen Groove und ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 6,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von guitar. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 11/2022 von Neue Vintage-Träume. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neue Vintage-Träume
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von QR-CODES, PLAYALONGS & DOWNLOADS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
QR-CODES, PLAYALONGS & DOWNLOADS
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von Booklet. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Booklet
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von ROCKANTENNE 20 Jahre Tuff Stuff. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ROCKANTENNE 20 Jahre Tuff Stuff
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Auf Tour guiter präsentiert
Vorheriger Artikel
Auf Tour guiter präsentiert
ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT
Nächster Artikel
ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT
Mehr Lesetipps

... schafft dabei Landschaften, die einem sofort monumentale Leinwand-Landschaften aufs innere Auge zaubern. ist mit seiner minimalistischen und seelenvollen Ästethik eins der Gitarren-Alben des Jahres.

(phi)

METALCORE

Platte des Mo nats

Architects The Classic Symptoms Of A Broken Spirit

(Epitaph/Indigo)

Das Quintett aus Brighton hat die Form vom erst im Februar 2021 erschienenen Vorgänger For Those That Wish To Exist konserviert und liefert auf ihren nunmehr zehnten Studiowerk den derzeit zukunftsfähigsten Metalcore weit und breit. Wie keine andere Formation verstehen es die Architects moderne sowie ultrafett wummernde Riffs von Hauptsongwriter Josh Middleton mit mitreißenden und unter die Haut gehenden Melodien zu verschmelzen. Bestes Beispiel für diese einzigartige Rezeptur ist hier der Song „Deep Fake“ mit seinen chromatisch abfallenden Bends. Ähnlich umwerfend sind unter anderem „Tear Gas“, „Living Is Killing Us“ und „Doomscrolling“ geraten. Kein Track fällt in irgendeiner Form ab. Schlagzeuger Dan Searle durfte auf The Classic Symptoms Of A Broken Spirit noch mehr Beats und Synthies programmieren. Die Band setzt das jedoch stets sehr geschmackvoll ein. Die Anziehungskraft für jüngere Zielgruppen unter 35 dürfte das nur noch mehr erhöhen.

(lg)

ALTERNATIVE ROCK

Kill Strings Limbo

(MNRK/SPV)

Spannender Alternative-Rock muss schon längst nicht mehr von der Insel oder aus den Staaten importiert werden. Bestes Beispiel dafür sind die Hamburger-Jungs von Kill Strings. „Whatever It Takes“ gibt mit seinen Breitwand-Akkordzerlegungen klar die Richtung vor. Volltreffer wie das energische „Let Me Dream“ hat Kollegen wie den Killers oder Royal Republic Riff-technisch klar auf ihren letzten beiden Alben gefehlt. Und das herrlich melancholische „Orange Lillies“ mündet zum Refrain hin in einem saucoolen Synth-Groove – solche Radio-Hits brauchen die Charts! Dass die Band auch noch tanzbar rocken kann, beweisen die Norddeutschen eindrucksvoll mit dem catchigen Song (Riff-)„Monster“.

(mth)

POWER DOOM

Sahg Born Demon

(Drakkar/Soulfood)

Es ist kein Geheimnis, dass die Norweger Sahg Tony Iommis DNA Riff-technisch inhaliert haben. Von den doch recht proggigen Ausflügen der letzten Alben ist nicht mehr viel zu hören. Jetzt gibt es dafür ordentlich auf die Riff-Zwölf. Der Opener „Fall Into The Fire“ ist ein Statement in Sachen Uptempo-Doom, beim Titel-Song beweist Sänger und Gitarrist Olav Iversen, dass es nicht immer direkt einen riesen Chorus braucht, um alles zu sagen und das bedrohliche „Descendants Of The Devil“ ist ’ne echte Doom-Party-Granate samt catchy Chören. Iversens Gitarrensound ist im Trio der aktuellen Band-Konstellation zudem eines der livehaftigsten Gain-Magazine seit langem. Manchmal ist weniger eben mehr, wie sich bei Born Demon zeigt.

(mth)

VERY HEAVY METAL

Joe Lynn Turner Belly Of The Beast

(Mascot Label Group/ Music Theories Recordings)

Joe Lynn Turner hat mit vielen der großen Gitarristen zusammengearbeitet. Der neueste Sidekick heißt Peter Tätgren, der als Produzent, Rhythmusgitarrist und Bassist fungiert und das gemeinsame Projekt mit einem Sound versieht, der im Vergleich zu Joes Backkatalog deutlich an Härte zugelegt hat. Textliche Vorlage ist das Buch der Offenbarung, was sich durch Kirchenorgeln und Mönchschöre bemerkbar macht. Die Gitarrensoli stammen von zwei Kerlen namens Love Magnusson, der sehr nach JLTs altem Kumpel Yngwie klingt und Jonas Kjellgren, der stilistisch eher an Blackmore erinnert. Nix Neues also, nur Härte. Aber diese althergebrachte Spielweise ist auf Belly Of The Beast wirklich klasse ausgeführt.

(bjp)

CLASSIC-ROCK

Sammy Hagar & The Circle Crazy Times

(Universal / Universal Music)

Sammy Hagar, Vic Johnson, Michael Anthony und Jason Bonham schließen mit ihrer zweiten LP Crazy Times logisch an den superben Vorgänger Space Between (2019) an. Led-Zeppelin-artiger Classic Rock trifft auf Van-Halen-Stilelemente der Ära zwischen For Unlawful Carnal Knowledge (1991) bis Balance (1995) sowie eine Mischung aus Country und bluesigen Americana Rock. Mit dieser Vielseitigkeit punktet die All-Star-Combo auf voller Linie. Jeder Song zündet innerhalb von Sekunden und ist auf den Punkt komponiert, arrangiert und erdig produziert. Komischerweise fehlen auf der physischen Veröffentlichung der Kracher „2120“ und die Akustikversion der Halbballade „Father Time“.

(cf)

ROCK-SPACE-STONER-PROG

Black Space Riders We Have Been Here Before

(Black Space Records/ Cargo Records)

Einfach haben es sich die Münsteraner Rocker mit ihrem Stilmix aus Alternative-, Prog-, Post-, Psychedelic- und Stoner-Rock noch nie gemacht. Das ist aber auch gut so. Aus diesem Grund gibt es auf dem aktuellen Album beim Kopfhörerdurchlauf viel spannende Rockmusik zu entdecken. Egal ob wütender Abriss im Stile der Melvins („Trapped In An Endless Loop“), fließende Delay-Kaskaden beim sphärischen „Almost The Lost“ oder dem epischen „Queen Of Light“ hier gibt es in den 15 Stücken mit insgesamt 84 Minuten Spielzeit sehr viel Sound und vertonte (Saiten-)Emotion zu entdecken. Vinylfans dürfen sich übrigens auf eine Vierfach-LP-Version freuen. Stark.

(mth)

HARD-ROCK

Marco Mendoza New Direction

(Target Records / SPV)

Für seine neue Scheibe New Direction hat sich der ehemalige Whitesnake-, Thin-Lizzy- und The-Dead-Daisies-Bassist Marco Mendoza gemeinsam mit Soren Andersen (unter anderem Glenn Hughes, Mike Tramp) in den Medley Studios in Copenhagen verschanzt. Dabei hat das Duo alles auf eine Karte gesetzt. Es hagelt knackige Songs, bei denen Mendoza nicht nur auf den vier Saiten sondern auch am Mikrofon eine superbe Performance abliefert. Obwohl Marcos bisherige Soloalben allesamt grundsoliden Rock bieten, dürfte New Direction sein endgültiger Ritterschlag als Frontmann werden. Diese LP setzt die persönliche Messlatte in Punkto Feeling und Arrangements ein ganzes Eck höher.

(cf)

AOR/CLASSIC-ROCK

Hartmann Get Over It

(Sonic 11 Records)

Es gibt hierzulande nur eine Handvoll Gitarristen und Sänger, die die beiden Genres Album-Oriented-Rock und Classic Rock so inhaliert haben wie Oliver Hartmann. Die Hooklines sitzen, und seine Leadlines an der Gitarre sind dabei mindestens genauso geschmackvoll wie sein Riffing („What You Give Is What Your Get“ oder „One Step Behind“). Dabei bedient Hartmann aber zu keiner Sekunde bloß ein Genre-Klischee, sondern bricht hier gerne auch mal aus („The Gun“). Vielmehr legt er mit seinem aktuellen Album 11 starke Rock-Eigenkompositionen vor, die in Sachen Gitarrensound und Songwriting den Vergleich mit großen „Paten“ wie Foreigner, Surviver oder Whitesnake nicht scheuen brauchen.

(mth)

KEEPING-THE-BLUES-ALIVE

Joanne Shaw Taylor Nobody’s Fool

(KTBA/Rough Trade)

Wer sich fragt, warum sich das Blues-Genre einer nach wie vor großen Beliebtheit erfreut, der muss sich dringend Joanne Shaw Taylor zu Gemüte führen. Das lässige „Bad Blood“ könnte mit seinem leichtfüssigen Sound samt gediegener Licks gut den kommenden Tarantino-Streifen-Soundtrack veredeln. Das catchige „Just No Getting Over You (Dream Cruise)“ kommt mit seinem Rodes-Piano, funky Blues-Riffs und schneidigen Bläser sicher bald ins Radio. Die berühmten Gastauftritte von Produzent Joe Bonamassa („Won’t Be Fooled Again“), Dave Stewart („Missionary Man“) und Carmen Vandenberg („Figure It Out“) sind daher „nur“ cooles Zückerchen auf einer starken, modernen Rock- und Bluesscheibe.

(mth)

DESERT-ROCK

Black Mirrors Tomorrow Will Be Without Us

(Napalm Records)

Die Band Black Mirrors aus Brüssel macht unter der Leitung von Frontfrau und Sängerin Marcella Di Troia Rockmusik, die sich stilistisch am ehesten mit den Queens Of The Stone Age vergleichen lässt. Auf dem Album Tommorrow Will Be Without Us treffen groovende, leicht im Blues verankerte Riffs, die auch mal ziemlich heavy werden können, auf den Power-Rock-Gesang Di Troias, der allerdings leider oft etwas uninspiriert daherkommt. Die Americana-getränkte Akustikballade „Ode To My Unborn Child“ ist hier eine willkommene Abwechslung, arbeitet musikalisch jedoch mit allerhand abgegriffenen Klischees. Fans von grundsolidem Rock mit leichter Western-Ästhetik kommen womöglich trotzdem auf ihre Kosten.

(bw)

BLUES/R&B

Son Little Like Neptune

(Anti Records)

Eine erfrischende Mischung aus Blues, R&B und elektronischen Beats kreiert Son Little auf seinem neuen Album. Fans von The Roots, Gary Clark Jr. Oder auch Ayron Jones dürften hier aufhorchen. Seine Gitarre klingt mal staubtrocken, dann wieder in Effekten ertrinkend im Hintergrund, wie ein ganzes Orchester auf „What’s Good“ oder etwa bei „No Friend of Mine“ extrem stylisch mit oszilierendem Octa-Fuzz und Gate-Effekt. Dass der Mann die letzten Jahre durch eine persönliche Hölle mit Therapie-Aufenthalten und Entzugs-Programmen gegangen ist, hört man dieser durch und durch seelenvollen, lebensbejahenden und schönen Platte ein Glück überhaupt nicht an.

(phi)

HIGH-ENERGY-STONER-ROCK

Clutch Sunrise On Slaughter Beach

(Weathermaker Music)

Gut, dass sich die Kultband aus Maryland immer wieder am liebsten selbst überrascht. So treffen auf dem aktuellen Album sehr coole Uptempo-Arschtreter wie „Red Alert (Boss Metal Zone)“ auf Clutch-Groover wie „Slaughter Beach“ und psychedelische Jam-Monolithen wie „Skeletons On Mars“. Dabei agiert die Band wie immer als gut geölte Maschine, wenn es um Songs und Sounds geht. Tim Sult überrascht noch immer mit seinen unorthodoxen Leads und Single-Note-Riffs. Drummer Jean-Paul Gaster und Basser Dan Maines sind Groovemonster vor dem Herren. Dass an Neal Fallon ein Wanderprediger des Rocks verloren gegangen ist, ist eh klar. Fettes und kompakt-geiles Album.

(mth)

FOLK-POP

The Düsseldorf Düsterboys Duo Duo

(Staatsakt)

Die beiden Düsterboys Peter Rubel und Pedro Goncalves Crespi bringen seit 2018 beinahe jährlich ein wunderbar verqueres, zeitlos nostalgisches Album auf die Plattenteller. Zwei LPs haben sie mit ihrem lauteren Projekt International Music schon gemacht, dieses Jahr ist das Zweitwerk der klar im Folk der 60er-Jahre verwurzelten Düsterboys dran. Freunde verspielt ambivalenter Texte und ebenso simpler wie wunderschöner Instrumentierung, die trotz der Retro-Stimmung immer wieder zeitgenössische Stilmittel einbindet, kommen hier voll auf ihre Kosten. Somit präsentiert sich mit Duo Duo ein Album wie geschaffen für kalte Herbsttage und der damit einhergehenden Melancholie.

(bw)

NU-ROCK/METAL

Alter Bridge Pawns & Kings

(Napalm)

Alter Bridge liefern mit Pawns & Kings bereits ihr siebtes Studioalbum seit 2004 ab. Die Kreativität und der Fleiß des Quartetts um Mark Tremonti, Myles Kennedy, Scott Phillips und Brian Marshall sind bemerkenswert und der beachtliche Erfolg der Band ist völlig gerechtfertigt. Die zehn Titel, produziert von Michael Baskette, betreten zwar kein Neuland, präsentieren aber eindrucksvoll alle Qualitäten der Band in einer rundum überzeugenden Klangqualität. Der Fokus auf Pawns & Kings liegt bei mittleren Tempi und der typischen Kombination metallischer Riffs, ruhigen Passagen und diverser eingängiger Refrains. Kennedys Ausnahmestimme kommt bestens zur Geltung. Das Highlight des Albums ist zweifelsfrei der Titeltrack.

(uk)

DEUTSCHROCK/BLUESROCK

Wally Alles halb so wild

(Sunny Bastards)

In einer geschmacksicheren Mischung aus – Acchtung – Stoppok, The Gaslight Anthem, Social Distortion, Bruce Springsteen und den Rolling Stones rockt Wally (bekannt von Bands wie Bonsai Kitten, Psychopunch oder V8 Wankers) ordentlich los. Süffisante Texte mit jeder Menge humorvoller Gesellschaftskritik und Selbstironie paaren sich mit astreinen straighten und erdigen Rock-n-Roll-Gitarren. Eigentlich fehlt nur noch das passende deutschsprachige Milieu- oder Roadmovie in der Manier von Peter Torwarth, für den dieses feine Album den perfekt passenden Soundtrack liefern würde. Alles halb so wild strotzt vor Spielfreude: Da ist Blues drin, da ist Rock drin, da ist Punk drin und vor allem auch jede Menge authentischer Alltags-Spaß.

(phi)

POST-HARDCORE

Brutus Unison Life

(Hassle Records/Cargo)

Das belgische Power-Trio Brutus klingt auf dessen drittem Album epischer denn je. Die kraftvollen Vocals von Frontfrau und -trommlerin (immer wieder Hut ab für diese Kombination) Stefanie Mannaerts kommen auf der neuen Platte besonders gut zur Geltung. Das liegt neben dem im Vergleich zu den Vorgängern eingängigerem Songwriting auch an der klareren und zugleich wuchtigeren Produktion, von der auch der treibende Bass und die vor Reverb nur so triefende Gitarre enorm profitieren. Die Band überbietet sich mit donnernden Crescendos auf beinahe jedem Song zu dem im Genre erwünschten kathartischen Effekt. In der richtigen Stimmung toll – ansonsten eventuell auch etwas ermüdend.

(bw)

BLUESROCK

Jimmy Hall Ready Now

(KTBA Records/ Roughtrade)

Das neue Album von Blues-Rock-Legende Jimmy Hall – bekannt etwa von den Jeff-Beck-Alben Flash und gut 30 jahre später Live+ sowie Live At The Hollywood Bowl – fetzt mit mächtigen Gitarren-Soli und astreinen, Hammondund Honky-Tonk-Piano getränkten Sounds los. Das passt ideal zur bestens geölten Stimme des Altmeisters, dessen Timbre irgendwo zwischen BB King, Tom Jones und Joe Bonamassa tönt. So ist es auch kein Wunder, dass Joe Bonamassa zusammen mit Josh Smith das Album produzierte. Neben Gastbeiträgen der beiden Saitenvirtuosen finden sich auch geschmackssichere Beiträge von Warren Haynes und Jared James Nichols. Ein wirklich erstklassiges Album – nicht nur für Blues-Fans!

(phi)

METALCORE

Never Back Down Downfall

(Eigenvertrieb)

Auf ihrem mittlerweile dritten Longplayer zeigt sich die Band aus Heinsberg, die bereits mit Our Mirage, Landmvrks oder Walls of Jericho auf der Bühne Stand, so stark wie noch nie zuvor. Nicht nur nimmt man sich solcher Themen wie Existenzängsten, Verlust und Einsamkeit an – es werden auch Lösungsansätze geboten, zum Beispiel durch Themen wie Freundschaft oder der Überwindung von toxischen Gefühlswelten. Produziert von Timo Bonner pushte sich die Band auch musikalisch weiter und bietet neben einem facettenreichen Gesang auch elegante Gitarensoli wie in „Marigold“ oder „Nullity“, während man bei „Karma“ meterdicke Riffwände und bei „Wrath“ extrem wütende Gitarren auffährt.

(phi)

COUNTRY

American Aquarium Chicamaconico

(Losing Side/Thirty Tigers)

American Aquarium bieten Musik in der Tradition von The Revival Tour, Chuck Ragan und Brian Fallon, würzen ihr Rezept aber auch mit einer deutlichen Schippe Alternative Country im Stile von Chris Stapleton. Produziert von Brad Cook (Nathaniel Rateliff, Ani Di Franco, Brent Cobb) klingt die Band aktuell etwas melancholischer als gewohnt. BJ Barhams Gesang und Akustikgitarre steht auf Chicamaconico stark im Vordergrund. So bietet das Album eher tröstende Musik für späte Abendstunden – stilecht mit einem Glas Whiskey auf dem Beistelltisch. Für die Playlist an einem sonnigen Tag – nüchtern im Auto – bietet sich wiederum der Radio-Kracher „All I Needed“ an, der sich unverständlicherweise ganz am Schluss des Albums findet.

(phi)

GOTHDOOM ROCK/HARD METALROCK

The Cult Under The Midnight Sun

(Black Hill / Membran)

Standen die letzten Live-Konzerte der altehrwürdigen britischen Band vor der erzwungenen Pandemie-Pause noch verstärkt unter Storm und im Zeichen des Arena- und Breitbein-Hard-Rock von Sonic Temple und Electric, besinnen sich Sänger Ian Astbury und Gitarrist Billy Duffy auf ihrem elften Studioalbum auf ihre urbritischen Achtziger-Anfänge im tonalen Trockennebel-Dunstkreis von Gothic-, Post-Rock und Psychedelia. Dabei verleiht Produzent Tom Dalgety (Pixies, Ghost, Clutch) den acht atmosphärisch-spirituellen Songs eine von The Cult länger nicht gehörte Sound-Stringenz sowie eine schon fast ätherisch anmutenden Aura. Ein stattliches Alterswerk von The Cult in ihrem 29. Bestehensjahr.

(fth)