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Celonis präsentiert neue Process-Mining-Generation


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Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 47/2022 vom 18.11.2022
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Bildquelle: Computerwoche, Ausgabe 47/2022

Auf der Anwenderkonferenz Celosphere in München präsentierte der Execution-Management-Spezialist mit Celonis Process Sphere ein neues Werkzeug, das eine multidimensionale Ansicht mehrerer Unternehmensabläufe in ihrem Zusammenhang ermöglichen soll. Das Unternehmen verspricht, dass sich damit Ineffizienzen, aber auch Potenziale rund um Prozesse erkennen und beseitigen lassen.

„Wir haben Process Mining noch einmal neu erfunden“, gab sich Alexander Rinke, Co-CEO und Mitgründer des erfolgreichen Startups, im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE selbstbewusst. Man konzentriere sich nun nicht mehr nur auf einzelne Unternehmensprozesse wie Einkauf oder Verkauf, sondern auf den Zusammenhang mehrerer Abläufe in bestimmten Unternehmensbereichen („Spheres“) oder über ganze Lieferketten hinweg. „Wir machen sozusagen den Schritt vom Röntgenbild zur Magnetresonanztomographie“, sagte Rinke und sprach von einem ...

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... „multidimensionalen Process Mining“.

Celonis will gegenseitige Abhängigkeiten in Geschäftsprozessen sichtbar machen

Mit Process Sphere sollen Kunden demnach nicht nur ihre Geschäftsabläufe durchleuchten, sondern auch die miteinander verknüpften Elemente darin erkennen, um eine umfassendere Perspektive zu gewinnen. Es würden nun auch solche Prozessschritte und Prozesse zusammengefügt, die bisher in der Analyse nicht miteinander verknüpfbar waren. So ließen sich Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen Geschäftsaktivitäten aufzeigen, hieß es.

Für Celonis-Kunden bedeutet das, sie können ihre End-to-End-Lieferketten miteinander verbinden und beispielsweise die Beziehungen zwischen Auftrags-, Rechnungs- und Lieferabläufen analysieren und optimieren. Laut Rinke lässt sich etwa feststellen, ob Zahlungen an Lieferanten zu spät oder zu früh erfolgten und wie sich eine solche Ineffizienz auf andere Bereiche im Unternehmen und auch auf die Kunden auswirke.

Business Miner – ein Analysetool für den Endanwender

Die zweite Ankündigung, der Celonis Business Miner, richtet sich an Endanwender, die ihre Geschäftsprozesse selbständig analysieren und sich dazu im Team mit anderen austauschen wollen – ohne dafür technisches Fachwissen zu benötigen. Es handelt sich um eine Arbeitsumgebung, in der Business User hinter die Kulissen blicken und in ihren ERP-, CRM und Supply-Chain-Management-Systemen Prozessverbesserungen identifizieren können. Laut Celonis geht es darum, dass viele Mitarbeitende im Unternehmen versteckte Potenziale in den Abläufen aufstöbern und diese, in einer kollaborativen Arbeitsumgebung gemeinsam mit anderen, beheben können.

Mit dem System sollen sich auch technisch unbedarfte Business-Anwender schnell zurechtfinden, so Rinke. Die Anwendung basiere auf einem Frage-Antwort-Verfahren, das schnelle Erkenntnisse liefere. Demnach bekommen beispielsweise Anwender aus der Finanzabteilung Antworten auf Fragen wie: „Wie hoch ist meine Vorfälligkeitsquote?“ oder „Wo kann ich am besten 500 Millionen Dollar an Cashflow freisetzen?“ Prozessoptimierung werde zum „Teamsport“, heißt es bei Celonis, sämtliche Anwender im Unternehmen könnten als Mitspieler einbezogen werden.

Kooperation mit Emporix verspricht mehr Flexibilität im B2B-Handel

Eine weitere Ankündigung auf der Celosphere betrifft eine enge Zusammenarbeit mit dem auf den B2B-Handel konzentrierten E-Commerce-Spezialisten Emporix, mit dem gemeinsam die „Emporix Commerce Execution Platform“ (Emporix CXP) vorgestellt wurde. Das Duo verspricht Emporix-Kunden eine Plattform, die mehr Flexibilität liefern soll. Bei Änderungen in der Kundennachfrage, im Lagerbestand sowie im Liefer- und Erfüllungsstatus reagierten Anbieter oft zu langsam. Sie arbeiteten mit statischen Portalen und Modellen, die Verkäufer und Käufer in eine vorgegebene Abfolge von Zugängen, Entscheidungen und Genehmigungen zwinge. Doch Geschäftsziele und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern sich ständig, dieser Dynamik werde zu wenig Rechnung getragen.

Celonis Labs, die 2021 gegründete Forschungseinheit des Unternehmens, hat daher zusammen mit Emporix eine Plattform entwickelt, die dem B2B-Handel erlauben soll, schneller auf die ständigen Abweichungen und Änderungen auf Käufer- wie auf Verkäuferseite zu reagieren. Mit Emporix CXP sollen Nutzer die Interaktionen ihrer Endkunden auf ihrer Handelsplattform in Echtzeit überprüfen können, indem sie Signale erkennen, die durch Prozessintelligenz generiert werden. Zudem könnten sie simulieren, wie sich Kunden abhängig von sich ändernden Faktoren wie Preisanpassungen, Werbung oder Veränderungen im Produktportfolio innerhalb der Emporix CXP verhalten werden.

Mehr Termintreue im B2B-Handel

Den Anbietern zufolge setzt die Plattform bei typischen Problemen in der Lieferkette an. Wird festgestellt, dass ein Produkt voraussichtlich nicht rechtzeitig geliefert werden kann, gibt die Software auf Basis von Realtime-Daten Empfehlungen ab, die etwa Terminänderungen, Stornierungsraten, On-Time-Raten oder Deckungstage betreffen können. Während des Kaufvorgangs steht das System dabei in ständiger Interaktion mit dem Kunden.

Emporix und Celonis stellen in Aussicht, dass Bestellungen damit bei unveränderten Kosten pünktlicher geliefert werden können. Die Termintreue führe zu einer höheren Zufriedenheit der Kunden und mehr Umsatz. Die Plattform sei lernfähig und passe sich ständig den sich verändernden Gegebenheiten an. Sie enthalte eine Reihe von intelligenten Commerce-Modulen für Zahlungsunterstützung, Bestandsoptimierung, Auftragsanpassung und Verkaufsberatung. Die Kunden könnten dabei ihre individuellen Commerce-Module definieren und modellieren, um die Anforderungen ihres Unternehmens zu erfüllen.

Mehr zu Process Mining

• Die besten Werkzeuge Sechs Lösungen mit KI-Unterstützung, die Unternehmen dabei unterstützen sollen, ihre Prozesse zu verstehen.

• Ein Pionier im Interview Wil van der Aalst, Pionier in Sachen Geschäftsprozess-Management erklärt, was Process Mining bringt.

• Celonis-Gründer im Podcast Bastian Nominacher, neben Alexander Rinke und Martin Klenk Gründer von Celonis, im COMPUTERWOCHE-Podcast.

Apps für das Nachhaltigkeitsmanagement

Eine weitere Ankündigung auf der Celosphere betrifft das Thema Nachhaltigkeit: Gemeinsam mit den Partnern Climatiq, Ecovadis und Integrity Next haben die Münchner zwei neue Applikationen entwickelt, die Kunden dabei helfen sollen, ihre CO2-Emissionen zu verringern und die Nachhaltigkeit in ihrer Lieferkette zu verbessern, indem Prozessineffizienzen abgebaut werden.

Zusammen mit den Berlinern von Climatiq präsentierte Celonis eine App, mit der sich Emissionen im Versand reduzieren lassen sollen. Dazu haben die Unternehmen die „Climatiq Carbon Calculation Engine“ in das Execution-Management-System (EMS) von Celonis integriert. Kunden können damit die Umweltbelastung durch Sendungen in Echtzeit berechnen, wobei Reportings genutzt werden, um den Branchestandards zu entsprechen. Die App ermöglicht das automatisierte Erfassen von CO2-Emissionen, indem sie die Sendungsdaten im IT-System eines Unternehmens heranzieht. Kunden sollen so feststellen können, an welchen Stellen ihre Logistik CO 2einsparen kann.

Zusammen mit Ecovadis, dem Anbieter einer Plattform für Nachhaltigkeitsratings, und Integrity Next, einem Spezialisten für ESG-Risikomanagement, kündigte Celonis die „Sustainable Spend Management App“ an. Die Anwendung gibt es bei Ecovadis und Integrity Next in verschiedenen Varianten, die derzeit als Betaversionen bereitstehen.

Die für Integrity Next entwickelte Version lässt sich in dessen Monitoring-System integrieren und ermöglicht es Unternehmen, die Einhaltung internationaler Nachhaltigkeitsstandards und -vorschriften in der Lieferkette zu überwachen. Dabei werden etwaiges Fehlverhalten von Lieferanten genauso wie Reputationsrisiken automatisch angezeigt. Maßnahmen zur Verbesserung können laut Celonis direkt ausgelöst und dokumentiert werden. Unternehmen können damit also überwachen, ob sich Lieferanten an Nachhaltigkeitsregeln halten und das Risiko senken, gegen ESG-Risiken (ESG = Environment, Social, Governance) zu verstoßen.

Mit Ecovadis arbeitet Celonis zusammen, um Nachhaltigkeits-Scorecards von Lieferanten in das Celonis-EMS zu integrieren und so die Zulieferer nach Nachhaltigkeitskriterien zu priorisieren. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einkauf erhalten damit eine Datenquelle, um die Nachhaltigkeit von Lieferanten zu überwachen, zu priorisieren und möglichst effizient zu steuern.

Ergo wird Versicherungspartner

Last, but not least nutzte Celonis die Hausmesse, um eine strategische Partnerschaft mit der Ergo Group anzukündigen. Die Unternehmen wollen die Prozesse im Versicherungskonzern analysieren und optimieren, außerdem soll Ergo Celonis dabei helfen, sein EMS-System für die Versicherungswirtschaft zu optimieren. Ergo will neue Funktionen sparten- und länderübergreifend testen. Zudem haben die Münchner in ihrer Sparte Digital Ventures eine Process-Mining-Einheit gegründet, die die Lösung von Celonis einführen soll. Jeder Fachbereich im Unternehmen werde seine Prozesse autonom und in Echtzeit überwachen und optimieren können, freute sich Mark Klein, Chief Digital Officer von Ergo.