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CEO Bill McDermott verlässt SAP – Morgan und Klein übernehmen als Co-CEOs


Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 44/2019 vom 21.10.2019

Überraschend ist Bill McDermott von seinem Chefposten bei SAP zurückgetreten. Nach den Abgängen in den ersten Monaten des Jahres nimmt damit der Generationswechsel an der Spitze des Softwarekonzerns deutlichere Konturen an. Die Führung übernehmen die Vorstandsmitglieder Jennifer Morgan und Christian Klein als Co-CEOs.


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Bildquelle: Computerwoche, Ausgabe 44/2019

SAP schreibt Wirtschaftsgeschichte: Jennifer Morgan ist die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns. Doch sie ist nicht allein: Christian Klein, mit 39 Jahren der jüngste Manager, der es jemals auf den Chefsessel eines Dax-Unternehmens geschafft hat, soll zusammen mit Morgan ein ...

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... Führungs-Duo bilden.
Morgan ist Vertriebsspezialistin, während Klein aus der Technik kommt. Unter ganz ähnlichen Voraussetzungen waren 2010 ihre Vorgänger Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe gestartet.

Ich bin dankbar dafür, einem der weltweit besten Unternehmen vorzustehen“, sagte der 58-jährige Manager zum Abschied. „Jetzt ist der Moment gekommen, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“ Was darin zu lesen sein wird, wollte McDermott indes noch nicht verraten. Er blickt zufrieden auf seine Zeit bei SAP zurück. „Wenn man bedenkt, was dieses Unternehmen in den letzten zehn Jahren erreicht hat – wo wir damals waren und wo wir heute sind –, dann überkommt mich großer Stolz.“

SAP-Gründer und Vorsitzender des Aufsichtsrats Hasso Plattner bedankte sich bei dem scheidenden CEO. „Ohne Bill McDermott wäre SAP nicht das Unternehmen, das es heute ist.“ Der US-Manager habe maßgeblich zum Erfolg beigetragen – zum Beispiel als die treibende Kraft in Richtung Cloud. Von dieser Weichenstellung werde das Wachstum von SAP noch viele Jahre profitieren. „Wir danken ihm für alles, was er für SAP getan hat.“

Als Nachfolger bestimmte der Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung die beiden Vorstandsmitglieder Jennifer Morgan und Christian Klein. McDermott soll bis Ende des Jahres in einer beratenden Rolle bei SAP bleiben und so einen reibungslosen Übergang gewährleisten. Er sprach davon, das Unternehmen damit in die Hände der nächsten Generation zu übergeben. „Ich bin zuversichtlich, dass Jennifer und Christian hervorragende Arbeit leisten werden, und freue mich darauf, sie in den verbleibenden Wochen des Jahres 2019 zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, den Grundstein für 2020 und die folgenden Jahre zu legen.“

Doppelspitze hat Tradition bei SAP

Chefaufseher Plattner gratulierte den neuen Co-CEOs, die offensichtlich im Rahmen eines Nachfolgeplans schon länger auf diese Rolle vorbereitet worden waren: „Bereits vor einem Jahr haben Bill McDermott und ich beschlossen, die Aufgabenbereiche der beiden zu erweitern und sie somit gründlich auf eine Führungsrolle an der Unternehmensspitze vorzu-bereiten.“ Beide verfügten über die Fähigkeiten und die Vorstellungskraft, um SAP in die nächste Wachstums-und Innovationsphase zu führen. „Jennifer Morgan und Christian Klein ergänzen sich perfekt und werden starke Co-CEOs sein“, sagte der 75-Jährige. Dieses Führungsmodell habe sich bei SAP bereits bewährt. Neben dem Duo McDermott und Jim Hagemann Snabe hatte Plattner selbst bis 2003 den Konzern einige Jahre gemeinsam mit Henning Kagermann geführt.

Morgan und Klein verfügen über jahrzehntelange Erfahrung in der Branche für Unternehmenssoftware. Morgan arbeitet seit 2004 bei SAP und war zuletzt Präsidentin der Cloud Business Group. In dieser Funktion leitete sie die Bereiche Qualtrics, SuccessFactors, Ariba, Fieldglass, Customer Experience und Concur. Sie gehört dem SAP-Vorstand seit 2017 an. Klein begann seine Karriere bei SAP vor 20 Jahren als Student. Zuletzt bekleidete er die Rolle des Chief Operating Officer (COO). Darüber hinaus leitete er die Produktentwicklung für das ERP-Flaggschiff SAP S/4HANA. Er sitzt seit 2018 im Vorstand.

Der überraschende Rücktritt McDermotts ist der Höhepunkt der personellen Turbulenzen im hohen Management der Walldorfer. Anfang des Jahres hatte Technikvorstand Bernd Leukert SAP den Rücken gekehrt. Im April verließ mit Robert Enslin ein weiterer langgedienter Manager den Softwarekonzern. Er heuerte kurze Zeit später bei Google an. Enslins Bereich, die Cloud Business Group, übernahm die jetzt zum CEO berufene Morgan. Insgesamt vollzieht sich in der SAP-Führung ein Generationswechsel. Das Technikressort im SAP-Vorstand übernahm der 37-jährige Jürgen Müller. Die neuen SAP-Chefs sind 48 (Morgan) und 39 Jahre (Klein) alt. Und auch die graue Eminenz bei SAP, Hasso Plattner, hat bereits ihren Rückzug angekündigt. Plattners Aufsichtsratsmandat läuft noch bis 2022. Danach soll Schluss sein, gab der SAP-Mitgründer vor kurzer Zeit bekannt.

Die SAP-Kunden waren von dem Wechsel an der SAP-Spitze nicht vorab informiert. „Bill McDermotts Rücktritt hat uns überrascht. Wir wünschen ihm alles Gute für seine kommenden Aufgaben und danken ihm für den gemeinsamen Weg“, kommentierte Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), die Umstrukturierung. Er beglückwünschte Christian Klein zu seiner neuen Rolle. „In seiner Ernennung sehen wir eine Stärkung des Heimatmarkts der SAP. Wir haben Christian Klein in der bisherigen Zusammenarbeit als dialogbereiten, kundennahen Gesprächspartner erlebt und freuen uns darauf, die Zusammenarbeit im Sinne der SAP-Anwender im deutschsprachigen Raum weiter zu intensivieren.“ Eine Doppelspitze sehen die Anwendervertreter als Zeichen für eine modernere Führungskultur. „SAP stellt damit die Weichen für die Zukunft und erneuert sich auch in der Führung.“

Die erste Bewährungsprobe kommt bald

Die SAP-Spitze wird sich bereits in wenigen Wochen der ersten Feuertaufe stellen müssen. Mitte November hat das Unternehmen einen außerordentlichen Investorentag anberaumt, um die Leitlinien der künftigen Strategie darzulegen. Dort wird SAP unter anderem aufzeigen müssen, wie es gelingen soll, in den kommenden Jahren die Gewinnmarge zu steigern. Aufmerksamer Zuhörer wird der als aggressiv und unbequem geltende US-Investor Paul Singer sein, der sich mit seinem Hedgefonds Elliott im Frühjahr 2019 mit über einer Milliarde Dollar bei SAP eingekauft hat.

McDermott hatte die Finanzmärkte mit seiner Strategie nicht mehr völlig überzeugt. Der Vertriebsexperte hatte den Softwarekonzern klar auf Cloud-Kurs getrimmt. Dabei gerieten die Margen zunehmend unter Druck, da Cloud-Software zwar für kontinuierlich sprudelnde Einnahmen sorgt, aber nicht so hohe Margen abwirft wie klassische Lizenzen. Gerade die aus dem Lizenzgeschäft resultierenden Wartungseinnahmen sind für Softwarekonzerne äußerst rentabel.

Um seine Cloud-Strategie zu forcieren, hatte McDermott in den vergangenen Jahren einige Anbieter zugekauft, darunter Unternehmen wie SuccessFactors, Concur, Fieldglass und zuletzt im November 2018 Qualtrics. Dabei sorgten die aufgerufenen Preise teilweise für Erstaunen. Für Concur, einen Anbieter von Diensten für Reisekostenabrechnungen in der Cloud, legte SAP 2014 rund 8,3 Milliarden Dollar auf den Tisch – die teuerste Akquisition der Firmengeschichte. In den Kauf von Qualtrics, einem Spezialisten für Experience-Management, investierte SAP acht Milliarden Dollar. Viele Experten kritisierten diese Summen als überhöht und nicht gerechtfertigt.

SAPs Cloud-Geschäft legt stark zu

Im Ende September 2019 abgelaufenen dritten Quartal des Geschäftsjahrs meldete SAP Cloud-Erlöse von knapp 1,8 Milliarden Euro, eine Steigerung von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dagegen gingen die Lizenzeinnahmen leicht um ein Prozent auf 930 Millionen Euro zurück. Größter Umsatzbringer bleibt die klassische Softwarewartung. Dieser Posten wuchs um fünf Prozent auf gut 2,9 Milliarden Euro. Insgesamt verbesserten sich die Einnahmen zwischen Juli und September 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf fast 6,8 Milliarden Euro. Der Gewinn stieg sogar um 30 Prozent von 0,97 auf 1,26 Milliarden Euro.

McDermott kann sich also mit guten Zahlen aus Walldorf verabschieden. „Die SAP setzt ihren Wachstumskurs mit voller Kraft fort. Unsere eindrucksvolle Umsatz-und Ergebnisentwicklung erfüllen mich mit Stolz“, sagte der Manager. „Vor uns liegt eine fantastische Zukunft.“

Wissenschaftler Monta Elkins: Hardware-Hacks via Mikrochip sind einfach und kosten keine 200 Dollar

Spionagechips auf einem Mainboard anzubringen ist kein großes Ding – sagt der Wissenschaftler Monta Elkins.


Der Sicherheitskonferenz „CS3sthlm“, die am 21. Oktober 2019 in Stockholm beginnt, dürfte größere öffentliche Aufmerksamkeit zukommen: Dort wird der Wissenschaftler Monta Elkins laut dem Magazin „Wired“ einen Hardware-Hack vorführen, der es in sich hat. Elkins wird anhand eines Proof of Concept demonstrieren, mit welch geringen Fähigkeiten und Mitteln Kriminelle in der Lage sind, kaum sichtbare Spionagechips auf Mainboards anzubringen und sich einen Backdoor-Zugang zu Enterprise-Systemen zu verschaffen.

Schon vor gut einem Jahr hatte der Nachrichtendienst „Bloomberg“ behauptet, Konzerne wie Amazon oder Apple verwendeten Server mit manipulierten Motherboards, über die sich chinesische Hacker Zugang zu den Systemen verschaffen könnten. Damals sprach der US-Geheimdienst NSA von einem Fehlalarm, Bloomberg musste einigen Spott über sich ergehen lassen.

Mikroskop, Lötkolben, Chip

Nun aber will Elkins der Öffentlichkeit zeigen, wie Kriminelle mit nicht einmal 200 Dollar teurem Equipment – einem kleinen Mikroskop, einem Lötkolben und einem rund zwei Dollar teuren Chip – Enterprise-Systeme manipulieren können. Er selbst sei bei einer Cisco-ASA-5505-Firewall erfolgreich gewesen, darin habe er einen Chip platziert, über den sich die Einstellungen der Firewall verändern ließen. So könnten entfernte Angreifer die volle Kontrolle über das System übernehmen. „Das ist weder magisch noch unmöglich, ich konnte das in meinem Keller tun. Und es gibt viele Leute, die noch viel schlauer sind als ich“, sagte Elkins. Er könne die Konfiguration der Firewall beliebig ändern und mit etwas Reverse Engineering wäre es aus seiner Sicht auch möglich, die Firmware neu zu programmieren. Dann könne die Firewall zum Ausgangspunkt für einen perfekten Spionageangriff auf das gesamte Netz werden.

Telekom bringt 4500 neue LTE-Antennen ins Netz und testet 5G-Infrastruktur beim Berlin-Marathon

Fast alle Menschen können heute schnellen Mobilfunk nutzen – nur leider nicht überall, und das wird sich auch nicht ändern


Laut Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie der Telekom Deutschland, drückt der Carrier bei der mobilen Vernetzung aufs Tempo: Zwischen Juni und August diesen Jahres seien fast 4500 LTE-Antennen angeschlossen worden, alle zwei Stunden habe die Telekom im Schnitt eine neue Antenne installiert. Dabei seien 200 Mobilfunkstandorte neu gebaut worden, über 1300 Standorte hätten zusätzliche Antennen erhalten.

Die Bonner berichten, dass die „Abdeckung der Bevölkerung mit LTE“ nun 97,9 Prozent betrage. Das allerdings sagt nichts über die Fläche aus, die heute mit dem schnellen Mobilfunk abgedeckt ist. Auch in Zukunft wird der 4G-Mobilfunk nicht alle dünn bevölkerten Regionen erreichen. Am stärksten wurde der Ausbau in den vergangenen drei Monaten in Bayern mit 433 zusätzlichen Standorten vorangetrieben. Es folgen Nordrhein-Westfalen mit 214 Standorten vor Schleswig-Holstein (213 Standorte).

Auch für die 5G-Zukunft sieht Goldenits die Telekom gut gerüstet: „Drei Viertel unserer knapp 30.000 Standorte sind 5G-ready.“ Beim Berlin-Marathon hatte der Konzern einen ersten „Uplink-Test“ vorgenommen, um das Aussenden hochwertiger Fernsehbilder zu testen. Gemeinsam mit Infront Productions optimierte der Carrier an der Halbmarathon-Marke einige 5G-Standorte für den Video-Upload. Dazu wurden 5G-fähige Smartphones als Modems auf den professionellen Kameras platziert. Sie transportierten in hoher Qualität und ruckelfrei Kamerabilder über das 5G-Netz der Telekom zur Bildregie. Die Testbilder wurden in die Live-Berichterstattung eingespielt. Live-Übertragungen könnten in Zukunft viel einfacher und billiger werden, so die Hersteller.

Erratum

Auf Seite 28 der letzten Ausgabe haben wir irrtümlich eine falsche Bildunterschrift abgedruckt. Der korrekte Text lautet: Florian Jörgens ist Chief Information Security Officer (CISO) bei der Kölner LANXESS Deutschland GmbH. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen!

Die Zahl der Händler auf Amazon.com explodiert – doch Konsumenten zahlen dort oft höhere Preise

98 von 100 Waren fand die Verbraucherzentrale NRW in anderen Shops billiger als auf dem Amazon-Marktplatz.


w.idg.de/2oLuvA5

Eine internationale Studie von Market Pulse zeigt, dass sich seit dem 1. Januar 2017 an jedem Tag 3317 neue Händler auf den insgesamt 16 Online-Marktplätzen von Amazon weltweit angemeldet haben. Seit diesem Stichtag sind 3,3 Millionen neue Third-Party-Verkäufer in das Amazon-Ökosystem eingetreten – zwei neue Verkäufer pro Minute.

Allerdings sind die meisten Newcomer bislang noch nicht aktiv geworden. Insgesamt zählt Amazon derzeit 2,8 Millionen aktive Verkäufer, davon 1,1 Millionen in den USA. Die Mehrheit von ihnen ist schon seit Jahren auf der Amazon-Plattform und hat sich dort behauptet – trotz wachsender Konkurrenz, sich ändernder Amazon-Gebühren und der Zunahme von Firmen, die den Kanal für den Direktverkauf ihrer Produkte nutzen.

Mehr Powerseller

Lag 2016 die Zahl der Verkäufer mit Jahreserlösen von 100.000 Dollar oder mehr noch bei 100.000, so stieg der Anteil dieser Powerseller im vergangenen Jahr schon auf 200.000. Im letzten Jahr meldeten 25.000 Verkäufer sogar Umsätze von mehr als einer Million Dollar auf Amazon-Marktplätzen. Im Jahr davor hatten noch 20.000 Händler eine solche Erfolgsbilanz gezogen.

Mehr als die Hälfte der seit Anfang 2017 hinzugewonnenen Verkäufer konnte Amazon in den USA, Großbritannien und Indien begrüßen. Allein in den Staaten zählte der E-Commerce-Gigant in den vergangenen 1000 Tagen über eine Million neue Verkäufer. In Indien waren es knapp 400.000 und im Vereinigten Königreich rund 300.000.

Wie die Verbraucherzentrale NRW feststellte, liegen die Preise von Produkten, die über den Amazon Marketplace angeboten werden, oft erheblich über denen von anderen Online-Shops. Deshalb empfehlen die Verbraucherschützer vor dem Kauf einen Preisvergleich.

Wissenschaftler wollen Supercomputer mit magnetischen Schwingungen in Bakterien rechnen lassen

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Magnetospirillum gryphiswaldense. Im Innern des Bakteriums sind die Kügelchen mit nur wenigen Nanometern Durchmesser zu erkennen.


Prozessoren aus speziellen Bakterien könnten bei gleicher Größe erheblich mehr Daten verarbeiten als ihre Pendants aus herkömmlichem Silizium, wollen Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität DuisburgEssen (UDE) herausgefunden haben. Das funktioniert mit Hilfe besonderer Innereien, über die diese Einzeller verfügen. Beispielsweise sitzen im Bakterium „Magnetospirillum gryphiswaldense“ kleine magnetische Kügelchen mit nur 30 Nanometern Durchmesser, aufgereiht wie an einer Perlenschnur. In der Natur dienen sie dem Organismus zur Orientierung im Erdmagnetfeld.

Wissenschaftler rund um Benjamin Zingsem aus der UDE-Arbeitsgruppe „Struktur und Magnetismus nanoskaliger Systeme“ haben diese Bakterien verschieden starken Magnetfeldern aus unterschiedlichen Richtungen ausgesetzt und dabei magnetische Schwingungen, sogenannte „Magnonen“, in den Kugelpartikeln erzeugt. Dabei fiel ihnen auf, dass Bakterien, denen ein bestimmtes Protein fehlt, gekrümmte und verästelte Ketten ausbilden, die wie logische Schaltungen funktionieren: „Regt man mehrere Magnetschwingungen an, die verschiedene Informationen tragen, so ergibt sich in den Magnonen eine neue Schwingung, deren Information eine logische Verknüpfung der ursprünglichen Schwingungen ist“, erklärt Zingsem. Der Forscher zählt eine Reihe von Vorteilen von Prozessoren auf Bakterienbasis auf: Da diese nicht mit elektrischem Strom arbeiteten, müssten sie auch nicht gekühlt werden. Das spare viel Energie und ermögliche deutlich komplexere Prozessoren. „Man könnte dadurch etwa eine Million Mal mehr Schaltungen als bisher in einem Prozessor unterbringen“, so der Physiker. Ein einzelner Computer könnte damit so leistungsfähig werden wie ein menschliches Gehirn.

Von einem Bakteriencomputer ist man indes noch weit entfernt. Derzeit geht es darum, solche Systeme mit konventionellen Methoden anzusteuern: „Wir arbeiten daran, derartige Systeme mit Daten zu füttern und die Ergebnisse verlässlich auszulesen.“ Zingsem ist zuversichtlich: Eine Integration in konventionelle Elektronik sei nur eine Frage der Zeit.

Wer sich auf Supercomputer mit bakteriellem Antrieb verlässt, sollte sich auf allerlei Infektionen gefasst machen.


Fotos: SAP

Foto: Universität Duisburg-Essen