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CEO-RANKING: DIE 100 BESTEN CEOS


Harvard Businessmanager - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 23.10.2018

Es ist nicht leicht, sich länger an der Weltspitze zu halten. Einigen Topmanagern gelingt das jedoch sehr gut. Unsere Rangliste zeigt, welche Unternehmens chefs langfristig Außergewöhnliches leisten.


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Bildquelle: Harvard Businessmanager, Ausgabe 11/2018

In turbulenten Zeiten können Stand - festigkeit und Stabilität bedeutende Tugenden sein. Diese Qualitäten zeigen sich bei den 100 Männern und Frauen, die es auf unsere diesjährige Rangliste der weltweit leistungsstärksten CEOs geschafft haben. Sie sehen sich einer Reihe von externen Herausforderungen gegenüber – versierten Konkurrenten, anspruchsvollen Kunden, renditehung - rigen Investoren sowie Gegenwind ...

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... aus politischer und wirtschaftlicher Richtung. Dennoch haben ihre Unternehmen ein bemerkenswertes Geschick darin bewiesen, die Dynamik aufrechtzuerhalten: 70 der 100 besten CEOs des Vorjahres finden sich auch dieses Jahr im Ranking wieder. Unter ihnen ist Pab - lo Isla vom spanischen Moderiesen Inditex, der erneut den ersten Platz belegt.

Diese Beständigkeit ist nicht nur das Ergebnis eines unbeirrten Führungsstils. Sie ist auch auf die Art und Weise zurückzuführen, wie wir für unser Ranking Leistung messen. In einer Geschäftswelt, die oft vom aktuellen Aktienkurs und den jeweiligen Quartalszahlen besessen zu sein scheint, haben wir uns für ein Ranking entschieden, das eine langfristige Perspektive einnimmt. Es basiert in erster Linie auf den finanziellen Erträgen über die gesamte Amtszeit eines jeden CEOs – und weil diese CEOs erfolgreich waren, haben sich viele von ihnen lange auf ihrer Position halten können. (Die Manager auf der Liste sind im Durchschnitt seit 16 Jahren im Amt. In den Unternehmen, die 2017 im S&P-500-Index gelistet waren, betrug der Mittelwert 7,2 Jahre.) Bei der Berechnung des Rankings berücksichtigten wir auch, wie die einzelnen Unternehmen im Bereich Nach - haltigkeit abschnitten. Wir stützten uns dabei auf ESG-Bewertungen (die Ab - kürzung steht für „environmental, social and governance“ – ökologische, soziale und ethische Aspekte; eine ausführliche Erklärung finden Sie im Kasten „Die Methode“ auf Seite 14).

Weil wir die gesamte Amtszeit der CEOs im Blick behalten, gibt es in unserer Rangliste von Jahr zu Jahr nur relativ wenige Änderungen. Sieben der diesjährigen Top 10 und 18 der Top 25 waren auch im vergangenen Jahr in diesen Bereichen platziert. Typischerweise fallen jedes Jahr ein Viertel bis ein Drittel der CEOs aufgrund von Pensionierung, Rücktritt, Tod oder schlechter finanzieller Leistung aus der Rangliste. Zu den bekannten Namen aus dem Jahr 2017, die nicht wieder auftauchen, gehören Martin Sorrell vom Werbekonzern WPP (der wegen angeblichen Fehlverhaltens zurückgetreten ist), John Mackey von der Biosupermarktkette Whole Foods (dessen Unternehmen von Amazon übernommen wurde) und Leslie Wexner vom Bekleidungshändler L Brands (dessen Aktienkurs in diesem Jahr abgestürzt ist).

Andere Trends bleiben mehr oder weniger intakt. Die gute Nachricht ist, dass sich unter den 100 CEOs 50 Prozent mehr Frauen befinden. Die schlechte Nachricht lautet, dass ihre Zahl nur von zwei auf drei gestiegen ist. (Unsere Erklärung ist altbekannt: Der Mangel an Frauen in der CEO-Rangliste sagt nichts über die Leistung von Männern im Vergleich zu Frauen aus. Er ergibt sich aus der sehr geringen Anzahl von Frauen unter den CEOs der S&P-Global-1200-Unternehmen, den Managern also, die wir für unser Ranking in Betracht ge - zogen haben.)

Zwar zeigen sich im Jahresvergleich keine großen Änderungen, ein anderes Bild ergibt sich jedoch bei einer langfristigen Betrachtung. Immer wieder Weltklasseleistungen abzuliefern ist kein leichtes Unterfangen. Seit 2013 waren nur sechs CEOs in jedem Jahr vertreten: Jeffrey Bezos von Amazon; Pablo Isla von Inditex, Blake Nordstrom von Nordstrom, Paolo Rocca von Tenaris, James Taiclet Jr. von American Tower und Renato Alves Vale von CCR. Selbst aus dieser besonderen Gruppe sticht Bezos hervor. Würden wir nur die finanzielle Leistung zugrunde legen (und die ESG-Werte außer Acht lassen), wäre der Amazon-Gründer in jedem Jahr – seit Einführung unserer jetzigen Methodik 2014 – Spitzenreiter gewesen. Und seit Bezos im November 2014 erstmals die Liste anführte, hat sich der Aktienkurs seines Unternehmens mehr als versechsfacht.

NEUE HERAUSFORDERUNGEN

Wenn sich die Umgebung verändert, müssen sich Führungskräfte anpassen. Für jeden Manager ist das eine Herausforderung. Eine der größten Verschiebungen, mit denen Unternehmen derzeit konfrontiert sind, findet in der Weltpolitik statt: der Aufstieg des Populismus. Die Folgen zeigen sich am deutlichsten in der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, und das sind nur einige Beispiele. Für Unternehmen, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, besteht die Gefahr neuer Zölle und Handelskriege (manches ist schon Wirklichkeit ge - worden). Das bringt für jede Branche unterschiedliche Chancen und Probleme mit sich. Wie stark sollten sich die Unternehmenslenker angesichts solcher Unsicherheiten zu politischen Themen äußern – und zu welchen?

Satya Nadella folgte Steve Ballmer 2014 als CEO von Microsoft. Ihm gelang der Turnaround des Unternehmens. Zu verdanken ist dies vor allem der zunehmenden Stärke des Cloud-Com - puting-Geschäfts (das Nadella leitete, bevor er CEO wurde). Der Erfolg hat ihm 2018 den 46. Platz auf der Liste beschert. Nadella nimmt Stellung zu Themen, die für das Geschäft von Microsoft direkt relevant sind, wie beispielsweise die Einwanderungsreform. Aber er zieht die Grenze, wenn es darum geht, persön liche politische Überzeugungen zu äußern. „Niemand hat mich gewählt“, erzählte er Adi Ignatius, dem Chef redakteur der Harvard Business Review, 2017 in einem Interview. „Unsere Mit arbeiter erwarten nicht von mir, dass ich eine politische Haltung einnehme.“

Andere Führungskräfte legen ihre CEO-Rolle weiter aus. Unter ihnen ist der CEO von JPMorgan Chase, Jamie Dimon, der in diesem Jahr Rang 22 belegt. Die gute Platzierung geht darauf zurück, dass der Aktienkurs der Bank seit 2016 kräftig gestiegen ist. „Wenn Sie eine Vorstellung von der richtigen Politik haben, dann müssen Sie sich auch dafür einsetzen“, sagt er im Interview mit Ignatius, das Sie in diesem Heft auf Seite 64 finden. „Und nicht nur im Kleinen. Sie können nicht nur über die eine kleine Regulierung sprechen, die Ihrem Unternehmen helfen wird. Sie müssen über Steuerpolitik, Handel, Immigration und Technologie sprechen.“

Ob und wann CEOs sich öffentlich zu Wort melden, hatte keinen direkten Einfluss auf unsere Rangliste. Aber solcher Aktivismus könnte sich indirekt auf die ESG-Werte ausgewirkt haben. Das sagten uns die Experten von CSRHub und Sustainalytics, die uns bei der Daten - erhebung und Analyse geholfen haben. Die ESG-Ratings berücksichtigen beispielsweise, wie viel die Unternehmen für Lobbyarbeit ausgeben, in welchem Maße sie über Themen wie ihren CO2-Ausstoß berichten und ob sie einen Nachhaltigkeitsvorstand haben. Die politischen Aussagen eines CEOs – oder ihr Fehlen – könnten sich auch in Daten von Mitarbeiterbewertungsseiten wie Glassdoor widerspiegeln. Der Begriff „CEO-Aktivismus“ steht für proaktives Verhalten von Führungskräften – aber immer häufiger ist der Umgang mit politischen Realitäten nur eine weitere Facette eines facettenreichen Jobs.

© HBP 2018 siehe Seite 118


ILLUSTRATION: NEIL JAMIESON