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CHARTER & REISE KAPVERDEN: Feuer und Wasser


segeln - epaper ⋅ Ausgabe 100/2019 vom 18.09.2019

Jede Insel ist ein Kleinod, eine Welt für sich. Beständig fächert der Passat durch ein Revier, dessen rauer Charme so einzigartig ist, dass keiner, der hier gesegelt ist, die Kapverden je vergessen wird


Artikelbild für den Artikel "CHARTER & REISE KAPVERDEN: Feuer und Wasser" aus der Ausgabe 100/2019 von segeln. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: segeln, Ausgabe 100/2019

Die Kapverdischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Die schroffen, schwarzen Hänge zeugen davon


Die Navigation ist anspruchsvoll, aber zu schaffen. Zwischen den Inseln kann Strom bis zu 3,5 Knoten herrschen


TIPPS

São Tiago: Die alte Hauptstadt Cidade Velha. Ein Abend in der Altstadt von Praia. Fogo: Der Krater Chã das Caldeiras. Geübte können den Pico de Fogo besteigen. Eine Inselrundfahrt. Brava: Eine ...

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São Tiago: Die alte Hauptstadt Cidade Velha. Ein Abend in der Altstadt von Praia. Fogo: Der Krater Chã das Caldeiras. Geübte können den Pico de Fogo besteigen. Eine Inselrundfahrt. Brava: Eine Fahrt nach Vila Nova Sintra. Eine Wanderung von dort nach Fajã d’Agua.
Santo Antão: Fahrt über die „alte Straße“ nach Ribeira Grande und Cruzinha da Garça. Fahrt nach Curral das Vacas und Alto Mira, evtl. mit Campo Redondo. São Vicente: Die Altstadt von Mindelho.
São Nicolau: Fahrt nach Ribeira Brava. Von dort evtl. Wanderung nach Preguiça. Sal: Die Salinen von Pedra Lume.
Boa Vista: Fahrt nach Norte. Sanddünen! Maio: Das noch unverfälschte Flair der Insel genießen.

Ein bekannter Weltumsegler schrieb einst: „Ich rate jeder Yacht ganz dringend davon ab, jetzt und in naher Zukunft Mindelho anzulaufen“, und fügte hinzu: „Dreißig Prozent aller Yachten werden dort Opfer von Raub und Diebstahl.“ Ein anderer Weltenbummler zeigte sich davon wenig beeindruckt. Kurz nachdem der Inselstaat von Portugal in seine Unabhängig entlassen worden war, klarierte er in dessen Hauptstadt Praia auf São Tiago ein. Etwas aufwendig zwar, aber im Wesentlichen problemlos. Das ermutigte mich, Mindelho anzusteuern. Im November 1990 kam kein Einklarierungskommando mehr angebraust. Unbehelligt verbrachte ich die erste Nacht in der großen Bucht. Erst am nächsten Tag erhielt ich Besuch von drei Herren, die mir unbürokratisch und kostenlos freie Fahrerlaubnis erteilten. Dafür bedankte ich mich mit einer Flasche Whiskey und einer Stange Zigaretten. Ich blieb eine Woche. Weder wurde ich in dieser Zeit beraubt noch bestohlen, nur bei meinen Einkäufen maßvoll übervorteilt. Damals konnte man nur das kaufen, was am Straßenrand angeboten wurde. Alles aus eigenem Anbau – auch die Tomaten! Sie waren klein, manche mit Malen übersät und rissig. Die letzten aß ich drei Wochen später. Das war kurz vor Martinique. Immer noch waren sie fest und schmeckten keinen Deut schlechter als am ersten Tag.

Dass die Kapverden Suchtpotential haben, merkte ich schon bald. Immer wieder zog es mich zu diesen kargen, vom Passat umbrausten Inseln hin. Jedes Mal fand ich sie verändert vor. Schon beim ersten Wiedersehen wurden mir nur mehr importierte Tomaten angeboten, die nach drei Tagen zu faulen begannen. Diesmal gab es auch das „Katem“ nicht mehr, in dem ich immer eine Cachupa gegessen hatte, obwohl mir dieses Nationalgericht der Kapverden jedes Mal schwer im Magen lag. Dafür servierte das Casa Café Mindelho dieses Gericht aus Bohnen und gestampftem Mais in einer Nouvelle-Cuisine-Version, die sich auch ohne Grogue gut verdauen ließ. Einst hatte mich jene Handvoll Yachten gestört, die in der großräumigen Bucht von Mindelho ankerten. Heute liegen dort, wo ich einst ankerte, die Stege einer Marina aus. Sie sind mit Yachten gut gefüllt. Ankerplätze gibt es noch, doch sie werden bereits knapp.

Porto Novo auf Santo Antão ist die größte Siedlung auf der Insel ganz im Nordwesten


Auch sonst haben die Kapverden für Segler viel getan. Unter anderem wurden neue Molen gebaut. Nun kann man sein Schiff in Cavaleiros auf Fogo auch mal einen Tag unbeaufsichtigt lassen oder Boa Vistas neuen Hafen abseits der gefährlichen Riffe ansteuern. Der Steg in Santa Maria wurde vor dem Verfall gerettet. Das bewahrt manchen Segler davor, von der Brandung kopfüber auf dem Sandstrand abgesetzt zu werden. Aus Ruinen wiedererstanden ist Cidade Velha und lädt zu einem Ausflug in die frühe Kolonialgeschichte ein. Ja, der neue Wohlstand ist nicht zu übersehen! Darunter hat das Lokalkolorit der Märkte gelitten, und so unbeschwert freundlich wie früher sind die Menschen auch nicht mehr. Dafür darf man sich auf den Kapverden aber auch sicherer fühlen.

Eine Nacht auf See, eine Nacht im Passat!

Fast immer steht Schwell auf die wenigen und viel zu offenen Ankerplätze. So wird man sich schon in Tarrafal auf Santo Antão fragen, wie man hier an Land kommen soll. Ein Problem, das sich noch öfter ergeben wird. Meist helfen die Fischer aus – nicht uneigennützig, versteht sich. Dafür kommt man in ihren Booten sicher (wenn auch nicht immer trocken!) durch die Brandung. Tarrafal ist eine grüne Oase inmitten einer kargen Welt. Nur selten verirren sich Touristen hierher. Auch sind nur wenige Segler bereit, sich eine Nacht auf Reede durchrollen zu lassen. Da vertrauen sie sich und ihr Schiff lieber dem Passat an, der es auf einem Kurs voll und bei stabil gekrängt hält. Der Weg nach Brava ist weit, doch dieser Schlag ist für viele das Erlebnis eines Törns auf den Kapverden. Eine Nacht auf See, eine Nacht im Passat! Am Morgen als erster den Kegel des fast dreitausend Meter hohen Pico de Fogo ausmachen, bevor sich Bravas Silhouette aus dem Dunst schält. Die Nachtwache steckt einem noch in den Knochen, wenn man in Furna einläuft. Doch wer würde hier an Schlaf denken? Zu sehr lockt die kleine, ein wenig vergessen wirkende Insel. Nach Vila Nova Sintra kommt man mit dem Aluguer. Fajã d’Agua bietet sich zu einer Wanderung geradezu an, auch Porto dos Ferreiros. Dessen Bucht wäre auch für jene, die Furna bereits kennen, ein attraktiver Ankerplatz. Wie lieblich die Insel ist, merkt, wer von ihr nach Osten blickt. Dort dräut der Kegel des Pico de Fogo. Vor fünfhundert Jahren hatte der Vulkan die Ostflanke der fast kreisrunden Insel ins Meer gesprengt. Noch immer ist er aktiv. Erst vor einigen Jahren fülle er das riesige Becken Chã das Caldeiras zehn Meter hoch mit Lava. Ihn zu besteigen, ist ein Erlebnis! Allerdings nur für jene, die den achthundert Höhenmetern des Aufstiegs gewachsen sind.

Santiago ist die größte und bevölkerungsreichte Insel der Kapverden und lieegt ganz im Süden des Archipels


Von Furna bis in Fogos Hafen Porto de Vale de Cavaleiros sind es nur zehn Meilen. Es sind nicht immer die einfachsten. Man muss schon sehr hoch an einen Passat gehen, der um Fogos Nordküste herum ein bis zwei Windstärken zugelegt hat. Deshalb halten sich auch viele im Lee des dräuenden Vulkankegels, bevor sie den Bug ihres Schiffes auf die Südküste von São Tiago richten. Der Ankergrund vor Cidade Velha ist mies. Wen das nicht schreckt, der kann in der alten Hauptstadt der Kapverden so tief in die gut restaurierte Kolonialgeschichte der Inseln eintauchen wie nirgendwo sonst. In der Bucht von Praia liegt man sicher vor Anker, sonst aber höchst unsicher. Schuld daran sind die bösen Buben der heutigen Hauptstadt. Wer dort sein Schiff unbeaufsichtigt lässt, lädt sie geradezu an Bord ein; wer es einem „Wächter“ anvertraut, zahlt meist noch für den Einbruch. Diese Sorgen hat man in Vila do Maio nicht. Trotzdem tut sich kaum eine Crew die wenigen Meilen an. Zu offen ist der Ankerplatz, zu wenig attraktiv erscheint ihnen die Insel. Dabei ist Maio ein Juwel und würde alle, die nicht nach Boa Vista oder Sal segeln können, für diese entgangenen „Wüsteninseln“ entschädigen.

Man ankert auf türkisem Wasser, vor einem Strand von traumhafter Schönheit

Selbst jene, die ihre zwei Wochen Segelurlaub auszureizen verstehen, müssen sich nun von den Ilhas de Sotavento (Inseln unter dem Wind) verabschieden. Der Schlag hoch zu den Ilhas de Barlavento (Inseln über dem Wind) lässt sich mit einem Stopp im Norden von São Tiago abkürzen. Tarrafal hat ein besonderes Flair. Fahrtensegler rüsten hier für den Sprung über den Atlantik, Fischerromantik prägt das Leben am Sandstrand. Von der Terrasse des Restaurants blickt man über die malerische Bucht. Viele tafeln hier noch, bevor sie den Anker lichten. Das ist nicht immer gut für den Magen. Aber das merkt man erst, wenn einem der Plotter anzeigt, dass man wegen der Abtrift und der Versetzung durch den Kanarenstrom das Schiff hoch an den Passat legen muss, statt mit Halbwind gemütlich nach São Nicolau schippern zu können. Die Insel gilt als Geburtsstätte der Musik der Kapverden. Von hier kommen die Morna und die Funana, schwermütig die eine, flott die andere. Zudem ist São Nicolau schön. Deshalb sollte man jede Minute nutzen, sei es zu einem Ausflug nach Ribeira Brava oder zu einer der vielen Wanderungen. Zeit zum Ausruhen hat man am nächsten Tag. Nur dreiundzwanzig Meilen sind es bis in die Südbucht des kleinen Santa Luzia. Dort ankert man auf türkisem Wasser, vor einem Strand von „traumhafter Schönheit“. Eine Idylle! Getrübt werden kann sie nur vom Schwell. Und von Haien! Nirgendwo sonst soll es so viele geben wie zwischen den Barlavento-Inseln. Einem Fischer sollen dort schon sechs bis acht Meter große Tigerhaie an die Angel gegangen sein. Selbst wenn man den Anglerlatein-Faktor abzieht, bleiben immer noch Kaliber übrig, für die sorglose Segler ein Appetithappen sein könnten. Andere Sorgen plagen den Skipper, wenn er in Santo Antãos Porto Novo versucht, das Eisen in den Grund zu fahren. An dessen Beschaffenheit ist schon mancher verzweifelt. Ohne zwei verkattete Anker geht da gar nichts! Aber auch die halten gerade so viel, dass man sein Schiff nur mit einer kompetenten Ankerwache zurücklassen sollte. Fragt sich, ob man dann die Fahrt über die alte Route nach Ribeira Brava, die zu den schönsten Bergstraßen der Welt gezählt wird, auch genießen kann. Oder nach Cruzinha da Garça, diesem Fischerdorf, das an der unwirtlichen Nordküste noch ein gutes Stück hinter dem Ende der Welt zu liegen scheint. Auch ein Wiedersehen mit den Fischern von Tarrafal ließe sich arrangieren. Dazu braucht man neben einem geländegängigen Fahrzeug aber auch die Bereitschaft, dreitausend Euro Kaution abzuschreiben, falls das Können des Fahrers doch nicht reichen sollte.

Die Sandstrände auf den Inseln entstanden durch Saharasand der über das Meer geweht wurde


„Der Weg nach Brava ist weit, doch dieser Schlag ist für viele das Erlebnis des Törns: Eine Nacht auf See, eine Nacht im Passat!“


WISSENSWERTES

Haigefahr: Das Meer rund um die Barlavento- Inseln (Santa Luzia, Branco, Razo) gilt als eines der an Haien reichsten Gewässer der Welt. Man sollte daher – wie auch überall auf den Kapverden – nach Sonnenuntergang nicht mehr baden gehen.
Geldwechsel: Am teuersten wechselt man am Flughafen (5 % Gebühr), am besten am Automat. Dort liegt die Gebühr beim Höchstbetrag (ECV 20.000,- / ca. € 180,-) unter einem Prozent. Bei Netzausfall gibt es kein Geld, daher Reserven anlegen. Kreditkarten werden beschränkt akzeptiert. Gebühr 3 %!
Binnenflüge: Flüge auf den Kapverden müssen immer rückbestätigt werden. Am besten am Vortag mit Rückversicherung zwei Stunden vor dem Abflug. Dasselbe gilt für Fähren.
Betteln: Das soziale Netz ist auf den Kapverden sehr grobmaschig. Behinderte müssen sich daher ihren Lebensunterhalt mit Betteln verdienen. Auf keinen Fall sollte man aber Kinder (und seien sie auch noch so süß!) mit Geld und Geschenken zum Betteln erziehen.

TÖRNVORSCHLÄGE

In einem anspruchsvollen Zwei-Wochen- Törn kann man alle Höhepunkte des Reviers absegeln. Wer sich nur eine Woche Zeit nimmt, kann in gemütlichen Tagesetappen in dieses einzigartige Segelrevier hineinschnuppern.

Zwei-Wochen-Törn – gesamt 426 sm:

1. Tag: Mindelho / São Vicente – Tarrafal / Santo Antão – 23 sm. Am Nachmittag Auslaufen zum Nachttörn nach Brava.
2. Tag: Ankunft nachmittags in Furna / Brava nach 128 sm. Ausflug nach Vila Nova Sintra.
3. Tag: Wanderung nach Fajã d’Agua. Nachmittags Auslaufen nach Porto de Cavaleiros / Fogo – 10 sm.
4. Tag: Fogo: Fahrt nach Chã das Caldeiras, evtl. Besteigung des Pico de Fogo mit anschließender Inselrundfahrt. Abend in Sao Filipe.
5. Tag: Porto de Cavaleiros / Fogo – Cidade Velha / São Tiago – 55 sm. Abends evtl. mit Taxi oder Aluguer in die Hauptstadt Praia.
6. Tag: Cidade Velha / São Tiago – Vila do Maio / Maio – 29 sm.
7. Tag: Vila do Maio / Maio – Tarrafal / São Tiago – 37 sm. Abends Auslaufen zum Nachttörn nach São Nicolau.
8. Tag: Ankunft in Tarrafal / São Nicolau nach 84 sm.
9. Tag: São Nicolau: Ausflug nach Ribeira Brava, evtl. mit Wanderung nach Preguiça.
10. Tag: Tarrafal / São Nicolau – Santa Luzia – 26 sm.
11. Tag: Santa Luzia – Porto Novo / Santo Antão – 25 sm. Ausflug nach Ribeira das Patas und Alto Mira, evtl. Campo Redondo.
12. Tag: Santo Antão: Fahrt von Porto Novo über die „alte Straße“ nach Ribeira Grande und Cruzinha da Garça.
13. Tag: Porto Novo / Santo Antão – Mindelho / São Vicente – 9 sm.

Ein-Wochen-Törn – gesamt 146 sm:

1. Tag: Mindelho / São Vicente – Tarrafal / Santo Antão – 23 sm.
2. Tag: Tarrafal / Santo Antão – Santa Luzia – 38 sm.
3. Tag: Santa Luzia - Tarrafal / São Nicolau – 27 sm. Ausflug nach Ribeira Brava.
4. Tag: Tarrafal / São Nicolau – Porto Grande / Santo Antão – 49 sm.
5. Tag: Santo Antão: Fahrt von Porto Novo über die „alte Straße“ nach Ribeira Grande und Cruzinha da Garça.
6. Tag: Porto Novo / Santo Antão – Mindelho / São Vicente – 9 sm.

RESTAURANTS

São Vicente / Mindelho: Das „Casa Café Mindelho“ (Ecke Rua S. Antonio & Rua Gov. Calheiroa) kann ich empfehlen. Für den Abend reservieren.

Fogo / Sao Filipe: Das „Tropical Club“ ist bei Touristen und Einheimischen beliebt.

Santo Antão / Porto Novo: Das „La Pampara hat italienische Besitzer und ist das wohl einzige in Porto Novo.

Sao Tiago / Praia: Das „Avis“ auf dem Plateau in der Altstadt, bietet gute Küche in gemütlicher Atmosphäre. Zudem einen recht guten offenen Wein.

REVIERPROFIL: Kapverden

CHARTER

Charterfirma: Trend Travel Yachting, Achenstr. 6, 6322 Kirchbichl, Österreich, Tel.: 0043 5332 74291, E-Mail: office@trendtrevel- yachting.com, Internet: www.trend-travel-yachting.com. Basis in Mindelho / São Vicente. Vertreten durch: Argos Yachtcharter, Storchenallee 5, 65201 Wiesbaden, Deutschland, Tel.: 0049 611 66051, E-Mail: mail@argos-yachtcharter.de, Internet: www.argos-yachtcharter.de.
Schiffe & Preise : Einrumpfyachten von 39 bis 56 Fuß, zu Preisen von € 1.800,- bis € 4.000,-, sowie 41 und 48 Fuß Kats zu € 2.900,- / € 4.200,-.
Revier : Ein Hochsee- und Passatrevier, das alles bietet, was das Seglerherz erfreut, das aber auch Ansprüche an Skipper und Crew stellt.
Seekarten : Britische Seekarten BA366, 367, 369. Diese zeigen wesentlich mehr Details als die Imray-Karte E4. Nautische Literatur: André Megroz + Kai Brossmann: „Kapverdische Inseln“, im Eigenverlag. Erhältlich unter www.boatdriver.ch/toernfuehrerhafenfuehrer- kapverdische-inseln.
Wind & Wetter : Beständiger Nordostpassat mit 3 bis 5 Windstärken und 365 Sonnentage im Jahr sind kaum zu überbieten.
Wetterberichte : Ausschließlich über das Internet. Die Prognosen von www.windfinder.com waren sehr verlässlich.
Leuchtfeuer & Seezeichen : Das Revier ist gut betonnt und befeuert. Man sollte sich jedoch nicht darauf verlassen, dass alle funktionieren. Nachts sollte man weder Häfen (ausliegende Tonnen!) noch Ankerplätze anlaufen.
Gezeiten & Strom : Der Kanarenstrom setzt mit ca. 0,5 Kn. nach WSW. Tidenabhängiger Strom kann im Canal de São Vicente mit 2,5 Kn. und im Canal de Santa Luzia mit bis zu 3,5 Kn. nach SW setzen. An der Nordküste von São Tiago setzt der Strom mit bis zu 1,5 Kn. nach W, im Norden Fogos mit 1 bis 2,5 Kn. Der Tidenhub beträgt bis zu einem Meter.
Navigation : Wegen unsicherer Stromversetzung navigiert man auf langen Schlägen mit dem Plotter. Auf diesen sollte man sich in Landnähe nicht verlassen, da die GPS-Positionen mit jenen der Seekarten selten übereinstimmen.
Beste Zeit : Dezember bis Mai. Die Kapverden gelten als Ganzjahresrevier.
Anreise : Mit einem Charter nach Sal und dann weiter mit Binter Cabo Verde, oder mit einem Linienflug direkt nach Mindelho.
Einreise & Zoll : Der Pass muss bei der Ausreise noch 6 Monate gültig sein. Man benötigt ein Visum. Alles, was man für einen Törn benötigt, kann zurzeit unverzollt eingeführt werden.
Sprache : Portugiesisch und Criolo sind die offiziellen Sprachen. Französisch wird meist gut verstanden, mit Englisch kommt man durch.

Klima : Subtropisch, mit sehr angenehmen Temperaturen in den Wintermonaten.
Kleidung : Tagsüber reicht leichte Baumwollkleidung. In den Wintermonaten braucht man abends schon mal einen Pullover. Zum Segeln sollte das volle Programm, inklusive Ölzeug, mit an Bord sein.
Gesundheit & Impfungen : Empfohlen werden Polio, Tetanus sowie Hepatitis A, in speziellen Fällen auch B. Sonnen- und Mückenschutz nicht vergessen! In den Sommermonaten treten vereinzelte Fälle von Malaria und Dengue auf.
Fischfang : Die Kapverden sind fischreich wie kaum ein anderes Segelrevier. Daher unbedingt Schleppangel(n) mitnehmen!
Sicherheit : Das Auswärtige Amt warnt vor Diebstählen und sogar Raubüberfällen in São Vicente, São Tiago, Sal und Boa Vista. Es wird empfohlen, Schmuck, teure Uhren und Fotoapparate zu Hause zu lassen. In Praia sollte man sein Schiff nie unbeaufsichtigt lassen.
Reiseführer : Dumont: „Kapverdische Inseln“.

WINDVERHÄLTNISSE

Passat: Der Passat weht das ganze Jahr über zu 85 % aus NE und zu 5 % aus N, im Winter mit Stärke 4 bis 5, im Sommer mit 3 bis 4. Es gibt nur wenige echte Flautentage.
Hurrikans: Im September 2015 fegte Hurrikan „Fred“ über die Inseln. Bis dahin galten die Kapverden als hurrikanfrei. Es ist zu
befürchten, dass Wirbelstürme – bedingt durch den Klimawandel – in Zukunft öfter auftreten werden.
SW-Stürme: Sie treten ohne Vorwarnung auf, kein Barometer warnt vor ihnen. Und sie sind nicht nur auf die Sommermonate beschränkt. Daher sollte man sein Schiff auf einem offenen Ankerplatz und selbst in einem nach SW offenen Hafen nie ohne Ankerwache zurücklassen.
Bruma Secca: Von einer „Bruma Secca“ spricht man, wenn starker Wind die Inseln mit Sand aus der Sahara überzieht. Dabei kann die Sicht dramatisch eingeschränkt werden, was zusammen mit den ungenauen GPS-Positionen der Inseln erhebliche Probleme bei deren Ansteuerung bereiten kann.

NAUTISCHES:

Einklarieren: Einklarieren kann man in Sal / Palmeira, São Tiago / Praia (wenn möglich vermeiden) und in São Vicente / Mindelho. Bei Törns im Archipel muss zudem im ersten Hafen auf jeder Insel einklariert werden.
Santa Luzia: Die Insel ist Naturschutzgebiet; Ankern ist nur mit Genehmigung erlaubt. Diese wird auf Wunsch von der Charterfirma besorgt.
Diesel & Wasser: Diesel gibt es meist nur bei Tankstellen, Wasser ebenso oder an Hähnen im Hafenbereich. Daher ist es wichtig, dass ausreichend Kanister an Bord sind.
GPS-Positionen: Die Seekarten stimmen meist nicht mit den GPS-Positionen überein. Daher sollte man nie mit Hilfe des Plotters einen Hafen oder Ankerplatz ansteuern. Man sollte nur auf das vertrauen, was man sieht. Das schließt jede nächtliche Ansteuerung aus.
Anlanden: Wegen des allgegenwärtigen Schwells ist das Anlanden mit dem Dingi in manchen Buchten schwierig bis unmöglich. Meist finden sich Fischer, die mit ihren Booten aushelfen.