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CHARTER & REISE NÖRDLICHE ÄGÄIS: GÖTTLICHER BERG UND TEUFLISCHER WIND


segeln - epaper ⋅ Ausgabe 90/2018 vom 10.08.2018

Nur wenige Reviere gibt es noch wie die nördliche Ägäis. Es garantiert brausenden Meltemi, weißbemützte See und einsame Ankerplätze. Kein Tag vergeht hier, an dem das Herz eines Fahrtenseglers nicht höherschlagen würde


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Límnos spielte eine große Rolle im Ägäishandel. Der byzantische Herrscher Andronikos ließ die Festung 1186 erbauen.

Text und Fotos:Carl Victor .

Der heilige Berg Áthos ist den ganzen Törn über ein beständiger Begleiter und eine Orientierungshilfe.

TIPPS

• Strom & Wasser: Obwohl fast in allen Häfen Zapfsäulen sind, kamen wir nicht an Strom und Wasser. Meist waren die Anlagen außer Betrieb, ...

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... oder es stellte sich als unmöglich heraus, den dazu nötigen Jeton zu bekommen. Einzige Ausnahme war Mírina auf Límnos.

• Diesel: Auf dem gesamten Törn gab es keine Tankstelle im Hafenbereich. Die im Segelführer versprochenen Mini-Tanker kamen wegen der kleinen Menge Diesel, die wir benötigten, nicht zum Schiff. Wir besorgten Treibstoff in Samothráki mit Dieselkanistern (an Bord) und dem dort angemieteten Auto.

• Mückenschutz: Nur wenige Häfen und Ankerplätze waren frei von Mücken. Daher: Schutzmittel nicht vergessen!

• Lebensmittel: Während des Transfers vom Flughafen Thessaloniki nach Nikíti konnten wir in einem gut sortierten griechischen Supermarkt und bei einem Gemüsestand einkaufen. Wer Schwarzbrot möchte, sollte bei Lidl Halt machen.

Es gibt Segelreviere, in denen ein Verkehr herrscht wie in den Innenstädten von Metropolen zur Stoßzeit. In deren Häfen muss man schon zu Mittag einlaufen, denn wer später kommt, hat oft keine Chance mehr, einen Liegeplatz zu ergattern. Um die vorletzte Lücke wird gerempelt, um die letzte laut gestritten.
Nicht immer lohnt sich der Aufwand. Denn oft kommt dann der Hafenmeister, um rüde darauf zu verweisen, dass eben dieser Platz schon seit Tagen reserviert ist.

Ganz anders das Revier im Norden der Ägäis. Tag um Tag ist man unterwegs, ohne auch nur das Segel einer anderen Yacht am Horizont zu sehen. Auf manchen Schlägen wird man zwar vom Meltemi gejagt, dafür hat man am Abend einen Ankerplatz für sich allein. In den Häfen kann man sich den Liegeplatz aussuchen. Und überall fühlt man sich willkommen. Nicht nur in den Kneipen, wo sich das Garn nach manch langem Segeltag bei dem hier immer literweise ausgeschenktem Wein spinnen lässt.

Meide in Griechenland alles, was Uniform trägt!
Auch wenn er uns eine friedliche Nacht im Órmos Sikiás beschert, ist Südwind in der Ägäis immer mit Vorsicht zu genießen. Vor allem im August. Beim Frühstück dreht er auf West. Als wir den Anker aus dem Grund holen, springt er auf Nordwest um und frischt auf. Der Plotter zeigt mehr als acht Knoten über Grund. Vollzeug ist auf diesem Halbwind-Schlag fast schon zu viel. Hinter Kap Ákrathos setzen wir Kurs nach Thásos ab. Die Genua macht da nicht mehr mit. Unter Motor und mit dem erstem Reff im Groß boxen wir gegen eine von fünf bis sechs Windstärken aufgewühlte und nur manchmal vom Regen geglättete See an. Es war schon mal gemütlicher an Bord! Außerdem wartet vor dem Bug ein Problem auf uns: Limenárias Hafen! Die Navionics-Seekarte zeigt nirgends ausreichend Wasser für unseren 2,20 Meter tief reichenden Kiel an. Rod Heikells Führer lässt Hoffnung aufkommen. Nur Gerd Radspieler gaukelt uns ideale Verhältnisse vor, warnt aber vor Platzmangel. Alles nicht sehr einladend. Als sich die weiße sichtlich neue Hafenmole aus dem Dunst schält, dürfen wir auf eine vierte Möglichkeit hoffen. Die erfüllt sich. Als wir die neue Westmole umrunden, tut sich dahinter ein halbfertiges Becken auf. „Eindeutig für Yachten gebaut!“, finden wir und gehen längsseits. Zwar findet sich später ein Schild, das jegliches Anlegen an die Mole verbietet, doch daran halten sich weder die wenigen Yachten noch die einheimischen Fischer. Schließlich sind wir in Griechenland!

Immer eine Reise wert: Einen der schönsten Ankerplätze hat die Insel Dhiáporos im rundum beschützen Órmos Kriftos.

„Kaum Platz für Besucher“, hatte man uns vor Kaválas Hafen gewarnt. Doch als wir in das Becken einlaufen, warten an den Schwimmstegen unzählige freie Liegeplätze auf uns. Wir lassen uns nicht lange bitten und parken in einer stadtnahen Lücke ein. So weit, so gar nicht gut! Der Steg ist mit einem Tor gesichert, das sich nur mit einem elektronischen Schlüssel öffnen lässt. Ich müsste schon darüber klettern, um mir diesen abzuholen. Dazu verspüre ich wenig Lust. Also verholen wir uns an einen Steg des Yachtclubs, der uns im Segelführer als „gastfreundlich“ angepriesen wird. Pech, dass es diesen nicht mehr gibt! So stehen wir auch hier vor einem versperrten Tor. Ein Segler findet sich, der mich in die Freiheit entlässt und mir den Weg zum Hafenamt weist. Das erstreckt sich über zwei Stockwerke. Eine Stunde wiesele ich von Stock zu Stock, von Zimmer zu Zimmer, von einer Inkompetenz zur nächsten. Der Dienstschluss um 15 Uhr bewahrt mich vor dem Zusammenbruch. An Bord war man in der Zwischenzeit erfolgreicher. Ein Grieche, der sich in Deutschland sein Geld verdient, hat sich der Crewmitglieder erbarmt. Erst hat er sie in den Liegeplatz eines Freundes gelotst, dann ihnen dessen Torschlüssel geliehen. Als ich zurück komme, schließen sie gerade das Stromkabel an und bereiten alles vor, um die Wassertanks aufzufüllen. Meine Lehre daraus: meide alles, was hier Uniform trägt!

Sonne, blauer Himmel, schäumende See!
In Thásos dürfen Yachten nur im neuen Hafen festmachen. Für uns ist das kein Problem, schließlich ist dessen halbe Mole frei. Und das im Ferienmonat August! Nicht so leicht sind abends sechs Plätze im „Alexandras“ zu bekommen. Kein Wunder, bei dessen Lage über dem Fischerhafen, hinter dem die Sonne so spektakulär versinkt! Die Küche ist griechisch, der Wein gut. Das fänden wir auch anderswo. Nicht jedoch die Bouzouki-Klänge der Live-Musik, die uns das Flair jenes alten Griechenlands heraufbeschwören, das heute im Disco-Sumpf zu versinken droht. Obwohl es an diesem Abend spät wird, laufen wir am nächsten Tag schon früh in Kamariótissa auf Samothráki ein. Dank seiner guten Segeleigenschaften lief unser Schiff um die sieben Knoten am Wind. Und das bei einer nur leichten Brise aus Südost! Der Hafen ist fast leer. Dass wir uns den Liegeplatz vor einem Kümo aussuchen, erweist sich als Glücksfall. Er hat gerade Wasser von seinem privaten Anschluss gebunkert und bietet uns an, auch den Tank unseres Schiffes zu füllen. Auf der Mole gibt es Versorgungssäulen. Doch die sind vergammelt. Auch mit den dafür nötigen Jetons, würden sie uns wohl kaum Strom und Wasser liefern. Einfach ist es hingegen, tags darauf Autos zu mieten. Bezahlt wird bar. Der Vertrag ist auf Griechisch, dafür brauchen wir keine Kaution zu hinterlegen. Ein Kaffee auf der Terrasse mit der schönsten Aussicht in Profítis Ilías leitet den Tag ein. Danach geht es durch unberührte Natur zu den Wasserfällen von Foniás. Dass wir die Abzweigung nach Paläópolis verpassen, erweist sich als Glücksfall. So können wir uns ganz Samothrákis Chóra widmen. Ein hervorragendes Essen auf einer Terrasse mit Blick auf die Festung und über die Altstadt rundet den Tag ab. Nun brauchen wir auf der Rückfahrt nur noch Diesel in Kanistern bunkern, um damit den Tank unseres Schiffes aufzufüllen.

DAS SOLLTE MAN GESEHEN HABEN!

SAMOTHRÁKI:
• Chóra: Die gut erhaltene Altstadt, in der man auch gut Essen kann, ist das erfreuliche Gegenstück zum wenig reizvollen Hafen Kamariótissa.

Foniás Wasserfälle: Schon der Marsch durch das romantische Tal lohnt sich, die Wasserfälle entschädigen dann für den vergossenen Schweiß.

LÍMNOS:
Mírina: Der Blick von der Festung ist einer der Höhepunkte des Törns. Nicht zu vergessen die Altstadt, die immer einen Besuch wert ist.

INSEL DHIÁPOROS:
Órmos Kriftos: Einen Ruhetag vor Anker sollte man an diesem rundum beschützten und reizvollsten Ankerplatz des ganzen Törns unbedingt einplanen.

Friedlich liegen die Schiffe im Fischerhafen von Mírina. Die Festung im Hintergrund wacht über die Insel und ihre Besucher.

WARNUNGEN

• Fallböen: Im Lee von Steilküsten fauchen Fallböen herab, die eine Yacht flach aufs Wasser legen und sogar entmasten können. Man sollte daher zu solchen Küsten immer einen Abstand von mindestens zwei Seemeilen halten.
• Windbedingte Wasserstandsschwankungen: Der Tidenhub in der nördlichen Ägäis ist vernachlässigbar. Starker Meltemi über mehrere Tage kann hingegen bewirken, dass der Pegel um bis zu 30 Zentimeter fällt. Wer unter solchen Bedingungen die Südost-Einfahrt von Ammoulianí ansteuert, sollte dies berücksichtigen. Bei lang anhaltendem stürmischem Schirokko, kann das Wasser in Thessaloniki und den Buchten von Chalkidiki bis zu 80 Zentimeter steigen.
• Windbedingter Strom: Anhaltender kräftiger Meltemi kann den mit etwa 0,2 bis 0,5 Knoten Südwest bis West setzenden Oberflächenstrom beträchtlich verstärken. Auf dem Schlag von Samothráki nach Límnos mussten wir bis zu 15 Grad vorhalten.
• Mönchsrepublik Áthos: Zur halbautonomen Mönchsrepublik Áthos müssen Yachten einen Mindestabstand von 500 Metern einhalten. Jedes Anlegen oder Ankern in den Buchten ist verboten. Wer dagegen verstößt, wird meist nur verwarnt, es können aber auch Strafen verhängt werden.


»Die Alikés-Bucht bietet sich an, um ganz entspannt einer Flasche den Stoppel zu ziehen.«


Am nächsten Tag meldet sich der in den letzten Tagen von einer Front abgewürgte Meltemi zurück. Dabei geht er nicht gerade zimperlich mit uns um. Kaum haben wir den Bug aus dem Hafen gesteckt, macht er uns auch schon klar, dass wir diesmal auf das Großsegel verzichten können. Auch die Genua rollen wir nur bis zum ersten Reffpunkt aus. Bei beständigen sieben Windstärken reicht das. Selbst bei diesem Kurs vor dem Wind. Was für ein Segeltag! Sonne, blauer Himmel, schäumende See. Manche Rauferei mit dem Ruder bleibt uns nicht erspart. Zwischen den Flachs vor Límnos’ Ostküste müssen wir genau navigieren und am Südostkap das Vorsegel bis zum zweiten Reffpunkt wegdrehen. Damit können wir dann am Wind den Golf von Moúdros hoch bis zum Ankerplatz im Órmos Kávos fliegen. Der gehört uns ganz allein! Bei einer Flasche Wein ziehen wir Bilanz: Acht Knoten Schnitt, 12,5 Knoten Topspeed, ein gemütlicher Abend, eine friedliche Nacht. Sie hätte nicht besser ausfallen können!

Die Ankerbucht im Órmos Kávos ist sehr ruhig gelegen und wohl einer der attraktivsten Liegeplätze im große Órmos Moúdrou.

Im Westen entsteigt der heilige Berg dem Meer
Der nächste Höhepunkt dieses Törns ist Mírina. Als ich das letzte Mal in Límnos’ Hauptstadt war, hatte es 40 Grad. Damals habe ich mir die Festung nur von unten angesehen. Bei den so spät im Sommer schon mäßigen Temperaturen steigen wir ihr diesmal auf die Zinnen. Was für ein Blick über die Ägäis! Unter uns schmiegt sich die Altstadt an die Festung, davor liegt unser Schiff römisch-katholisch am Kai. Und im Westen entsteigt der heilige Berg dem Meer!

Überall auf diesem Törn ist der gleichmäßige Kegel des Áthos gegenwärtig. Er leitet uns, wir orientieren uns an ihm. Vielleicht behütet er uns auch. Tags darauf baut er sich vor dem Bug auf, bis er hoch über dem Masttopp auffragt. Dem Meltemi geht die Puste aus. Unser Schiff lässt sich davon nicht beeindrucken, und so stehen wir schon zu Mittag querab Kap Pínnes. Dabei wollten wir erst spät am Nachmittag Ágio Óros’ Westküste anlaufen! Dann hätten sich die Klöster der Mönchsrepublik im schönsten Licht gezeigt. Zieht sich der Meltemi zurück, baut sich eine Thermik auf. Spät am Nachmittag erreicht sie vier Windstärken aus Südost. Nach dem langen Segeltag steht uns der Sinn nicht nach dem Trubel in Ammoulianís Hafen. Die Alikés-Bucht, im Südwesten der Insel, bietet sich an, um ganz entspannt einer Flasche den Stoppel zu ziehen. Außerdem sind es von hier nur wenige Meilen zum letzten Höhepunkt dieses Törns. An der Insel Dhiáporos darf man einfach nicht vorbeisegeln! Zu schön ist ihr Ankerplatz im rundum beschützten Órmos Kriftos. Auch wenn man ihn nur selten für sich allein hat. Wir opfern ihm den letzten freien Tag und bereuen es keine Minute.

Auch wenn uns mit Koufó noch ein schöner Hafen erwartet – ginge es nach uns, könnte der Törn auch hier zu Ende sein.

RESTAURANTS

Koufó / „Nikos“: Hübsches Lokal abseits des Trubels. Das Essen ist gut, und die Preise sind wie überall.
Thásos – Limenária / „Dyonisós“: Man spricht Deutsch und kocht innovative griechische Küche zu akzeptablen Preisen.
Thásos Stadt / „Alexandras“: Überdurchschnittliche Küche, durchschnittliche Preise und dazu Bouzouki-Klänge mit hervorragendem Sänger. Ein Höhepunkt!
Kavála / „Nemesis“: „Ich weiß nicht, wie man ein so gutes Essen so billig servieren kann“, so empfahl uns ein Einheimischer dieses Lokal direkt am Hafen.
Órmos Sykiá / „5 steps in the sand“: Direkt am Strand wird hier beste griechische Küche zu moderaten Preisen serviert.

Samothráki – Chóra / „Taberna – Ouzeria 1900“: Auf einer Terrasse mitten in der Altstadt wurde uns das vielleicht beste Essen dieses Törns serviert.
Límnos – Mírina / „Psaroukles“: In diesem Restaurant am Fischerhafen wird gut gekocht und das abendliche Ambiente mit Blick auf den Hafen und die beleuchtete Festung nicht extra verrechnet.

REVIER -PROFIL: NÖRDLICHE ÄGÄIS

● Charterfirma: Albatross Yachting, Frangon 26str, Thessaloniki, Griechenland, Internet: www.albatros-yachting.gr. Vertreten durch: Master Yachting, Yachtcharter 1a, 97286 Sommerhausen, Deutschland, Internet: www.master-yachting. de.
• Schiffe und Preise: Angeboten werden Schiffe von 34 bis 52 Fuß zu Preisen von 1.500 bis 4.400 Euro sowie ein 40-Fuß-Katamaran von 3.500 bis 6.990 Euro.
• Revier: Lange Tagesetappen und Meltemi können Skipper und Crew schon mal fordern.
• Seekarten: Imray G21 & G22.
• Nautische Literatur: Rod Heikell: Greek Waters Pilot (Englisch). Gerd Radspieler: Griechenland 4 – Nordgriechische Küste, Nördliche Sporaden, Thásos, Límnos, Lesvos.
• Wind und Wetter: Vorherrschender Wind zwischen Juni und September ist der Meltemi. Selbst bei bestem Sommerwetter kann er stürmisch aus Nordost blasen.
• Wetterberichte: Verlässliche Windprognosen bekamen wir über www.accuweather.com.
• Leuchtfeuer und Seezeichen: Das Revier ist gut betonnt und befeuert. Nicht jede Bucht kann man nachts ansteuern.

Gezeiten und Strom: Tidenhub bis 0,5 Meter. Gezeitenströme kann man vernachlässigen.
● Navigation: Terrestrisch. Ein guter Plotter ist eine wertvolle Hilfe.
Beste Zeit: Juni bis September.
Anreise: Flug nach Thessaloniki. Transfer nach Nikíti.
Einreise und Zoll: EU- und Schengenland.
Sprache: Griechisch. Englisch wird fast immer gut verstanden.
Klima: Mediterran – subtropisch. In den Sommermonaten sind 40 Grad Celsius keine Seltenheit.
Kleidung: Leichte Baumwollkleidung, leichter Pullover und immer Ölzeug.
Sicherheit: Griechenland gilt immer noch als eines der sichersten Länder der Welt.
Reiseführer: Andreas Neumeier: Chalkidiki / Antje und Gunther Schwab: Thássos & Samothráki / Ulli Grundner – Peter Einhorn: Límnos.

WINDVERHÄLTNISSE:

Meltemi: Der Sommerwind der Ägäis weht hier aus Nordost, seltener aus Nord bis Nordnordwest. Am Nachmittag kann er bis 7 BFT auffrischen. Seine größte Stärke erreicht er zwischen Samothráki und Límnos.
Thermik: An windstillen Tagen kann sich in Landnähe, besonders aber im Golf von Ágio Óros und Kassándra, eine auflandige Thermik aufbauen, mit der sich gut segeln lässt.
Schirokko: Mit diesem Wind aus Süd bis Südost muss man in der Vor- und Nachsaison immer rechnen. Er kann eine Stärke erreichen, die Yachten in Schwierigkeiten bringen kann. Sonst sichere Ankerplätze können dabei zu einer gefährlichen Falle werden.
Fronten: Selbst in den Sommermonaten können in diesem Bereich der Ägäis Fronten durchziehen. Ein fallendes Barometer kündigt meist aus Südwest auffrischenden Wind an, der in der Folge über West auf Nordwest umspringt. Gefährlich sind die Böen beim Durchzug der Front.
Gewitter:
Im Sommer bilden sich über dem Festland immer wieder Gewitter aus. In ihren Böenwalzen kann der Wind um 180° umspringen und kurzzeitig Orkanstärke erreichen. Besonders gefährlich auf exponierten Ankerplätzen!


Grafik: Jan Bindseil