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CHARTER & REISE SÜDDALMATINISCHE INSELWELT: Kroatiens Inselparadies


segeln - epaper ⋅ Ausgabe 30/2019 vom 20.02.2019

Der Trend zu Törns in Dalmatien ist ungebrochen. Dabei steht besonders die Inselgruppe vor Dubrovnik bei vielen Seglern ganz oben auf der Wunschliste. Zu Recht! Hier kann man wunderbar von einer Traum-Bucht zur nächsten hüpfen und findet ganz nach Belieben historische Stadtmauern oder einsame Inselchen


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Bildquelle: segeln, Ausgabe 30/2019

Saplunara ist eine sandige Lagune an der Südküste der Insel Mljet. Traumhaft schön, doch leider kein Geheimtipp mehr


Die Altstadt von Dubrovnik mit ihren Winkeln, steilen Gassen und der massiven Stadtmauer ist unbedingt einen Besuch wert


Die Franjo-Tuđman-Brücke, benannt nach dem ersten Präsidenten des ...

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... unabhängigen-Kroatiens, oder auch Dubrovnik-Brücke


Harald schwärmt gerne von jenen Zeiten, als er zusammen mit drei Freunden auf einem 26 Fuß langen Boot durch Dalmatiens Inselwelt segelte. Jawohl: segelte! Denn der Außenborder hing damals nur am Heck, um leichter längsseits an die Mole in einem Fischerhafen gehen zu können. Was war das für ein Ereignis! Der halbe Ort lief zusammen, um mal eine „Yacht“ zu sehen. Die Konobas waren urig, das Essen handfest kroatisch und billig. Von den Preisen für den Wein gar nicht zu reden. Heute – fünfzig Jahre später – ist er mit an Bord, als ich einen 42-Fuß-Katamaran aus der ACI-Marina hinaus in den Ombla-Fluss bugsiere. Als man sie plante, waren Schiffsbreiten von acht Metern noch unbekannt, entsprechend eng ist das Fahrwasser zwischen den Stegen. Unter der Dubrovnik-Brücke motoren wir noch durch, dann setzen wir die Segel nahe jener Mole, an der bereits ein Kreuzfahrtschiff liegt. Gestern waren es zwei. So an die 6.000 Kreuzfahrer stürmten Dubrovnik, dessen durch Doppelwälle geschützte Festung einst als unbezwingbar galt. Uns war das eine Warnung. Noch abends disponierten wir um. Vor allem Buchten abseits der touristischen Höhepunkte stehen nun auf dem Törnplan. Ob es uns gelingen wird, damit dem Trubel zu entgehen, wird sich allerdings erst zeigen müssen.

Bura Acht, in Böen Neun

Nach dem ersten Segeltag sieht es ganz danach aus. An der kurzen Hafenmole von Žuljana liegt zwar schon eine Yacht, die Bucht haben wir jedoch für uns allein. Dass unser Kat kein Flautenläufer ist, haben wir auf dem Schlag hierher bemerkt; es brauchte schon einiges an Wind, um ihn zum Laufen zu bringen. Dafür verwöhnt er uns vor Anker mit einem Komfort, den uns kein Einrümpfer bieten kann. Nach der Hektik gestern, genießen wir die Ruhe in der Bucht, richten uns ein und machen uns mit dem Schiff vertraut. Moderater SW-Wind schiebt uns am nächsten Tag nach Korčula. Dessen Altstadt ist zwar zu schön, um einfach so an ihr vorbeizusegeln, doch diesmal passt sie uns nicht ins Konzept. Pržina hingegen schon. Auch wenn der Wind in die Bucht steht. Da der Kat den Schwell ignoriert, bleiben die Kaffeetassen auf dem Tisch.

Koločep ist die kleinste besiedelte Insel in der Inselgruppe der Elaphiten


Der Wetterbericht sagt für den Nachmittag stark auffrischenden Wind voraus, daher binde ich ein Reff ins Groß. Der Himmel voraus bleibt strahlend blau. Wer schaut da schon viel zurück? Zu spät bemerken wir die tiefschwarze Wand hinter dem Heck. Nie hätte ich geglaubt, dass sie so schnell näher kommt! Ich bin noch nicht im Ölzeug, da peitscht der Wind schon den Schaum von den Kronen der Wellen. Augenblicke später springt er um, der Baum kommt über; die Genua schlägt wild, als wir sie wegrollen. Der Windmesser zeigt steil nach oben: Bei Acht pendelt er sich ein, in Böen zeigt er Neun an. Eine „schwarze Bura“ wie aus dem Lehrbuch! Und wir haben uns von ihr überraschen lassen. Der Kat prescht durch die See. Er liegt dabei träge auf dem Ruder. Man muss ahnen, wohin er dreht und schon vorab gegensteuern, sonst läuft er aus dem Ruder. Bei 13 Knoten auf der Welle keine angenehme Vorstellung. Regenwände ziehen einen Vorhang vor Korčulas Küste. Prižba ist unser heutiges Ziel. Brna hingegen läge gleich hinter dem nächsten Kap. Auch ihre Bucht würde uns guten Schutz bieten. Was uns der Plotter nicht zeigt, sind all die Bojen, die überall dort ausliegen, wo sich brauchbare Ankertiefen anbieten. Uns bleibt nichts anderes übrig, als eine aufzunehmen. Hart fallen die Böen ein, schwerfällig reagiert das Boot. Endlich hängen wir fest. Leider nur mit dem Propeller in einer Leine der Boje. So komme ich doch noch zu einem Bad. Danach bekommen wir Besuch vom „Hafenmeister“. Seine Schuhe hinterlassen schmutzige Abdrücke an Deck, doch noch mehr schmerzen jene 60 Euro, die er uns für eine Nacht an der verrotteten Mooring abknöpft.

Polače ist ganz nach unserem Geschmack

Am nächsten Morgen hat sich die Bora ausgeblasen. Wir beschließen nach Sušac zu segeln. Das Inselchen ist fast unbewohnt, hat aber eine Bucht, in der wir – gute Bedingungen vorausgesetzt – sogar übernachten könnten. Als wir kurz vor Dol stehen, braut sich über Lastovo ein drohendes Gewölk zusammen. Es ist weiß, sieht aus wie gepresste Watte und zieht rasch nach Süd. In der Basis hat man uns gewarnt: „Eine Bura lässt sich unter Land aussegeln. Draußen baut sich schnell ein Seegang auf, in dem eine Yacht schlechte Karten hat. Na, und erst ein Kat! Das Risiko will ich nicht eingehen. Also: kein Kaffee in Sušac, dafür direkter Kurs nach Lastovo und dort rein in die Skrivena Luka. Hier lägen wir geschützt. Wenn der Anker hält! Drei Mal schleifen wir ihn samt Kette durch die halbe Bucht, dann reicht es mir. Ich mache die große Brieftasche klar und gehe an den Steg vor dem „Porto Rosso“. Zusätzlich zu dem Liegeplatz werden uns hier Strom, Wasser und Sanitäranlagen angeboten. Für 375 Kuna. Das sind 50 Euro für einen Kat dieser Größe! Es geht also auch anders als in Brna. Die Differenz zum befürchteten Liegegeld investieren wir abends in ein Steak-Dinner, das – zusammen mit einer Flasche rotem Hauswein – den Segeltag erst so richtig abrundet. Kurz nach Mitternacht hageln die Böen einer diesmal weißen Bura auf das Schiff ein. Erst gegen Mittag zieht sich die Starkwindzone gegen Mljet zurück. Doch statt, wie vom Wetterbericht versprochen, aus Nord, steht der Wind aus Ostnordost genau gegenan. Und er legt wieder zu. Auf halbem Weg hat er sich auf satte Fünf, hart an der Grenze zu Sechs, eingependelt. Erst als wir schon vor Mljet stehen, geht ihm die Puste aus. Polače ist ganz nach unserem Geschmack. Erst lassen wir die Restaurants mit ihren Anlegern an Backbord vorüberziehen, dann in einem Winkel der Bucht den Anker fallen. Als wir ihn in den gut haltenden Grund gefahren haben, liegen wir mit dem Heck so nahe am Ufer, dass sich eine Landleine geradezu aufdrängt. Als ich diese ausbringe, wollen drei Herren im Schlauchboot die Nationalparkgebühr kassieren. Für unsere Bitte, doch später noch mal zu kommen, weil der Skipper gerade so „busy“ sei, zeigen sie Verständnis. Doch dann vergessen sie uns. Vielleicht waren sie auch nur enttäuscht, auf einem Kat, der üblicherweise fette Beute verspricht, nur drei Herren anzutreffen, die dem Aussehen nach auf einen Senioren-Rabatt bestehen würden.

Okuklje lädt zum verweilen ein, doch nach einer kurze Kaffeepause geht es weiter


Das „Franca“ kann auch ohne Nepp bestehen

In den frühen Morgenstunden macht sich die Landleine bezahlt. Normalerweise bin ich bei steil abfallendem Ankergrund und ablandig drehendem Wind sofort an Deck. So aber kann ich es mir leisten, auf den Wind zu pfeifen. Leider hält er tagsüber nicht, was er uns nachts versprochen hat. Selbst unter großer Segelgarderobe kommen wir kaum voran und müssen uns schließlich vom Motor nach Okuklje schieben lassen. Als wir einlaufen, werden vor allen Restaurants die Mooringleinen hochgezogen. Doch wir verschmähen die Einladung. So schön die Bucht auch ist, wir wollen nach einer Kaffeepause noch weiter. Erst nach Podškolj, das mir jedoch nach Nordost zu offen ist und dessen Ankergrund aus purem Fels auch bei der Crew keine Freude aufkommen lässt. Saplunara hingegen bietet guten Schutz gegen den nächtlichen Nordwind. Allerdings ist die Bucht dort, wo sich brauchbare Ankertiefen anbieten, mit Bojen der Restaurants dicht gepflastert.
Wir fügen uns ins Unvermeidliche. Erst hängen wir unser Boot an eine Boje, dann reservieren wir im dazu gehörenden Restaurant einen Tisch fürs Abendessen. Das „Franca“ beweist uns, dass man auch ohne Nepp bestehen kann. Das Essen ist ohne Schnörkel, der Hauswein ohne zu viel Tannin gekeltert. Die Preise sind zivil und weder Gedeck noch die mondbeschienene Terrasse werden uns zusätzlich berechnet. Den letzten Segeltag lassen wir auf Šipan, Lopud und Koločep ausklingen. Diese Inseln sind so klein und liegen so nahe an Dubrovnik, dass sie von vielen Seglern übersehen werden. Dabei sind sie ein Mikrokosmos, der uns auf kleinstem Raum all das geboten hätte, was wir uns einer Woche mit langen Schlägen ersegelt haben.

DAS SOLLTE MAN GESEHEN HABEN!

DUBROVNIK:

Dubrovnik gehört zu den schönsten Städten des Mittelmeeres. Wer dessen Altstadt noch nicht gesehen hat, sollte sich diese trotz der Touristenströme nicht entgehen lassen.

KORČULA:

Ein Abend in Korčulas Altstadt ist ein Erlebnis, das sich nur der entgehen lassen darf, der diese Perle der Adria bereits bestens kennt.

STON:

Die im Mittelmeer einzigartige Befestigungsanlage und die Muschelgerichte aus den quasi vor der Haustür liegenden Zuchtanlagen machen Ston zum Geheimtipp in diesem Segelrevier.

WEISSE BURA – SCHWARZE BURA?

• Weiße Bura:

Bereits ein sich ein über Mitteleuropa nach Südost ausdehnendes Hoch kann diesen Fallwind auslösen. Trifft es dort auf ein Tief über dem Mittelmeer, können die immer enger werdenden Isobaren eine Bura bewirken, die im Sommer selten, in der Vor- und Nachsaison jedoch häufig Sturmstärke erreicht. Besonders gefährlich für Segler sind die oft orkanartigen Böen. Eine Bura kommt fast ohne Vorwarnung und endet meist auch genauso schnell. Bei einer „weißen Bura“ ist der Himmel überwiegend klar, und das Wetter bleibt sonnig.

• Schwarze Bura:

Eine aus dem westlichen Mittelmeer heranziehende Front oder ein sich im östlichen Teil ausdehnendes Tief bewirkt eine schwarze Bura. Die beim Durchzug der Front immer enger werdenden Isobaren verstärken sie, und die Okklusion sorgt für dichte Bewölkung und nicht selten sintflutartige Regenfälle. Die höchsten Windstärken werden erreicht, wenn das Tief auf ein über Mittel- oder Osteuropa liegendes Hoch aufläuft.

WICHTIGES

• Nationalparkgebühren:

Die Inseln Lastovo, Sušac und Teile von Mljet sind Nationalparks. Laut Segelführer wird dort eine Gebühr von 90 Kuna pro Person eingehoben. Das dürfte nicht mehr stimmen. Man muss damit rechnen, dass man für das Schiff 200 Kuna und pro Person 125 Kuna bezahlt. Angeblich wird – das ist auch meine Erfahrung – keine Gebühr eingehoben, wenn man an Stegen oder Bojen von Restaurants festmacht.

• Kurtaxe:

Bei der Übernahme der Yacht wird eine Kurtaxe von 1 Euro pro Person und Tag von der Charterfirma eingehoben.

• Befähigungsnachweise:

Der Skipper muss im Besitz eines amtlich anerkannten Befähigungsnachweises zum Führen eines Motorbootes sein. Am ehesten erfüllt diese Anforderung der Bootsführerschein. Zumindest ein Crewmitglied muss ein Funksprechzeugnis vorweisen können. Gemäß den Vorschriften dürfte das Funkgerät nur von jenem bedient werden.

• Bojenfelder:

Kroatien vergibt Lizenzen an Meistbieter, die aber nicht für den Zustand der Bojen und eventuelle Schäden haften. Sie können die Liegegebühren frei festsetzen. Man kommt für ein 13-Meter-Boot auf 30 bis 60 Euro pro Nacht. Im Umkreis von 150 Meter eines Bojenfeldes besteht ein Ankerverbot.

• Gebührenpflichtiges Ankern:

Manche Kommunen kassieren auch fürs Ankern ab. Man sollte sich unbedingt eine Rechnung geben lassen.

• Stege & Moorings von Restaurants:

An ihnen liegt man meist gratis oder gegen eine geringe Gebühr. Es wird erwartet, dass man abends zum Essen kommt.

• Tanken:

Die Tankstelle in der ACI-Marina im Ombla-Fluss ist an Freitagen immer und auch sonst oft überlastet. Es kann sein, dass man Stunden warten muss. Besser man geht an die Tankstelle im Club Orsan, in der Bucht nördlich von Dubrovnik.

• Pekas:

Der kulinarische Höhepunkt eines Törns in den dalmatinischen Inseln ist meist dieses Schmorgericht. Dazu werden Fisch oder Fleisch (z. B. Lamm) zusammen mit Beilagen, Gemüse, Kräutern, Wein und reichlich Olivenöl in einen gusseisernen Bräter gegeben. Da dieses Gericht drei bis vier Stunden im Ofen schmoren muss, sollte man es immer rechtzeitig bestellen.