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Cheap Trick 308:Günstige Zweiwege-Standbox mit TQWT-Gehäuse:Standfest


Klang & Ton - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 07.02.2020

Manchmal darf‘s ja auch einfach eine ganz normale Box sein: Die „Empor SL“ aus Oberursel ist genau das. Allerdings mit durchaus bemerkenswerten Klangeigenschaften


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Bildquelle: Klang & Ton, Ausgabe 2/2020

Sieht aus wie Bassreflex, ist es aber nur zum Teil: Das


Ja, ja, ich weiß: Kennen Sie schon. Ich zugegebenermaßen auch, wenn auch in anderer Bauform. Richtig ist aber, dass die hier eingesetzte Treiberkombination schon in einer Box namens „Shorty 2016“ steckte. Die wir – völlig richtig – bereits 2017 im Heft hatten.
Da im Lieferprogramm der Oberurseler Selbstbauspezialisten von Blue Planet Acoustic aber nichts so beständig ist wie der Wandel, ...

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... heißt die zugehörige Baureihe mittlerweile „Empor“ und besagte Kompaktbox hört auf den Namen „Empor S“. Das ist übrigens ein nach wie vor sehr empfehlenswerter Einsteigerbausatz, den es derzeit für extrem faire 69 Euro zu erstehen gibt.Die „Empor SL“ ist eine weitgehende Neukonstruktion, bei der nicht einfach nur der alte Wein in einen größeren Schlauch gefüllt, sondern auch gleich vom bewährten Bassreflexgehäuse Abstand genommen und auf eine TQWTBehausung für den Bass umgesattelt wurde. Damit ließ sich das durch die Standboxbauweise hinzugewonnene Volumen deutlich besser nutzen.

Treiber

Der Tieftöner der Empor SL heißt „LoCo 6.1“. Wie der Name schon vermuten lässt, gehört er zu den eher günstigen Vertretern seiner Art, tatsächlich gibt‘s ihn einzeln derzeit für 15 Euro. Sechs Zoll Durchmesser, Stahlblechkorb, eine Freiluftresonanz um die 50 Hertz, eine Gesamtgüte von 0,44 – damit gehen jede Menge verschiedene Konzepte, eine TQWT gehört definitiv dazu. Ein Doppelmagentsystem sorgt für die entsprechende Power im Luftspalt, die einzöllige Spule ist auf einen hochtemperaturfesten Kaptonträger gewickelt. Beim Einbau braucht man sich außerdem kein Bein auszureißen: Der flach auslaufende Korb muss nicht eingefräst werden, was einem das Leben deutlich erleichtert. Die auf zwei Seiten abgeflachte Form ist nämlich nicht ganz einfach mit der Oberfräse „tieferzulegen“.
Fürs gleiche Geld gibt‘s die Gewebekalotte T25 H, die hier zum Zuge kommt. Das ist eine rundum pragmatische Konstruktion, der ein kleiner Waveguide schalldruckmäßig ein wenig auf die Sprünge hilft. Das gute Stück gibt sich friedlich vor dem Mikrofon, ist einfach zu beschalten und ein guter Treiber auch für eigene Entwicklungen. Mit 60 Millime- tern Außendurchmesser zählt es zu den sehr kompakten Hochtönern mit diesem Membrandurchmesser.

Gehäuse

TQWT, Tapered Quarter Wave Tube, zu Deutsch in etwa: „konisches Viertwellenlängenrohr“. Das bedeutet in diesem Falle, dass im Gehäuse ein schräg angeordnetes Brett steckt, das das Volumen in eine gefaltete Leitung verwandelt. Auf etwa einem Drittel nach „dem dünnen Ende“ strahlt der Tiefmitteltöner in die Leitung, die sich bis zum Ende weiter öffnet. Kurz vor dem Ende mündet ein Reflexrohr auf der Rückwand ins Freie. Sprich der zusätzliche Aufwand gegenüber einem schlichten Reflexgehäuse beschränkt sich auf ein zusätzliches Brett – das kann man mal machen.
Der Hochtöner sitzt in einem abgeschotteten Abteil oben. Das Gehäuse ist aus 19 Millimeter starkem Material gefertigt, bei unserem Musterpärchen ist die Schallwand eine aufgeschraubte Massivholzplatte. In der Zeichnung ist das nicht vorgesehen, hier wird ein Gehäuse aus einem Guss gezeigt.

Frequenzweiche

Die Weichentopologie hält wenig Überraschendes bereit: Der Tieftöner wird mit einem Tiefpass zweiter Ordnung aus dem Rennen genommen, zusätzliche Korrekturmaßnahmen sind nicht erforderlich gewesen. Nicht schlecht für so einen günstigen Treiber. Der Hochtöner wird ebenfalls mit einem Zwölf-Dezibel- Filter eingekoppelt. Sein Wirkungsgrad muss noch mit einem Spannungsteiler an das Schalldruckniveau des Tiefmitteltöners angepasst werden. Sechs Bauteile, Filterung erledigt.

Messungen

Die Empor SL macht beim Messparcours eine ziemlich gute Figur. Der Frequenzgangschrieb offenbart ein recht sauberes Rundstrahlverhalten, die Trennfrequenz dürfte bei gut zwei Kilohertz liegen. Der Frequenzgang auf Achse verläuft ausgewogen, insgesamt gibt es eine leicht fallende Tendenz. Auch wenn der Hochtöner oberhalb von zehn Kilohertz wieder etwas zulegt, dürfte der Charakter der Box ein betont angenehmer sein. Die Bassabstimmung liefert ein leichtes Maximum bei 100 Hertz, darunter fällt der Frequenzgang langsam. Die Box reproduziert ohne Probleme Töne bis unter 40 Hertz, das ist ziemlich anständig für so eine Konstruktion. Bis in den Hochtonbereich ist alles in bester Ordnung, ab etwa vier Kilohertz machen sich die unvermeidlichen Bündelungserscheinungen bemerkbar. Außerhalb der Achse verliert der Hochtonbereich dann merklich an Pegel. Eine koordinierte Schallabstrahlung findet jedoch bis 20 Kilohertz und darüber statt. Der mittlere Wirkungsgrad der Box liegt bei rund 83 Dezibel, das geht in Ordnung.

Die Massivholzfront des Musterpärchens ist eine schöne gestalterische Variante


Der Impedanzschrieb weist Acht-Ohm- Verhalten aus. Linearisierungen finden nicht statt, der Verlauf schwankt deshalb merklich. Die tiefe Bassabstimmung ist auch hier erkennbar.
Das Klirrverhalten ist ohne Fehl und Tadel, bei 85 Dezibel verzerrt die Box ab 300 Hertz nur noch sehr wenig. Der Anstieg im Mitteltonbereich bei 95 Dezibel beschränkt sich auf gutmütigen k2, das ist völlig in Ordnung so.
Auch am Wasserfalldiagramm haben wir rein gar nichts auszusetzen, hier sind keinerlei Probleme auszumachen.

Klang

Oh ja. Sehr hübsch. Bereits die ersten Töne der Empor SL suggerieren Seriosität. Das sind keine hypernervösen Rennpferde, sondern feine Dressurprofis. Es klingt sonor, souverän und aufgeräumt. Die gute Kari Bremnes klingt genau so „laid back“, wie sich das für die routinierte norwegische Sängerin gehört. Der Lautsprecher reproduziert das kräftigwarme Fundament auf „Det Vi Har“ mit unangestrengter Ernsthaftigkeit. Die Stimme steht perfekt losgelöst exakt in der Mitte, die fein hineinproduzierte Finesse sitzt auf den Punkt, die leichte Rauigkeit auf den Tönen auch. Der gesamte Tenor ist herbstlich, es dominieren erdige Töne. Wechseln wir das Genre und wenden uns hemdsärmeligeren Dingen zu: Das Schlagzeug auf Springsteens „Darkness on the Edge Of Town“ hat Knack und Drive, es klingt wie ein richtiges Schlagzeug. Was in den Achtzigern ja eher selten war. Ich mag diesen fülligen und variablen Bass, der Sound sagt: „Ach komm, noch ne Plattenseite.“ Klar ist das eine eher defensive Abstimmung, aber das ist völlig in Ordnung so: Nichts nervt, das klingt auch nach Jahren noch angenehm und rund. Absolut empfehlenswert!

Die beiden Treiber der Empor SL kennen wir schon aus anderen Projekten


Omnes Audio OA S161

Aufbauanleitung

Das geht nach dem ublichen Standard: Man beginnt mit einer Seitenwand und verleimt die Schallwand, Boden, Deckel, die Trennung fur das Hochtonergehause und den TQWT-Teiler. Es folgt die Ruckwand, zu guter Letzt wird das Ganze mit der zweiten Seitenwand verschlossen. Die Durchbruche fur die Treiber und das Bassreflexrohr kann man auch nach dem Zusammenbau erledigen.

Zubehör pro Box

• Terminal
• Schrauben
• Kabel
• Frequenzweiche
• Dammmaterial
• Reflexrohr
• Weichen-/Bau-/Dammplan

Der Korpus der Prototypen wurde aus schwarz durchgefärbtem MDF aufgebaut