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CHECK: DAS NEUE LUFTHANSA MILES & MORE: Gewinner & Verlierer


Clever reisen! - epaper ⋅ Ausgabe 2/2018 vom 10.04.2018

Meilen nach Flugpreis - Miles & More ändert die Regeln, aber für fleißige Meilensammler oft zum Nachteil! Clevere Vielflieger können dem neuen System aber noch ein Schnippchen schlagen.


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Bildquelle: Clever reisen!, Ausgabe 2/2018

Der 12. März 2018 markierte im wahrsten Sinne des Wortes einen „Meilenstein“ bei Europas führendem Vielfliegerprogramm Lufthansa Miles & More: Die Prämienmeilenvergabe wurde auf ein umsatzbasiertes System umgestellt. Verdrängt wurde damit ein System, das in Europa mit fixen Meilengutschriften in Abhängigkeit der Buchungsklasse arbeitete und interkontinental mit Distanzen, die in Abhängigkeit der Buchungsklasse mit einem ...

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... bestimmten Faktor zu multiplizieren waren. Die amerikanischen Airlines hatten es in den letzten Jahren bereits vorgemacht. Ein Kunde soll danach beurteilt werden, was er der Fluggesellschaft an Umsätzen beschert. Air France hat im April dieses Jahres als zweite europäische Airline ebenfalls nachgezogen. Bei Hotelprogrammen ist ein umsatzbasiertes System seit jeher gängige Praxis.

Vielfliegerstatus nicht betroffen

Laut Miles & More ändert sich die Meilenvergabe durch das neue System nicht, sie verschiebt sich nur zu den Kunden, die es verdienen. Ob dem wirklich so ist, wird die Betrachtung der Gewinner und Verlierer weiter unten zeigen. Doch die gute Nachricht ist zunächst einmal, dass sich das neue System nur auf Prämienmeilen, jedoch nicht auf Statusmeilen bezieht. D.h., im Hinblick auf die Erreichung eines Miles & More Vielfliegerstatus (Frequent Traveller, Senator, HON Circle) ändert sich nichts. Dies ist auch der Grund, warum sich die Empörung über das neue System in Grenzen gehalten hat. Denn der heilige Gral eines Meilenprogramms sind die Statuslevels und das Flugprämienchart. Beide blieben unangetastet.

Die neue Prämienmeilenvergabe

Im neuen System werden für alle Tickets, die ab dem 12. März 2018 gebucht und von einer Lufthansa Group Airline ausgestellt wurden (Lufthansa, Swiss, Austrian, Eurowings, Brussels Airlines) vier Prämienmeilen pro Euro Umsatz vergeben. Mit einem Vielfliegerstatus sind es gar sechs. Dieser Bonus gilt auch für Adria Airways, Air Dolomiti, Croatia Airlines und LOT Polish Airlines sowie die Transatlantik Joint-Venture Partner United Airlines und Air Canada, solange die Tickets auf Lufthansa Group Ticket Stock ausgestellt sind (Ticketnummer fängt mit 220, 724, 257 oder 082 an). Bei Eurowings und Brussels Airlines sind es mit Vielfliegerstatus nur fünf Prämienmeilen je Euro Umsatz. Umsatz ist dabei der Betrag, den die Airline erhält, der sich aus der Base Fare und diversen Zuschlägen der Airline (YQ und YR Charge) zusammensetzt. Abzuziehen vom Kundenendpreis sind also Steuern und Gebühren (bei interkontinentalen Flügen meist zwischen 100 und 150 Euro), die nicht an die Airline gehen.

Alte Meilenvergabe beibehalten

Durch die Abhängigkeit der neuen Meilenvergabe von einer Buchung auf Lufthansa Group Ticket Stock, ergibt sich schon direkt das erste „Schlupfloch“, denn wenn die neue Meilenvergabe für einen bestimmten Flug unvorteilhaft sein sollte, kann man denselben Flug oft auch im Rahmen der großen vier Joint Ventures der Lufthansa Group über den entsprechenden Partner buchen:

• Transatlantisches Joint Venture (Nordatlantik): Air Canada, United
• Europa / Japan: ANA
• Europa / Süd-Ost-Asien / Süd-West-Pazifik: Singapore Airlines
• Europa / China: Air China

So kann derselbe Flug zum nahezu identischen Preis leicht die doppelte oder gar dreifache Anzahl an Meilen bringen. Hierzu einfach den Flug auf der Webseite des Joint Venture Partners suchen.

Wer profitiert, wer verliert?

Das neue System ist zwar für viele Kundengruppen nachteilhaft, bietet jedoch für manche auch deutliche Vorteile.

Wer als Schnäppchenjäger immer nur die günstigsten Flugangebote in Economy Class bucht, erhält im neuen System relativ gesehen (in %) deutlich weniger Meilen. Doch in der Regel geht es dabei absolut gesehen um wenige hundert Meilen je Flug. Die meisten Programmteilnehmer setzen ihre Meilen für Economy Class Freiflüge oder Prämien im Lufthansa Worldshop ein, mit einem Gegenwert von zwei bis drei Euro je 1.000 eingesetzte Meilen. Damit hätten 500 weniger gesammelte Meilen einen Gegenwert von 1,0 bis 1,5 Euro. Es ist somit eher psychologisch als praktisch relevant, dass es hier weniger Meilen gibt. Wenn man allerdings Meilen geschickt für Business Class Flüge, z.B. im Rahmen der Lufthansa Meilenschnäppchen einsetzt, kann man Gegenwerte von bis zu 20 oder 25 Euro je 1.000 Meilen erzielen. Dann gewinnt das Ganze auch praktisch an Relevanz.

Eine umfassende Break-Even Analyse über unterschiedliche Destinationen hinweg zeigt, dass mit Ausnahme von Middle East (z.B. Dubai) und Nordamerika Ostküste (z.B. New York, Toronto, Washington) in der Regel Preise von mindestens 2.400 Euro (mit Status) bzw. 2.900 Euro (ohne Status) für Business und Premium Economy Class Flüge zu zahlen sind, um im neuen System mehr Meilen zu erhalten. Je nach Destination und Buchungsklasse teilweise auch deutlich mehr. In der First Class starten die meilentechnisch vorteilhaften Preise bei 5.500 Euro (mit Status) bis 7.500 Euro (ohne Status).

Somit ist die Premium Economy DER große Verlierer im neuen System. Teilweise werden bis zu 80% weniger Meilen für besonders günstige Flüge gutgeschrieben. Auch in der Business Class liegen die Gutschriften zumindest im Privatkundenbereich, wo man tendenziell günstigere Flüge bucht, unter denen im alten System. Sämtliche Angebotstarife in der First Class (z.B. Partnerangebote) bringen im neuen System auch deutlich weniger Meilen.

Gleiches gilt auch für Umsteigeverbindungen: Wer z.B. Amsterdam – Frankfurt – New York fliegt, erhält in der Zukunft für das erste Segment kaum zusätzliche Meilen, da hier in der Regel nur Airline-unabhängige Gebühren anfallen. In der Vergangenheit gab es hingegen fixe Meilengutschriften.

Große Gewinner sind insbesondere Geschäftskunden, die kurzfristig und sehr teuer buchen müssen. So sind selbst innerdeutsch Preise von 500 Euro oder mehr in Economy Class möglich und führen im neuen System zu hohen Gutschriften.

Direktflüge werden klar gegenüber Umsteigeverbindungen bevorteilt. Auch ist das neue System attraktiv für relativ nahe gelegene Interkontinentalziele wie z.B. Dubai oder Nordamerika Ostküste (New York, Boston, Toronto etc.).

Miles & More: Break Even - welche Flugziele lohnen sich?

Break-Even Analyse: Ab welchem Preis bringt das neue Meilensystem dieselbe Gutschrift wie das alte. Die grün markierten sind Werte, die typischerweise im neuen System besser sein sollten, weil die Preise relativ niedrig sind.

Immer Miles & More?

Neben der Buchung über Joint Venture Partner ergeben sich weitere Möglichkeiten, die alten Gutschriften beizubehalten. So muss man nicht zwangsläufig bei Miles & More sammeln. Auch andere Meilenprogramme der Star Alliance bieten attraktive Statusmöglichkeiten mit nahezu denselben Statusvorteilen auf Flügen mit Lufthansa, Swiss & Co. So z.B. Turkish Airlines Miles & Smiles, Aegean Miles & Bonus oder SAS Eurobonus.

Und wer Miles & More treu bleibt, muss nicht zwangsläufig mit der Lufthansa Group fliegen. So gibt es z.B. nach Asien unzählige andere Carrier in der Star Alliance als Alternative (Thai Airways, EVA Air, ANA, Asiana etc.).

Fazit: Das neue Miles & More ist für viele negativ, doch innereuropäisch halten sich die „Verluste“ meist in Grenzen. Fatal sind die neuen Regelungen für Premium Economy Class Passagiere und für preisbewusste Premium-Reisende. Doch es gibt weiterhin Möglichkeiten, das alte System zu nutzen.

Alexander Koenig


TIPP: Unser Autor Alexander Koenig ist Gründer des First Class & More Blogs. Trotz neuem System bleiben die Statusmeilengutschriften dieselben. Im Lufthansa Status-Archiv finden sich immer die besten Routings www.first-class-and-more.de/blog/category/lufthansastatus/

LUFTHANSA HOLIDAYS: URLAUB MIT MEILEN BEZAHLEN

Lufthansa Holidays und Miles & More eröffnen Teilnehmern des Vielflieger- und Prämienprogramms neue Reisemöglichkeiten: Ab sofort können Prämienmeilen ganz oder anteilig für einen Pauschalurlaub eingelöst werden, und das bereits ab einem Betrag von 7.500 Meilen. Bisher war lediglich das Sammeln von Meilen bei Buchungen über Lufthansa Holidays, das von HLX Touristik betrieben wird, möglich. Das Einlösen ist einfach: Passendes Angebot auf www.lufthansaholidays.com finden, den gewünschten Meileneinsatz auswählen und Pauschalurlaub, unabhängig von der Airline, buchen.
Ein Wochenendtrip von Frankfurt nach Wien mit zwei Übernachtungen ist bereits ab 66.000 Prämienmeilen buchbar. Jede Buchung führt außerdem zu einer neuen Meilengutschrift, die automatisch auf dem Miles & More-Konto gutgeschrieben wird und dieses wieder auffüllt.
Insgesamt lassen sich bei Lufthansa Holidays Meilen für Urlaubs-Pakete zu fast allen Lufthansazielen einlösen. Bei Lufthansa Holidays sind Flüge von zehn Airlines zu finden. Neben der Lufthansa und Eurowings sind es Condor, Tuifly, Sun Express, Lauda Motion, Swiss, Edelweiss und Etihad Airways. Kürzlich kam auch Emirates hinzu. Ebenso sind Meilen für Reisepakete mit Flügen in der Lufthansa Business oder First Class einlösbar. (jz)


Bild: gratisography