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CHEFSACHE:WAS KOMMT NACH DEM ARBEITSLEBEN?


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 7/2018 vom 05.10.2018

Nach dem Eintritt ins Rentenalter noch 20 Jahre oder mehr zu leben, ist für den Menschen ein relativ neues Phänomen. Welche Spuren will ich hinterlassen – im Job und im Leben? Wie will ich die Zeit verbringen, die ich noch habe? Was erfüllt mich? Sich diese Fragen zu beantworten, kann helfen, diese Lebensphase gut zu meistern.


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Foto: Imago

Wer 1960 in den Ruhestand ging, bekam noch rund zehn Jahre Rente – heute sind es fast zwanzig Jahre. Dass viele Menschen in Deutschland heute 80, 90 oder gar mehr Jahre erreichen, ist neu.

Dabei fangen wir mit dem Älterwerden schon am Tag unserer Geburt an. „Älter werden ...

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... ist das, was wir am längsten tun. Aber mit dem Alter selbst beschäftigen wir uns eher selten“, weiß Gustav Harder, Coach und Trainer, der sich seit einiger Zeit auf das Themenfeld „Älter werden“ spezialisiert hat. Der 70-Jährige war Sportlehrer und arbeitete als Dozent am Sportzentrum der Technischen Universität München, bevor er 1987 in die Erwachsenenbildung wechselte. Nach weiteren psychologischen Ausbildungen machte er sich 1995 als Coach und Trainer selbstständig. Schwerpunkt war damals das Management-Training, das der staatlich geprüfte Berg- und Skiführer mit vielen Outdoor-Aktivitäten verband. Gemeinsam mit seiner Tochter Heidi bietet er im Allgäu unter dem Namen „a.r.t.“ Trainings, Coachings und Moderation an.

DIE MOTIVATION

In der Psychologie ist häufig von intrinsischer und extrinsischer Motivation die Rede. Intrinsisch bedeutet laut Duden „von innen her, aus eigenem Antrieb.“ Der Anreiz, etwas zu tun liegt in der Sache selbst. Als extrinsisch hingegen wird etwas bezeichnet, was von außen bestimmt oder gesteuert ist. Etwas unwissenschaftlicher ausgedrückt: Bei der intrinsischen Motivation ist eher der Weg das Ziel, bei der extrinsischen Motivation locken vor allem das Ergebnis beziehungsweise die Konsequenzen. So lernt der eine fotografieren, weil es ihm Spaß macht, der andere, weil er damit Geld verdienen und Erfolg haben möchte.

Den Übergang begleiten

Auf die Idee, Menschen beim Übergang in die Zeit nach der Berufstätigkeit zu unterstützen, kam der „Unternehmensberater in Sachen Soft Skills“, wie sich Gustav Harder selbst bezeichnet, eher zufällig. „Während eines Coachings in einer Sparkasse fragte mich der Chef, ob ich Lust hätte, ihn mit Gesprächen zu begleiten. Er wollte das Jahr vor seiner Pensionierung nutzen, um die Weichen für sein weiteres Leben zu stellen.“ In den Monaten des Coachings haben beide viel gelernt. „Der Sparkassen-Direktor war ein unglaublich gut organisierter Mensch, der sich schon jede Menge Gedanken gemacht hat – ich habe von ihm mindestens so viel gelernt wie er von mir“, erinnert sich Harder. Aus der Begleitung ergab sich schließlich für den Coach ein neuer Tätigkeitsschwerpunkt: der Übergang ins Alter.„Die verschiedenen Lebensphasen meistern viele Menschen sehr gut – spannend sind immer die Übergänge“, sagt Gustav Harder. Hier geht es vor allem um zwei große Bereiche: den Beruf, den man immer noch ausübt und vielleicht auch gar nicht ganz aufgeben will, und die Gestaltung der privaten Lebensumstände im Alter.

Das Arbeitsumfeld gestalten

Sich bewusst mit der Pensionierung zu befassen, bevor der Tag x gekommen ist, hat Vorteile. „Ich kann mir überlegen, wie ich die Zeit bis dahin gerne verbringen würde. Möchte ich eventuell schon ein bisschen kürzer treten? Woher nehme ich die Kraft für meine Tätigkeit? Wie will ich meinen Arbeitsbereich übergeben? Was mache ich mit meinem Wissen? Welche Spuren will ich hinterlassen?“

Ein Beispiel ist für Gustav Harder ein Dachdecker, der als Vorarbeiter in einem Betrieb tätig war. „Mit 60 war ihm klar, dass das Herumturnen auf dem Dach nicht mehr das ist, was er will.“ Mit zunehmendem Alter nehmen Reaktionszeit und Beweglichkeit ab, körperlich anstrengende Arbeiten werden immer schwieriger und gefährlicher. „Mit seiner jahrzehntelangen Berufserfahrung wusste der Dachdecker so gut wie kein anderer, was die jeweiligen Mitarbeiter auf der Baustelle brauchen. Also hat er sich um die Materialbeschaffung und das Rüsten der Montagefahrzeuge gekümmert.“

Trotzdem dabei bleiben

Auch für Selbstständige ist es oft schwer, die Arbeit in ihrer bisherigen Form loszulassen. Nicht umsonst gibt es immer wieder Konflikte zwischen Senior- und Juniorchef. Hier ist es sinnvoll, zu überlegen, ob es Bereiche gibt, in denen der Senior seine Kompetenz einbringen kann. Nicht ganz aufhören, etwas tun, was Spaß macht, für Fragen offen sein aber die Geschäftsleitung des Unternehmens vertrauensvoll dem Nachwuchs überlassen – das kann für Selbstständige eine gute Mischung sein.

FRAGEN, DIE SIE SICH STELLEN SOLLTEN

Was sind meine geheimen Wünsche? Was wollte ich immer schon mal tun?
Was bereitet mir wirklich Freude, während ich es tue?
Was möchte ich (noch) lernen – und wann fange ich damit an?
Was möchte ich mit meinem Partner gemeinsam tun?
Wie viel Freiraum brauche ich für mich selbst?
Wie ist es um die Finanzierung des Ruhestands bestellt? Was kann ich mir leisten, wo muss ich kürzer treten und Abstriche machen?
Was muss und kann ich für meine Gesundheit tun – und wann fange ich damit an?
Wo kann ich meine Erfahrungen noch einbringen?
Wie soll mein Wohnumfeld aussehen?

Gustav Harder und seine Tochter Heidi begleiten Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen – ob es darum geht, Spuren zu hinterlassen, oder darum, neue Horizonte zu eröffnen.


Fotos: privat (1), Imago (2)

Know-how sichern

Mit der Pensionierung langjährig Beschäftigter geht in Firmen viel Wissen verloren. Für Unternehmer lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie man dieses Wissen für den Betrieb weiter zugänglich macht. Gustav Harder berichtet von einem Ingenieur einer Motorenfirma, der Experte für alle Arten von Motoren war. „Alte Motoren des Unternehmens laufen heute immer noch. Wenn es da ein Problem gibt, kennt sich keiner mehr aus. Der ehemalige Mitarbeiter hat nun den Auftrag, Dokumentationen zu erstellen.“ Von diesem Arrangement profitieren beide Seiten: Der eine hat weiterhin eine (überschaubare) Aufgabe, der andere sichert sich das Know-how.

Struktur schaffen

Mit dem Schritt in die Rente verändert sich die gewohnte Tagesstruktur. Darauf reagiert jeder anders. Der eine packt umgehend das Wohnmobil und ist dann mal weg, der andere verbringt die ersten Wochen untätig und planlos auf dem Sofa. „Es ist völlig normal, dass man sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen muss“, sagt Gustav Harder. Weniger gut ist es, wenn man vom Sofa in eine Depression rutscht. Dagegen hilft, dass man sich rechtzeitig ein paar Fragen stellt – und sie idealerweise und gerne mit Unterstützung eines Coachs beantwortet, beispielsweise was einen wirklich mit Freude erfüllt. Sinnvoll kann es sein, im Laufe des Beratungsprozesses den Partner mit einzubeziehen. „Auch dort gibt es ja Wünsche, Erwartungen, Hoffnungen und Ängste an die Zeit nach dem Berufsleben.“ Möglicherweise freut sich der Partner, ab jetzt alles gemeinsam zu machen, was den frischgebackenen Rentner aber völlig überfordert. „Wenn man frühzeitig darüber redet, lassen sich viele Konflikte vermeiden.“

Was macht mir Freude?

Während man im Berufsleben von Dingen wie Anerkennung, guter Bezahlung oder einem erfolgreich abgeschlossenen Projekt zehrt, fehlen diese Anreize im Ruhestand. Die Maßstäbe für Erfolg verändern sich. „Ich muss mir überlegen, was mich zufrieden macht. Was tue ich gerne, während ich es tue?“, sagt Gustav Harder. Diese Freude an einer Tätigkeit wird als intrinsische Motivation bezeichnet. Gerade für ergebnisorientierte Menschen ist es oft ungewohnt, darüber nachzudenken, was sie gerne tun, wenn das Ergebnis und das, was daraus folgt, zweitrangig sind. Das heißt wiederum nicht, sich keine Ziele mehr zu setzen. Man muss jedoch einkalkulieren, dass man mit seiner Freude über das Erreichen eines selbst gesteckten Ziels möglicherweise alleine ist – ohne die Anerkennung von Kollegen oder Mitarbeitern. Wer rechtzeitig anfängt, sich bewusst auf diese Phase vorzubereiten, kann sie gestalten – und wird nicht von den Umständen überrascht.

GESUND BLEIBEN

Wer viele Jahre in die Rentenkasse einbezahlt oder auch privat vorgesorgt hat, möchte auch möglichst viele Jahre in den Genuss der Rente kommen. Gesund zu bleiben ist keine Selbstverständlichkeit – auch dafür muss man etwas tun. Ein wichtiger Baustein bei der Altersplanung ist daher, zu überlegen, welcher Sport, welche Arten der Bewegung einem gut tun und fit halten.

KONTAKT

a.r.t. Training Coaching Motivation Gustav Harder Eschacher Straße 25 87474 Buchenberg Tel.: 08378-93070 art-harder@t-online.de

Heidi Harder Talstraße 43 87541 Hinterstein Tel.: 0171-7829847 kontakt@art-harder.de www.art-harder.de