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Chopova Lowena


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L Officiel Austria - epaper ⋅ Ausgabe 13/2022 vom 01.03.2022

WILD DESIGNERS

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Bildquelle: L Officiel Austria, Ausgabe 13/2022

Es gibt keine Chopova ohne Lowena, und es gibt keine Lowena ohne Chopova. Das Designer Duo, bestehend aus der amerikanisch-bulgarischen Emma Chopova und der britischen Designerin Laura Lowena, sitzen eng aneinander gekuschelt in dem senkrechten Quadrat auf Zoom und blicken sich mit einem Lächeln an. „Wir haben uns nicht sofort angefreundet” lacht Emma. „Es hat eine Weile gedauert, bis wir uns kennengelernt haben. Einen Monat nach Schulbeginn habe ich eine Halloween Party veranstaltet, Laura kam, und dann erst hat es funktioniert.” In perfektem Gleichklang beginnt die eine zu erzählen, während die andere aufhört. „Emma war immer die Erste, die Witze machte und dafür sorgte, dass sich alle wohlfühlten.”

Als Nachkommen sich angleichender Kulturen, lädt auch die Marke Chopova Lowena zu einer ...

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... nuancierten Überschneidung zwischen Bulgarischem und Britischem, Amerikanischem und Germanischem, Osteuropäischer Folklore und vornehmer viktorianischer Gesellschaft ein. Die intimen Fäden ihrer Persönlichkeiten werden kombiniert. Und dann wird das Ganze noch durch den Rhythmus von Athleisure unterstrichen, um seinen Platz in der heutigen Zeit zu finden. Im September letzten Jahres feierte das Duo sein zehnjähriges Jubiläum. Seitdem sie sich während ihres Masterstudiums am Londoner Central Saint Martins College kennengelernt haben, haben sie ihre gemeinsame Vorliebe für dramatische Strukturen und die Verbeugung vor der Vergangenheit, als verbindende Kraft zwischen ihnen genutzt.

„Ich glaube, im ersten Jahr waren wir wirklich verloren. Aber im zweiten Jahr kamen wir zurück und wir waren wie Folklore, Acid Rave, Metal Hardware, und dann fühlte es sich wirklich richtig an.” 

Chopova und Lowena marschieren als Schiedsrichter des Eklektizismus, indem sie Geschichten verschiedener Abstammungen durch Schottenröcke und Karabinerhaken zusammenfügen und Patchwork Drucke, klobige Ledergürtel zu kaleidoskopischen Silhouetten zusammensetzen, die den Körper mit Nachdruck unterstreichen. „Schon in der Anfangsphase, als wir lernten, wie man zusammenarbeitet, war die oberste Priorität, die bulgarische Facette darzustellen. Das Studium stand ganz im Zeichen der Frage: Wer seid ihr? Worum geht es dir?”, sagt Emma und schaut ihre Partnerin an, als ob sie in dein Seminaraum ihrer ersten Begegnung zurückkehrt wären. „Wir fanden im ersten Jahr heraus, dass die Kombination von harten Metallelementen und sportlichen Untertönen etwas war, das uns gefiel und unsere Absichten wirklich modernisierte”, fährt Laura fort. “Ich glaube, im ersten Jahr waren wir wirklich verloren. Aber im zweiten Jahr kamen wir zurück und wir waren wie Folklore, Acid Rave, Metal, Hardware, und dann fühlte es sich wirklich richtig an. Ich glaube, die Hardware ist einfach etwas, das immer da ist. Es gleicht das Traditionelle aus und man braucht die harte, punkige Seite, damit es funktioniert.”

Der visuelle Fokus hinter Chopova Lowenas angenehm ansprechenden Entwürfen, ist eine Alchimie aus widersprüchlichen Entscheidungen, die auf ein weit verbreitetes Gefühl der Abgeschiedenheit zurückgeht. „Wenn man es genau nimmt, waren wir immer die Kinder, die in der Schule nicht dazugehörten. Ich ging auf eine riesige amerikanische High School mit drei seltsamen Kunstkindern, und ich war eines von ihnen”, erzählt Emma. „ Dann zog ich nach London und gehörte auch hier nicht hin und ich glaube, Laura hatte ein ähnliches Gefühl. Klamotten waren und sind für uns ein wirklich sicherer Raum, in dem wir unsere Leute finden und uns ausdrücken können”. Beide nicken zustimmend.

Was Chopova Lowena von der Masse abhebt, ist die symbiotische Beziehung der Designer zu ihrem eigenen modischen Ethos und dem des Planeten, indem sie Materialien aus Restbeständen verwenden. „Wir möchten, dass unsere Produkte an andere weitergegeben werden. Wir entwerfen auch eher für Menschen als für Geschlechter. Die Menschen haben unterschiedliche Körper, also machen wir einfach verschiedene Passformen. Wir denken, das ist der richtige Weg.”

Während sich ihr Universum ausbreitet und eine kultähnliche Schar anderer ausgefallener Ästheten nach dem ersten Erfolgsmoment strebt, sitzen die beiden selbstbewusst in Bezug auf die Identität der Marke, aber gleichzeitig überrascht von ihrer Dynamik. „Ich glaube, das Verrückte ist, dass wir immer noch hier sind”, lacht Emma und wendet sich fast ungläubig an ihre Freundin. “Wir haben uns eine Frist gesetzt, und fast einen Monat, bevor wir aufgeben wollten, hatten wir unser erstes Teil in einem Ausstellungsraum verkauft.” Sie sehen sich verwirrt an: „Aber das Verrückteste von allem? Ich meine, der LVMH-Preis war ziemlich verrückt für uns...” Laura schweift ab. „ Oder das bulgarische Festival, zu dem wir während unseres Masterstudiums gefahren sind?”, lacht Laura. “Als wir anfingen, fuhren wir zusammen mit Emmas Eltern nach Bulgarien, wo man in voller Montur mit riesigen Fleischstücken in Pfannen im Wald tanzen und singen musste.”

Die vielleicht wildeste Zutat dieses exzentrischen Paares ist, dass die Zusammenarbeit fast nicht zustande gekommen wäre. “Als wir uns das erste Mal trafen, dachten wir immer: Sollen wir zusammenleben? Nein, lass uns nicht so eine große Entscheidung treffen. Dann kam das zweite Jahr und uns wurde klar, dass wir es auf jeden Fall tun sollten. Dann dachten wir: Sollen wir zusammen eine Marke gründen? Nein, das ist doch verrückt, oder...?”