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City spielt steril, bei Liverpool ist Feuerdrin


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 14/2022 vom 06.04.2022

INTERNATIONAL

UWE RÖSLER

DIETMAR HAMANN

Artikelbild für den Artikel "City spielt steril, bei Liverpool ist Feuerdrin" aus der Ausgabe 14/2022 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 14/2022

Von 1994 bis 1998 bei Manchester City: Stürmer Uwe Rösler hat dort noch heute Kult-Status

SPORT BILD: Herr Hamann, Herr Rösler, Liverpool hat einen Rückstand von zeitweise 14 Punkten aufgeholt, liegt nur noch einen Zähler hinter City. Gibt es einen Favoriten?

UWE RÖSLER (53): Beide Mannschaften sind auf Augenhöhe, auf einem Top-Niveau. City und Liverpool haben sich zu Top-Leistungen gepusht. Es ist ein Vorteil für City, dass sie einen Punkt vorne liegen und ein Heimspiel haben. Ich hoffe, die Citizens werden diesen Vorteil ausnutzen, um die Meisterschaft vorzuentscheiden.

DIETMAR HAMANN (48): City ist in der besseren Situation, aber Liverpool hat einen unheimlichen Lauf: Selbst wenn sie nicht gut performen, schaffen sie es, Spiele zu gewinnen. Was für Liverpool spricht: die Abwehr. Hinten ist Liverpool stabiler als City! Allerdings ist die Bilanz der Mannschaft von Jürgen Klopp im Etihad Stadium nicht die beste. Das lässt die Liverpool-Fans schon ...

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... etwas bangen. Wobei ich nicht glaube, dass die Meisterschaft entschieden wird: Selbst bei einer Niederlage würde ich Liverpools Meisterschafts-Hoffnungen nicht komplett begraben. Wir haben die vergangenen Wochen gesehen, was möglich ist.

RÖSLER: Ein Vorteil für Liverpool könnte sein, dass sie vorne eiskalt sind! Sie müssen das Spiel nicht dominieren. Mit ihren inzwischen fünf Topstürmern können sie aus dem Nichts ein Spiel entscheiden: Salah, Mané, Firmino, Jota und Díaz sind Waffen. Sie treffen alle, sind super drauf. Bei City habe ich manchmal das Gefühl: Sie müssen immer das perfekte Tor schießen. Den klassischen Mittelstürmer, der kopfballstark und körperlich präsent ist, haben sie nach wie vor nicht. Der Ball muss immer ins Tor getragen werden.

„Was für Liverpool spricht: die Abwehr. Hinten sind sie stabiler als City“

Didi Hamann

Das könnte sich in der nächsten Saison ändern: Der Wechsel von Erling Haaland zu City soll bevorstehen. Ist das der Spielertyp, der in der Mannschaft von Pep Guardiola noch fehlt?

RÖSLER: Die Transferpolitik von beiden Vereinen ist überragend. Wenn sie nicht den Spieler für den geeigneten Preis bekommen, nehmen sie davon Abstand. Das ist richtig so! City spielt das zweite Jahr in Folge ohne richtigen Neuner und hat dennoch die Chance, die Premier League zu gewinnen: eine herausragende Leistung. Auf Dauer hat City aber klar erkannt, dass ein Neuner kommen muss. Ein Spieler, der vier, fünf oder sechs Jahre dem Verein treu bleibt, den man in eine Achse integrieren kann. Da wäre Erling Haaland mit seinem Potenzial absolut der geeignete Mann für den richtigen Preis. Er ist jetzt schon Weltklasse, hat aber noch unheimliches Potenzial.

HAMANN: Ich bin bei diesem Thema vorsichtig. Dass Haaland zu City geht, glaube ich erst, wenn die Tinte trocken ist. Guardiola hat Ibrahimovic und Eto’o weggeschickt aus Barcelona, bei Bayern Lewandowski auf den Flügel gestellt. Ich glaube, er will gar keinen echten Neuner. Pep scheint da Bedenken zu haben. Selbst Gabriel Jesus spielt bei City auf dem Flügel. Und: Haaland ist eigentlich ein Anti-Pep-Spieler: Ein körperbetonter, pfeilschneller Angreifer, der von seiner Physis lebt. Ob und wie Haaland da reinpasst, weiß ich nicht. Guardiola wird für ihn nicht das System ändern. Zudem habe ich bei Haaland Bedenken: Er hatte in den vergangenen Monaten sehr viele Muskelverletzungen. Zu viele, wenn man auf sein Alter blickt.

RÖSLER: Pep Guardiola sagt aber auch: Man muss sich neu erfinden, neue Dinge entwickeln. Auf Dauer richten sich die Gegner auf eine Mannschaft ein. Meiner Meinung nach geht das nur mit der Umstellung und einem echten Mittelstürmer vorne drin. Ich kenne Haaland und seinen Vater, weiß, was er privat tut, wie willig er ist: Ich traue ihm City zu.

Unter wem hätten Sie lieber gespielt: Pep Guardiola oder Jürgen Klopp?

HAMANN: Matthias Sammer hat vor einigen Wochen etwas Schlaues gesagt: Pep nimmt den Spielern ein Stück weit die Eigenständigkeit, da er alles vorgeben will. Ich war eher immer ein Freigeist, der sich unter der Woche auf das Spiel vorbereitet hat, es auch mal schleifen ließ. Ich wusste, dass ich nicht für die Arbeit von Montag bis Freitag, sondern das Spiel am Samstag bezahlt wurde. Da zählt es! Das ist vielleicht der Grund, warum City die Champions League noch nicht gewonnen hat: Wenn es hart auf hart kommt, muss man Entscheidungen treffen! Wenn du den Spielern alles vorgibst, fällt das vielleicht im entscheidenden Moment schwerer. City ist ein Stück weit steril. Bei Liverpool ist Feuer drin! Ich hätte lieber unter Klopp gespielt: Ich glaube, dass das Verhältnis Trainer/Mannschaft dort besser ausgeprägt ist. Dennoch ist Pep natürlich ein herausragender Trainer.

RÖSLER: Ich hätte gerne unter beiden gespielt – denn als Stürmer bekommt man in beiden Mannschaften, unter beiden Trainern enorm viele Torchancen. Als Stürmer ist man bei Pep und bei Klopp im Schlaraffenland!

„De Bruyne ragt bei City heraus. Er ist Taktgeber, Vorbereiter, Torschütze“

Uwe Rösler

Wer sticht für Sie bei den Teams heraus?

HAMANN: Liverpool hat mit Díaz einen Spieler dazubekommen, der sofort eingeschlagen hat. Er brauchte null Eingewöhnungszeit. Er ist direkt, ein harter Arbeiter, hat Tempo. Liverpool kann nun die Spiele von der Bank entscheiden. Salah konnte sich mit Ägypten nicht für die WM qualifizieren, ich bin gespannt, wie er das verarbeitet. Van Dijk und Fabinho bilden die Achse auf dem Platz, sie sind entscheidend für das ganze Team.

RÖSLER: City ist unheimlich flexibel im Offensivspiel. Pep mag am liebsten Mittelfeldspieler. Die Flexibilität der Spieler ist herausragend, der Matchplan von City ist nie zu lesen. Einer ragt für mich aber heraus: Kevin De Bruyne ist Taktgeber, Vorbereiter, Torschütze. Die Champions League kann nur gewonnen werden, wenn er in Hochform ist.

Liverpool gegen Bayern könnte das Halbfinale der Champions League werden. Gibt es einen Favoriten?

HAMANN: Wenn Goretzka und Davies bei Bayern dabei sind, sehe ich Liverpool nur leicht in der Favoritenrolle. Dann hätte Bayern gute Chancen, das zu packen. Sollte einer oder beide ausfallen, hat Bayern aus meiner Sicht wenig Chancen.

  RÖSLER: Für mich sind beide Teams in Bestform, mit den besten Formationen, total auf Augenhöhe. Bayern darf sich nicht erlauben, so viele Chancen wie zuletzt in der Bundesliga zuzulassen. Das wäre tödlich.