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CLEVER TANKEN


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 22.04.2022

Tintentank-Multifunktionsgeräte

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Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 9/2022

Drucken kann schnell ins Geld gehen – das merken Nutzerinnen und Nutzer von günstigen Multifunktionsgeräten schnell, wenn sie mal mehr als nur eine Seite drucken. Denn die werden nach dem Öllampen-Prinzip verkauft: Am Drucker verdienen die Hersteller fast nichts, an den Tintenpatronen dagegen üppig. Bei Tintentankdruckern ist es dagegen genau umgekehrt – da langen die Hersteller bei den Gerätepreisen ordentlich zu, bieten dafür aber die Nachfülltinte sehr günstig an. Mit dieser Kombination lässt sich für Vieldrucker sehr viel Geld sparen. Und das ohne Abstriche bei Druckqualität oder -tempo, wie der Vergleich dreier Tintentankmodelle von Canon,Epson und HP zeigt.

Feste Tanks für die Tinte

Die meisten Tintenstrahldrucker arbeiten mit Tintenpatronen. Sind die leer, werden sie ausgewechselt – geht es nach dem Hersteller, natürlich am liebsten gegen neue Patronen, denn so ...

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... verdient der am meisten Geld. Tintentankdrucker arbeiten dagegen mit fest eingebauten Tanks, die sich nach Bedarf auffüllen lassen. Diese Tanks fallen deutlich voluminöser aus als die Wechselpatronen.

Nachgefüllt wird per Tintenflasche, und die können bis zu zehnmal größer als Patronen sein.

Beim Epson Ecotank ET-2820 fassen die Nachfüllflaschen jeweils 65 Milliliter Tinte. Beim Canon Pixma G3560 Megatank und beim HP Smart Tank 7005 sind es jeweils 70 Milliliter für die farbigen Tinten Cyan, Magenta und Yellow und sogar 135 Milliliter bei der schwarzen Tinte. Die Preise für die Nachfüllflaschen liegen zwischen 8 und 15 Euro.

Im schlechtesten Fall kostet ein Milliliter Tinte 14 Cent, im günstigsten Fall 10 Cent – da ist Tinte in Tintenpatronen schnell zehnmal so teuer. Zum Lieferumfang gehört meist ein Satz von vier Flaschen, nur der HP bringt gleich zweimal Schwarz und damit fünf Flaschen mit.

Durch die festen Tanks dauert die Inbetriebnahme eines Tintentankdruckers jedoch deutlich länger. Es gibt halt keine Patronen, die Nutzer einfach in eine Halterung einsetzen – stattdessen müssen sie den Drucker mit den mitgelieferten Tintenflaschen betanken. Das dauert einen Moment, weil sich die Tinten verteilen müssen – nicht nur in den Tanks, sondern auch in den Leitungen und den Druckköpfen.

Nur Brother fehlt noch

Pionier bei den Tintentankdruckern war Epson. Schon das erste Modell, der Ecotank ET-2720, überzeugte 2019 im COMPUTER BILD-Test mit sehr niedrigen Druckkosten. Canon und HP haben inzwischen nachgezogen.

Nur Brother als vierter großer Druckerhersteller setzt weiter auf Tintenpatronen. Bei Canon, Epson und HP sind Tintentankdrucker leicht am Namen zu erkennen – sie heißen Megatank, Ecotank und Smart Tank. Zum Test traten drei günstige Modelle an, alle Hersteller bieten weitere, teurere Geräte, die sich in der Drucktechnik meist kaum unterscheiden, aber vor allem eine bessere Ausstattung bieten.

Günstig heißt bei einem Tintentankdrucker immer noch deutlich über 200 Euro (Canon und Epson), der HP kratzt sogar an der 300-Euro-Marke. Das sind etwa 100 bis 150 Euro Aufpreis gegenüber einem konventionellen Modell. Die Extraausgabe ist aber bald wieder drin, wenn Nutzer viel drucken, wie ein Blick auf den Vergleich der Druckkosten auf Seite 67 zeigt: Die sind bei Geräten mit Patronen bis zu 25-mal so hoch.

Ein weiterer Vorteil der großen eingebauten Tanks: Nachfüllen ist nur sehr selten nötig. Selbst wer mit dem Drucken von Fotos für einen besonders hohen Tintenverbrauch sorgt, holt aus einer Tankfüllung mindestens 2444 Fotos im Format 10 x 15 Zentimeter raus (Epson). Der Canon schafft gut 3000 Fotos mit einer Tankfüllung, der HP sogar mehr als 4000.

Und wer im Büro eher DIN-A4- Seiten mit Texten und Tabellen bedruckt, schafft mehr als 10 000 Seiten aus einer Tintenfüllung.

Knappe Ausstattung

Ein Blick auf die Ausstattung der drei Testkandidaten zeigt schnell:

Sie ist nicht besonders üppig. So haben beispielsweise nur der Canon und der Epson ein Display, das sich auch zur Bedienung des Druckers nutzen lässt. Beim HP gibt es zwar auch einen kleinen Bildschirm, der aber nur den Status des Geräts anzeigt. Beim Kopieren Vorlagen zu vergrößern oder zu verkleinern, geht darüber nicht. Dafür kassierte der Smart Tank auch Abzüge bei der Bedienungsnote.

Wer sein Multifunktionsgerät vor allem als Drucker nutzt, kommt damit aber zurecht und freut sich dann eher, dass der HP eine große Papierkassette mitbringt. Die schützt das Papier vor Staub sowie vor Eselsohren und fasst bis zu 250 Blatt. Da muss man nicht ständig nachlegen – anders als bei Canon und Epson:

Hier fassen die Schächte auf der Rückseite nur je 100 Blatt. Zudem ist der Papiervorrat nicht vor Knicken oder Staub geschützt.

Die Qualität stimmt

Egal ob Drucken oder Scannen: Bei der Qualitätsbewertung sammelten alle drei Testkandidaten durch die Bank gute Noten. Beim Fotodruck sind Canon und Epson gleichauf, der HP fällt da ein wenig ab. Beim Drucken von Farbgrafiken oder Textseiten sind die Unterschiede eher gering. Scans liefern alle drei Geräte in hoher Qualität. Wer häufiger kleine Vorlagen einscannen will, nimmt am besten den Epson – der schaffte im Test die höchste Auflösung (966 dpi). Damit lassen sich beispielsweise auch ältere Fotoschätze mit kleinen Formaten in hoher Auflösung einscannen.

Alle drei sind supergünstig

Die extragroßen Tintenflaschen drücken mächtig auf die Kostenbremse. Dadurch holen alle drei Tintentankdrucker die Traumnote 1,0 bei den Druckkosten. Unterschiede gibt’s aber trotzdem: Bei der Textseite ist der HP der „teuerste“ – sie kostet hier 0,11 Cent.

Das sind über 900 Seiten für einen Euro Tintenkosten, der Canon schafft mehr als 1000 Seiten Text in Schwarz-Weiß für einen Euro, der Epson sogar mehr als 2000.Farbig drucken ist ebenfalls supergünstig: Grafikseiten kosten weniger als einen halben Cent an Tinte, Fotos im Standardformat 10 x 15 Zentimeter etwas mehr als einen Cent. Da ist beim Drucken eher nicht mehr die Tinte, sondern das Papier der größere Kostenfaktor. Die eingesparten Tintenkosten lassen sich dann prima nutzen, um mit besserem und dann in der Regel auch teurerem Papier bessere Druckergebnisse zu erzielen.

Keine Probleme beim Tanken

Das Nachtanken der Testkandidaten ist fix erledigt: einfach die Tankklappe öffnen, die Tintenflasche aufsetzen und die Tinte mit leichtem Druck auf die Flasche in den Tank befördern. Vor versehentlichem Befüllen mit der falschen Tinte schützen kleine Stege neben den Einfüllstutzen. Geht die Flasche nicht sofort und ohne Druck in die Halterung, ist es einfach der falsche Stutzen. Bei einem Tintentankdrucker sollten Nutzer mit dem Nachfüllen nicht warten, bis die Tanks komplett leer sind. Wer regelmäßig neue Tinte nachkippt, spart sich langatmige Reinigungszyklen.

Beim Tempo gibt’s Unterschiede

In der Wertung fürs Drucktempo schafften alle drei Testkandidaten gute Noten, der Canon schrammte sogar knapp am „sehr gut“ vorbei. Beim Textdruck sind die Unterschiede eher gering. Eine einzelne Seite dauert 11 bis 12 Sekunden, sechs Seiten zwischen 28 und 39 Sekunden. Der Epson braucht mit 10 Sekunden etwas länger, um aus dem Standby aufzuwachen. Das schaffen Canon und HP binnen einer Sekunde, dafür ist der Ecotank ET-2820 aber auch der genügsamste beim Stromverbrauch im Standby: Ihm reichen 0,8 Watt. Auch beim Drucken ist der Epson der sparsamste. Im Testszenario von COMPU- TER BILD verbraucht er aufs Jahr hochgerechnet gerade einmal 7,4 Kilowattstunden (kWh). Die Geräte von Canon und HP genehmigen sich mehr, sind mit 14,8 kWh (Smart Tank 7005) und 20,3 kWh (Pixma G3560) aber immer noch supersparsam.Wer mit einem Tintentankdrucker einen Laserdrucker ersetzt, kann so schnell noch einmal einen Hunderter im Jahr sparen – zusätzlich zu den geringeren Druckkosten.

Deutliche Tempounterschiede gab es vor allem beim Fotodruck.Hier war der HP klar der schnellste. Er druckte ein Foto im Standardformat 10 x 15 Zentimeter in etwas über einer Minute, der Canon brauchte gut eine halbe Minute länger, der Epson knapp doppelt so lange. Dass der HP in der Tempowertung trotzdem nicht ganz vorn, sondern hinten lag, ist seinem lahmen Kopiertempo geschuldet: Fürs Kopieren einer Textseite brauchte er fast zwei Minuten, für eine Fotoseite sogar gut zweieinhalb. Die Konkurrenz ist flinker: Der Canon brauchte nur 10 Sekunden für eine Textkopie, der Epson nur 14 Sekunden. Und die Fotokopie waren bei beiden in gut einer halben Minute fertig.

Achtung, hier wird gearbeitet

Wichtiger Tipp zum Aufstellen eines Tintentankdruckers: lieber etwas weiter weg vom nächsten Arbeitsplatz.Wenn der Drucker ausgiebig genutzt wird, kann das die unmittelbare Umgebung auf Dauer nerven. Alle drei Testkandidaten gehen beim Drucken lautstark zur Sache. Das liegt an der Mechanik, die das Papier durch den Drucker transportiert. Da macht es auch wenig Unterschied, ob das der Epson mit 11,2 Sone etwas leiser oder der Canon mit 13,8 Sone besonders laut macht. Nur beim Scannen sind Unterschiede deutlich wahrnehmbar. Hier bleibt der Epson mit 2,4 Sone schön leise, während der Canon mit 6,3 Sone ziemlich lautstark zur Sache geht.

Alle drei Drucker sind mit WLAN ausgestattet und lassen sich so problemlos abseits aufstellen.

Gut für die Umwelt

Nach Smartphones sind Multifunktionsdrucker die zweite Kategorie, in der COMPUTER BILD Nachhaltigkeit bewertet.Alle drei Testkandidaten erhielten das Nachhaltigkeits-Siegel, da sie dank Tintentanks ressourcenschonend drucken und wenig Abfall produzieren. Der Epson glänzte hier zusätzlich, da er auch noch energiesparsam druckt.

[svs]

FAZIT

Alle drei Multifunktionsgeräte punkten mit Qualität, Tempo und extrem niedrigen Druckkosten. Der Canon (245 Euro) bietet die beste Mischung und gewinnt so den Test. Der Epson (240 Euro) sticht mit einem supergeringen Stromverbrauch heraus. Der HP (290 Euro) landet auf Platz 3, ist aber eine Empfehlung für alle, die einen großen Papiervorrat verstauen wollen.

„Nachgefüllt wird aus richtig großen Tintenflaschen. Das spart viel Geld.“

Sven Schulz Redakteur

DRUCKER IM VERGLEICH

Der Pixma G3560 bietet eine prima Mischung aus einfacher Bedienung, hoher Druckqualität und wie bei allen drei Testkandidaten extrem niedrigen Druckkosten. Kopieren und Scannen klappt beim Pixma ebenfalls gut, am besten mit großen Vorlagen, weil die Auflösung eher mäßig ist.

+Extrem geringe Kosten, einfache Bedienung.

- Papierfach ohne Staubschutz.

Der Stromknauserer im Test ist der Ecotank ET-2820: Er kommt im Standby mit 0,8 Watt aus. Druckqualität und -tempo stimmen – nur beim Fotodruck könnte der Epson etwas schneller sein. Vieldrucker freuen sich über extrem geringe Kosten, müssen dafür aber das Ausgabefach oft leeren.

+Extrem geringe Kosten, sehr niedriger Stromverbrauch.

-Papierfach ohne Staubschutz, kleines Ausgabefach.

Gut gemacht: Der HP bunkert bis zu 250 Blatt Papier vor Staub und Eselsohren geschützt in seiner Kassette. Die Druckkosten für Textseiten sind etwas höher als bei der Konkurrenz, in Farbe druckt er dagegen noch günstiger. Etwas nervig: Das Statusdisplay ist keine Hilfe bei der Bedienung.

+ Extrem geringe Kosten, große Papiervorratskassette.

-Bedienung ohne Display etwas umständlich.