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connect Titelthema: GANZ OBEN


connect - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 06.04.2018

Huaweis 2018er Topmodelle P20 und P20 Pro beeindrucken mit edlem Design, technischen Innovationen und starker Ausdauer. Es gibt zwar auch Lücken in der Ausstattung. Dennoch reicht es, um Samsungs S9-Doppelpack ganz klar in die Schranken zu weisen.


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Bildquelle: connect, Ausgabe 5/2018

HUAWEI P20

Preis: 650 Euro
Maße: 149 x 71 x 8 mm
Gewicht: 165 Gramm

PRO ↑

18:9-Display

tolle Haptik und Verarbeitung

moderner Chipsatz mit Optimierung für Machine Learning

hervorragende Kamera-Ausstattung mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten

intuitive Nutzeroberfläche mit vielen Extras

gute bis sehr gute Funkeigenschaften

gute Akustik

sehr gute Ausdauer

CONTRA ↓ ...

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IP-Zertifizierung, Klinke, Micro-SD und drahtloses Aufladen fehlen

Kamera steht deutlich aus dem Gehäuse heraus

HUAWEI

P20 PRO

Preis: 899 Euro
Maße: 155 x 74 x 8 mm
Gewicht: 174 Gramm

PRO ↑

18:9-Display

tolle Haptik und Verarbeitungsqualität inklusive IP67-Zertifizierung

moderner Chipsatz mit Optimierung für Machine Learning

einzigartige Kamera-Ausstattung (Triple-Optik) mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten

intuitive Benutzeroberfläche mit vielen Extras

gute Akustik und Funkeigenschaften

überragende Ausdauer

CONTRA ↓

Klinke, Micro-SD und drahtloses Aufladen fehlen

Kamera steht deutlich aus dem Gehäuse heraus

Die Huawei-ID und die angebundenen Dienste sind ein wichtiger Bestandteil von EMUI.


Huawei bietet sogar einen App-Store an (die App Gallery), der Mehrwert ist aber begrenzt


Die Galerie mit viel Speicher und automatischen Filtern ist eine gute Alternative zu Google.


Wer 650 Euro (P20) oder 899 Euro (P20 Pro) für ein Smartphone ausgibt, der will schon etwas Besonderes in Händen halten. Hier punktet Huawei auf Anhieb: Das Design der neuen Flaggschiffe überzeugt. Die Chinesen setzen wie beim Mate 10 Pro auf einen auf Hochglanz polierten Aluminiumrahmen, der die beiden Glasplatten vorne und hinten zusammenhält. Im Vergleich mit dem Ende 2017 vorgestellten High-End-Modell gibt es nur wenige Unterschiede: Die Kameraeinheit sitzt nicht mehr mittig auf dem Rücken, sondern am rechten Rand. Und der Fingerabdrucksensor ist zurück auf die Front gewandert. Huawei hat ihn bei der P20-Serie ganz schmal gemacht und unter das Display gepresst. Das wird sicher nicht jedem gefallen, aber unabhängig davon arbeitet der Sensor so schnell und zuverlässig, wie man es von Huaweis Oberklasse gewohnt ist.

Auch bei Verarbeitung und Haptik werden die Chinesen dem Ruf gerecht, den sie sich in den letzten Jahren aufgebaut haben. Mit dem zu den Seiten hin stark gerundeten Glas liegen beide Modelle hervorragend in der Hand und vermitteln gleich ein Premium-Gefühl. Die beiden Zwillinge sehen sich so ähnlich, dass wir uns fragen, warum das Pro-Modell wasserfest nach IP67 ist, das andere aber nicht. In dieser Preisklasse gehört eine IP-Zertifizierung heute einfach dazu – für das P20 bedeutet das einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber einem Galaxy S9. Zu kritisieren ist auch, dass die Doppeloptik auf der Rückseite bei beiden P20-Geräten mehr als einen Millimeter heraussteht, während Sam sung es schafft, sie nahezu glatt im Gehäuse verschwinden zu lassen.

Apple war nur zufällig der Erste

Der Größenunterschied ist viel kleiner, als wir ursprünglich erwartet hatten. Das Pro ist nur einen halben Zentimeter länger und drei Millimeter breiter als das P20, der Gewichtsunterschied liegt bei unter zehn Gramm. Zum kleineren Modell greift man also nicht unbedingt, weil es handlicher ist, aber dazu später mehr. Beide Geräte sind alles andere als kompakt und lassen sich mit einer Hand nicht mehr vollständig bedienen – wer ein griffiges Smartphone sucht, ist hier also falsch.

Entschädigt wird man im Gegenzug mit riesigen 18:9-Displays, die fast die gesamte Vorderseite ausfüllen. Sofort fällt auf, dass Huawei auf den Spuren von Apple wandelt, denn gerundete Ecken und die Ausbuchtung am oberen Rand erinnern doch stark an das iPhone X. Wer jetzt den Vorwurf erhebt, dass die Chinesen bestehende Konzepte einfach kopieren, sollte bedenken, dass die Produkt planung für ein solches Topgerät herstellerübergreifend bei mindestens einem Jahr liegt. Als das X vorgestellt wurde, war das P20 längst fertig konzipiert. Das neue Display-Design mit dem „Notch“ ist jetzt überall zu sehen, weil die technische Entwicklung es erlaubt. Dass Apple zufällig der Erste war, bedeutet in diesem Fall gar nichts.

Charakteristische Einbuchtung
Der Displaytrend geht in Richtung gerundeter Ecke und einer Einbuchtung für Lautsprecher und Sensorik. Bei Apple ist sie jedoch deutlich breiter als bei Huawei – auf den P20-Modellen bleibt also mehr Platz für Inhalte.


Unterschiedliche Displays

Weil das P20 Pro genauso groß ist wie das Mate 10 Pro, hat auch das Display eine ähnliche Größe. Aufgrund des neuen Bildschirmdesigns wächst die Diagonale marginal von 6 auf 6,1 Zoll, in der Praxis bemerkt man diesen Unterschied nicht. Das kleinere P20 bietet mit 5,8 Zoll immer noch eine ansehnliche Fläche, allerdings baut Huawei hier kein OLED-Panel wie beim Pro ein, sondern ein LCD. Das wirkt sich auf die Blickwinkelstabilität und die Intensität der Farben aus – beides ist bei OLED etwas besser. An einem sonnigen Tag spielt dagegen LCD seine Vorteile aus, dann kann man auf dem P20 Inhalte besser erkennen.

Die Auflösung beträgt bei beiden Screens 2240 x 1080 Pixel. Huawei bleibt also dem Full-HD-Format treu, obwohl Kontrahenten wie Samsung längst bei 2960 x 1440 Pixeln angekommen sind. Ist das ein Nachteil? Kaum. Wer frontal auf die Displays schaut, wird es schwer haben, hier einen Unterschied zu erkennen.

Starker und moderner Motor

Beim Prozessor setzt Huawei wieder auf das hauseigene Spitzenmodell Kirin 970, das im Herbst 2017 auf der IFA vorgestellt wurde und auch das Mate 10 Pro antreibt. Der Chipsatz kommt mit einem für maschinelles Lernen optimierten Rechenkern, der „Neural Processing Unit“ (NPU), die das Gespann aus CPU und GPU ergänzt. Damit gelingen dem Chipsatz ambitionierte Aufgaben wie etwa die Objekterkennung in Bildern nicht nur schneller, sondern auch effizienter als einer herkömmlichen Prozessorarchitektur.

Der Kirin 970 bildet auch die Grundlage für die intelligente Szenenwahl der neuen Kamera, die wir auf der Folgeseite besprechen. In einschlägigen Benchmarks erreicht der Chip zwar nicht das Leistungsniveau von Apples A11 (iPhone X) oder Qualcomms brandneuem Snapdragon 845, die beide ebenfalls für maschinelles Lernen optimiert sind. Aber das spielt im Alltag keine Rolle – weder intensives Multitasking noch anspruchsvolle Apps bringen die P20-Modelle aus dem Takt, die Benutzerführung läuft immer schnell und flüssig. Der Arbeitsspeicher ist mit 4 GB (P20) beziehungsweise 6 GB (P20 Pro) ausreichend groß für alle Herausforderungen, die das Jahr 2018 in Sachen Software und System bereithält.

DISPLAYMESSUNG

Das LCD des P20 zeigt im Messlabor die große Stärke dieser Technologie auf: Die hohe Leuchtkraft sorgt auch in heller Umgebung für eine kontrastreiche Darstellung. In der Summe bewegt sich die Qualität auf einem sehr guten Niveau.

DISPLAYMESSUNG

Die Darstellungsqualität des 6,1 Zoll großen OLED ist im gehobenen Mittelfeld angesiedelt. Leuchtkraft und Kontrastdarstellung fallen gegenüber der Konkurrenz (iPhone X, Note 8) leicht ab, auch das Mate 10 Pro ist einen Tick besser.

Tolle Akustik, miese Ohrstöpsel

Angemessen ist auch die Größe des internen Speichers: 128 GB sind bei einem Premium-Smartphone heute mehr Pflicht als Kür und Huawei enttäuscht nicht. Allerdings verzichten die Chinesen auf einen Micro-SD-Steckplatz, stattdessen kann man man zwei SIM-Karten einsetzen. Wir hätten uns sowohl das eine als auch das andere gewünscht, aber in Anbetracht von 128 GB hält sich die Enttäuschung in Grenzen.

Die stellt sich beim Blick auf den Lieferumfang ein: Zwar liegen jeweils ein Schnellladenetzteil und ein transparentes Cover mit im Karton, da neben findet man allerdings Huaweis Standard-Ohrstöpsel, die schlecht im Gehörgang sitzen und nicht gut klingen. Mangels Klinkenbuchse ist für einen Kabelkopfhörer der mitgelieferte USB-C-auf-Klinke-Adapter notwendig. Dass es auch anders geht, zeigt Samsung bei der S9-Serie, die mit Klinkenbuchse und hochwertigen AKG-Stöpseln kommt.

Der Sound über die Lautsprecher ist dagegen klar und kräftig, beim P20 Pro ist er etwas besser, weil die Lautsprecher nicht in Hoch- und Tieftöner aufgeteilt sind, sondern voller Stereoklang geboten wird. Auch die Akustik beim Telefonieren überzeugt – Huawei gehört zu den Herstellern mit der besten Sprachqualität, das merkt man auch bei den neuen Spitzenmodellen.

Mehr Speicher in der Cloud

Die Systemoberfläche EMUI 8.1 hat Android in der gleichen Version als Basis und bietet im Vergleich mit dem Mate 10 Pro keine Überraschungen. Neu ist eine Gesichtserkennung, die Huawei aber im Gegensatz zu Apple oder Samsung ohne spezielle