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CONTROLLER-KEYBOARD: NOVATION: SL MKIII


Keys - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 06.12.2018

Die SL-serie von Novation gehört zu den erfolgreichsten Controller-Produktreihen des letzten Jahrzehnts. Nun wurde die serie gehörig renoviert und präsentiert sich nicht nur als universelle steuereinheit für das studio und die Bühne, sondern sogar noch als kompositionshilfe.


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Bildquelle: Keys, Ausgabe 1/2019

Die Welt der Controller-Keyboards hat in den letzten zwanzig Jahren diverse Wendungen genommen, insbesondere, um den Weiterentwicklungen im virtuellen Studio immer besser gerecht zu werden. Dabei haben diese Produkte oft auch Funktionen der klassischen immer seltener zu findenden Master-Keyboards bei der Steuerung von Hardware ...

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... übernommen. Allein die besondere Aufmerksamkeit, die genau diesem Aspekt angesichts der Renaissance autarker Klangerzeuger und von Modulsystemen kommen müsste, blieb bislang aus. Mit der SL-Serie hat Novation seit 2006 stets beide Welten berücksichtigt und war daher schon immer in der Lage, Hardware, aber auch Plug-ins zu adressieren. Der klare Fokus lag durch die Entwicklung des Automap-Protokolls allerdings klar auf der Seite der Steuerung virtueller Instrumente. Inzwischen ist Automap Firmengeschichte. Statt nun mit dem inzwischen etablierten NKS-Protokoll von Native Instruments in Konkurrenz zu treten, verfolgt Novation mit den SL-MKIII-Modellen eine andere Stoßrichtung. Der britische Hersteller wagt den Rundumschlag und soll fortan dem Musiker bei der DAW- und Plug-in-Steuerung, aber eben auch explizit beim Einsatz abseits des Computers sinnvolle Dienste leisten …

Ausstattung

Die SL-Controller sind in der MKIII-Version mit 49 und 61 Tasten verfügbar, die schon äußerlich mit ihrem mattschwarzen Gehäuse, fünf farbigen Displays, Encodern und mehrfarbig beleuchteten Tastern und Pads sowie LEDs über den Tasten einiges herma- chen. Sie sind bei guter Verarbeitung recht leicht transportierbar. Als Basis kommt eine recht straffe, leicht gewichtete Synthesizer-Klaviatur mit Anschlagsdynamik und monophonem Aftertouch zum Einsatz, deren Dynamikskalierung man in mehreren Stufen dem eigenen Geschmack anpassen kann. Die Klaviatur lässt sich in bis zu acht Zonen unterteilen, die für Stacksounds auch überlappen können und die durch die mehrfarbig nutzbaren LEDs klar visualisiert werden. Gleiches gilt auch für die integrierte Skalenfunktion, die wahlweise „falsche“ Noten inaktiv schaltet oder auf den nächstgelegenden Halbton quantisiert – hier stellt sich also auch ein Lerneffekt ein.

Neben dem obligatorischen Weg zum Rechner über USB bietet das SL MKIII einen MIDI-Ein- und zwei MIDI-Ausgänge und sogar zwei CV/Gate/Mod-Trios (3,5 mm), mit denen man selbst Module im modularen Eurorack ansprechen kann. Selbst ein analoger Clock-Ausgang ist an Bord (1-24 PPQN). An Spielhilfen bietet das Testgerät Pitchund Modulationsrad, Oktavtaster sowie Eingänge für Sustain- und Expression-Pedal und einen Fußschalter. Auch ein zuweisbarer Arpeggiator gehört in diese Sektion. Er bietet neben den bekannten Parametern zur Zeitauflösung, Laufrichtung und Oktavweite auch die Möglichkeit, über die Pads in der Lauflänge und in der Rhythmik beeinflusst zu werden. Wichtiger ist jedoch die Batterie an Bedienelementen in Form von acht Encodern, sechszehn RGB-Tastern, acht Fadern (50 mm) und 16 anschlagsdynamischen RGB-Drumpads mit polyphonem Aftertouch, die mit diversen Steuerfunktionen versehen werden können. Neben der variablen Farbgebung sorgen vor allem fünf kleine Farbdisplays mit ergänzenen Bereichsumschaltern für Klarsicht, die in dieser Form bei Controllern älteren Datums so nie gegeben war. Auch eine sechsteilige Transportsektion wurde nicht vergessen. Der Clou des SL MKIII ist aber der speicherbaren achtspurige Pattern-Sequenzer, der das Konzept des hauseigenen Circuit aufgreift und um eine Mehrstimmigkeit ergänzt – ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Dass bei dieser Funktionsvielfalt das mitgelieferte Netzteil auch im USB-Betrieb unverzichtbar ist, ist verständlich.

Zusammenspiel mit der DAW

Mit Live 10.0.4, das in der Lite-Version zum Lieferumfang gehört, darf man sich direkt über eine geradlinige Integration freuen. Der SL MKIII ist aus dem Programm heraus als Fernsteuerung wählbar und wird mit Druck auf die In-Control-Taste sofort aktiv. Transportund Fadersteuerung, Mute/Solo und eine kontextsensitive Plug-in-Steuerung über die Displays und Encoder sind unmittelbar verfügbar. Panorama- und Send-Regler erreicht man über die Optionstaste. Gleichzeitig bilden die beiden Pad-Reihen aber auch noch einen navigierbaren Teil der Live-Session ab und erlauben somit tatsächlich ein äußerst komfortables Arbeiten mit den dortigen Clips. An dieser Stelle, aber auch in etlichen anderen Bereichen des SL MKIII sorgt die variable Farbkodierung für eine erhöhte Übersicht bei der Bedienung. So spiegeln die Pads beispielsweise die Farben der Clips in Live wider. Auch die Encoder und Displays folgen sinnvoll den angewählten Spuren, Plug-ins und Makrosteuerelementen. An diesen Grad der Integration reichen die ebenfalls mitgelieferten Scripts für Logic Pro und Reason nicht heran. Allerdings steht das SL MKIII auch noch ganz am Anfang seiner Laufbahn. Ebenfalls an Bord ist das HUI-Protokoll, mit dem sich nahezu alle anderen DAW steuern lassen – von Pro Tools bis Cubase.

Instrumentensteuerung

Die Steuerung virtueller oder realer Instrumente erfolgt über doppelt belegbare Encoder-Reihen, die paarweise mit vier Displays korrespondieren, acht Fader, die Drumpads sowie über zwei weitere Reihen à acht Taster. Automap gibt es zwar nicht, wohl aber die Möglichkeit, die Bedienelemente und Spielhilfen nach Bedarf mit einer entsprechenden Funktionalität zu versehen. Innerhalb der DAW liefert hierfür eine Lernfunktion oft die gewünschte Anbindung, während sich für die Steuerung externer Geräte MIDI-Parameter wie Controller, NRPN, Programmwechsel und Poly Aftertouch (für die Pads) zuordnen lassen. Anstelle der MIDI- und USB-Ausgänge lassen sich auch die CV/Gate-Buchsen adressieren und die beiden analogen Modulationsausgänge global einem frei definierbaren Controller zuzuordnen. Die kombinierte Ausgabe mehrerer Controller über einzelne Bedienelemente stünde noch auf meiner Wunschliste. Eine entsprechende Konfiguration wird im Gerät als eines von 64 Templates hinterlegt. Erfahrungsgemäß ist das Anlegen solcher Templates nicht unbedingt jedermanns Sache. Immerhin kann man die Konfiguration wie auch die Sequenzer-Daten in der kostenlosen Web-MIDI-Steuer-Software Components verwalten und editieren. Auch lassen sich hier Firmware-Updates aufspielen, die beispielsweise auch dem hauseigenen Circuit zu immer neuen Funktionen verholfen haben. Letztlich darf man gespannt sein, mit welchen Presets Novation des Gerät im Laufe der Zeit weiter aufwertet. An Bord der Erstauslieferung sind 21 Templates mit etlichen hauseigenen Instrumenten (Peak, Circuit Bass Station 2, Nova-Produkte), von Elektron (Analog Rytm MkII, Octotrack MkII, Digitakt, Digitone), Sequential, Strymon, Korg und anderen Herstellern. Statt regelbestückter Empfänger wie dem Moog Sub 37 oder Prophet 6 würde ich mir allerdings künftig noch Anpassungen an jene Geräte wie den Waldorf Microwave, den Kawai K3 oder andere Synthesizer wünschen, bei denen eine Steuerung aufgrund weniger Bedienelemente einen größeren Mehrwert erzeugt. Und würde der SL MKIII künftig auch noch systemexklusive Daten übertragen können, wäre sogar ein DX7 steuerbar. Die Möglichkeiten der Steuerung vervielfachen sich sogar noch einmal druch die zuschaltbare Zone-Funktion. Jeder der acht Tastaturbereiche kann mit einem eigenen Template arbeiten, wodurch sich insbesondere live umfassende Möglichkeiten der Steuerung ergeben.


>> Kein anderes Controller-Keyboard bietet bei der Steuerung externer Hardware derart viele Möglichkeiten. <<


Rückseitig finden sich unter anderem Ausgänge für CV, Gate und Modulation, ein Clock-Ausgang, MIDI-in/out und ein USB-Port.


Sequenzer

Mit dem Sequencer grenzt sich das SL MIKIII von den meisten Mitbewerbern ab. Geboten werden acht Spuren mit bis zu 16 Steps, die jeweils unterschiedliche virtuelle und reale Klangerzeuger über sogenannte Templates steuern können. Die Eingabe erfolgt in Echtzeit oder über eine übersichtliche Lauflichtsteuerung. Pro Spur ist eine bis zu achtfache Polyphonie möglich. So lassen sich eben auch Akkorde für entsprechende Klangerzeuger aufzeichnen oder ganze Drumpat terns in einer Spur unterbringen. Neben Noten lassen sich Dynamikwerte und Notenlängen separat justieren, aber auch acht Parameterautomationen zur Animation. Über weitere Taster lassen sich die Spuren zudem mit unterschiedlichen Lauflängen und -richtungen und sogar Zeitauflösungen versehen, was den Spielspaß nochmals deutlich erhöht. Gleichzeitig sind die Patterns durch den direkten Zugriffauf die Spuren und die einzelnen Steps auch bestens für Improvisationen geeignet, womit sich der SL MKIII dann auch in Kombination mit dem parallel verfügbaren Arpeggiator schnell als kreativ nutzbarer Helfer entpuppt. Wer längere Sequenzen benötigt, kann bei Bedarf auch mehrere Patterns miteinander verketten. Fertige Sequenzen lassen sich schließlich in einer von 64 Sessions ablegen. Dem Anwender steht damit eine beachtliche Kompositionshilfe zur Seite. Doch nicht nur das: Das SL MKIII kann dank des Sequenzers auch zum autarken Herzstück eines Live-Gigs werden.

Über die Components-Software lassen sich die Bedienelemente des SL MKIII konfigurieren und in Templates verwalten.


FAZIT

Novation stellt mit dem SL MKIII ein erstaunlich leistungsstarkes und eigenständiges Controller-Keyboard vor, das in dieser Form am Markt ohne Gegenstück ist. Neben der guten Klaviatur punktet das Gerät mit seiner üppig mit Spielhilfen und Bedienelementen ausgestatteten Bedienoberfläche. Eine DAW-Steuerung ist mit Transportfeld, Navigationstasten, aber auch über Encoder, Taster und Displays bereits jetzt sinnvoll implementiert und im Falle von Ableton Live sogar vorbildich umgesetzt. Umgekehrt kann das SL MKIII bei der Plug-in-Steuerung nicht mit den NKS-Lösungen von Native Instruments konkurrieren, dürfte aber im Laufe der Zeit durch weitere Templates noch an Komfort gewinnen. Im Unterschied zu vielen Mitbewerbern beschränkt sich Novation allerdings ganz bewusst nicht allein auf die Steuerung von Software im Rechner, sondern bezieht eben auch externe MIDI-Hardware und selbst CV-Gate-Adressaten in das Steuerkonzept mit ein. Skalenmodi, Arpeggiator, zahlreiche programmierbare Steuerelemente und bis zu acht Tastaturzonen machen das SL MKIII damit zu einer echten Steuerzentrale, die sich auch für den Bühnenbereich empfiehlt und einen kompletten Gerätepark adressieren kann. An dieser Stelle kommt auch der integrierte mehrspurige Sequenzer ins Spiel, mit dem der Musiker sogar gänzlich unabhängig vom Rechner arbeiten kann. Mit etwa 600 beziehungsweise 700 Euro, je nach Version, gehören die neuen Novation-Controller nicht zu den günstigsten, wohl aber zu den leistungsstärksten Produkten ihrer Art. Das schnöde MKIII-Suffix wird diesem Sprung in der Funktionalität kaum gerecht. Ein näherer Blick ist daher unbedingt empfehlenswert …