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CONTROLLER: STEREOPING: SYNTH PROGRAMMER


Keys - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 28.02.2019

Stereoping hat sich mit einer Auswahl hochwertiger Controller für altbekannte Synthesizer, denen es einer intuitiven Steueroberfläche fehlt, einen Namen gemacht. Mit dem Synth Programmer stellt Entwickler Gregor Zoll nun sein bisher ambitioniertestes Projekt vor, das wir mit einem Waldorf Microwave testen konnten.


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Bildquelle: Keys, Ausgabe 4/2019

In zahlreichen Synthesizern der Achtziger und Neunziger wurde aus Kostenund Platzgründen an einer intuitiven Bedienoberfläche gespart. Mit Yamahas DX7 etablierten sich Display-orientierte Bedienkonzepte, die auf Regler und Fader oft nahezu komplett verzichteten. Die mögliche MIDI-Anbindung an ...

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... den Computer und der Umzug vieler Klangerzeuger ins 19-Zoll-Rack boten durchaus Vorteile. Allein der Echtzeitzugriff auf die Klangerzeugung blieb hier oft auf der Strecke beziehungsweise wurde auf Spielhilfen, MIDI-Daten aus dem Rechner oder Roland-typisch auf kostenpflichtige Bedienhilfen ausgelagert. Spätestens seit den virtuell-analogen Klangerzeugern von Mitte der Neunziger hat man herstellerseitig den Segen einer zugänglichen Bedienoberfläche wieder erkannt. Das ändert allerdings nichts an dem Dilemma, dass es eine Phase gab, in der leistungstarke Synthesizer produziert wurden, die diesen Komfort nicht aufwiesen. Prominente Beispiele hierfür sind der Waldorf Microwave oder die Oberheim Besteller Matrix-6(R) und Matrix-1000. Stereoping widmet sich entsprechenden Geräten seit mehreren Jahren mit dem Synth Controller (Test in KEYS 6/2017) – ein kompaktes Gerät, das für inzwischen nahezu dreißig Synthesizer und Effekte eine clevere Oberfläche bereitstellt, die mit 16 umschaltbaren Reglern, drei Tastern und passender Schablone (Faceplate) der jeweiligen Klangerzeugung effektiv und angepasst zu Leibe rückt. Der Synth Programmer legt funktional nun noch eine große Schippe drauf und kommt mit deutlich höherem Anspruch: Er soll eine vollständige Parametersteuerung der kompatiblen Geräte ermöglichen. Bis Ende Februar ist eine Unterstützung folgender sechs Geräte geplant: der hier getestete Waldorf Microwave und der ebenfalls bereits verfügbare Oberheim Matrix1000/6/6R (inkl. Firmware von Drittanbietern). Hinzu kommen Adaptionen für den Waldorf Pulse 1, Rhodes Chroma, SCI Prophet VS sowie Rolands MKS-80 (als Ersatz für den MPG-80).


>> Für mich steht außer Frage, dass der Microwave aufgewertet und zu einem erheblich zugänglicheren Instrument mit deutlich höherem Spaßfaktor wird. >>


Äußerlichkeiten

Der erste Eindruck ist hervorragend. Der Synth Programmer ist in einem robusten, sauber lackierten Stahlblechgehäuse im angeschrägten Desktop-Format untergebracht und wird mitsamt 19-Zoll-Rack- Winkeln (3 HE) geliefert – Seitenholzteile sind optional verfügbar.
Das Bedien-Panel offeriert 45 leichtgängige, stabile Regler mit Positionsanzeige, gut lesbarer Beschriftung und hinreichendem Abstand zueinander. Hinzu kommen sieben Taster mit Status-LEDs, ein zentrales zweizeiliges Display und vier zugehörige kontextsensitive, gerasterte Encoder. Aufgrund des höheren Preises hat sich Stereoping für eine farbliche Anpassung an den jeweiligen Synthesizer entschieden. Und natürlich gibt es individuell beschriftete Faceplates. Dazu eine Anmerkung: Wie im kleinen Modell gibt es keine Möglichkeit, am Gerät zwischen unterschiedlichen Firmware-Editionen umzuschalten. Abgesehen von Hardware-technischen Beschränkungen ist das Teil des Konzeptes, da Stereoping eine Bedienbarkeit mit dediziert beschrifteten Elementen anstrebt und eben keine Universallösung. Gleichwohl sind die anderen Firmware- Anpassungen kostenlos beim Hersteller erhältlich und können per MIDI-Dump im Gerät hinterlegt werden. Für den Fall, dass man sein Gerät umwidmen möchte, braucht man nur die passende Faceplate zu bestellen – das bietet Zukunftssicherheit und dürfte den Wiederverkaufswert erhöhen.

Praxis

Sämtliche Anschlüsse finden sich elegant in einer Gehäuseaussparung auf der Rückseite. Für die Stromversorgung kommt ein kompaktes, externes Netzteil zum Einsatz. Einen Einschalter habe ich jedoch vermisst. Der Synth Programmer wird für eine bidirektionale Kommunikation über dedizierte MIDI-Ein- und Ausgänge mit dem Synthesizer verbunden, während ein zweiter MIDI-Eingang dem Anschluss der Klaviatur oder des Sequencers dient – immerhin soll das Instrument ja weiterhin spielbar sein! Für eine erfolgreiche Kommunkation müssen Controller und Synthesizer auf die gleichen Basisparameter (MIDI-Kanal etc.) eingestellt werden. Steht diese, wird der Microwave tatsächlich nahezu komplett über den Synth Programmer steuerbar, vom Speichervorgang einmal abgesehen. Um ein Programm zu editieren, wird dieses im Controller aufgerufen und mitsamt Namen und Parameterwerten übermittelt. Der birektionale Abgleich und die korrekte Werteanzeige ist dann auch ein wesentlicher Unterschied zu anderen Controllern einschließlich dem hauseigenen Synth Controller. Sinnvollerweise passiert dieser Abgleich bei eingehenden Programmwechselbefehlen automatisch. Aber nicht nur das: Die Parametersteuerung des Microwave erfolgt tatsächlich über systemexklusive Daten, was konventionelle Controller keinesfalls immer auf dem Kasten haben. Noch besser: Um eine MIDI-Steuerbarkeit und Automatisierung durch die zugänglicheren MIDI-Controller zu ermöglichen, birgt der Synth Programmer die Fähigkeit, etliche eingehende Controller-Daten in Echtzeit auf die passenden systemexklusiven Befehle zu konvertieren.

Volles Programm

Der Single-Modus im Microwave bietet satte 165 Parameter. Diese sind allesamt zugänglich, obgleich der Synth Programmer „nur“ 45 Regler besitzt. Die Potentiometer haben eine klare funktionale Zuweisung, während die Encoder ihre Funktion kontextabhängig wechseln. Über die Taster wiederum werden unterschiedliche Betriebsarten aufgerufen: Neben dem Standardmodus zum Spielen und Editieren gibt es den Patch-Modus zum Aufruf neuer Sounds, einen möglichen Klangvergleich Compare), eine Parametervorschau ohne Werteänderung, einen Akkordspeicher (mit sechs Speicherplätzen und regelbarem Strum-Eff ekt) und die Voreinstellungen. Hinzu kommen ein mehrstufiger Zufallsgenerator für neue Klänge sowie ein spezieller Modus für Multiprogramme, denen wir uns im nächsten Abschnitt widmen.
Einen großen Anteil der Parameter machen die vielfältigen Modulationszuweisungen aus, die im Microwave an den jeweiligen Zielparametern verortet sind. Der Synth Programmer widmet sich diesen Parametern in einer eigenen Betriebsart, die über den MOD-Taster aufgerufen wird. Über das Display lassen sich die entsprechenden Quellen, der Modulationshub und (sofern vorgesehen) ein Steuer-Controller direkt wählen.

Multi

Eine vollständige Editierung des Multimodus bietet der Synth Programmer nicht. Immerhin aber lassen sich sechs der acht möglichen Parts über eine Auswahl definierbarer MIDI-Controller sowie vier beliebige Multiparameter adressieren. Sind die entsprechenden Multidaten in das Gerät geladen, lassen sich über die drei Reglerreihen auf der linken Geräteseite pro Part (Spalten 1–6) je drei definerbare MIDI-Controller senden, die natürlich in den jeweiligen Sounds als Empfänger hinterlegt sein müssen. Hier könnte man beispielsweise die Filterfrequenz, den Wellensatz und die LFOGeschwindigkeit regeln, bei Bedarf sogar mehrere Parameter gleichzeitig über einen Regler. Auf der rechten Seite adressiert man für bis zu sechs Instrumente Multiparameter, die im direkten Zugriff stehen. So wäre es möglich, die Transponierung, die Verstimmung, die Lautstärke, das Panning und zwei weitere Parameter der Parts direkt steuern. Die zugehörige Konfiguration lässt sich im Synth Programmer vornehmen und bleibt dort gespeichert. Insbesondere live dürfte dieser Modus voll durchstarten, da man den Controller gleichzeitig für Klangveränderungen und zur „Mischung“ multipler Parts nutzen kann, die nötige Vorbereitung vorausgesetzt.

Wie ein Original?

Die Gretchenfrage ist natürlich, inwieweit sich die Kombination aus Synthesizer und Synth Programmer so verhält wie ein Instrument, das von Haus aus diese Funktionen in sich vereint. Die Antwort hierauf fällt mir nicht leicht. Zunächst sei anzumerken, dass es mit Ausnahme des MPG-80 gar keine echten Äquivalente seitens der Originalhersteller gibt. Auch der Vergleich mit geradlinigeren Synthesizern wie dem Roland Juno-106 hinkt, denn dieser ist allein aufgrund der geringeren Parameteranzahl direkter im Zugriff . Der wesentliche Unterschied ist die nötige Kommunikation zwischen Synthesizer und Controller, an die man sich gewöhnen muss. Da der Synth Programmer eine Menge zu bieten hat, erfordert er auch eine Phase der Einarbeitung. Die lohnt sich, denn Gregor Zoll hat sich mit den jeweiligen Implementationen und der zugehörigen Dokumentation viel Mühe gegeben.
Und so steht für mich außer Frage, dass der Microwave deutlich aufgewertet und zu einem erheblich zugänglicheren Instrument mit deutlich höherem Spaßfaktor wird. Da Bedienelemente stets einen beträchtlichen Teil des Kaufpreises ausmachen, ist auch der Preis von 680 Euro nachvollziehbar, auch aufgrund der hohen Fertigungsqualität in heimischer Kleinserie.

FAZIT

Hut ab vor der Akribie und Leistung von Gregor Zoll. Der Synth Programmer ist ein maßgeschneiderter Controller, der kompatible Klangerzeuger älterer Bauart zu neuem Leben erweckt. Das gesamte Konzept ist schlüssig und gleichermaßen liebevoll und hochwertig umgesetzt. Für Musiker, die die entsprechen Geräte schätzen, erwächst aus der Kombination mit dem Controller ein hoher Mehrwert – höher als beim bewährten Synth Controller und dem schwer erhältlichen betagten Access Controller für Microwave und den kleinen Oberheim-Matrixmodellen. Stereoping grenzt sich in beiden Fällen durch eine umfassendere Bedienoberfläche und eine höhere Funktionalität ab. Alternativen findet man noch in den dedizierten Lösungen für den Matrix 1000/6/GR (Alpes Machines) und für das Rhodes Chroma (Enabler) als Einzelanfertigung. Im Falle des Microwave 1 entsteht ein analog kontrollierbarer Wavetable-Synthesizer, den der Hersteller selbst nur in Form des kaum erschwinglichen Wave und später als Microwave XT ohne analoge Filter anbot. Konkurrenzlose Produkte entstehen gleichermaßen durch die Kombination mit den anderen Editionen des Synth Programmers. Sieht man einmal vom MKS-80 ab, der mit einem Ersatz für den raren MPG-80 ausgestattet werden kann, so verwandelt man auch Oberheim Matrix 1000/6/6R, den Waldorf Pulse, den Rhodes Chroma und den begehrten Vektor-Synthesizer SCI Prophet VS in lebendigere Instrumente.

Der Stereoping Synth Programmer bietet 45 Potis, vier Endlos-Encoder, ein 2×16-Zeichen-Display und sieben Old-School-Push- Buttons.


Sämtliche Anschlüsse finden sich elegant in einer Gehäuseaussparung auf der Rückseite.

STEREOPING SYNTH PROGRAMMER

VERKAUF/INTERNET
www.stereoping.com

PREIS (UVP) Synth Programmer680 EUR (550 Euro als DIY-Bausatz) optionale Seitenholzteile23 EUR
Synth Controller255 EUR (195 Euro als DIY-Bausatz)

+ hochwertiger dedizierter Controller für den Waldorf Microwave
+ Steuerung von bis zu sechs Parts im Multimode
+ Zufallsmodus