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COSTA RICA: COCOS ISLAND: INSEL DER HAIE


TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 120/2018 vom 09.11.2018

Zwischen Hammerhaischulen und Hunderten von Riffhaien – Cocos, die abgelegene Nationalparkinsel vor Costa Rica, steht für spektakuläre Tauchgänge! Wolfgang Pölzer erlebte unvergessliche Adrenalin-Kicks.


Artikelbild für den Artikel "COSTA RICA: COCOS ISLAND: INSEL DER HAIE" aus der Ausgabe 120/2018 von TAUCHEN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TAUCHEN, Ausgabe 120/2018

Was für ein Auftritt! Ein Bogenstirn- Hammerhai betritt die felsige Bühne vor Cocos Island.


Ein Traum wird wahr: Nach endlos erscheinender, diesmal knapp 40-stündiger Überfahrt von Costa Rica aus, liegt das sagenumwobene Cocos endlich vor uns. Unzählige Geschichten über verborgene Piratenschätze – Gold, Juwelen, Münzen und Kunstschätze – ranken sich um das tropische Eiland mitten im Pazifik. Mindestens ...

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... ebenso viele Grabungen konnten jedoch bislang lediglich eine Handvoll spanischer Dublonen aus dem Sand buddeln.

Uns hingegen ziehen nicht die Piratenschätze zu der geschützten Nationalparkinsel, sondern die noch weitgehend gesunden Haibestände. Gemeinsam mit den bekannten Galapagosinseln sowie dem 500 Kilometer vor Kolumbien liegenden Zwergarchipel von Malpelo stellt Cocos den dritten Punkt von „dem Hai-Dreieck“ im Ostpazifik dar. Nirgendwo sonst hat man bessere Chancen auf Begegnungen mit großen Hammerhaischulen, Unmengen von Weißspitzen-Riffhaien, aber auch mit Galapagos-, Seiden- und sogar Tigerhaien.

Gleich nach Ankunft in einer der drei geschützten Ankerbuchten geht’s los zum Checkdive bei angenehmen 27 Grad Celsius Wassertemperatur und geschätzten 15 Metern Sicht. Robuste Steinkorallenformationen begrüßen uns im 10-Meter-Bereich. Schwärme von Schnappern und Soldatenfischen formen bunte Wolken über dem flachen Riff. Kaum im Wasser, schwimmt auch schon ein kapitaler Marmor-Stachelrochen an uns vorüber und lenkt unsere Blicke auf einen schlafenden Weißspitzen- Riffhai. Schon nach wenigen Minuten fühle ich mich wie beim Pilzesuchen: Ist der erste entdeckt, geht es meist Schlag auf Schlag. Eine knappe Stunde und weit über zwei Dutzend träge vor sich hin dösende Riffhaie später erscheinen uns die harmlosen Knorpelfische fast schon langweilig.

Mit dem Hochgefühl, mehr Haie beim Checkdive als andernorts im gesamten Tauchurlaub gesichtet zu haben, geht’s zurück an Bord der „Sea Hunter“. Auf dem hochseetauglichen Expeditionsschiff fühlt man sich nicht nur wohl, sondern auch sicher. Schnell wird der Tauchbetrieb zur Routine. Vor allem das große Tauchdeck sowie die beiden robusten Beiboote, die man lediglich mit Tauchcomputer und Kamera besteigen muss, sind ein angenehmer Komfort.

Der legendäre Ruf Cocos’ als außergewöhnliches Tauchgebiet bestätigt sich erneut beim nächsten Tauchgang. Zwar kommen die Hammerhaie nicht wirklich spektakulär nahe heran, doch dann taucht plötzlich wie aus dem Nichts ein Schatten auf mit dem keiner von uns gerechnet hat. Stattliche Figur, grimmiger Blick, verwaschenes Streifenmuster – ja tatsächlich – ein Tigerhai! Mit geschätzten vier Metern Länge lässt er die allgegenwärtigen Bogenstirn-Hammerhaie beinahe winzig erscheinen. In stoischer Ruhe und mit kaum merkbaren Bewegungen gleitet er in wenigen Metern Entfernung an uns vorüber. Die breiten Bauchflossen machen ihn zur „sie“ – unser Tigerhai ist ein Weibchen. Eine deutlich spürbare Strömung lässt den Gedanken auf Verfolgung im Keim ersticken. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn keine zehn Minuten später beehrt uns die Haidame erneut. Diesmal kommt sie deutlich näher und wird mit einem Stakkato von begeisterten Kameraauslösungen empfangen. Lediglich eine gute Armlänge entfernt zieht die imposante Erscheinung an uns vorbei – was für ein Erlebnis! Oranger Anglerfisch, Stachelrochen und Hammerhaie sind vergessen. Alleine die Tigerhaibegegnung zählt.

EIN FRISCHER NEUZUGANG

Tigerhaie werden erst seit rund sechs Jahren regelmäßig vor Cocos gesichtet, wie ich später von Dr. Randall Arauz erfahre. Als bekanntester Haiforscher von Costa Rica setzt er sich seit Jahren für den Schutz der Knorpelfische ein. Vor allem aber ist er ein ausgewiesener Cocos-Kenner, den schon viele Forschungsaufenthalte hierher geführt haben. Mit Markierungsversuchen konnte der Meeresbiologe beweisen, dass sich einzelne Tigerhaie bis zu neun Monate vor Cocos aufhalten, bevor sie dann wieder in den Weiten der Hochsee verschwinden. Die wanderfreudigen Tiere legen oft Tausende von Kilometern zurück, können aber – wenn es ihnen woanders besonders gut gefällt – auch monatelang an einem Ort bleiben. Als ausgesprochene Allesfresser sind sie bei der Beutewahl nicht wählerisch. Hier auf Cocos scheinen es ihnen vor allem die reichen Rochen- und Schildkrötenbestände angetan zu haben. Denn seit Auftauchen der Tigerhaie werden zunehmend weniger Adlerrochen und Schildkröten gesichtet. Natürlich müssen nicht alle gefressen worden sein, vermutet der Biologe. Als Reaktion auf den gestiegenen Beutedruck können die Tiere auch in weniger gefährliche Regionen wie etwa ufernahes Flachwasser ausgewichen sein.

Durch die Makrelenschwärme scheint kein Hindurchkommen zu sein.


Dösende Weißspitzen-Riffhaie sieht man beim Tauchen zu Hunderten.

HAIE VOR COCOS ISLAND

BOGENSTIRN-HAMMERHAI

Bei den bis zu 4,3 Meter langen Haien kann die Kopfbreite bis zu 30 Prozent der Körperlänge betragen. Die Tiere, die sich von Knochenfischen und Kopffüßern ernähren, werden etwas über 30 Jahre alt.

GALAPAGOSHAI

Diese bis zu 3,70 Meter lange Haiart lebt sehr ortstreu. Galapagoshaie ernähren sich hauptsächlich von Knochenfischen und Kopffüßern. Vor den Galapagosinseln verspeisen sie auch Seelöwen.

TIGERHAI

Tigerhaie können bis über sechs Meter Länge erreichen. Zu ihrem Nahrungsspektrum zählen Fische, Schildkröten und Vögel. Ihr einziger natürlicher Feind sind Schwertwale.

SEIDENHAI

Seidenhaie kommen in tropischen und subtropischen Gebieten vor, küstennah sowie im Freiwasser. Sie werden bis zu 3,30 Meter lang und fressen Fische sowie Weichtiere.

In anderen Forschungen hat sich Dr. Arauz mit den unter Tauchern so beliebten Hammerhaien beschäftigt. So hat er stolze 180 Hammerhaie in den vergangenen 13 Jahren auf Cocos markiert. Damit konnte er nachweisen, dass die Hammerhaie regelmäßig zwischen den vorhin erwähnten Inselgruppen – Galapagos, Malpelo und Cocos – hin- und herpatrouillieren. Für die Distanz von knapp 800 Kilometern zwischen Cocos und Galapagos benötigten zwei markierte Tiere gerade einmal zwei Tage! Aber auch entlang der Festlandküste von Guatemala bis Nordperu wurden markierte Tiere gefangen. Vermutlich handelt es sich um eine einzige riesige Population von Hammerhaien, die sich hauptsächlich an den exponierten Inseln zum Fressen, aber auch zur Paarung aufhält und vorwiegend zum Gebären ans Festland schwimmt. Dort im Flachwasser, meist gut geschützt zwischen dichten Mangrovenbeständen, kommen die Jungen zur Welt und verbringen dort dann auch ihre ersten Lebensjahre.

Erschreckende Erkenntnis dieser Forschungen: Werden irgendwo im Ostpazifik große Mengen an Hammerhaien gefangen, betrifft das gleichermaßen die sogenannten Schutzzonen und Nationalparks – also die beliebten Tauchdestinationen Galapagos, Malpelo und Cocos! Oder anders gesagt: Kleinflächige, gut kontrollierbare Fischverbotszonen sind in diesem Fall ziemlich nutzlos, da die Hammerhaie regelmäßig gigantische Wanderungen unternehmen.

KOSTENINTENSIVER HAISCHUTZ

Mit diesem Wissen ist es nur ein geringer Trost, dass Cocos bereits seit 1978 als Nationalpark und seit 1997 als UNESCOWeltnaturerbe ausgewiesen ist. Natürlich ist das unabdingbar, jedoch gleicht die Aufgabe der einzigen Inselbewohner – einem knappen Dutzend Rangern – einer wahrlichen Sisyphusarbeit. Um das absolute Fischfangverbot der 12-Meilen-Zone rundum die Insel zu überwachen, reicht es nämlich nicht, die illegalen Fischerboote aufzuspüren, die es meist auf die Haie abgesehen haben. Das funktioniert mittlerweile tadellos Dank eines kürzlich angeschafften kostenintensiven Radargeräts. Leider bleibt es jedoch trotzdem meist ein Katz-und-Maus-Spiel, denn den Fischern bleibt genügend Zeit, ihre kilometerlangen Langleinen zu kappen, bis ein Patrouillenboot vor Ort ist. Und sie behaupten dann ganz einfach, das gehöre ihnen nicht.

Um tatsächlich einschreiten zu können, müssen die illegalen Fischer von Gesetzes wegen auf frischer Tat ertappt werden. Deswegen setzt man nun große Hoffnungen in die Anschaffung von teuren Drohnen, mit denen die Fischer gefilmt und mit diesem Beweismaterial dann auch tatsächlich vor Gericht gestellt werden können.

Am frühen Nachmittag geht’s im Beiboot nach Alcyone, einem absoluten Topspot an der gegenüberliegenden Inselseite. Entlang einer fixen Bojenleine ziehen wir uns mühsam gegen die stattliche Strömung zu der vorgelagerten Untiefe in etwa 25 Metern Tiefe. Vor uns liegt die Spitze eines kleinen Unterwasser-Gebirges. Meter für Meter kämpfen wir uns Richtung Abbruchkante vor. Wegen zahlloser langstacheliger Seeigel, armdicken Muränen und messerscharfer Seepocken muss man gehörig aufpassen, wo man sich festhält. Endlich ist es geschafft, jeder hockt halbwegs geschützt zwischen schroffen Felsen – das Schauspiel kann beginnen. Und die Akteure lassen sich auch nicht lange bitten: Von schräg unten schält sich alsbald eine Silhouette nach der anderen aus dem tiefblauen Wasser und steuert in leicht schlängelnden Bewegungen auf uns zu. Ihre breiten, schaufelförmigen Köpfe sind unverkennbar: Bogenstirn-Hammerhaie! Ziel der Knorpelfisch-Horde sind die kaum handflächengroßen, gelbschwarzen Falterfische, die entlang der Abbruchkante aufgeregt herumwuseln. Kaum ist der erste Hai da, wird er auch schon von einem Pulk aus Putzerfischen empfangen. Emsig wie ein Schwarm Bienen umschwirren sie vor allem Kopf und Flanken der Hammerträger auf der Suche nach abgestorbenen Hautresten und Parasiten.

Bei den vielen Haisichtungen spielen die hübschen Soldatenfische nur eine Nebenrolle.


REINIGUNG NACH PLAN

Untersuchungen haben gezeigt, dass solche Putzerstationen vor allem zwischen 10 und 14 Uhr am stärksten besucht sind und einzelne Hammerhaie an beliebten Stellen, wie hier, bis zu zwei Stunden verweilen. Frühmorgens und spätnachmittags ist so gut wie nichts los an Putzerstationen. Und nachts sowieso nicht, denn dann ist Zeit für das große Fressen. Dank Markierungen mit Sendern konnte nachgewiesen werden, dass Bogenstirn-Hammerhaie nachts ein charakteristisches Jo-Jo- Schwimmverhalten zeigen. Dazu tauchen sie 10 bis 15 Mal hintereinander von der Oberfläche bis in rund 250 Meter Tiefe ab, um dort vorwiegend Kalmare zu jagen. Ihr extrem sen-sibles elektrorezeptives Organ im überdimensional großflächigen Kopf hilft ihnen dabei, ihre Lieblingsspeise aufzuspüren. Einmal mit ihren vergleichsweise kleinen spitzen Zähnen gepackt, gibt es für die glitschigen Kalmare kein Entrinnen mehr.

Unglaubliches Schauspiel bei Nacht: Weißspitzen-Riffhaie nutzen das Lampenlicht zur Jagd.


Mittlerweile haben sich die Hammerhaie an unsere Anwesenheit gewöhnt. Immer zahlreicher drängen sie von unten zu den Putzerfischen, ziehen aber auch in beeindruckend großen Schulen direkt über uns hinweg. Einfach nur genial! Genau dafür haben wir die lange Anreise auf uns genommen. Aber es kommt sogar noch besser: Beim Blick nach oben werden wir plötzlich einer gewaltigen Silhouette gewahr. Da mischt sich doch glatt ein Walhai unters Hammerhai-Volk! Majestätisch zieht er vorüber und ist leider schon nach wenigen Augenblicken verschwunden.

Ein Weltklasse-Tauchgang folgt dem nächsten. Hammerhaie werden zur Alltäglichkeit, dazwischen immer wieder mal Galapagos- und Tigerhaie, riesige Gelbflossenthunfische, Stachelmakrelenschwärme, Muränen, Rochen und Weißspitzen- Riffhaie sowieso. Und so vergehen die Tage leider wie im Fluge.

HAI-SPEKTAKEL IN DER NACHT

Keinesfalls entgehen lassen darf man sich die Nachttauchgänge vor Cocos. Wahrlich ein Spektakel und nichts für schwache Nerven! Unweit einer der wenigen geschützten Ankerbuchten bekommt man innerhalb von einer Stunde weit mehr Weißspitzen-Riffhaie zu Gesicht als an so manch anderer Tauchdestination in einem ganzen Jahr! Ähnlich den Rotfeuerfischen an stark betauchten Nachttauchplätzen im Roten Meer, haben hier die Weißspitzen- Riffhaie gelernt, das Scheinwerferlicht der Taucher für ihre Jagd zu nutzen. Einmal einen passenden Rifffisch entdeckt, kommt es zu einem Haigewimmel sondergleichen. 10, 20, ja 30 und oft mehr Haie stürzen sich gleichzeitig auf das Opfer, verkeilen sich unter Riffspalten, wühlen Sand auf ohne Ende und schwimmen Sekunden später wieder ganz handzahm Schulter an Schulter mit riesigen Stachelmakrelen in unserem Scheinwerferlicht auf der Suche nach neuer Beute.

Cocos gilt zweifellos als eines der letzten großen Naturparadiese unserer Erde. Unsere wenigen Tage vor Ort haben uns dies eindrucksvoll vor Augen geführt. In der Hoffnung, dass die neuen Schutzmaßnahmen – mit Radar und Drohnenunterstützung – Wirkung zeigen, treten wir die lange Rückfahrt an. Bei nahezu spiegelglatter See und leichtem Rückenwind kann man diesmal getrost auf Seekrankheitstabletten verzichten – vielleicht ein gutes Omen!

REISE-FACTS

Hochseetaugliches Stahlschiff: die „Sea Hunter“.


Die „Sea Hunter“ wurde 1980 als Versorgungsschiff für Berufstaucher auf Ölbohrplattformen gebaut. 1994 wurde sie von der Underseahunter-Group gekauft und zum Tauchsafarischiff umgebaut
Crew: 8 Mann inklusive 2 Tauchguides Länge: 36 Meter
Kabinen: 10 Doppelkabinen in 2 Kategorien mit eigenem Bad/WC und Klimaanlage
Ausstattung: großzügiges Platzangebot auf drei Schiffsebenen. Großes Tauchdeck mit Duschen, Spülbecken, Kameraablageflächen und Ladestation, gemütlicher Salon mit Flachbild-Fernseher, kleiner Computerraum, Liegen und Raucherecke auf dem Sonnendeck. 2 Luft- und ein Nitrox-Membrankompressor. Jeder Taucher wird kostenlos mit extra langer Sicherheitsboje sowie „Nautilus Lifeline“-GPS/Funk-Notrufsender ausgestattet. Tauchbestimmungen: Brevet (mindestens AOWD), Logbuch und Tauchunfallversicherung, Strömungserfahrung von Vorteil
Tauchen: Alle Tauchgänge erfolgen von den beiden Beibooten aus, die jeweils unterschiedliche Tauchspots anfahren. Leihausrüstung ist nur gegen Voranmeldung vorhanden.
Preise: Nitrox32 for free, Aufpreis für 15-Liter-Flasche: 71 Euro/Woche Nationalparkgebühr: 416 Euro/7 Tage auf Cocos, jeder weitere Tag 60 Euro
Strom: amerikanische Flachsteckdosen mit 110 Volt in jeder Kabine (Adapter nötig). An Ladestation auf dem Tauchdeck auch 220 Volt teils ohne Adapter nutzbar.
Touren: Es werden ganzjährig 10-Tage-Touren (7 Tage auf Cocos), selten auch 11- oder 12-tägige Touren ab/ bis Puntarenas angeboten.
Unbedingt mitnehmen: Handschuhe, Kopfhaube, Tauchunfallversicherung, Seekrankheitstabletten für die Überfahrt.
Infos: www.underseahunter.com
Anreise: zum Beispiel mit Lufthansa ab Frankfurt über Zürich nach San Jose. Aus Sicherheitsgründen wegen etwaigen Flug-Gepäckproblemen werden vor der Tauchsafari zwei Hotelnächte in San Jose empfohlen. Die Überfahrt zur rund 550 Kilometer entfernten Insel dauert 32 bis 38 Stunden
Reisezeit: Costa Rica und Cocos gelten als Ganzjahresziel. Die geringfügig kühlere Regenzeit herrscht zwischen Mai und November, die Trockenzeit von Dezember bis April. Von Januar bis Juni ist das Wasser um Cocos wärmer (28–29 Grad Celsius), oft kristallklar und man kann bei flacherer See mehr Delfine und Baitballs, aber weniger Haie erwarten. Von Juli bis Dezember ist das Wasser kälter (26–27 Grad Celsius) und planktonreicher. Dann bekommt man mehr Haie in geringeren Tiefen zu sehen.
Preisbeispiel: 10 Nächte kosten mit Vollpension, Kaffee, Tee, Trinkwasser, Softdrinks und Bier, davon 7 Tauchtage auf Cocos mit 3 Tauchgängen täglich sowie 2 Nachttauchgängen inklusiv Flasche, Blei und Guide, Nationalparkgebühr, Flug ab/bis Deutschland, Transfers sowie 2 Nächte im Stadthotel in San Jose im DZ ab 5267 Euro pro Person. Info: Aquaventure Tauchreisen, Tel. 0511/69099900, www.aquaventure- tauchreisen.de


ALLE FOTOS: W. PÖLZER