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Covered Call Writing


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Traders - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 27.05.2022
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Bildquelle: Traders, Ausgabe 6/2022

Optionen an der Terminbörse verkaufen

Zunächst gilt es die Frage zu klären, was Stillhaltergeschäfte überhaupt sind. Wenn Optionen (sowohl Calls als auch Puts) verkauft werden, ohne dass man sie vorher besaß, spricht man von Stillhaltergeschäften. Der Verkäufer einer Call-Option auf Aktien geht eine Verpflichtung ein, nämlich dem Käufer des Calls die Aktie zum vereinbarten Preis (dem Basispreis) zu liefern. Der Verkäufer muss also stillhalten. Er wartet darauf, ob der Optionskäufer von seinem Recht auf Ausübung Gebrauch macht.

Der Verkäufer eines Puts verpflichtet sich, dem Käufer die Aktie zum vereinbarten Preis (Basispreis) abzunehmen. Auch in diesem Fall muss der Verkäufer stillhalten und warten, ob der Käufer sein Recht ausübt. Konkret: Der Käufer der Option hat immer das Recht auf Optionsausübung und der Verkäufer ist zum Stillhalten verpflichtet. Die Stillhaltepflicht endet mit dem ...

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... Fälligkeitstermin. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss der Käufer entscheiden, ob er die Option ausübt oder wertlos verfallen lässt. Für die Pflicht des Stillhaltens wird der Verkäufer der Option entschädigt: Er erhält die Optionsprämie vom Käufer. Die Prämie ist ein Wertaufschlag auf die gehandelte Option, deren Höhe in erster Linie von der Volatilität der Aktie abhängt.

Was versteht man unter Covered Call Writing?

Bei dieser Strategie hält ein Investor die Aktie und verkauft auf seinen Bestand die passenden Call-Optionen. Beispiel: Ein Trader hat in seinem Depot einen Bestand von 1.000 Nokia-Aktien. Er verkauft zehn Optionskontrakte (ein Kontrakt = 100 Aktien) Nokia-Calls, Basispreis 5,00 Euro mit einer Laufzeit bis Dezember 2022, zum Preis von 0,45 Euro. Wörtlich bedeutet Covered Call Writing einen „gedeckten Call schreiben“. Von gedeckten Geschäften spricht man, wenn man den Basiswert, den man gegebenenfalls liefern muss, tatsächlich besitzt (beim Covered Call die Aktie und beim Covered Put das Geld). Mit „Schreiben“ ist immer das Verkaufen von Optionen, die man vorher nicht besaß, gemeint.

Warum Covered Call Writing?

Durch Covered Call Writing eröffnen sich zusätzliche Möglichkeiten:

• Generierung eines Zusatzertrages.

• Schutz gegen das Kursrisiko des Basistitels. Angenommen, Sie haben einen bestimmten Aktienbestand im Depot und erwarten in den nächsten Wochen eher eine Seitwärtsbewegung des Marktes.

In diesem Fall binden Sie mit Ihren Aktien Kapital, das keinen Ertrag abwirft.

Als Stillhalter können Sie nun Ihren Aktienbestand einem Kontrahenten für eine gewisse Laufzeit zu einem gewissen Preis gegen Zahlung einer Prämie anbieten. Sie tun das, indem Sie Calls auf Ihren Aktienbestand verkaufen. Die Optionsprämie ergibt sich aus dem inneren Wert, also der Differenz zwischen dem aktuellen Preis des Basiswerts und dem Ausübungspreis sowie dem Zeitwert. Die Höhe des Zeitwertes ist abhängig von der Volatilität des Basiswertes, der Laufzeit und dem Zinssatz.

Zum Beispiel hat ein Trader folgende Aktien im Depot:

• 1.000 Nokia zu 5,40 Euro

• 2.500 Deutsche Telekom zu 12,70 Euro

• 150 VW, aktueller Kurs 150 Euro.

Anfang Mai erwartet der Optionsverkäufer eine seitwärts tendierende Börse. Er entschließt sich deshalb, seinen

Aktienbestand zu optionieren. Dazu verkauft er diese Call-Optionen:

• zehn Kontrakte Nokia, Basispreis vier Euro, Laufzeit bis Ende Mai 2022, für 1,08 Euro

• 25 Kontrakte Deutsche Telekom, Basispreis 16,60

Euro, Laufzeit bis Ende Mai 2022, für 0,91 Euro

• fünf Kontrakte VW, Basispreis 196 Euro, Laufzeit bis Ende Mai 2022, für 14,45 Euro.

Insgesamt erzielt er folgende Einnahmen:

• 1.080 Euro für Nokia

• 2.275 Euro für Deutsche Telekom

• 7225 Euro für für VW.

Gesamteinnahmen: 10.580 Euro.

Bezogen auf den Depotwert (Anzahl der Aktien mal aktueller Kurs) von 59.650 Euro entspräche das einem Ertrag von zirka 17,7 Prozent innerhalb von zehn Wochen. Natürlich entsteht dieser maximale Ertrag nur, wenn sich die Erwartungen des Traders erfüllen und die Aktien bei Fälligkeit der Option in der Nähe der Basispreise notieren. Doch dieses Beispiel zeigt, welche Renditen mit Covered Call Writing möglich sind.

Erklärung des Absicherungseffektes

Häufig werden Optionsgeschäfte von Anlegern mit dem Argument abgelehnt, dieses Geschäft sei zu spekulativ. Erfahrene Investoren würden sich nie eines solchen Argumentes bedienen, denn sie wissen genau, dass sich Optionen ausgezeichnet zur Absicherung bestehender Aktienpositionen eignen. Am Beispiel des Covered Call Writings wird dies sehr schnell deutlich: Durch die erhaltene Prämie reduziert sich der Einstandspreis der Aktie um exakt diesen Betrag. Je häufiger er Calls verkauft, desto niedriger wird sein Einstandspreis.

Mit welchen Aktien kann Covered Call Writing betrieben werden?

Diese Strategie funktioniert nur mit solchen Aktien, für die es auch Optionen gibt, also mit allen DAX-Werten, aber auch vielen Werten der zweiten Reihe. Ebenso werden auf viele ausländische Standardwerte Optionen angeboten. Genaue Informationen können Sie der Internetseite der Optionsbörse Eurex unter https://www.eurchange.com entnehmen. Die weltgrößte Optionsbörse liegt in den USA; Infos gibt es unter https://www.cmegroup.com/de. Optionen werden in Kontrakten gehandelt. Dabei verkörpert ein Kontrakt 100 Aktien (Ausnahmen mit zehn Aktien pro Kontrakt sind möglich). Deshalb ist es sinnvoll, beim Kauf von Aktien immer 100 Stück oder ein Vielfaches davon zu kaufen. Aufgrund der zu zahlenden Spesen ist eine Größenordnung von mindestens 500 Aktien sinnvoll (entspricht fünf Kontrakten). Mit rund 10.000 Euro Anlagekapital könnte man das Stillhaltergeschäft schon betreiben.

Der richtige Basispreis

Optionen im Geld Hohe Absicherung: Strategie ist sinnvoll, wenn man von Kursrückgängen ausgeht, die Aktie aber nicht verkaufen möchte.

Optionen am Geld Mittlere Absicherung: Der Zeitwert der Option (Optionspreis – innerer Wert) ist am höchsten. Man profitiert am stärksten vom Zeitwertverfall, der dann eintritt, wenn die Aktie stagniert und sich um den Basispreis herum bewegt.

Optionen aus dem Geld Geringe Absicherung: Durch den Verkauf der Optionen profitiert man noch vom Anstieg der Aktie bis zum Basispreis. Die Strategie ist immer dann interessant, wenn man der optionierten Aktie noch Aufwärtspotenzial zutraut und gleichzeitig die hohe implizite Volatilität ausnutzen möchte.

Welchen Basispreis wählt man am besten?

Die Beantwortung dieser Frage hängt entscheidend davon ab, wo sich der aktuelle Preis des Underlyings (also beispielsweise der zugrunde liegenden Aktie) bewegt. Nehmen wir an, Sie wollen einen Call auf die Siemens-Aktie verkaufen. Die Siemens-Aktie notiert bei 115 Euro. Nun können Sie wählen zwischen einem Basispreis unter, bei oder über 115 Euro. Schauen wir uns nachfolgend die Beispielberechnungen an.

Call Option:

• Basispreis 110 Euro= 2,41 Euro

• Basispreis 115 Euro= 2,19 Euro

• Basispreis 120 Euro= 1,46 Euro

Für den Basispreis unter dem aktuellen Kurs (bei Calls nennt man diesen „im Geld“) gibt es die höchste Prämie, denn der innere Wert der Option (Aktienkurs minus Basispreis) liegt schon bei 0,55 Euro.

Beim Basispreis (120 Euro) geht man die Verpflichtung ein, dem Optionskäufer die Siemens-Aktie zu 120 Euro zu liefern. Da die Aktie an der Börse bei 115 Euro notiert, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Aktie bei Fälligkeit der Option abgerufen wird. Trotz der Einnahmen durch den Optionsverkauf bleibt es ein Verlustgeschäft. Das Schreiben von Optionen, die tief im Geld sind, hat den Vorteil, dass man bis zum Basispreis abgesichert ist. Würde die Siemens-Aktie aber bei einem 120er-Basispreis auf ungefähr 120 Euro steigen, hieße das zweierlei:

1. Der Käufer der Option würde sein Optionsrecht nicht ausüben, denn an der Börse kann er die Aktien zu 120 Euro handeln. Der Stillhalter muss ihm die Aktie nur für 120 EUR überlassen; daraus entsteht kein Gewinneffekt.

2. Der Stillhalter hat durch den vereinnahmten Optionserlös von 1,46 Euro eine Absicherung bis auf 113,54 Euro erreicht (= 115 – 1,46). Bei 113,54 Euro liegt also zum Zeitpunkt des Schreibens der Option sein Break-Even. Gleichzeitig gewinnen seine Aktien bis zur Fälligkeit an Wert.

Vor- und Nachteile, Fehler beim Schreiben von Optionen

Nachteile gegenüber einem reinen Aktieninvestment:

Die Position muss täglich überwacht und der Faktor Volatilität muss berücksichtigt werden. Die Gewinnmöglichkeit wird begrenzt, doch das Verlustrisiko bleibt trotzdem bestehen.

Vorteile gegenüber einem reinen Aktieninvestment:

Es besteht die Möglichkeit eines regelmäßigen Zusatzertrages. Selbst in Phasen trendloser Märkte lässt sich eine gute Rendite erzielen.

Fehler, die vermieden werden sollten:

• Covered Call Writing tätigen, ohne genaue Kenntnisse der Funktionsweise zu haben. Bevor Sie Optionsgeschäfte tätigen, müssen Sie sich die theoretischen Grundlagen aneignen. Begriffe wie Zeitwert, Volatilität, Black-Scholes oder Delta sollten Ihnen geläufig sein.

• Position nicht regelmäßig überwachen: Optionen können starke Kursbewegungen innerhalb eines Tages aufweisen. Deshalb können schnelle Gewinnmitnahmen sinnvoll sein. Auch die Möglichkeit des Rollens der Position sollte regelmäßig überprüft werden.

• Immer Aktien mit hohen Prämien optionieren: Hohe Prämien bedeuten hohe implizite Volatilitäten. Der Markt erwartet also starke Schwankungen des Underlyings. Die Möglichkeit, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, steigt damit an. Optionen mit impliziten Volatilitäten zwischen 20 und 40 lassen sich gut optionieren.

• Zu viele einzelne Positionen optionieren: Konzentrieren Sie sich auf einige Werte, die Sie regelmäßig verfolgen. Es gibt erfolgreiche Covered Call Writer, die nur eine einzige Aktie handeln und optionieren, diese aber ausgezeichnet kennen.

Optionen weit aus dem Geld bieten einen geringeren Schutz gegen Kursrückschläge. Allerdings ist auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Aktie nicht abgerufen wird und der Stillhalter die Prämie ohne Gegenleistung einstreichen darf. In unserem Beispiel trifft dies auf die Option mit dem Basispreis 120 Euro zu. Für den Käufer dieser Option ist die Ausübung der Option erst bei Aktienkursen über 120 Euro sinnvoll. Steigt die Siemens-Aktie während der Laufzeit der Option nicht darüber, wird er die Option wertlos auslaufen lassen.

Das aktive Managen der Position Covered Call Writing bietet nicht nur Vorteile. Ein Nachteil: Der Stillhalter ist an Kurssteigerungen über den Basispreis hinaus nicht beteiligt. Denn diese Chance hat er an den Käufer gegen Erhalt der Optionsprämie abgetreten. Eine Möglichkeit, diesem Dilemma zu entkommen, bietet das sogenannte Rollen der Optionsposition. Ein Beispiel veranschaulicht diese Taktik:

Ein Trader hat bei einem Kursniveau von 38 Euro seinen Bestand von 1.000 RWE-Aktien durch den Verkauf von zehn Kontrakten RWE-Calls, Basispreis 40 Euro, Laufzeit August 2022, für zwei Euro Prämie optioniert. Die RWE-Aktie steigt nun sehr rasch auf 41 Euro an. Der Trader sieht daher weiteres Potenzial für die Aktie und würde sie gerne noch etwas länger im Depot behalten. Da sie über dem Basispreis der Option notiert, muss der Trader mit der Ausübung durch den Käufer der Option rechnen.

Er kann sich jedoch aus der Pflicht befreien, wenn er die Optionsposition schließt. Werden bestehende Optionspositionen vor Fälligkeit geschlossen, bezeichnet man diesen Vorgang als Closing. Der Trader kauft also die verkaufte Call-Option zurück und schließt damit die Position. Die Schließung erfolgt durch den Kauf von zehn Kontrakten Siemens, 38 Euro Basispreis, Laufzeit bis August 2022.

Da die Aktie stark gestiegen ist, muss er nun deutlich mehr für das Closing bezahlen, als er seinerzeit für den Verkauf der gleichen Option erhalten hat. Gehen wir davon aus, die Option ist mittlerweile fünf Euro wert, so zahlt der Trader fünf Euro für das Closing. Für das Opening hatte er seinerzeit zwei Euro erhalten, er verliert also drei Euro pro Option. Diesen Verlust könnte er durch ein neues Covered-Call-Geschäft ausgleichen, indem er beispielsweise einen neuen Call auf die RWE-Aktie, Basispreis 44 Euro, Laufzeit Dezember 2022, für 5,50 Euro verkauft.

Aus den Optionsgeschäften verbleibt damit zunächst ein Überschuss von 2,50 Euro (2 – 5 + 5,50), allerdings hat sich der Trader bei der Siemens-Aktie bis Dezember auf einen maximalen Kurs von 44 Euro festgelegt. Denn sobald der Kurs darüber steigt, wird der Käufer sein Optionsrecht ausüben. Dann muss der Verkäufer die RWE-Aktie an den Käufer liefern und erhält im Gegenzug den Basispreis von 44 Euro. Es sei denn, er entschließt sich, die Position vorher zu rollen.

Steuerliche Aspekte des Covered Call Writings

Maßgeblich für die Besteuerung von Optionsgeschäften ist das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen IV C 3-S 2256-265/01 vom 27.11.2001. Wir wollen hier nur die Besteuerung aus Sicht des Verkäufers eines Calls betrachten:

Vereinnahmte Optionsprämien sind steuerrechtlich als Entgelt für eine sonstige Leistung im Sinne des § 22 Nr. 3 EStG anzusehen. Sie zählen also nicht zu Einkünften aus Spekulationsgeschäften. Das bedeutet, dass die vereinnahmten Prämien einkommensteuerpflichtig sind.

Nach dem Verkauf eines Calls sind drei Szenarien vorstellbar, deren steuerrechtliche Behandlung unterschiedlich ist:

1. Die Option verfällt wertlos Der Optionsgeber nimmt für seine Leistung eine Prämie vom Optionsnehmer ein, die sogenannte Stillhalterprämie. Sie stellt ein Entgelt im Sinne des § 20 Absatz 1 Nr. 11 EStG dar und zählt zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Es gilt das Zuflussprinzip, das heißt, die Versteuerung der Prämie muss im Jahr des Zuflusses erfolgen und nicht im Jahr der Fälligkeit der Option (falls die Option über das Jahr des Zuflusses hinaus läuft).

2. Die Aktie wird vom Käufer der Option abgerufen Übt der Käufer der Option diese aus, sodass der Stillhalter den Basiswert liefern muss, dann liegt beim Stillhalter ein privates Veräußerungsgeschäft vor. Die Abgeltungssteuer findet ihre Anwendung. Die vereinnahmte Optionsprämie wird bei der Ermittlung des privaten Veräußerungsgewinnes nicht berücksichtigt. Sie ist, wie schon erwähnt, als Entgelt für eine sonstige Leistung zu versteuern.

3. Die Option wird vor Fälligkeit zurückgekauft (Closing) Kauft der Verkäufer die Option vor Fälligkeit zurück, nennt man diesen Vorgang auch Glattstellen. Es handelt sich bei der zu zahlenden Optionsprämie wirtschaftlich betrachtet um Aufwendungen zur Befreiung der zuvor eingegangenen Stillhalterbindung und damit um Aufwendungen zur Sicherung der vereinnahmten Optionsprämie. Gezahlte Optionsprämie und Nebenkosten (= Spesen) dürfen daher als Werbungskosten bei den Einkünften abgezogen werden.

Steuermatrix

• Option verfällt wertlos: Optionsprämie = sonstige Einkünfte

• Aktie wird abgerufen: Optionsprämie = sonstige Einkünfte

• Gewinn/Verlust aus Aktiengeschäft:

Abruf innerhalb eines Jahres nach Kauf des Basiswertes = privates Veräußerungsgeschäft Abruf außerhalb eines Jahres nach Kauf des Basiswertes = steuerlich nicht relevant

• Vorzeitiges Closing (Glattstellen):

Optionsprämie = sonstige Einkünfte Gezahlter Optionspreis + Spesen = Werbungskosten

Covered Call Writing mit ETFs

Covered Call Writing setzt voraus, dass der Verkäufer der Option den Basiswert besitzt. Das war früher nur bei Aktien möglich. Seit der Einführung der Exchange Traded Funds (ETF) ist Covered Call Writing auch mit Indizes möglich. Beim ETF handelt es sich um einen börsennotierten Fonds, der einen Index so genau wie möglich abbilden soll. Hält man nun 100 ETF-Anteile auf den DAX, so kann man auf diesen Bestand einen Call verkaufen (Vorgehensweise und Strategie analog zu den Aktienpositionen). Wird dieser Call ausgeübt, liefert man an den Käufer der Option die 100 ETF-Anteile. Der Vorteil des Covered Call Writings auf einen Index liegt darin, dass dieser in der Regel weniger volatil ist als eine Einzelaktie. Damit sinkt auch das mögliche Risiko, das der Investor bei einer Einzelaktie zu tragen hat (Gewinnwarnung, Bilanzmanipulation, Rücktritte von Führungskräften und so weiter).

Verwandte Strategien

Nachfolgend möchte ich Ihnen eine Formel an die Hand geben, die das Verständnis von Optionsgeschäften und damit auch Covered Call Writings erleichtert. An den Finanzmärkten gilt folgende Regel: Zwei Anlagen mit identischem Cashflow (Erträgen) und Risiko müssen zu jedem Zeitpunkt denselben Preis aufweisen. Bezogen auf unser Thema Optionen lässt sich dieser Zusammenhang mathematisch folgendermaßen darstellen: Der durch die obige Formel ausgedrückte Zusammenhang wird auch als Put-Call-Parität bezeichnet. Sie zeigt mathematisch, dass die Werte der Instrumente Aktie, Call und Put voneinander abhängig sind. Das heißt: Durch den Kauf eines Calls und den gleichzeitigen Verkauf eines Puts kann der Kauf einer Aktie synthetisch dargestellt werden.

A = + C– Pwobei Ein + entspricht einem Kauf Ein – entspricht einem Verkauf C = Call P = Put A = Kauf Aktie auf Termin

Diese Formel kann nun beliebig umgestellt werden:

A + P= + C

Dies bedeutet, dass der Kauf der Aktie und gleichzeitige Kauf eines Puts identisch ist mit dem Kauf eines Calls.

– P= A– C

Das heißt: der Verkauf eines Puts ist identisch mit dem Kauf der Aktie und dem gleichzeitigen Schreiben eines Calls auf diese Aktie. Diese Tatsache sehen Sie anhand der Bilder 1 und 2 belegt.

Fazit

Das Covered Call Writing ist eine Strategie, die einen guten und interessanten Einstieg in die Technik des Verkaufens von Optionen bietet. Gerade in Zeiten niedriger Renditen am Anleihenmarkt und fehlender Trends an den Aktienmärkten suchen Anleger verstärkt nach Alternativen zu traditionellen Anlagemöglichkeiten. Covered Call Writing bietet hier Chancen auf die Erzielung attraktiver Renditen bei überschaubaren Risiken.