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CPU-Kaufberatung 2022: AMD & Intel im Vergleich


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TecChannel Compact - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 29.09.2022

PC & Peripherie

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Mit Windows 11 rückt die Frage nach dem optimalen Prozessor wieder in den Fokus von PC-Käufern und -Bastlern. Microsoft schließt Rechner mit einer CPU, die älter als rund vier Jahre ist, vom Upgrade auf das neue System aus. Deshalb empfehlen wir, aktuell zu überlegen, welcher Prozessor die beste Basis für einen zukunftssicheren PC bietet.

Denn unabhängig von den Daumenschrauben aus Redmond ist dafür jetzt der richtige Zeitpunkt: So viel Innovation wie derzeit gab es in den letzten Jahren kaum bei Prozessoren. Dafür ist vor allem Alder Lake verantwortlich: Intels neue 12. Core-Generation führt mit den Hybridprozessoren eine spannende technische Innovation ein, die sich deutlich von den derzeitigen Konkurrenzangeboten bei AMD unterscheidet. Die Wahl der richtigen PC-Plattform geht daher weit über die Entscheidung für einen bestimmten CPU-Sockel, das passende Mainboard und den richtigen ...

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... Arbeitsspeicher hinaus.

Wir geben Ihnen deshalb einen umfassenden Überblick über aktuelle und künftige Prozessoren für PCs und Notebooks. So erfahren Sie, welcher CPU Sie den Vorzug beim Neukauf oder Aufrüsten eines Rechners geben sollten – abhängig von Ihren Anforderungen an die Rechenleistung.

Alder Lake: Intels neuer Hybridprozessor

Intel verändert bei den Prozessoren der 12. Core-Generation radikal den Aufbau der CPU: Die Modelle mit dem Codenamen „Alder-Lake“ sind Hybridprozessoren, weil sie aus schnellen sowie stromsparenden Kernen bestehen. Eine Architektur nach diesem Big-little-Prinzip ist in der Windows-Welt neu, üblicherweise besitzt ein Prozessor eine bestimmte Anzahl identischer Kerne. Eine Alder-Lake-CPU hat dagegen Kerne, die für hohe Rechenleistung zuständig sind – die Performance-Cores (P-Cores) –, und Kerne, die besonders sparsam und effizient arbeiten – die Efficient-Cores (E-Cores).

Die P-Cores übernehmen Prozesse, die im Vordergrund laufen und die möglichst sofort erledigt werden müssen – in den meisten Fällen also die Anwendungen, die Sie gerade am PC nutzen. Die E-Cores kümmern sich um Hintergrund- und Routineaufgaben, die weniger zeitkritisch sind – und von denen der Anwender häufig gar nicht mitbekommt, dass und wie schnell sie ablaufen.

Die Hybrid-CPUs sollen für eine höhere Effizienz sorgen: Damit liefert das System so viel Leistung wie nötig bei so wenig Leistungsaufnahme und damit Abwärme wie möglich. Dieser Vorteil kommt besonders Notebooks in Form einer längeren Akkulaufzeit und eines leiseren Lüftergeräuschs zugute. Und für Intel macht es auch wirtschaftlich Sinn: Statt auf der CPU-Trägerplatine viele große Rechenkerne zu versammeln, deren Leistung das System die meiste Zeit nicht abruft, lassen sich durch die kleineren E-Cores mehr Kerne auf der gleichen Fläche unterbringen.

Die P-Cores basieren auf der Microarchitektur „Golden Cove“ und sind eine Weiterentwicklung der Willow-Cove-Kerne der Tiger-Lake-CPUs aus der 11. Core-Generation. Wie diese unterstützen sie Intels Hyperthreading-Technik, mit der jeder Hardwarekern dem Betriebssystem einen weiteren logischen Kern für Rechenaufgaben anbieten kann. Den E-Cores fehlt Hyperthreading: Sie beruhen auf der Architektur „Gracemont“, die auf Basis der sparsamen Atom-CPUs entwickelt wurde, mit denen sehr günstige Windows-Notebooks oder -Tablets ausgestattet sind. Allerdings machen sie einen deutlichen Leistungssprung: Ihre Rechenkraft entspricht den Skylake-CPUs aus Intels rund sieben Jahre alter 6. Core-Generation.

Wie bei jeder neuen Prozessorgeneration startet Intel Alder Lake mit den teuersten und leistungsfähigsten Modellen Core i9, Core i7 und Core i5. Damit ausgestattete PCs kosten ab rund 800 Euro aufwärts, bei den Notebooks geht es bei rund 1000 Euro los. Danach folgen Systeme aus der Mittelklasse mit Core i3 sowie besonders günstige Rechner, die die Pentium- und Celeron-Varianten von Alder Lake einsetzen.

Wichtig: Nicht alle Prozessoren haben jeweils P- und E-Cores. Der Core i3 und viele Core-i5-Modelle für PCs zum Beispiel sind mit vier beziehungsweise sechs P-Cores ausgestattet, aber ohne E-Cores. Alle Details zu den Alder-Lake-Modellen finden Sie in der Tabelle.

CPU-Auswahlhilfe: Welche Merkmale sind für den Kauf wichtig?

Wie viele Kerne, welche Taktrate brauchen Sie? Der beste Prozessor ist der, der alle wichtigen Anwendungen möglichst schnell ausführt und dabei so wenig Leistung wie möglich verbraucht: Allerdings sind rechenstarke CPUs leistungshungrig und sparsame Prozessoren langsam. Deshalb gilt es, bei der CPU-Auswahl den besten Kompromiss für die Software zu finden, die Sie am häufigsten benutzen.

Von vielen Prozessorkernen profitieren die meisten aktuellen Spiele sowie zahlreiche Multimedia-Anwendungen. Auch Tools fürs Komprimieren und zum Verschlüsseln nutzen meist mehrere Kerne. Wenn Sie vor allem solche Programme nutzen, sollten Sie einen Prozessor mit möglichst vielen Kernen auswählen – zumal mit der Anzahl der Kerne auch die Größe des CPU-Caches wächst, was das Rechentempo ebenfalls erhöht.

Für Officeanwendungen, Websurfen, Videocalls und Onlinevideos genügt dagegen eine CPU mit zwei bis vier Kernen. Hier sollten Sie auf die Taktrate achten: Denn bestimmte Aufgaben profitieren von einer hohen Rechenleistung auf wenigen Kernen wie etwa die Berechnung einer umfangreichen Excel-Tabelle oder Aufgaben bei der Fotobearbeitung. Dabei dürfen Sie nicht übersehen, dass die von den CPU-Herstellern angegebene maximale Turbo-Taktrate sich nur dann nutzen lässt, wenn ein Kern voll ausgelastet ist – je mehr Kerne aktiv sind, desto geringer fällt der Boost-Takt aus.

Der Nachteil einer starken Rechenkraft ist die höhere Leistungsaufnahme der CPU: Deshalb brauchen Sie ein aufwändigeres Kühlsystem oder müssen sich mit einem höheren Lüftergeräusch abfinden. Bei Notebooks verkürzt eine hohe Leistungsaufnahme die Akkulaufzeit beziehungsweise erfordert einen größeren Akku, was den Laptop schwerer macht.

Weitere Neuigkeiten zu Alder Lake

Mit Alder Lake führt Intel neue Bezeichnungen für die Leistungsaufnahme der CPUs ein – eine wichtige Information, um die einzelnen Modelle zu unterscheiden. Die Processor Base Power (PBP) gibt an, wie viel Watt der Prozessor benötigt, wenn er mit seinem Standardtakt arbeitet; sie entspricht damit weitgehend der bisher verwendeten Angabe der Thermal Design Power (TDP). Die Leistungsaufnahme mit dem höchsten Turbo-Boost-Takt gibt die Maximum Turbo Power (MTP) an: An diesem Wert sollten sich Hersteller für Komplettsysteme und Notebooks sowie PC-Bastler die CPU-Kühllösung orientieren, wenn sie eine Alder-Lake-CPU ausreizen wollen.

Daher finden Sie in Spiele- und Multimedia-Notebooks vorwiegend CPUs mit einer PBP von 45 Watt (Alder Lake-H), in Standard-Notebooks meist die Variante mit 28 Watt (Alder Lake-P). Für besonders flache Laptops gibt es außerdem Alder Lake-U mit einer PBP von 15 beziehungsweise neun Watt. Die PC-Prozessoren der neuen Generation sitzen in einem veränderten CPU-Sockel, dem LGA 1700. Deshalb ist das Aufrüsten eines bestehenden Systems nicht möglich. Ebenfalls neu ist die Unterstützung für DDR5-RAM. Alder Lake kommt auch mit DDR4 zurecht, allerdings müssen Sie sich für eine Speicherart entscheiden, Platinen mit Steckplätzen für beide RAM-Generationen gibt es nicht. Um eine Grafikkarte ans System anzubinden, bietet Alder Lake 16 PCI-Express-Lanes nach dem neuen Standard 5.0. Die Notebook-Prozessoren unterstützen nur PCI-Express 4.0 und stellen für mobile Grafikkarten bis zu acht Lanes bereit. Über je vier Lanes mit PCIe 4.0 lassen sich NVMe-SSDs einbinden.

Warum Windows 11 optimal für Alder Lake ist

Damit die Alder-Lake-CPUs ihre Leistung voll entfalten können, muss das Betriebssystem die neue Hybridarchitektur verstehen: Wenn Windows die anfallenden Rechenaufgaben der CPU zuweist, geht es davon aus, dass alle Prozessorkerne gleich leistungsfähig sind. Zwar können aktuelle Prozessoren Windows 10 seit Version 19H2 ihre besten Kerne anzeigen, denen das Betriebssystem bevorzugt aufwändige Rechenprozesse zuweisen sollte.

Doch Windows 11 geht noch weiter: Es weist einen Prozess einem P- oder E-Core zu und kann dabei berücksichtigen, wie wichtig es für den Anwender ist, dass dieser schnell erledigt wird und wie aufwändig die Berechnung ausfällt. Diese Informationen liefert dem Betriebssystem der Thread Director, eine neue Hardwareeinheit in den Alder-Lake-CPUs. Er überwacht die Befehle eines laufenden Threads, um dem Betriebssystem dafür den optimalen Kern zu empfehlen. Windows 11 bewertet diese Empfehlung anhand aller aktiven Anwendungen und verteilt die für den Anwender wichtigsten Prozesse auf die P-Cores, dann auf die E-Cores und schließlich auf die logischen Hyperthreading-Kerne der P-Cores. Da nur Windows 11 mit dem Thread Director zusammenarbeiten kann, fällt die Leistung eines Alder-Lake-Systems unter dem neuen OS besser aus. Aber wichtig zu wissen: Es handelt sich nicht um eine andere Programmiersprache oder CPU-Befehlsarchitektur, wie bei Apples Wechsel von Intel- und zu eigenen ARM-Prozessoren, sondern nur um eine effizientere Verteilung der Befehle. Jede Software läuft mit Alder Lake auch unter Windows 10, nur eventuell etwas langsamer oder mit einer höheren Leistungsaufnahme.

Tiger Lake: Notebook-Prozessoren der 11.Generation

Neue PCs und Notebooks werden jetzt zwar vor allem mit Alder Lake ausgestattet. Trotzdem gibt es noch zahlreiche Systeme mit Tiger Lake, den CPUs der 11.Core-Generation: Auch die sind natürlich für Windows 11 geeignet. Für Notebooks bietet Intel drei CPU-Modellreihen: Die Prozessoren der H-Serie sind am leistungs-fähigsten und kommen daher in Spiele- und Multimedia-Laptops zum Einsatz. In den meisten Notebooks sitzt ein Core-Prozessor aus der U-Serie, bei Tiger Lake erkennbar an einem Zusatz wie G7 oder G4 in der Modellbezeichnung. Für sehr günstige Laptops gibt es Pentium- und Celeron-CPUs.

Die H-CPUs haben eine Leistungsaufnahme von 35 bis 45 Watt, weil sie die meisten Kerne – normalerweise zwischen vier und acht – und die höchsten Taktfrequenzen bieten. Die U-CPUs mit einer Leistungsaufnahme von 28 Watt sind mit vier oder zwei Kernen bestückt. Von der Anzahl der Kerne hängt auch die Größe des CPU-Caches ab. Innerhalb dieser Serien gibt es weitere Abstufungen durch Core i9, Core i7, Core i5 und Core i3, die sich vor allem durch die Taktfrequenz unterscheiden.

Wie sich bestimmte Merkmale eines Prozessors auf seine Leistung bei bestimmten Programmen auswirken und welche Sie daher besonders beim Kauf berücksichtigen sollten, erfahren Sie im Kasten. Notebooks mit einem Core i5 aus der H-Reihe finden Sie ab rund 1000 Euro, Core-i7-Laptops ab rund 1200 Euro, Top-Modelle mit dem 8-Kerner Core i7-11800H gibt es ab rund 1400 Euro. Für rund 800 Euro gibt es Notebooks mit einem Core i7-1165G7 aus der U-Serie. Rund 200 Euro günstiger sind Laptops mit einer Core-i5-Variante, Modelle mit einem Core i3 gibt es ab rund 450 Euro. Am günstigsten sind derzeit Notebooks mit einem Celeron, die es ab rund 300 Euro zu kaufen gibt. Etwa 100 Euro teurer sind Modelle mit einem Pentium.

Rocket Lake: PC-Prozessoren der 11. Generation

Auch bei PC-Komplettsystemen bedienen die ersten Angebote mit Alder Lake vor allem Spieler sowie Foto- und Videobearbeiter. Diese Rechner nutzen meist einen Prozessor mit dem Modellzusatz K, F oder KF: K steht für ein CPU-Modell mit einem freigeschalteten Taktmultiplikator, das sich übertakten lässt. F bezeichnet einen Prozessor ohne Grafikeinheit, daher muss der Rechner auf jeden Fall mit einer zusätzlichen Grafikkarte ausgestattet sein.

Die Bedeutung der zusätzlichen Buchstaben im Prozessornamen gelten auch für die CPUs der Generation „Rocket Lake“ – der 11. Core-Generation für PCs: Rechner mit Rocket-Lake-Prozessor gibt es ab rund 500 Euro. Es handelt es sich dabei häufig um Office- oder Allround-Rechner, die ein CPU-Modell mit dem Zusatz T oder ohne ergänzenden Buchstaben haben: Die T-Varianten haben eine geringere Leistungsaufnahme von 35 Watt, die buchstabenlosen Modelle nehmen 65 Watt auf, während sich die meisten K-, F- und KF-Modelle bis zu 125 Watt genehmigen können und deshalb nach einer besonders leistungsfähigen Kühlung verlangen.

Ein Core i5 aus der Rocket-Lake-Serie bietet sechs Kerne. PCs mit einem Core i5- 11500 kosten rund 800 Euro. Für Rechner mit einem Core i7 und acht Kernen zahlen Sie ab rund 900 Euro. Ebenfalls acht Kerne hat ein Core i9, bietet aber höhereTurbo-Taktraten und findet sich vor allem in leistungsstarken PC-Systemen ab rund1300 Euro.

AMD-CPUs für Komplett-PCs und Aufrüster

Bis vor Kurzem war eine AMD-CPU beste Wahl, vor allem für PC-Systeme und Selbstbauer. Mit Alder Lake kann Intel wieder vorbeiziehen. Trotzdem bleiben Rechner auf Basis einer AMD-Plattform weiterhin sehr attraktiv: Sie bieten vor allem eine hohe Leistung, wenn die eingesetzten Programme von vielen CPU-Kernen profitieren. Außerdem arbeiten sie sehr effizient aufgrund einer optimalen Balance zwischen Rechenkraft und Leistungsaufnahme. Und schließlich haben sie meist ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als Intel-Systeme, besonders, wenn Sie den Preis der gesamten Plattform inklusive Platine, Arbeitsspeicher und Netzteil berücksichtigen.

Deshalb gehören die Prozessoren aus der Serie Ryzen 5000 (Codename „Vermeer“) zu den Lieblingen von PC-Bastlern, besonders ein Ryzen 7 mit acht Kernen oder ein Ryzen 9 mit zwölf oder 16 Kernen. Komplettsysteme mit diesen CPUs richten sich vor allem an Spieler und starten bei rund 1300 Euro (Ryzen 7) beziehungsweise 2000 Euro (Ryzen 9). In günstigeren Spielesystemen ab rund 1000 Euro kommt oft ein Ryzen 5 mit sechs Kernen zum Einsatz.

Wie bei Intel zeichnen sich innerhalb einer Prozessor-Generation Ryzen-CPUs mit einer höheren Nummer durch mehr Kerne und eine höhere Taktrate aus – ein Ryzen 9 ist leistungsfähiger als ein Ryzen 5. Einen weiteren Unterschied signalisiert der Buchstaben X oder G am Ende der Modellnummer: Die X-CPUs können per Extended Frequency Range (XFR) automatisch über den Turbo-Boost-Takt hinausgehen, sofern das Kühlsystem mitspielt. Die Prozessoren mit G bringen eine eigene Grafikeinheit mit, lassen sich daher auch ohne zusätzliche Grafikkarte nutzen. Für PC-Bastler interessant: Grundsätzlich können Sie alle Ryzen-Modelle manuell übertakten, weil sie einen freien Multiplikator besitzen. Einen Überblick über aktuelle AMD-Prozessoren für PCs finden Sie in der Tabelle.

Die Unterschiede zwischen Desktop-CPU und Notebook-CPU

Prozessorhersteller wie AMD und Intel bieten in jeder Generation Modelle für PCs und für Notebooks an. Trotz ähnlicher Bezeichnungen – die Einteilung in Core i3, Core i5 beziehungsweise Ryzen 3, Ryzen 5 usw. gibt es sowohl bei PC- wie Laptop-CPUs – sind diese Varianten optimal an den Einsatzort Desktop oder Notebook angepasst. Innerhalb einer CPU-Generation sind die Desktop-Modelle größer, haben eine höhere Leistungsaufnahme sowie daher mehr Kerne und größere Caches als ihre Notebook-Geschwister: Deshalb rechnen sie meist schneller.

Die Unterschiede machen die Hersteller oft durch unterschiedliche Codenamen für die PC- und Desktop-Varianten der gleichen Prozessorgeneration deutlich – so heißen bei AMD die PC-Modelle der Ryzen-5000-Reihe meist „Vermeer“, die Laptop-Modelle „Cezanne“ – nur manche der Cezanne-CPUs kommen als Einsteigermodelle auch in PCs zum Einsatz. Notebook-CPUs sind meist fest auf die Platine gelötet, Desktop-CPUs dagegen sitzen austauschbar in einem Sockel.

Rembrandt, Cezanne, Lucienne: AMDs aktuelle Notebook-CPUs

Die aktuelle CPU-Generation von AMD Ryzen 6000 (Codename „Rembrandt“) gibt es nur für Notebooks. Derzeit sind vor allem Spiele- und Multimedia-Laptops mit der leistungsfähigen H-Variante mit einer Leistungsaufnahme von 45 Watt verfügbar. Für besonders flache und leichte Gaming-Notebooks gibt es CPU-Modelle mit dem Zusatz HS, die nur 35 Watt aufnehmen.

Die Preise für Notebooks mit einem Ryzen 5 6600H beginnen bei rund 1000 Euro, Laptops mit einem Ryzen 7 sind rund 200 Euro teurer. Das Top-Modell ist der Ryzen 9 6900HX: Für entsprechende Notebooks fallen mindestens 2000 Euro an.

Deutlich besser verfügbar sind Notebooks mit einem Ryzen 5000: Auch hier gibt es die Modelle mit H, HX und HS vor allem in Spiele-Notebooks – den Ryzen 5 zum Beispiel in Ausstattungsvarianten ab 1000 Euro, einen Ryzen 7 ab 1200 Euro und den Ryzen 9 ab 1600 Euro.

Ähnlich wie Intel bietet AMD außerdem sparsame Prozessoren für Standard- und besonders flache Notebooks mit einem U in der Modellbezeichnung und einer üblichen Leistungsaufnahme von 15 Watt als Ryzen 3, Ryzen 5 und Ryzen 7 an: Die Preise für Notebooks mit Ryzen 3 starten bei rund 400 Euro, mit Ryzen 5 bei ca. 500 Euro und mit Ryzen 7 bei etwa 700 Euro.

Alle Mobil-CPUs besitzen eine interne Grafikeinheit – meist als Radeon Graphics bezeichnet: Damit arbeiten auch Notebooks mit einer zusätzlichen Grafikkarte sparsamer, weil die interne GPU Aufgaben von ihr übernehmen kann, die keine hohe Leistung erfordern. Ein bisschen aufpassen müssen Sie bei den U-Varianten, weil AMD unter dieser Bezeichnung CPU-Modelle aus zwei unterschiedlichen Generationen verkauft: Zum einen Varianten mit dem Codenamen „Cezanne“, deren Rechenkerne auf der aktuellen Architektur Zen3 basieren. Zum anderen „Lucienne“-Modelle, die mit der Vorgängerarchitektur Zen 2 arbeiten. Details nennt die nebenstehende Tabelle.

Thomas Rau

Thomas Rau ist stellvertretender Chefredakteur PC-WELT Print bei IT-Media.