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CREATIVE LIGHTING FÜR PORTRAIT-PROFIS (7) – MIT FRISCHEN LICHTIDEEN DURCH DAS JAHR OPERNKULISSE MIT KUNSTLICHT


digit! - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 15.02.2019
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Bildquelle: digit!, Ausgabe 2/2019

Für Bokeh-Liebhaber ist die Alte Oper in Frankfurt ein Traum. Die Oper und der Springbrunnen sind abends stimmungsvoll beleuchtet, und die eleganten Straßenlaternen passen wunderbar ins Bild. Das alles taugt perfekt als schöner Hintergrund für ein Shooting mit Modell.

Ausrüstung und Licht

Als Kamera kam die Canon 5D Mark III mit einem Objektiv EF 85 f/1.8 zum Einsatz. Als Licht haben wir drei entfesselte Systemblitze eingesetzt: zwei ohne Lichtformer im Hintergrund, ausgestattet mit rot-orangenen Filtern (man sieht sie im Bild), einer in einem weißen Schirm als Hauptlicht. Der Blitz im Schirm war auf ...

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... einem Lichtstativ mit eingeklappten Beinen befestigt, das so wie ein Einbeinstativ, Galgen oder „Boom“ von einem Helfer in der Hand gehalten werden konnte.

Einstellungen und Aufnahme

Für einen ausgeprägten Bokeh-Effekt steht das 85er-Objektiv auf Offenblende f/1,8. Die restlichen Parameter kann man dann noch ohne Blitz bequem im Live-View-Modus in der Betriebsart „Exposure Simulation“ einstellen. Hierfür variiert man die Zeit, ausgehend von rund 1/100 Sekunde, und den ISO-Wert, ausgehend von ISO 400, nach unten oder nach oben, bis der Hintergrund aussieht wie gewünscht. Es hilft, wenn man die entsprechenden Drehknöpfe blind findet und nur noch das Display im Auge behalten muss.

Das Hauptlicht steht auf kleiner Stufe von rund 1/32 oder 1/64 Blitzenergie. Die Effektblitze im Hintergrund muss man dagegen ein wenig stärker einstellen, da sie viel weiter entfernt sind. Wer diese Einstellungen besonders bequem vornehmen möchte, verwendet ein Gespann aus Yongnuo-Blitzen vom Typ YN560 IV und dem Yongnuo-Sender YN560-TX. Mit dieser Kombination kann man nicht nur die Blitze fernauslösen, sondern auch die Blitzenergie und die Zoom-Brennweite aus der Ferne einstellen.

Bildbearbeitung in Photoshop und im FilterCamera Raw

Großes Bild links: Eine abendliche Szene mit Bokeh- Effekt vor der Alten Oper Frankfurt – mit ein paar Tricks sind solche Fotos schnell aufgenommen (Modell: Jeany-Marie, Co-Fotograf Mike Silberreis). Canon EOS 5D Mark III | EF 85 f/1.8 | Blende f/1,8 | 1/60 Sekunde | ISO 320 | M-Modus | JPEG | Weißabgleich auf Blitz | drei Systemblitze: zwei bunte Effektblitze hinten links/rechts, ein neutrales Hauptlicht im Schirm von links vorne.


Links: Das Set vor Ort besteht aus zwei entfesselten Systemblitzen von hinten und einem dritten Systemblitz von links vorne, der durch einen weißen Schirm strahlt. Bei den zwei Hintergrund-Effektblitzen kommen zwar Farbfilter zum Einsatz, nicht aber fürs Hauptlicht. Dieses bleibt zur einfacheren Anpassung ungefiltert. Unten: Das tatsächliche Set vor Ort. Es ist hier noch im Aufbau befindlich, aber das Brunnenwasser leuchtet bereits feurig! Für das Aufhängerfoto kommt der weiße Schirm nicht von rechts, sondern von links vorne, und hinten kommt noch ein zweiter Systemblitz hinzu.


Die anschließende Bildbearbeitung ist dieses Mal essenziell wichtig, da wir beim Shooting auf einen Konversionsfilter vor dem Hauptlicht verzichtet haben. Das bedeutet, dass die Farbtemperatur des Blitzes von rund 5.500 bis 6.000 Kelvin nicht zur Farbtemperatur der Lampen vor Ort von geschätzt rund 2.800 bis 3.200 K passt. Manchmal kann man das zu seinen Gunsten nutzen, wie Sie im Whisky-Workshop 2.2 gesehen haben. Hier ist aber nun doch eine Korrektur erforderlich, da sonst die Oper zu rötlich wird. Der kleine Trick basiert auf einer doppelten RAW-Entwicklung und ist in wenigen Minuten erledigt. Wohlgemerkt: Obwohl von „RAW-Enwicklung“ die Rede ist, kann man seit Photoshop CC das Verfahren auch innerhalb gewisser Grenzen auf JPEGs anwenden und hierfür zu jedem beliebigen Zeitpunkt während der Bearbeitung viaFilter > Camera Raw den RAW-Konverter aufrufen. In den Screenshots sehen Sie den Ablauf.

Das Angleichen der Farbtemperaturen von Blitzlicht und Umgebungslicht gelingt über eine doppelte RAW-Entwicklung (jeweils perFilter > Camera Raw ).

1 Ausgangsbild, direkt aus der Kamera,
2 RAW-Entwicklung für den Hintergrund (kühler, mehr Kontrast und Klarheit),
3 RAW-Entwicklung für das Modell (heller, wärmer, weniger Klarheit).
4 Zusammenfassung der zwei Ebenen.
5 Finaler Ebenenstapel – hier ist auch eine knappe Beauty-Retusche hinzugekommen.

Tipps und Tricks

Wenn man häufig unter schwierigem Licht wie Fluoreszenzlicht fotografiert und zusätzlich auch Blitzlicht einsetzt, kann ein Kolorimeter wie das Sekonic C-500 helfen, das Licht vor Ort zu messen. Auf der Basis der Messung kann man dann im Anschluss den Blitzmit einem passenden Konversionsfilter versehen (YouTube-Tipp:How to use a Sekonic C-500 Color Meter to balance your Canon Speedlite ).

Wer die Ausgabe für ein Kolorimeter scheut, kann hierfür auch einmal eine Smartphone-App, wie zum BeispielLightSpectrum Pro von AM PowerSoftware , antesten.

Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus Tilo Gockels Buch Bokeh!, dpunkt-Verlag, ISBN Print: 978-3-86490-393-9, 34,90 €