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Crime-Geschichte: Kadettin Jenny Böken (†18): War es doch Mord?


TV neu - epaper ⋅ Ausgabe 23/2019 vom 29.05.2019

Nach 11 Jahren gibt es plötzlich eine neue Spur


Trinkspiele, Sex & Gewalt auf der „Gorch Fock“

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FLAGGSCHIFF
Die „Gorch Fock“ liegt heute zerlegt im Dock


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RÄTSELHAFTER TOD
Am 3. 9. 2008 ging die Kadettin Jenny Böken über Bord


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ERINNERUNG
Jennys Grab auf dem Friedhof in Geilenkirchen-Teveren


Der Tod kam in der Nacht. Marine-Kadettin Jenny Böken ging am 3. September 2008 um 23.43 Uhr bei einer Nachtwache im Ausguck des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ über Bord. Elf Tage später wurde die Leiche der 18-Jährigen aus dem Meer geborgen. Ein tragischer Unglücksfall, stellte die Staatsanwaltschaft damals fest. Die Akte Jenny Böken wurde danach zugeklappt und zur Verschlusssache erklärt. Doch nun gibt es plötzlich einen Zeugen und die Frage: War es etwa Mord?
Wilde Party. Für Rechtsanwalt Rainer Dietz, der Jennys Eltern Marlies und Uwe Böken vertritt und für sie immer wieder vor Gericht zieht, gibt es mehr als einen klaren Beweis. Im vergangenen Jahr meldete sich der Zeuge bei Anwalt Dietz, gab eine eidesstattliche Versicherung ab. Nach seiner Aussage feierte Jenny 2008, wenige Tage vor dem Auslaufen der „Gorch Fock“, in einer Düsseldorfer Privatwohnung mit Kameraden ihren Abschied. An dem Abend sei Alkohol geflossen und dann sei es zu sexuellen Kontakten untereinander gekommen. Wurde Jenny vergewaltigt? Tatsache ist: Das Treiben auf der Party wurde gefilmt, und das Video soll danach auf der „Gorch Fock“ die Runde gemacht haben. Jenny habe gedroht, den Vorfall zu melden, behauptet der Zeuge. Musste sie deshalb sterben?


Pannen und Fehler bei den Ermittlungen


Später Zeuge. Laut Anwalt Dietz gehörte der Zeuge nicht selbst zur „Gorch Fock“-Besatzung. Er sei aber nach Jennys Tod in seiner Kaserne von drei Personen aufgesucht worden. Man habe ihm erzählt, dass er sich jetzt keine Sorgen mehr machen müsste, das Thema sei „erledigt“. An einen Selbstmord wollte der Zeuge nicht glauben und doch wagte er lange nicht, sein Wissen preiszugeben. Erst nach Ausscheiden aus der Bundeswehr wollte er sein Schweigen brechen. Tatsächlich soll er sich schon 2016 bei der Polizei gemeldet haben, um eine Aussage zu machen. Doch niemand habe sich darum gekümmert.
Offene Fragen. Diese Schlamperei passt zu den vielen Widersprüchen in diesem tragischen Fall. Anwalt Dietz spricht ganz offen von Pannen und Fehlern bei den Ermittlungen. Er glaubt sogar, dass die Marine die Wahrheit gezielt vertuschen will. Warum kann man angeblich nicht mehr feststellen, wer Jenny Böken am Tag des Unglücks bei der Wache ablösen sollte? Wo ist ihr privates Tagebuch? Warum fand man die Leiche ohne Parka und Schnürstiefel, die sie aber auf ihrem letzten Wachgang getragen haben soll? Warum wurde nur eine Dreiviertelstunde nach ihr gesucht? Inzwischen gibt es sogar Zweifel am Todeszeitpunkt. Die Drift, die die Leiche weit hinaus in die Nordsee trug, deute darauf hin, dass Jenny Böken womöglich viel früher über Bord gegangen ist.
Forderung. Uwe Böken will Antworten auf diese Fragen. Im September 2018 übergab er Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack das Ergebnis seiner Online-Petition. Mit ihm fordern 140.000 Menschen, dass der Fall neu aufgerollt wird. Doch Böken will nicht, dass Köpfe rollen. Das bringe die Familie nicht weiter. „Aber ich will wissen, wie Jenny zu Tode gekommen ist.“

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SUCHE NACH DER WAHRHEIT

Marlies und Uwe Böken sammelten per Online-Petition 140.000 Unterschriften für eine Wiederaufnahme des Verfahrens. „Wir möchten endlich erfahren, wie unsere Tochter ums Leben gekommen ist“, sagt Uwe Böken. Das sei das einzige, was sie noch für ihre tote Tochter tun könnten.

TV-Tipp

Das Geheimnis der Toten Crime-Doku
SA 8.6. 20.15 Uhr
ZDF INFO


Fotos: picture alliance

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