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CROSSOVER-KAJAKS: ZWEI SEELEN IN EINEM BOOT


Kanu Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 13.12.2019

Der Name sagt es schon: Crossover-Kajaks rangieren in einer Zone zwischen zwei Einsatzbereichen. Oder besser gesagt: Sie reichen in beide weit hinein. Diese Boote müssen Wildwasser können, ohne das Wanderpaddeln zu lassen – und umgekehrt. Dass dabei der eine oder andere Kompromiss nötig wird, liegt in der Natur der Sache.


TESTED-ON-TOUR

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Crossover-Kajaks erfreuen sich steigender Beliebtheit. Fachhändler EKÜ meint auf seiner Website gar, diese »Schweizer Taschenmesser unter den Kajaks« verkauften sich wie »Zucker in ...

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... Tüten«. Doch woran liegt’s? Hier kann man wohl nur spekulieren: Ein gesellschaftlicher Trend mag eine Rolle spielen, der sich auch auf andere Sportarten auswirkt – Menschen wollen sich immer weniger festlegen und vor allem ihre Freizeit-Aktivitäten immer weiter streuen. In einem Markt, in dem es für jede Nische ein maßgeschneidertes Kajak gibt, besteht somit ein steigender Bedarf nach Booten, die einen weiten Einsatzbereich abdecken – und die denen, die sich zwischen Wanderpaddeln und Wildwasser nicht entscheiden wollen, genau diese Entscheidung von den Schultern nehmen. Eine Vielseitigkeit, die natürlich auch Einsteigern entgegen kommt, die noch nicht so genau wissen, in welche Richtung sie ihre »Kajak-Karriere« treiben wird. Zumal die Crossover-Kajaks so gut wie alle gutmütig, Fehler verzeihend und leicht zu paddeln sind.

Dazu kommt noch der Aspekt schlichter und einfacher »Benutzerfreundlichkeit«: Für manchen, der keine allzu großen Ansprüche an seine Paddelei stellt und dessen Aktivitäten kaum über gelegentliche Wochenend-Ausflüge hinaus gehen, sind diese kurzen Boote schlicht und ergreifend praktisch: einfach zu handeln, einfach zu lagern, einfach zu transportieren.

DAS EINE KÖNNEN. DAS ANDERE NICHT LASSEN.

Für all das müssen die Boote natürlich Eigenschaften mitbringen, die sie für Wanderfluss und See ebenso prädestinieren wir für das Wildwasser. Fangen wir mit den zahmen Gewässern an, für die diese Boote, auf den ersten Blick, mit ihren rund drei Metern Länge eigentlich ziemlich kurz ausfalllen – schließlich gilt immer noch der Grundsatz »Länge läuft«. Um Geradeauslauf und Spurtreue zu verbessern und dafür zu sorgen, dass die Energie der Paddlermuskeln so weit wie möglich in den Vorwärtsantrieb geht, verfügen die meisten Crossover-Kajaks über einen Skeg. Ausgiebige Testfahrten mit dem Prijon Munga und dem Dagger Katana haben deutlich gezeigt, dass diese kleine, aus dem Rumpf ausfahrbare Scheibe ein wahrer Segen ist: Durch einen einzigen Handgriff wandeln sich die Gefährte vom Brummkreisel in eine Bowlingkugel, die zügig und zielsicher ihre Bahn entlang rollt.

Nächstes Zugeständnis an den Touring-Bereich: Auch wenn man natürlich bei der übersichtlichen Bootslänge Abstriche in puncto Ladekapazität machen muss, verfügen doch fast alle Crossover-Kajaks über einen wasserdicht abgeschotteten Stauraum im Heck – wer geschickt packt und auf das Deluxe-Hauszelt und die Kiste Bier verzichtet, kann sich also durchaus eine Wochenendtour mit Zelt-Übernachtung vornehmen.

Auf der anderen Seite braucht man den Skeg bloß wieder einzuziehen, und schon spielen die Boote ihre volle Wendigkeit und Agilität aus – schließlich sind sie gerade mal um die 30 bis 40 Zentimeter länger als die klassischen Creeker, und oft basieren ihre Unterschiffe auf denen reinrassiger Wildwasserboote, großzügiger Kielsprung inklusive. Dennoch, und das liegt in der Natur der Sache, bedingen die Zugeständnisse in Sachen Touring gewisse Einschränkungen, was das schwere Wildwasser betrifft: Die meisten Hersteller empfehlen als Einsatzbereich ihrer Crossover-Kajaks Wildwasser bis hin zur Stufe 3 – und damit einen Bereich, den die breite Masse der Paddler sowieso kaum überschreitet.

DIE AUSSTATTUNG MACHT DEN UNTERSCHIED

Doch trotz aller Allround-Eigenschaften: Auch wenn man sich zum Kauf eines Crossover-Kajaks entschlossen hat, stehen noch ein paar Entscheidungen an. Crossover-Kajak ist nämlich nicht unbedingt gleich Crossover-Kajak, wobei die Unterschiede hauptsächlich in der Ausstattung liegen. Wer seine paddlerische Zukunft hauptsächlich auf dem wilden Bach sieht, sollte darauf achten, dass das Boot seiner Wahl über einen robusten Sitz mit vielfältigen Einstellmöglichkeiten, Schenkelstützen und Prallplatte verfügt. Wer dagegen in erster Linie den Naturgenuss auf ruhigem Wasser sucht, kann auch mit einer einfacheren, weniger massiven Sitzanlage vorlieb nehmen. Im Fußraum reichen in diesem Fall verstellbare Fußstützen – was auch die Möglichkeit für zusätzlichen, abgeschotteten Stauraum im Bug schafft.

Allerdings sollte sich jeder, der seine Zukunft schwerpunktmäßig im Touring-Bereich sieht, überlegen, ob er dem Boot seiner Wahl nicht ein paar Zentimeter mehr gönnt. Auch Boote wie das Prijon Enduro 380, das Dagger Stratos 12.5, die Perception-Kajaks Carolina 12 Expedition und Expression 11 sowie zahllose weitere Modelle decken mit ihren deutlich unter vier Metern Länge einen weiten Einsatzbereich ab. Auf Wanderflüssen und Seen sind diese Boote mit ihrer »Linientreue« und zusätzlichem Stauraum über jeden Zweifel erhaben (auch wenn sie in Sachen Tempo mit einem schnittig-langen Seekajak natürlich nicht mithalten können), aber auch im leichten Wildwasser kann man sie einsetzen – solange der Bach nicht allzu eng und verblockt ist. Bis hin zu Stufe 2, so lautet in diesem Fall meist die Empfehlung der Hersteller.

FAZIT:

Crossover-Kajaks vereinen zwei Paddlerwelten miteinander – die gemütliche Binsenbummelei und Action im Wildwasser. Christoph Scheuermann, Inhaber von Toros Outdoors in Taufkirchen (www.toros-outdoors.de) und auf zahlreichen Expeditionen mit allen Wassern gewaschen, drückt es so aus: »Ein Crossover-Kajak muss spartenübergreifend performen – agil bei hoher Zuladung auch im Wildwasser sticht das Kajak nicht nur sauber durch größere Wellen und Walzen, sondern kommt auch mit engerer Verblockung zurecht. Lässt die Strömung nach, zieht das Crossover-Kajak dank Skeg eine saubere Spur auch über längere Seepassagen. Gut zugängliche Ladeluken und Gepäcknetze gehören ebenso ans Boot wie eine robuste Verarbeitung für den Fall, dass es gelegentlich mal scheppert. Das ideale Testgelände: einmal auf dem Inn von der Quelle bis zur Mündung.« Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen – viel Spaß dabei! Wildwasser bis Stufe 3 bis hin zur entspannten Tour auf dem See – der Munga ist als Wildwasser-Kajak mit Touring-Eigenschaften konzipiert. Für Wendigkeit sorgen die knapp drei Meter Länge und das von einem Wildwasserkajak abgeleitete Unterschiff, für Spurtreue das ausklappbare, stufenlos verstellbare Skeg. Ausgestattet ist der Munga mit einer bequemen Sitzanlage, bestehend aus dem bewährten Tour-Sitz, seitlichen Hüftpads, einem mit Ratschen verstellbaren Rückengurt und individuell einstellbaren 3D-Schenkelstützen. Wie alle HTP-Kajaks von Prijon wird der Munga in Rosenheim aus dem »hauseigenen«, unverwüstlichen Material hergestellt.

Auch kurz – aber nicht fürs Wildwasser

Eine andere kurze Kajak-Klasse befindet sich derzeit ebenfalls auf dem Vormarsch. Dabei handelt es sich um Boote, die man trotz ihrer übersichtlichen Länge nicht als Crossover-Kajaks bezeichnen kann, da sie nicht fürs Wildwasser geschaffen wurden und auch nicht dafür geeignet sind. Mancherorts werden sie als »Freizeitkajaks « oder als »Recreational Kayaks « bezeichnet, was auch schon recht gut ihren Einsatzzweck umreißt: Die Kürze des Rumpfs dient hier nicht in erster Linie der Wendigkeit auf schmalen, kurvigen Bächen, sondern dem einfachen Handling durch den Besitzer – und wird folgerichtig durch leichtes Gewicht und eine große Einstiegsluke ergänzt. Komfort und Kompaktheit stehen bei diesen Booten an erster Stelle, das Revier sind stehende Gewässer und ruhige Wanderflüsse, die Zielgruppe Einsteiger und Gelegenheitspaddler. Zwei brandneue Beispiele, auf der PADDLEexpo 2019 noch als Modell und Prototyp vertreten: das Prijon Prilite Vellamo (330 Zentimeter) und das Tahe Fit 111 (337 Zentimeter, Bild).