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Curvy Beauty Special : Liebe Deine Kurven!


Happy Way - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 13.06.2019

Sei nett zu Dir und Deinem Körper! Gar nicht so leicht? Unser Vorschlag: Wir hören auf jeden Fall schon mal mit dem dauernden Meckern und Kritisieren auf. Und fangen an, dankbar zu sein, dass unser Körper jeden Tag sein Bestes gibt


Ganz schön knackig!

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Bildquelle: Happy Way, Ausgabe 3/2019

Es gibt keinen Grund, fi es zum eigenen Körper zu sein. Wir unterstützen ihn lieber! Und helfen ihm zum Beispiel mit dieser straff enden Bodylotion. Achtung, es geht nicht darum, den Körper unbedingt „verbessern“ zu müssen. Es geht darum, sich wohl mit sich zu fühlen, und das funktioniert zum Beispiel, wenn wir uns nach dem Duschen die Zeit nehmen und uns ...

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Es gibt keinen Grund, fi es zum eigenen Körper zu sein. Wir unterstützen ihn lieber! Und helfen ihm zum Beispiel mit dieser straff enden Bodylotion. Achtung, es geht nicht darum, den Körper unbedingt „verbessern“ zu müssen. Es geht darum, sich wohl mit sich zu fühlen, und das funktioniert zum Beispiel, wenn wir uns nach dem Duschen die Zeit nehmen und uns ausgiebig mit Naturkosmetik eincremen.
„Firming Body Lotion“ von Trilogy, organic, für 19,95 Euro (200 ml) über www.greenglam.de

Warum sind wir eigentlich so oft so gemein zu unserem besten Verbündeten? Wir mäkeln an ihm herum, wie wir es uns bei unseren Vorgesetzten stark verbitten würden. Wir setzen ihn herab, wir quälen ihn gar mit Diäten und Sport. Wir schämen uns für ihn und wollen ihn am liebsten unter weiten Pullis verstecken. Dabei gibt er doch sein Bestes! Er trägt uns tapfer jeden Tag durchs Leben. Er spendet uns Energie, er lässt uns atmen, denken, laufen, Spaß haben. Unser Körper ist ein Wunderwerk!
Leider haben besonders Frauen viel an ihrem Körper auszusetzen. Da ist der Bauch zu schwabbelig, die Oberschenkel zu kräftig und der Hintern sowieso zu dick. Das Wort „dick“, ein rein beschreibendes Adjektiv, das keine Wertung enthält (wie zum Beispiel „faul“), wird dabei benutzt, den eigenen Körper schlecht zu machen. „Body Shaming“ heißt der Begriff , den man in letzter Zeit oft in diesem Zusammenhang hört.

Kein Feind, sondern ein Freund!

„Body Shaming“ meint ursprünglich, jemanden aufgrund seiner äußeren Erscheinung zu beleidigen oder zu diskriminieren. Das können off en verletzende Sätze sein wie „Ist die fett!“ oder unterschwellig herabsetzende Botschaften wie zum Beispiel „Wie hat sie mit der Figur bloß diesen schnuckelige Typen abbekommen?“. Dabei kann „Body Shaming“ nicht nur kräftige Körper treff en, sondern auch dünne („Bügelbrett“), oder gar Menschen mit Behinderung. „Body Shaming“ bedeutet aber auch, dass jemand zum eigenen Körper ein feindliches Gefühl entwickelt hat. Laut einer Umfrage sind 90 Prozent aller Frauen in Deutschland mit ihrem Körper unzufrieden. Und 44 Prozent aller Frauen mit normalem Gewicht glauben, dass sie zu dick sind.
Aber es regt sich Widerstand! Frauen haben die Nase voll davon, ständig auf ihre Maße reduziert zu werden. Und sie beginnen, sich selbst in ein liebevolleres Licht zu setzen. Denn so, wie wir keinen Planeten B haben, so hat jeder von uns auch nur diesen einen Körper. Und wenn dieses äußere Hülle halbwegs gesund ist, so ist sie ein Riesengeschenk an uns!

Kurviges Magazin

Und es gibt sogar eine Zeitschrift speziell für Curvy Beautys! „The Curvy Magazine“ dreht sich um Mode, Schönheit, Stars, Interviews und Lifestyle. Zu sehen sind u.a. Models wie Sarina Nowak und andere, die eben nicht den „alten“ Klischees entsprechen und trotzdem wunderschön sind. Man feiert das positive Lebensgefühl! Zum Beispiel mit Wäsche-Specials, Sex-Tipps und den besten Party-Looks. Und zu gucken hat frau auch was – in der „Men´s Corner“ …
www.thecurvymagazine.com

Für eine starke Mitte!

Der Beckenboden stellt die innere Körpermitte dar und beeinfl usst unsere Ausstrahlung und unser Körpergefühl. Beckenbodenübungen sind also gut für die innere Balance und damit ein regelrechtes Wellnesstraining! Mit der Beckenboden-App „pelvina“ kann man ganz einfach zu Hause üben. Und das Beste: Sie wird von über 100 Krankenkassen in Deutschland bezahlt! Ob auch die eigene Krankenkasse dabei ist und wie viel diese bezahlt, beantwortet der Erstattungsrechner unterwww.pelvina.de

Diese Barbie ist normal!

Wäre Barbie ein echter Mensch, sie wäre nicht lebensfähig. US-Wissenschaftler untersuchten die Proportionen der Spielzeugpuppe und fanden heraus: Da beispielsweise Barbies Taille schmaler als ihr Kopf ist, hätte sie nur Platz für eine halbe Leber und ein paar Zentimeter Darm! Ihre Knöchel hätten einen Umfang von 15 Zentimetern, gerade einmal so viel wie bei einem einjährigen Kind. Und sie könnte nicht aufrecht gehen. Gut, dass es inzwischen auch normal gebaute Barbies wie diese hier zu kaufen gibt, die gesunde Proportionen aufweisen und so schon kleinen Mädchen ein positives Körperbild vermitteln können.


Ich glaube, dass glückliche Mädchen die schönsten Mädchen sind. (Audrey Hepburn)


Ex-Model und Filmemacherin Taryn Brumfi tt sowie die Models Sarina Nowak und Angelina Kirsch sind nur einige wenige Beispiele: Die Damen gehen auf die Barrikaden und machen Schluss mit „Body Shaming“! Was sie eint: Sie verweigern sich der Größe XS, tragen sogenannte „Plus Size Mode“ mit Stolz und sehen dabei einfach super aus.

Positiv zum eigenen Körper

Der neue Schlachtruf heißt „Body Positivity“! Inzwischen setzen sich Frauen und Mädchen, egal ob prominent oder nicht, auf der ganzen Welt dafür ein, so sein zu dürfen wie sie eben sind. Die sozialen Netzwerke sind dabei ein unschlagbarer Multiplikator. „Body Positivity“ bedeutet, sich selbst liebevoll und vor allem mit Nachsicht zu betrachten. Es geht darum, das eigene Selbstbewusstsein achtsam und nachhaltig zu stärken, um Anfeindungen von außen gelassen standhalten zu können. Oft ist das ein langer Weg – aber einer, der sich lohnt!

Umarme Dich selbst!

Wie zum Beispiel der von Taryn Brumfi tt (Foto siehe rechte Seite und Buchtipp rechts). Ihr Weg begann mit Vorher-Nachher-Bildern der völlig anderen Art. Vor Jahren zeigte sie in den sozialen Medien Fotos von sich, die sie bis heute immer wieder veröff entlicht. Vorher: ein durchtrainierter, muskulöser, harter Körper im Bikini, braun gebrannt. Nachher: ein weicher Bauch nach einer Schwangerschaft, fülligere Oberschenkel, aber glücklich und entspannt aussehend.
Der Aufschrei war groß. Es gab einerseits unzählige Hasskommentare, aber andererseits auch so viel Zuspruch! Taryn stellte und stellt bis heute rundheraus klar: „Monatelang habe ich obsessiv Kalorien gezählt, um meinen Körper so schlank aussehen zu lassen. Nur noch schlimmer als meine zu starke Solariumsbräune war die Tatsache, dass ich diese Figur auf keinen Fall bis zum Rest meines Lebens durchhalten konnte. So lernte ich, meinen Körper endlich zu umarmen.“
Taryns Botschaft, die sie in ihrem Film „Embrace“ („Umarmen“) und zwei Büchern teilt: „Ich möchte den Frauen sagen: Ihr müsst nicht gegen eure Körper kämpfen! Habt lieber Freude am Leben, umarmt euch selbst!“
Dünn zu sein ist übrigens noch gar nicht so lange schick – wenn man sich mal die Mühe macht und sich die gesamte Geschichte der Menschheit anschaut. Denn Schönheitsideale sind auch immer ein Zeugnis der Zeit. Die ersten auffi ndbaren tönernen Kult- und Kulturgegenstände zeigen keine dünnen Menschen! Sondern üppige, füllige Frauen und Gottheiten. Denn nur wer genug zu essen hatte, war gesund und kräftig genug für das Überleben in einer Welt mit prinzipiell feindlichen Lebensbedingungen. Vor allem für Frauen war es überlebenswichtig, etwas auf den Rippen zu haben, um eine anstrengende Schwangerschaft, die Geburt und die Kräfte zehrende Stillzeit unbeschadet zu überstehen. Ein breites Becken und üppige Brüste versprachen vor allem eins: Gesundheit. Klingt logisch, oder? Doch nicht nur in der frühesten Geschichte waren weibliche Formen angesagt.

Genug zu essen für alle

Noch bis in die Barock-Zeit hinein galten rund gebaute Frauen als sexy – wie man beispielsweise an den Bildern des fl ämische Malers Peter Paul Rubens (1577–1640) sieht. Sein „Raub der Töchter des Leukippos“, das sich heute in der Alten Pinakothek in München befi ndet, zeigt Frauen, die normal gebauter nicht sein könnten: ein paar kleine Röllchen am Bauch sind da zu sehen, kräftige Waden und Oberarme und, pardon, so etwas wie Cellulite scheint es auch schon immer gegeben zu haben. Weil die Frauengestalten von Rubens so beliebt waren, bürgerte sich sogar der Begriff „Rubensfi gur“ ein.

Mehr erfahren über Taryn Brumfi tt

Sie ist die Pionierin von „The Body Image Movement“. Nach ihrem Film „Embrace“ erscheint nun das zweite Buch der Australierin auf deutsch. Ihr positives Motto lautet: „Hab Freude am Leben, an Deinem Körper, an Dir selbst! Liebe Dich selbst!“
„Embrace yourself: Wie wir bedingungslose Selbstliebe fi nden“ von Taryn Brumfi tt, GU Mind & Soul, 17,99 Euro.


Schönheit beginnt in dem Moment, in dem Du beschließt, Du selbst zu sein. (Coco Chanel)


Sarina Nowak

Das Curvy Model („Dancing on Ice“) macht es vor: Runde Kurven sind wunderschön! Sarinas Message: „Jeder Körper ist anders gebaut und jeder Körper ist schön. Egal ob schmal oder kurvig – man darf sich nie unter Druck setzen und einem vermeintlichen Ideal hinterherrennen, das nicht dem eigenen Körperbau entspricht.“ Früher quälte sie sich, um schlank zu sein. Heute sieht sie es entspannt: „Ich trage jetzt sogar sehr gerne enge Sachen und mag es, meine Kurven zu betonen. Früher habe ich mich immer ein bisschen unter weiter Kleidung versteckt.“ Fit hält sie sich übrigens mit Boxen. „Ich mache nur Sport, der mir auch Spaß macht“, sagt sie.

Und dann, ganz langsam, wurden die Zeiten für die Menschen besser. Es gab noch zwei Weltkriege, aber danach kam der Aufschwung, zumindest im Westen. Das Nahrungsangebot wurde breiter. Genug zu essen für alle, wie wunderbar! Satt zu sein war endlich kein Privileg der Reichen mehr. Die Menschen nahmen zu. Weibliche Formen waren weiterhin in – wie man etwa an der italienischen Schauspielerin Sophia Loren (geboren 1934) sehen kann, die wunderbar kurvig (und keineswegs spargeldürr) Karriere machte. Und dann, ungefähr zeitgleich, kam Twiggy. Das Model aus den späten 1960er-Jahren machte zusammen mit anderen superschlanken Models wie Jean Shrimpton („The Shrimp“) und Penelope Tree („The Tree“) den Figurtyp „skinny“ stylisch – und zwar sehr skinny. Extrem heraufbeschworen wurde dieses Schönheitsideal noch einmal in den 1990er-Jahren mit Top-Models wie Kate Moss. Der „Heroin Chic“ (sehr dünne, knochige Mädchen mit blasser Haut und Augenringen) galt damals als ultimativ schön.

Friedvoll mit dem Körper leben

Auch wenn die Zeiten der superskinny Models zurückliegen mögen, das Modebusiness ist knallhart und kalkuliert immer noch mit XS-Größen. Doch es geht auch anders: Sarina Nowak wurde mit zarten 16 Jahren und einer Kleidergröße von 36 durch „Germany´s Next Topmodel“ bekannt – startete aber erst als Curvy Model so richtig durch, nachdem ihr ihre Modelagentur den Vertrag gekündigt hatte, weil sie angeblich zu „dick“ war: „Von Natur aus bin ich eher kurvig gebaut“, schreibt sie in ihrem Buch „Curvy“ (siehe Seite 69). Deshalb war es für sie auch jedes Mal schwer, für bestimmte Jobs abzunehmen – was sie laut Modelagenturen aber musste. Sarina fühlte sich unwohl in der eigenen Haut, unter Druck gesetzt. „Irgendwann hat es dann ‚Klick‘ gemacht und ich hatte keine Lust mehr, auf andere zu hören, sondern wollte machen, was mich glücklich macht“, meint sie. Sie besprach sich mit ihren Agenten und entschied sich, ins Curvy-Business einzusteigen. Die Reaktionen gaben ihr recht: „Ich bekomme so viel positives Feedback.“ Mit ihrer neuen Größe 42 ist Sarina richtig zufrieden: „Dünn will ich nicht mehr sein, denn Diäten kommen für mich nicht mehr infrage. Endlich kann ich so sein, wie ich bin.“ Friedvoll mit dem Körper zu leben, den man von Natur aus hat, ist gesünder und stressfreier – wenn das kein Argument für die eigenen Kurven ist!
Aber, mag man nun einwenden, kann es nicht auch ungesund sein, zu viel auf die Waage zu bringen? Es kommt darauf an. Wissenschaftler verglichen die Ergebnisse von drei bereits ausgewerteten Studien aus den Jahren 1978, 1994 und 2013 miteinander. Sie wollten wissen, ob und wie sich der Body-Mass-Index (BMI), der mit der geringsten Sterblichkeit einhergeht, in den letzten Jahrzehnten veränderte. Die Teilnehmer der Studien waren ganz unterschiedliche Menschen aus Kopenhagen. Das überraschende Ergebnis: Die Teilnehmer mit der geringsten Sterblichkeit hatten in der Gruppe von 1978 im Durchschnitt einen BMI von 23 bis 24 (Normalgewicht). Im Jahr 2013 hatten die Probanden mit der besten Gesundheit allerdings einen durchschnittlichen Wert von 27 – Übergewicht! Und nun wird es interessant: Denn wenn Übergewicht das Risiko für Erkrankungen erhöht, warum waren die Studienteilnehmer mit einem erhöhten BMI dann diejenigen mit der geringsten Sterblichkeit?

Shoppen in guten Größen

Size Zero, XS oder 34 sucht man hier zum Glück vergebens. Bei diesen Online-Shops gibt es stylische Mode bis hin zu Größe 56 und manchmal auch bis zu 60.

♥ Navabi.de sagt von sich, der Online-Shop mit der weltweit größten Auswahl an Plus-Size-Mode zu haben (Größe 40–56)

♥ www.incurvy.de

♥ www.happy-size.de

♥ www.sugarshape.de (Wäsche und Bademode)

♥ www.doppel-d.eu (Wäsche und Bademode für große Größen)

♥ www.curvissa.co.uk (Größe 40–60)

♥ www.zizzishop.de (Größe 42–56)

♥ H&M+: Big is beautiful, www.hm.com

♥ www.jessicalondon.com (Größe 40–60)

♥ www.simplybe.de (Größe 42–60)

Die Antwort wissen selbst die Forscher noch nicht. Man spekuliert, dass leichtes Übergewicht im Falle einer Krankheit den Vorteil eines Energiespeichers bietet, den Normalgewichtige nicht haben. Allerdings sollte nicht verschwiege werden: Die drei Studiengruppen lassen sich nur schwer vergleichen, da ihre gesundheitlichen Voraussetzungen nicht dieselben waren.

Was ist wirklich gesund?

Megan Jayne Crabbe kennt eine ähnliche Studie, bei der über 97 Studien zu Sterblichkeit und BMI verglichen wurden – mit demselben Ergebnis, dass Menschen, die laut BMI übergewichtig sind, das niedrigste Sterblichkeitsrisiko haben. Die britische Autorin mit den blau-pinken Haaren, in den sozialen Medien bekannt als @bodyposipanda, zählt zu den ersten Stimmen der Body-Positivity-Bewegung. Sie sagt: „Die Diätindustrie reagierte auf diese Ergebnis mit einem Shitstorm! Für mich klingt das fast so, als hätte jemand ein fi nanzielles Interesse daran, die Studie zu begraben.“ Wohlgemerkt geht es hier nicht darum, dass wir das Sportstudio kündigen und uns an Schwarzwälder Kirschtorte zu Tode essen sollten – nichts dergleichen sagen diese Studien aus. Sondern es geht darum, gesund und im Einklang mit sich selbst zu leben, und dass ein paar Pfunde „zu viel“ möglicherweise gar nicht so schlimm für die Gesundheit sind. Inzwischen gibt es sogar den Trend, dass auch vor allem junge Mädchen gar nicht mehr so dürr sein wollen und ordentlich essen, um schöne Kurven zu gestalten. Doch die Mehrheit ist noch nicht so weit.

Liebe Deinen Bauch!

„Das Leben ist zu kurz, um den Bauch einzuziehen. Denn davon bekommt man nur eins: Bauchschmerzen“, sagt Sandra Wurster. Die Tanzpädagogin erzählt in ihrem Buch (siehe Seite 69) unter anderem von den klassischen Sprüchen, die sie abbekam, weil ihre Oberschenkel etwas dicker waren. „Ein paar Kilos weniger würden dir auch nicht schaden“, hieß es. Aussagen, die stark am Selbstbild kratzten! Als Tanzpädagogin aber arbeitet sie seit zehn Jahren mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen und stellte fest: „Keine einzige Frau gleicht einer anderen. So viel Einzigartigkeit ist für mich immer noch ein abgefahrenes Wunder.“ Weil sie aber bis heute das Gefühl hat, als wollten alle nur aussehen wie (schlanke) Models oder Promis, kreierte sie 2016 einen speziellen Frauen-Workshop, der heute „Love your Belly“-Workshop heißt. Sie wollte damit nicht nur Spaß an der Bewegung vermitteln, sondern auch der Seele und dem Geist Raum für Entwicklung bieten. „Durch Tanz, Vorträge und verschiedene Meditationsformen möchte ich Frauen wieder daran erinnern, wie einzigartig sie sind. Wie können wir uns als Unikat feiern?“

Eltern als Anwälte ihrer Töchter

Wie prägend die Kindheit für das Körperbewusstsein und die Selbstliebe sind, zeigt auch die Karriere von Angelina Kirsch. Das bekannteste deutsche Curvy Model schreibt in ihrem Buch „Rock your Curves“ (siehe Seite 69): „Heute bin ich ein selbstbewusstes Curvy Model, aber das war nicht immer so. Ausgerechnet meine Oma hätte beinahe dafür gesorgt, dass ich zu einer Frau geworden wäre, die mit ihrem Körper unglücklich ist. Das wusste meine Mutter aber zum Glück zu verhindern.“ Was war passiert? Angelina und ihre Zwillingsschwester (heute Zahnärztin) saßen mit ihren Cousinen beim Essen, als die Oma befand: Die Zwillinge sind viel zu dick! „Waren wir wirklich zu dick? Wenn ich mir die Fotos aus unserer Kindheit anschaue, sehe ich heute, dass wir nicht übergewichtig waren“, erzählt Angelina. „Wir waren ganz normale Mädchen. Aber während wir zum schwereren Typus zählten, gehörten unsere Cousinen in die Kategorie ultraschmal.“ Was wir daraus lernen können: „Alle Menschen sind unterschiedlich, und zwar nicht nur auf die beiden Merkmale ‚schwer‘ oder ‚leicht‘ bezogen, sondern auf unzählige andere Eigenschaften auch“, sagt Angelina. Ihre Geschichte ging gut aus: Die Eltern führten mit der Oma ein ernstes Gespräch. Ein wichtiges Signal: „Unsere Eltern waren wie unsere Anwälte. Sie haben an uns geglaubt und die Basis für meine Stärke gelegt.“

Rubbel Dich frei

Streichelzarte Haut an Dekolleté, Bauch und Oberschenkeln und überall dort, wo es gut tut … Bei der entspannenden Selbstmassage zu Hause hilft diese Peeling-Bürste, die in der süßen Baumwolltasche daherkommt. Perfekt zur Anregung der Durchblutung, auf trockener Haut oder zur porentiefen Reinigung unter der Dusche.
„Exfoliating Body Brush“ von Voya, 21 Euro, über www.greemglam.de


Am schönsten sind wir, wenn wir niemandem gefallen wollen. (unbekannt)


Angelina Kirsch

So selbstbewusst und erfolgreich sie heute auch ist: Zu Beginn ihrer Karriere hatte Angelina Kirsch mit Vorurteilen zu kämpfen. Es gab viele negative Kommentare, sogar von ihrer „besten Freundin“, die sagte, ein „fettes Supermodel“ habe sie noch nie gesehen. Inzwischen ist Angelina aber ein Curvy Supermodel – und Vorbild für viele Frauen, weil sie zeigt, dass Schönheit nichts mit der Konfektionsgröße zu tun hat. „Ich habe das Gefühl, dass ich mit meiner Präsenz in den Medien etwas in den Frauen bewege. Das ist ein tolles Gefühl!“, sagt sie. Die Castingshow „Curvy Supermodels“, in der sie in der Jury sitzt, ist nur ein weiterer Schritt in eine gesunde Richtung.

Ab in die Sonne

Den richtigen Bikini hätten wir dann jetzt. Fehlt nur noch der Sonnenschutz! Auf Basis von Zinkoxid schützen die natürlich-mineralische Sonnenmilch und -creme von Speick. Sie sind frei von Nanopartikeln, Aluminium und Parfüm und hinterlassen keine weißen Rückstände. Schilfrohr, Zuckerrüben, Granatapfel und die hochalpine Speick-Pfl anze spenden Feuchtigkeit. Dazu gibt´s eine erfrischende After Sun Lotion aus Extrakten von Aprikose, Apfel und Vanille. Kontrollierte Naturkosmetik.
Sonnencreme- und -milch, LSF 30 (12,99 Euro) und 50+ (15,99 Euro) sowie After Sun Lotion von Speick Sun (12,99 Euro), im Handel.

Freiheit für die Oberschenkel

Endlich rein ins luftige, kurze Sommerkleidchen. Aber was ist das? Wo sich die Oberschenkel berühren, schubbert und scheuert die Haut! Das unangenehme Gefühl kennt auch Curvy Model Angelina Kirsch. Und hat einen Tipp parat: „Ich sorge vor, indem ich mir morgens immer Vaseline zwischen die Oberschenkel schmiere. Das fühlt sich erstmal komisch an und es klingt auch irgendwie witzig, aber: Was gut geschmiert ist, kann nicht rot werden.“ Und wenn sie nicht gerade alle halbe Stunde die Vaseline nachschmieren will, trägt sie dünne Höschen, die aussehen wie Radlerhosen oder abgeschnittene Strumpfhosen.

Kleider-Geheimnis

Ein Beauty-Tipp von Angelina Kirsch, der besonders jetzt im Sommer gut ankommt : „Ich bin ein großer Fan von Kleidern – und die stehen besonders kurvigen Frauen gut.“ Denn: Damit ein Kleid so richtig gut wirkt, braucht frau eine Figur. „Wenn da nichts ist und es fällt gerade runter, dann bringt das tollste Kleid nichts. Dann ist da eine leere Hülle“, fi ndet Angelina. Deshalb sind Kurven ideal: „Wenn Du Po und Brüste hast, machst Du noch einen Gürtel drum – und schon hast Du auch noch eine schöne Taille.

Neue Maße sind nötig!

90-60-90, so lauten die berühmten Körpermaße. Doch wusstest Du, dass diese nur in den 1990er-Jahren für die perfekte Model fi gur standen? Der Beauty-Standard von Brust-, Taillen- und Hüftumfang ist heute auf 79/69/88 gesunken – bei einer Körpergröße von 1,80 Metern! Das entspricht Größe XS. Im Fashionbusiness spricht man dabei von „Sample Size“. Das meint, dass jedes Label ausschließlich eine Kollektion für Models in dieser Mustergröße produziert. Andere Größen anzubieten, wäre zu teuer! Curvy Models dagegen entsprechen den Maßen 120-80-120.

Megans Aha-Moment

Nun hat leider nicht jede(r) das Glück, so achtsame Eltern gehabt zu haben. Manchmal sitzen die Probleme entsprechend sehr viel tiefer, und es gibt Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie. Dann ist professionelle Hilfe nötig. Wie bei Megan Jayne Crabbe, die jahrelang unter schweren Essstörungen litt. Der Punkt, an dem sie aufhörte, ihren Körper zu hassen, liest sich so: „Jener Tag im Sommer 2014 war ein ganz normaler Donnerstag. Ich wachte morgens auf, nahm meine zwei Diätpillen, spülte sie mit einem Apfel-Beeren-Kohl-Smoothie runter und zwang mich zum üblichen Ganzkörper-Work-out.“ Zwei Stunden später suchte sie, völlig außer Atem vom Sport, nach Vorbildern in den sozialen Medien: nach schlanken Frauen, die ihr zeigten, dass die Qualen es wert waren.

Authentisch durchs Leben gehen

Stattdessen stolperte sie über etwas ganz anderes: über eine Frau in einem roten Bikini, die darüber schrieb, dass sie ihren Körper so liebte, wie er war. „Sie war nach ihren eigenen Worten fett, body-positive und wagte es, sich in einem Körper wohlzufühlen, in dem sich meiner Meinung nach niemand wohlfühlen durfte“, meint Megan. „Ich sah zum ersten Mal in meinen Leben jemanden, der sagte, dass man nicht beständig hungern, schwitzen und sich hassen muss. Dass man seinen Körper so akzeptieren und sogar lieben kann, wie er eben ist.“ Wenig später wagte Megan den Sprung in die Body-Positivity-Gemeinde im Internet. Der Anfang ihrer Heilung …
Endlich verändert sich das Frauenbild von superschlank hin zu normal und kurvig, vor allem im Internet und in den sozialen Netzwerken. Erst war es eine langsame Entwicklung, die aber inzwischen Fahrt aufgenommen hat. Es ist gut, dass es Frauen wie Megan, Sarina, Angelina, Sandra und Taryn gibt. Weil sie uns Vorbild sind und uns vormachen, achtsamer und vor allem gnädiger mit unserem Körper umzugehen. Um authentisch, stark und mit Liebe zu uns selbst durchs Leben zu gehen.

Mehr lesen:
Sarina Nowak: „Curvy. Mein Weg zu mehr Glück und Selbstbewusstsein“, Gräfe und Unzer, 17,99 Euro.
Megan Jayne Crabbe: „Body Positivity. Liebe deinen Körper“, Knaur Balance, 16,99 Euro. Sandra Wurster: „Das Leben ist zu kurz, um den Bauch einzuziehen“, Trias, 14,99 Euro. Angelina Kirsch: „Rock your Curves! Lerne deine Kurven lieben“, Gräfe und Unzer, 16,99 Euro.

Wir tauchen auf!

Welchen Bikini Taryn Brumfi tt (großes Foto und links unten) trägt, wissen wir leider nicht. Wir wissen nur, dass die Modelle oben garantiert die Kurven gut behüten!
1. Das süße Neckholder-Schwimmkleid setzt das Dekolleté perfekt in Szene. Größe 40 und 42. 40 Euro, von Simply Be Swim über www.navabi.de
2. Figurschmeichelndes Tankini-Oberteil mit Tropical Print, Größe 40, 42, 44. 30 Euro, dazu passendes schwarzes Höschen, Größe 48–60. 18 Euro, über navabi.de
3. Das Bandeau-Oberteil „Florentine“ bietet auch ohne Träger tollen Halt (bis 90 J; 64,90 Euro). Midi-Höschen mit etwas höher angesetzter Taille. 34,90 Euro. Von Panache Lingerie, erhältlich z. B. bei Doppel D (www.doppel-d.eu)

Trainiere, weil Du Deinen Körper liebst!

Wie, jetzt sollen wir doch alle Sport treiben? Ja, aber nicht, um abzunehmen oder uns zu quälen! Sondern um über die Bewegung in ein gutes Körpergefühl zu kommen. Ob sanft oder etwas fordernder – durch Yoga, Joggen oder einem anderen Sport wird der Körper von Glückshormonen gefl utet und fühlt sich schön lebendig an. Gut für die Selbstliebe!

„Uns geht es mehr darum, was eine Yoga-Haltung für uns tut, als darum, wie toll sie aussieht“, sagen Anat Geiger und Marcel van de Vis Heil, die Gründer von „The Fat Yogis“. Mit „Fat“ meinen sie durchaus auch mehrgewichtig. Das Wort soll sich aber auch darauf beziehen, dass unsere Körper alle unterschiedlich und genau richtig sind. Unter www.thefatyogis.com gibt es viele wohltuende Yoga-Videos mit Anat, die nicht den üblichen Model-Maßen entspricht.

Joggen oder lieber Walken? Es kommt darauf an. Denn beim Joggen lastet bei jedem Schritt das zwei- bis dreifache des Körpergewichts auf den Gelenken. Wer bereits recht fi t ist, kann natürlich joggen. Aber auch schlankere Menschen müssen ihre Sehnen, Gelenke und Muskeln erst ans Joggen gewöhnen. Daher anfangs nur kurze Strecken wählen und immer auf die Signale des Körpers hören. Wer ganz sicher gehen möchte, beginnt mit Walken und steigert dann nach Lust und Laune.

Besonders gelenkschonend sind Schwimmen (siehe die besten Outfi ts auf Seite 63) und Radfahren. Und übrigens: Auch eine durchgetanzte Nacht macht fi t und glücklich!


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