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Cyberpunk 2077


Play5 - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 04.09.2019

Inhaltlich wenig Neues im Vergleich zur E3 vor zwei Monaten. Doch diesmal wurde zum ersten Mal die deutsche Sprachausgabe präsentiert.


Artikelbild für den Artikel "Cyberpunk 2077" aus der Ausgabe 10/2019 von Play5. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Play5, Ausgabe 10/2019

Cyberpunk 2077 sieht in jeder Hinsicht hervorragend aus. Besonders die Weitsicht hat uns bei der Präsentation auf der Gamescom sehr beeindruckt.


Welche Antwortmöglichkeiten in Dialogen zur Verfügung stehen, hängt auch von den erlernten Skills und Perks des Protagonisten V ab.


Zu den eher ungewöhnlicheren Waffen gehört eine Art Laser-Draht, die ein entsprechend trainierter V für hinterhältige Angriffe oder vernichtende Rundumschläge nutzen kann.


ROLLENSPIEL | Wenn alle um ...

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ROLLENSPIEL | Wenn alle um einen herum ins Schwärmen geraten, kann man schon mal skeptisch werden. So ging es dem Schreiber dieser Zeilen beim RPG Cyberpunk 2077. Klar, CD Projekt Red hat mit The Witcher 3 eines der besten Spiele der letzten Jahre, vielleicht sogar aller Zeiten abgeliefert, aber zum Release gab es damals sowohl auf PC als auch Konsolen ein paar technische Ungereimtheiten, bei den beiden Vorgängern sogar noch mehr. Dass Cyberpunk ein sehr gutes Spiel wird, steht zwar außer Frage, aber das polnische Entwicklerstudio kocht eben auch nur mit Wasser und 2077 ist eben ein ganz neues Spiel mit anderer Perspektive, anderen Gameplay-Elementen sowie anderem Levelaufbau und stellt die Macher damit eben auch vor neue Herausforderungen. Ist man also ein missmutiger Stinkstiefel, wenn man die pure Begeisterung geschätzter Freunde und Kollegen für das Spiel nicht so ganz nachempfinden kann? Nun, bei Cyberpunk 2077 ist das wohl tatsächlich so. Auf der Gamescom 2019 in Köln wurde zwar die gleiche Demo gezeigt wie auf der E3, zu der Kollege Matthias bereits eine ausführliche Preview schrieb, doch diesmal wurde eben ein anderer unserer Autoren von Cyberpunk bekehrt. Zudem ergatterten wir einen der wenigen begehrten Plätze für eine von nur zwei deutschen Präsentationen. Da wurde uns nicht nur auf Deutsch erzählt, warum das Game so toll ist, die Demo zum dystopischen RPG wurde uns auch noch komplett deutsch lokalisiert vorgespielt.

Night City wirkt wunderbar organisch und erzeugt eine fantastische Atmosphäre. Überall lassen sich Menschen bei verschiedensten Aktivitäten beobachten.


Den Angriff auf das Einkaufszentrum der Animal-Gang zeigen die Entwickler aus zwei Perspektiven. Hier ist der direkte Angriff mit Waffengewalt zu sehen.


Atmosphäre pur

Genau wie auf der E3 erleben wir also wieder, wie Protagonist V die Anführerin der sogenannten Voodoo-Gang ausfindig machen möchte. Die ihr unterstellten Haitianer rücken damit aber natürlich nicht einfach so raus. V soll erst mal in ein einstmals verlassenes Einkaufszentrum, welches neuerdings von der brutalen Animal-Gang genutzt wird. Dabei switchen die Entwickler immer wieder zu Demonstrationszwecken zwischen einem männlichen Netrunner V mit ausgeprägten Hacking-Fähigkeiten und einem weiblichen V mit besonders viel Kraft und einer Vorliebe für schwere Waffen hin und her.

Die gewählte Klasse und die jeweiligen Skills werden große Auswirkungen auf das Gameplay haben, jede Mission soll auf mehrere Arten lösbar sein und jedem Spieler seinen eigenen Spielstil ermöglichen. Dadurch werden viele Spieler ganz andere Wege zu Gesicht bekommen als ihre Freunde.

Doch egal, welches Spielerlebnis man nun bevorzugt, die Atmosphäre von Cyberpunk 2077 ist einfach fantastisch. Night City wirkt so wunderbar organisch, wie wir es schon lange nicht mehr in einem Open-World-Spiel gesehen haben. Das Kreieren von Spielwelten haben die Witcher-Macher einfach drauf. Ob V nun einer Beerdigung in einem Club beiwohnt, über den Schwarzmarkt schlendert oder eben in einem ehemaligen Kaufhaus das Verhalten der KI-Gegner beobachtet – nach ein paar Minuten ist man so gefangen, dass man fast vergisst, „nur“ ein Spiel zu sehen.

Großen Anteil daran hat natürlich die hervorragende Grafik des Titels. Vor allem die Weitsicht in der Demo ist unglaublich. Am Horizont erkennt man imposante Hochhäuser aus einer längst vergangenen Zeit des wirtschaftlichen Booms. Dafür sind die Straßen kaputt, über die zahlreiche futuristische Fahrzeuge fahren – und obwohl das viele hundert Meter entfernt ist, ist die Szenerie super detailliert. Das trifft allerdings auch auf die nähere Umgebung zu. Etliche Bürger bewegen sich über die Straßen, doch selbst hier sieht man keine matschige Textur. Klar, ganz so hübsch wird das Spiel ganz bestimmt nicht auf den Konsolen laufen, aber die Optik von Cyberpunk ist beeindruckend. Lediglich die Fahrzeuge bewegen sich ein wenig statisch – das ist aber eben Meckern auf allerhöchstem Niveau.

Gute deutsche Sprachausgabe

In Sachen Gameplay und Technik erlaubt sich Cyberpunk bislang keine offensichtlichen Fehler, bei der deutschen Lokalisation kann man dies (noch) nicht ganz behaupten. Die deutschen Sprecher sind allesamt äußerst professionell, hören sich gut an und auch seltsame Betonungen fielen uns in der rund 45-minütigen Hands-off-Demo nicht auf. Teilweise wirkten die ausgewählten Stimmen jedoch nicht ganz passend bei bestimmten Charakteren. Einer der Haitianer hat beispielsweise im Englischen eine richtig tiefe, donnernde Stimme, welche hervorragend zu diesem muskelbepackten Charakter passt. Auf Deutsch quatscht der Riese einfach nur sehr langsam und die Wucht seiner Worte geht ein wenig verloren.

Die meisten Figuren werden jedoch echt gut eingefangen. Die Haitianer reden alle mit französischem Akzent, aber die Aussprache ist niemals übertrieben oder geküns-telt. Hier merkt man, dass die deutsche Vertonung hohe Priorität hat. Vor allem Protagonist V kann hier überzeugen. Sowohl in der männlichen als auch in der weiblichen Variante bemerkt man Härte und auch ein wenig Arroganz in der Stimme des Söldners, der von seinen eigenen Fähigkeiten echt überzeugt ist. Genau wie Geralt in The Witcher ist V eben kein klassischer Held. Er hat Ecken und Kanten und kann auch ein echt unangenehmer Typ sein. Dies findet sich eben auch in der Stimme wieder.

Bei den Texten im Spiel entdeckten wir jedoch noch einige Fehler. Wie uns im Anschluss an die Gameplay-Demo versichert wurde, ist die deutsche Lokalisierung aber auch noch weit davon entfernt, final zu sein. Ganz im Gegenteil: Die Gamescom ist ein Test für die deutsche Umsetzung gewesen, um sich schon vor Release Feedback dazu abzuholen. Bisher wurde nämlich tatsächlich nur die uns vorgeführte Demo vertont und mit deutschen Texten versehen. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die kleinen Ungereimtheiten, die uns auf der Messe in Köln auffielen, in der Verkaufsversion nicht mehr vorhanden sein werden.
CHRISTIAN DÖRRE