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»Da – allein im Titel – ist sie schon wieder, die Überheblichkeit der Wessis!«


Der Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 36/2019 vom 31.08.2019

Walther Merz, Weiterstadt (Hessen)


Artikelbild für den Artikel "»Da – allein im Titel – ist sie schon wieder, die Überheblichkeit der Wessis!«" aus der Ausgabe 36/2019 von Der Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Der Spiegel, Ausgabe 36/2019

Unsensibel

Nr. 35/2019 So isser, der Ossi. Klischee und Wirklichkeit: Wie der Osten tickt – und warum er anders wählt

Mit diesem Bild bringen Sie Ost und West nie zusammen! Es ist für mich diskriminierend und kleinkariert. »So sindse, die Redakteure«: reißerisch und unsensibel!
Gabriele Schönfeld, Darmstadt

Geschmacklos! Ich denke, dass Sie das dadurch kompensieren sollten, dass der SPIEGEL im Osten mit dem Titelbild »So isser, der Wessi.« erscheint. Die schwarzrot- goldene Kappe können Sie so lassen.
Dieter Fritsche, Bolanden (Rhld.-Pf.)

Ihr Artikel ist der mit ...
Steffen Kraft, Berlin ...

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Ihr Artikel ist der mit Abstand beste Beitrag, den ich im Zusammenhang mit der Lage in den ostdeutschen Ländern im SPIEGEL bisher gelesen habe! Ja, es ist auch mein Eindruck, dass der Westteil des Landes dem Trugschluss erlegen war, mit Geld wäre alles zu regeln. Es geht eben nicht um Geld, es geht auch um das mangelnde Verständnis für die gravierende Erfahrung von Umbrüchen im Osten, in denen binnen Jahresfrist nahezu nichts mehr war wie zuvor. Es darf sich jeder im alten Bundesgebiet fragen, wie er damit umgegangen wäre. Dass Ihr Beitrag keinen vorwurfsvollen Unterton hat, sondern im Gegenteil sehr sachlich und vielschichtig die Stimmungslage analysiert, macht es zu einem Gewinn, ihn zu lesen.
Steffen Kraft, Berlin

Danke für diesen Beitrag, den ich für sehr zutreffend halte. Aus dem Westen kommend, lebe ich nun seit acht Jahren in Schwerin und teile die meisten Ihrer Einschätzungen. Lassen Sie mich noch einen Punkt ergänzen: Die Gefühlslage der Menschen hier hat viele im Westen schlicht nicht interessiert, und das hält bis heute an. Sicher, man reist an die Ostsee und nach Leipzig. Aber versteht man den Westen, wenn man nach Sylt und München fährt?
Oliver Kaiser, Schwerin Ihr Titel provoziert mich. Ich finde ihn beleidigend. Ich lebe sehr gerne hier, fühle mich ganz als Ossi. In der DDR hatten wir keine Wahl. Im vereinten Deutschland wähle ich nie CDU, ganz bestimmt nicht AfD. Aber Kritik habe ich auch. Mir gefällt die westliche Lebensart nicht. Geld und Besitz spielen eine zu große Rolle. Die richtige Gesellschaftsordnung müssen wir erst noch finden. Der Kapitalismus ist es bestimmt nicht.
Renate Köstlin, Wernigerode (Sachsen-Anhalt)

Ich lebe seit 20 Jahren in Hamburg und muss seit 20 Jahren ständige Sticheleien ertragen. Das Bild zeigt mir wieder einmal, wie weit West und Ost immer noch aus - einander sind. Ich bin sehr enttäuscht über das mangelnde Feingefühl des SPIEGEL.
Marcel von Malottki, Hamburg

Die Euphorie des Mauerfalls hat sich für viele Menschen aus dem Osten als Illusion entpuppt. Folgt man Joachim Gauck, so hatten sie »das Paradies geträumt und wachten auf in Nordrhein-Westfalen«. Doch wer in der alten DDR blieb, erlebte vielfach die soziale Härte eines für ihn kalten Gesellschaftssystems. Viele sehnen sich zurück nach Sicherheit, Geborgenheit und einem dauerhaften Arbeitsplatz, der ein verlässliches Auskommen bis zum Lebensabend garantiert. In einem solchen Sehnsuchtsort wird Dankbarkeit für den großen Bruder im Westen als devotes Verhalten empfunden.
Dr. Volker Brand, Bad Oeynhausen (NRW)

Straße im brandenburgischen Herzberg


Haben Sie bedacht, wie viele Wähler Sie mit dem diskriminierenden Titelbild extremen Parteien in Ostdeutschland zu - treiben? Damit schaden Sie der inhaltlich gut recherchierten Abhandlung »Der Ost- Komplex«.
Elisabeth und Gerhard Flachowsky, Braunschweig

Was dem Ostdeutschen sein hohes Demokratieempfinden ist – die Macht geht vom Volk aus –, ist den westdeutschen Menschen ihr ausgeprägtes marktwirtschaft - liches Verhalten. Es ist zu hoffen, dass die nächsten Generationen die große Aufgabe des Angleichens nicht aus dem Auge verlieren, um weiter eine funktionierende und friedliche Gesellschaft zu gewährleisten.
Uwe Sochor, Dresden

Schon 1989 gründeten wir eine Arbeitsgruppe ost- und westdeutscher Psychotherapeuten, die wir »Deutsche Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft« nannten. In vielen Referaten und Kongressbeiträgen haben wir die Befindlichkeit des »Gesamtkollektivs « analysiert aus familientherapeutischer und tiefenpsychologischer Sicht. Schon damals war klar: Bei den sogenannten Ostdeutschen, die ja eigentlich mehrheitlich Mitteldeutsche sind, hat sich ein Strukturen- und Verhaltenskomplex aus der Zeit vor der Teilung stärker erhalten als im Westen. Quasi »deutscher« in Werten und Verhaltensweisen –wo im Westen noch der amerikanische Way of Life als willkommene Flucht vor der Nazi-Vergangenheit genutzt wurde, war in der DDR die Rückbesinnung auf die »Eigenart« in Abgrenzung zur ungeliebten Besatzungsmacht und dem »Brudervolk Sowjetunion« angesagt. Unser Therapievorschlag damals war, historisch zurückzukehren zu dem Zeitpunkt, wo sich die Wege getrennt hatten, und von dort aus gemeinsam etwas Neues zu schaffen. Da waren Treuhand und Plattmachen von Industriekomplexen natürlich der falsche Weg, ebenso die Behauptung, dass der Osten rückständig sei und vom Westen lernen müsse. Es scheint mir eher umgekehrt zu sein, wenn ich an die Erfolge von Wissenschaftlern aus Jena, Magdeburg, Halle und Leipzig denke.
Dr. Klaus Neumann, München

Fahren Sie Bahn?

Nr. 34/2019 Kolumne »Die Gegendarstellung«

Polizei, Pflegepersonal, Gefängniswärter und viele andere werden durch diese außerplanmäßige Gehaltserhöhung für Soldaten vor den Kopf gestoßen – und das unabhängig davon, dass die Bahn nicht funktioniert.
Uta Hubmann, Bonn

Die Panzergrenadiere hätten dann »mehr Geld für Dosenbier« – ich finde diese Unterstellung unverschämt, arrogant und res- pektlos. Solche Aussagen dienen nicht der verdienten Wertschätzung und Anerkennung der Soldaten.
Dirk Tekath, Recklinghausen (NRW)

Die Bundeswehr umfasst insgesamt 182832 aktive Soldaten und Soldatinnen, nicht Hunderttausende.
Oliver Rydzkowski, Hamburg

Mit der Einschätzung, dass die Politik die Probleme bei der Bahn verursacht, liegen Sie richtig. Allerdings spricht die flapsige Oberflächlichkeit Ihrer Meinung nicht dafür, dass Sie sich gut auskennen. Wer mehr Wettbewerb für die Lösung hält, hat vom System Bahn keine Ahnung. Der Wett - bewerb, Effizienz um jeden Preis, Konkurrenz um jeden Cent bei der Leistungsvergabe im Regionalverkehr und Druck durch Fernbusse haben das Unternehmen ja gerade dorthin gebracht, wo es jetzt ist.
Peter Lauterbach, Suhl (Thüringen)

Wohin ein Weg weg von der Staatsbahn führt, zeigt sich sehr gut in Großbritannien. Ein positives Beispiel ist dagegen die Schweiz mit ihrer staatlichen Bundesbahn. Was wir brauchen, ist ein klares politisches Bekenntnis zur umweltfreundlicheren Bahn – und endlich ein Ende ihrer Benachteiligung gegenüber Straße und Flugzeug.
Jochen Richter, Karlsruhe

Fahren Sie Bahn? Wie hoch ist Ihrer persönlichen Erfahrung nach der Anteil der Züge ohne Bordrestaurant in geänderter Wagenreihung mit Störungen im Betriebsablauf, überfüllt und deutlich verspätet? Sie haben keine Erfahrungen, oder? Ich fahre ständig Bahn, viele Tausend Kilometer im Jahr. Ich reserviere mir einen Platz und arbeite oder entspanne mich während der Fahrt. Im Bistro hole ich mir ab und zu das wirklich leckere Käse-Vollkornbrot und einen Latte Macchiato. Oder ein Bier. Manchmal geht etwas schief. Dann möchte ich auch in die Tischkante beißen. Aber dann rege ich mich wieder ab. Es gibt keine Alternative: Die Bahn ist schneller, geräumiger, umweltfreundlicher, sauberer und praktischer, als es mein eigenes Auto je sein könnte. Billiges Stammtischgeplappere ändert daran nichts. Ich stimme Ihnen aber zu, dass die Bahn Investitionen braucht, wenn die Bundeswehr und der innerdeutsche Flugverkehr auf die Bahn umsteigen sollen.
Anette Hentschel, Berlin

Angriffspakt gegen Polen

Nr. 34/2019 80 Jahre nach dem Hitler- Stalin-Pakt rechtfertigen Putin-Getreue die damalige Aufteilung Osteuropas zwischen den Diktatoren

Der Zweite Weltkrieg wäre eventuell nicht ausgebrochen, wenn es den Hitler-Stalin- Pakt nicht gegeben hätte? Eine recht eigenwillige Spekulation, denn Hitler wollte schon 1938 den Krieg gegen die Tschechoslowakei und war sehr ungehalten über Mussolinis Vermittlung. Nach der Rheinlandbesetzung, Österreich, München und der Besetzung der Rest-Tschechei folgerte Stalin, der Politik des Westens sei zu misstrauen, und Hitler, der Westen sei schwach. Damit waren für ihn die Ziele »Lebensraum im Osten« und »Ausmerzung der slawischen Untermenschen« so greifbar, dass ihn nichts von einem Krieg gegen Polen abgehalten hätte. Da die Westmächte auch aufgrund der ideologischen Differenzen eher zögerlich auf ein Bündnis mit Stalin hinarbeiteten und Stalin seine Armee gerade enthauptet hatte, schloss er den Pakt mit Hitler ab, um Raum und Zeit zu gewinnen. Rein machtpolitisch war Stalins Entscheidung richtig, wobei er sicherlich davon ausging, dass sich das »Dritte Reich« auf der einen Seite und die Westmächte auf der anderen aufgrund der Garantien für Polen in einem Krieg erschöpfen würden und er dann der lachende Dritte wäre.
Michael Graf, Torgelow (Meckl.-Vorp.)

Den Hitler-Stalin-Pakt als singuläres Ereignis herauszugreifen und eine Bewertung zu versuchen, greift viel zu kurz. Die Beziehungen der künftigen Sowjetunion und Deutschlands beginnen mit dem Sonderzug durch Deutschland im Jahr 1917, mit dem Lenin und seine engsten Mitarbeiter mit Wissen der höchsten deutschen Stellen nach Finnland gebracht wurden, und der finanziellen Unterstützung der Revolutionäre mit Goldmark in Millionen - höhe. Die deutsche Strategie war, ein durch revolutionäre Unruhen geschwächtes Russland würde die deutsche Ostfront entlasten, um die Kräfte an der Westfront bündeln zu können. Die Beziehungen Sowjetrusslands mit Deutschland setzten sich fort und ermöglichten es Deutschland, militärische Aufbaupläne unter Umgehung der Versailler Friedensverträge auf sowjeti - schem Territorium durchzuführen.
Bernhard Frischhut, Aldrans (Österreich)

Der Hitler-Stalin-Pakt war kein Nichtangriffspakt, sondern tatsächlich ein Angriffspakt gegen Polen. Genau so wurde er auch in die Tat umgesetzt. Am 1. September 1939 überfiel die Wehrmacht Polen von Westen, drei Wochen später folgte die Rote Armee und besetzte den Osten Polens bis zum Bug. Es waren also zwei, näm - lich Hitler und Stalin, die durch ihre im Geheimen Zusatzprotokoll vereinbarte Aufteilung Polens den Zweiten Weltkrieg ausgelöst haben! Kompliment für diesen hervorragenden Artikel.
James Siever, München

Diktator Stalin, Minister Ribbentrop 1939


Die Westmächte wollten, dass Bolschewiken und Faschisten sich zerfleischten, Stalin hoffte auf einen Krieg zwischen Westmächten und Deutschland. 60 Jahre später wurde der Molotow-Ribbentrop-Pakt als Legitimationsstütze für die Nato-Osterweiterung gegen Russland benutzt. Wieder wurde eine Großmacht – diesmal Russland als Verlierer des Kalten Krieges – in Europa ausgegrenzt. Wieder wurde ein Cordon Sanitaire von Pufferstaaten, jetzt die Ukraine und Georgien, um einen vermeintlichen Gegner gebildet. Aus Fehlern der Geschichte muss doch gelernt werden, und niemand sollte Geschichte als Waffe nutzen. Polen hätte Putin zum 80. Jahrestag des Hitler-Angriffs zu sich einladen müssen. Und dem russischen Gast wäre bei dieser Gelegenheit nichts anderes übrig geblieben, als den Molotow-Ribbentrop- Pakt entsprechend zu verurteilen.
Alexander Rahr, Deutsch-Russisches Forum, Berlin

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe(leserbriefe@spiegel.de) gekürzt sowie digital zu veröffent lichen und unterwww.spiegel.de zu archivieren.

Neues SPIEGEL-ONLINE-Buch

Wie wirken sich die globalen Verwerfungen in hiesigen Dörfern und Stadtvierteln aus? Woher kommt die Wut auf Flüchtlinge im säch - sischen Freital oder in Hamburg-Blankenese? Seit 2015 reiste Peter Maxwill für den SPIEGEL durch Deutschland und sammelte Geschichten über ein zerrissenes Land, das in einer tiefen Identitätskrise steckt. Abseits der politischen Entscheidungszentren wollte er wissen, warum so viele Menschen die Lügen und Halbwahrheiten der Populisten glauben – und was andere gegen deren Einfluss tun. Das Buch erscheint bei Ullstein, kostet 11 Euro und hat 272 Seiten.


HERMANN BREDEHORST / DER SPIEGEL

BERLINER ILLUSTRIERTE / SPIEGEL DOK