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DA STECKT MEHR DRIN


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 23/2022 vom 09.06.2022
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Der Volvo wird seit 2017 gebaut, der Jaguar schon seit 2016. Beide wirken immer noch zeitlos und modern

Jaguar F-Pace P400e 404 PS Leistung 43 km E-Reichweite ab 72 900 Euro

Volvo XC60 Recharge T6 350 PS Leistung 64 km E-Reichweite ab 64 300 Euro

MUSS ES WIRKLICH immer Audi, BMW oder Mercedes sein? Wir hätten hier mal zwei Alternativen bei den SUV. Beide nicht übertrieben günstig, aber mit Charme und Charakter.

Den zeigen XC60 und F-Pace in jeder Blechfalte. Beide fahren in gepflegtem Design vor, stilsicher und eigenständig. Der Schwede hat den Vorteil des besseren Platzangebots für sich, bietet praktisch überall ein paar Zentimeter mehr Bewegungsfreiheit als der Jaguar (siehe Schnittzeichnungen Seite 30) – ohne dass es dort an Bord irgendwo eng wäre. Im Gegenteil:

Auch der F-Pace ist durchweg großzügig geschnitten.

Die Sitze vorn im Briten sind weich gepolstert, bieten nicht besonders viel Seitenhalt, auch die bequeme Rückbank tendiert ins Gemütliche. Der Test-Volvo trägt vorn die Sportsitze (ab 400 ...

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... Euro) – und die können wir empfehlen: straff, griffig und passend ausgeformt. Die Rückbank hat Volvo dann jedoch (zu) stramm gepolstert, die Auflage ist zu kurz.

Ins schwedische Gepäckabteil passen 468 bis 1395 Liter, beim Jaguar sind es 485 bis 1299 Liter.

Doch der F-Pace darf maximal nur 415 Kilogramm einladen – in dieser Liga ungenügend. Beim XC60 sind es immerhin 497 Kilogramm.

Beide Autos zeigen sich sauber verarbeitet, mit hochwertigen Materialien und schönen Details – und damit voll auf der Höhe der deutschen Konkurrenz. Der Jaguar macht dabei eher auf fein und edel, der Volvo auf kühl, klar, skandinavisch. Geschmacksfrage.

Beide setzen beim Bedienkonzept auf Touchscreen-Monitore.

Das 11,4-Zoll-Display im F-Pace ist leicht gebogen, liegt sehr gut zur Hand, kommt mit schöner Optik. Doch die Menüs sind verschachtelt, und die Sprachsteuerung mit „Hey Jaguar“ reagiert nur auf vorformulierte Befehle, die Sonderzielsuche ist schwierig.

Volvo arbeitet jetzt mit Google Android und hat die Menüs des 9-Zoll-Monitors gestrafft. Das alles funktioniert gut, besonderes Lob gibt es für das Google-Maps-Navi – allerdings muss das System eben online sein, und das ist nicht immer der Fall, der Funktionsumfang ist dann stark eingeschränkt. Die Sprachbedienung per „Ok Google“ reagiert schneller und flexibler als die im Jaguar.

SPRACH-BEDIENUNG

Klarer Vorteil für den Volvo mit Google Android, das schnell und flexibel reagiert. Das System im Jaguar wirkt vergleichsweise antiquiert.

JAGUAR F-PACE P400e

Der Jaguar ist betont stilvoll eingerichtet, mit hochwertigen Materialien und liebevollen Details. Das 12,3-Zoll-Display für den Fahrer (1) mit schönen, gut ablesbaren Instrumenten (7) lässt sich konfigurieren.

Auf der Mittelkonsole (2) liegt neben dem Automatik-Wählhebel der Drehregler für die vier verschiedenen Fahrmodi. Mit der EV-Taste wird das Hybridsystem gesteuert (5). Im Fond ist es zwar etwas enger als im Volvo, aber immer noch geräumig. Die bequeme Rückbank tendiert ins Gemütliche, die Lehnenneigung ist verstellbar (3). Die Sitze vorn sind weich gepolstert, bieten nicht besonders viel Seitenhalt (4). Der 11,4-Zoll-Touchscreen (6) ist leicht gebogen und liegt sehr griffgünstig. Er hat eine feine Grafik, aber verschachtelte Menüs.

Der Jaguar macht auf fein und edel. Das Leder duftet, und tiefschwarz glänzt der Lack

Zum Hybridsystem des F-Pace gehören ein längs eingebauter 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 300 PS, ein E-Motor mit 143 PS, ein 13,8-kWh-Akku und die Achtstufenautomatik von ZF, die Systemleistung gibt Jaguar mit 404 PS an. Geladen werden kann der Jaguar mit 7 kW Wechselstrom und sogar 32 kW Gleichstrom – das gibt es bei Plug-in-Hybriden selten. Und ist ein Vorteil gegenüber dem Volvo, bei dem maximal 3,7 kW möglich sind.

Beim XC60 T6 gehören zum Hybridsystem ein doppelt – mit Kompressor und Turbo – auf- geladener, vorn quer eingebauter 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 253 PS, ein E-Motor mit 145 PS, ein 14,9-kWh-Akku und eine Achtstufenautomatik von Aisin. Die Systemleistung liegt bei 350 PS.

Der Volvo ist wie stets kühl und klar eingerichtet, typisch skandinavisch eben

VOLVO XC60 RECHARGE T6

Der Volvo bietet überall ein paar Zentimeter mehr Bewegungsfreiheit als der Jaguar, fühlt sich luftig an.

Die Instrumente im 12,3-Zoll-Display sind klar gezeichnet (1). Auch die Navi-Karte kann hier angezeigt werden (7). Auf der Mittelkonsole liegen der Automatik-Wählhebel und der Drehknopf für Start-Stopp (2). Das Testauto besaß die Sportsitze vorn (400 Euro), straff, gut ausgeformt und sehr zu empfehlen (3). Die Rückbank im großzügig geschnittenen Fond hat Volvo sehr straff gepolstert, die Auflage ist (zu) kurz (4). Der 9-Zoll-Touchscreen steht aufrecht, die Menüs hat Volvo gestrafft und aufgeräumt, gut so.

Google Android funktioniert bestens – wenn es online ist (5). Ein schönes Detail ist der Automatik-Wählhebel aus Kristallglas von Orrefors (je nach Ausstattung) (6).

Beide Autos sind geradezu überraschend schnell, Zeiten von nur knapp über fünf Sekunden für den Sprint von null auf hundert sprechen für sich – bemerkens wert für SUV dieser Größe und harmonischer als die im Jaguar, dieses Gewichts. Der Volvo ist markentypisch bei Tempo 180 abgeregelt, der Jaguar rennt relativ locker 240 km/h.

Die Motor-Getriebe-Kombination im Volvo arbeitet dabei spricht schneller und direkter an. Und der XC60 lässt sich im One-Pedal-Modus bewegen, bremst bis zum Stillstand ab, so etwas ist selten bei Plug-in-Hybriden. Der Benziner ist gut gedämmt, und wenn man etwas hört, klingt es ein bisschen nach V6-Fauchen. Na gut, ein bisschen.

Der Jaguar agiert insgesamt unentschlossener, vor allem, wenn die Batterie leer ist. Dann braucht das System etwas, bis es sich sortiert hat, zudem ruckelt es dann und wann. Auch hier ist der Benziner sorgfältig gedämmt, und das, was man hört, klingt angenehm rauchig-heiser.

Der F-Pace wiegt noch mal 112 Kilogramm mehr als der auch schon gewichtige XC60 und fühlt sich genau so an: massiv und schwer und noch größer, als er sowieso schon ist. Jaguar hat ihn soft abgestimmt, er fährt sich mit seiner verzögert ansprechenden Lenkung eher bedächtig – passt durchaus zum satten Fahrgefühl.

Im direkten Vergleich mit dem Jaguar fühlt sich der XC60 kleiner an, eher wie ein hochgelegter Kompakt-Kombi, nicht wie ein schweres SUV. Verbesserungspotenzial bietet jedoch die leichtgängige, entkoppelte und leicht stoßempfindliche Lenkung.

Der Test-XC60 war ausgestattet mit der adaptiven Luftfederung (2410 Euro). Die bietet den Vorteil einer Höhenverstellung im Offroad-Modus, spricht allerdings nicht besonders feinfühlig an, besonders auf kurzen Wellen gern auch hölzern. Pluspunkte sammelt der Volvo dann mit seinen Bremsen, er stand warm schon nach 34 Metern, der Jaguar brauchte 35,4 Meter.

TOUCHMONITOR

Der Jaguar verfügt über ein leicht gebogenes Display, sieht gut aus, reagiert schnell. Im Volvo steht der Schirm aufrecht, Menüs sind jetzt besser organisiert.

Rein elektrisch sind wir mit dem F-Pace im Test 43 Kilometer weit gekommen, beim Volvo waren es 64. Auch mit leerer Batterie blieb der Schwede sparsamer, kam im Test auf einen Verbrauch von 8,8 Litern, der Jaguar auf 10,9.

Die gute Nachricht: Im Gegensatz zu vielen anderen Plug-in-Hybriden mit ihren Mini-Tanks verfügen beide über ordentliche Kraftstoffvorräte, beim XC60 sind es 71 Liter, im F-Pace 69. Gut so.

Die Preise sind dann stolze Hausnummern – auch das nicht ganz untypisch für beide Marken.

Der Volvo XC60 Recharge T6 startet bei 64 300 Euro, kommt in der bewerteten Testausstattung, unter anderem mit den 20-Zoll-Rädern, auf 78 740 Euro.

Viel? Der Jaguar F-Pace P400e startet bei 72 900 Euro, die Testausstattung, zum Beispiel mit den 21-Zoll-Rädern, bringt es auf 79 696 Euro. Da sind Audi, BMW und Mercedes wieder ganz nah.

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

519 Punkte

1. Volvo XC60 Recharge T6 Der Volvo verfügt über viel Platz und das harmonischere Hybridsystem. Sehr gute Bremsen. Hoher Preis.

496 Punkte

2. Jaguar F-Pace P400e Ein betont feines, stilvolles Interieur und hoher Fahrkomfort sprechen für den Jaguar. Noch teurer als der Volvo.

FAZIT

DIRK BRANKE , BEREND SANDERS

Sie lassen sich an der Steckdose aufladen, sind schnell und komfortabel und, wenn man sich darauf einlässt, auch sparsam unterwegs.

Doch Volvo und Jaguar können mehr, sind beide stil- und charaktervolle Alternativen zu den Deutschen. Leider beide ziemlich teuer.