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DAB+-Ausbau schreitet voran


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Digital Fernsehen - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 16.09.2022
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Bildquelle: Digital Fernsehen, Ausgabe 8/2022

Bereits mit 1. August wurde das Sendernetz des Oberbayern-Süd-Multiplexes auf Kanal 7A um den 1 kW starken Standort Tegernsee Wallberg erweitert. Damit wird der Empfang dieses lokalen Multiplexes, der inzwischen über elf Standorte ausgestrahlt wird, in der Region Oberland-Südostbayern weiter verbessert. Damit erreicht das Paket für das Oberland und Südostbayern rund 1,26 Millionen Zuhörer, davon können es 1,18 Millionen mit Zimmerantenne empfangen. Damit steigt der Indoor-Versorgungsgrad im Zielgebiet auf 91,6 Prozent und für den Mobilempfang im Auto auf 98,1 Prozent. Das Paket Oberbayern Süd beinhaltet aktuell zehn lokale Hörfunkwellen. Darunter Radio Buh, Radio ISW und Radio Galaxy Rosenheim.

Sachsen: Neuer Multiplex

Im Oktober 2021 hatte die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien sechs DAB -Multiplexe ausgeschrieben, für die insgesamt 37 Bewerbungen eingegangen sind. Neben ...

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... einem landesweiten Privatsenderpaket, soll Sachsen künftig auch drei regionale und zwei zusätzliche lokale Pakete in Chemnitz und Dresden erhalten. Womit man bereits in naher Zukunft so gut wie in ganz Sachsen sechs DAB+-Muxe empfangen können wird. Neben den beiden bundesweiten Paketen und dem des MDR werden auch drei mit Privatsendern gefüllte für Abwechslung und Vielfalt sorgen.

Und zwar schon bald. Bereits diesen Herbst soll das landesweite Privatsenderpaket auf Kanal 12A starten. Vorgesehen sind sechs Standorte, von denen Leipzig Messegrund, Dresden Wachwitz, Chemnitz Reichenhain, Chemnitz Geyer und Schöneck Vogtland mit je 10 kW senden sollen. Für Löbau Schafberg ist ein etwas schwächerer 6,3-kW-Sender vorgesehen. Das landesweite Paket soll mit elf Programmen, darunter 89.0 RTL, Galaxy Sachsen, Radio Ostrock und die Oldie Antenne, an den Start gehen.

Nordrhein-Westfalen

Bislang konnte der landesweite Privatmux in NRW auf Kanal 9D nicht alle vorgesehenen Senderstandorte in Betrieb nehmen und weitere nicht mit voller Senderleistung betreiben. Der Hintergrund: Kanal 9D wurde bislang auch in den Niederlanden genutzt. Dort hat nun der letzte Senderstandort diese Frequenz verlassen, womit für „Mein NRW DAB+“ nun die Türen offen stehen, das Sendernetz wunschgemäß ausbauen zu können. Bereits mit 1. September wurde damit begonnen, die Sendeleistung an mehreren Standorten zu verdoppeln oder gar bis zu vervierfachen. Betroffen von dieser Maßnahme sind acht von derzeit aktiven 14 Senderstandorten. So etwa Ebbegebirge Herscheide von 5 auf 10 kW und Wesel Büderich von 2,5 auf 10 kW. Zudem könnten drei neue Standorte, konkret Kötenberg und Wuppertal-Küllenhahn mit je 10 kW und Bonn Venusberg mit 5 kW, zum Erscheinen dieses Heftes bereits ihren Betrieb aufgenommen haben. So wird die Gesamtsendeleistung des privaten NRW-Muxes von knapp 71 kW im August 2022 auf annähernd 130 kW gesteigert. Damit einher geht eine spürbare Verbesserung der Empfangbarkeit, die sich vor allem indoor bemerkbar macht. Das private NRW-Paket beinhaltet 16 Programme und trägt so entscheidend zur Radiovielfalt im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland bei.

Regionale und lokale Pakete

Bereits für das Frühjahr 2023 ist auch der Start der drei regionalen Pakete Sachsen Ost, Sachsen Südwest und Sachsen Nordwest sowie der lokalen Bedeckungen für Chemnitz und Dresden vorgesehen. Betreiber dieser Netze wird die in Leipzig ansässige Divicon Media Holding GmbH sein, die bereits seit 2018 erfolgreich für die lokalen DAB+-Angebote in Leipzig und Freiberg verantwortlich zeichnet.

Franz Coriand, Geschäftsführer der DIVI-CON MEDIA zu den neuen Digitalradio-Paketen: „Die Umsetzung eines vielfältigen und attraktiven DAB+-Angebotes in Sachsen ist eine doppelt wegweisende Entwicklung. Zum einen erschließen wir gemeinsam mit starken regionalen Programmmarken ein weiteres äußerst radioaffines Bundesland für digitales Radio via DAB+. Und zweitens geht von der freien Wahl des Plattformbetreibers durch die Programmveranstalter ein wichtiges Signal aus: für Wettbewerb, für Qualität und für zukunftssichere Verbreitungskonzepte.“

„Wir haben uns parallel zu den formalen Zustimmungsverfahren etwa durch die Sächsische Staatskanzlei und die Bundesnetzagentur bereits mit voller Kraft vorbereitet – sowohl in Bezug auf personelle Ressourcen als auch entsprechend notwendige Infrastruktur und Hardware – und arbeiten nun mit Hochdruck an der Umsetzung des Plattformbetriebs. Daher rechnen wir mit einem zeitnahen Start im Frühjahr 2023“, so Coriand weiter.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt allerdings bestehen, der in Coriands Statement indirekt angesprochen wird. Wir alle wissen, dass aktuell nicht nur die Elektronik-Industrie hart mit Lieferproblemen zu kämpfen hat. Schuld daran sind die Folgeerscheinungen der Corona-Pandemie sowie auch die weltpolitische Lage, Stichwort Ukraine. So ist etwa bekannt, dass Autohersteller immer wieder ihre Produktion zurückfahren mussten, weil wichtige elektronische Bauteile nicht lieferbar waren. Lieferverzögerungen sind inzwischen beinahe allgegenwärtig. Davon betroffen sind grundsätzlich auch Sendernetzbetreiber, die für den Aufbau von Sendernetzen benötigtes Equipment mitunter mit mehrmonatiger Verzögerung geliefert bekommen als vereinbart. Womit sich zwangsweise auch die Inbetriebnahme neuer Sendernetze oder –standorte nach hinten verschiebt. Davon betroffen sein kann nicht nur Divicon in Sachsen, sondern im Prinzip jeder Sendernetzbetreiber weltweit.

Für den Regionalmux für Ostsachsen ist Kanal 7A vorgesehen, der über die Standorte Dresden Wachwitz und Löbau Schafberg ausgestrahlt werden soll. Das Paket für Südwestsachsen soll über die drei Standorte Schöneck Vogtland sowie Chemnitz Geyer und Reichenhain auf Kanal 8A kommen. Das Regionalpaket für Nordwestsachsen wird über Leipzig Messegrund auf Kanal 10A verbreitet werden. Für die Lokalmuxe sind die Kanäle 5B in Chemnitz, sowie 8C in Dresden reserviert.

Thüringen

Bislang wird das private DAB+-Paket Thüringens nur über zwei Standorte auf Kanal 12B ausgestrahlt, die aktuell nur die Region Erfurt/Weimar versorgen. Laut einer Aussage von Antenne Thüringen soll dieses Noch-Mininetz 2023 jedenfalls um den Sender Inselberg erweitert werden. Dieser reichweitenstarke Standort versorgt das Gebiet von Osthessen bis Erfurt und würde an das bisherige Sendegebiet anschließen. Über den weiteren Sendernetzausbau von DAB Thüringen ist bislang nichts bekannt. Jedoch ist davon auszugehen, dass zumindest mittelfristig der Empfang entlang der A4 im gesamten Bundesland das Ziel sein dürfte.

Aktuell werden in dem Paket sechs private Radios ausgestrahlt. Davon senden allerdings fünf mit der beinahe schon konkurrenzlos hohen Datenrate von 144 kBit/s, die eine weit mehr als ausgezeichnete Tonqualität bereitstellt. Zu den Sendern zählen neben der Antenne Thüringen und ihrem Ableger Antenne Thüringen Classics, die LandesWelle, 89.0 RTL und Radio Top 40.

Schleswig-Holstein

Mit 17. August wurde von der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (Ma. HSH) dem Sendernetzbetreiber Media Broadcast GmbH die Übertragungskapazitäten für den Betrieb einer DAB+-Programmplattform zugesprochen. Ursprünglich hatten sich für den privaten Digitalradio-Multiplex im hohen deutschen Norden auch die Divicon Media Holding GmbH und Uplink Network GmbH (Düsseldorf) beworben. Diese konnten sich jedoch mit der Media Broadcast über eine Zusammenarbeit einigen. Was auch einen schnellen Start gewährleistet.

DAB+ in Zeiten der Krise

Dass nach wie vor die Liebe mancher deutscher Radiosender dem analogen UKW zugewandt ist, wissen wir alle. Angesichts der rasant steigenden Energiepreise setzt hier ein allmähliches Umdenken an. Eine Ausstrahlung über UKW erfordert ein Vielfaches an Strom, als über DAB+ erforderlich ist. Die steigenden Stromkosten belasten die Budgets der Programmveranstalter erheblich, sodass in jüngster Vergangenheit bereits laut überlegt wurde, ob man sich UKW auf Dauer noch leisten können wird. Angesichts der rasch steigenden Zuwächse bei der Nutzung von DAB+ und Internetradio wird UKW zudem schneller als gedacht zu einem verzichtbaren Übertragungsweg, der von immer weniger Mitmenschen eingeschaltet wird.

Besonders an der landesweiten Bedeckung ist, dass diese genau genommen aus vier Regionalnetzen besteht, sodass in jeder Region ein eigenständiges Programmangebot ausgestrahlt werden kann. Diese Lösung erlaubt es etwa großen Stationen, landesweit über alle vier Regionalnetze zu senden, während kleine Lokalsender im Wesentlichen weiter nur ihr Sendegebiet bedienen können. Was auch heißt, dass eine Aufschaltung auf DAB+ für kleinere Stationen finanzierbar wird. Nutznießer sind aber auch die Zuhörer, so sie im Überlappungsgebiet zumindest zweier Regionalnetze wohnen. Sie können auf diesem Weg nämlich mehr als die bis zu 16 Programme hören, die im privaten Multiplex Platz finden können.

Der Start des neuen regionalisierbaren Multiplexes ist laut Media Broadcast bereits in den kommenden Monaten, konkret dem ersten Quartal 2023, angedacht. In diesem Zuge werden die aktuell noch laufenden DAB+-Modellversuche in Lübeck, Kiel und auf Sylt in den Regelbetrieb übergeführt. Derzeit führt die Media Broadcast Gespräche mit Programmveranstaltern aller erdenklichen Sparten. Welche Stationen künftig über die neue Bedeckung in Schleswig-Holstein zu hören sein werden, wird nach Abschluss der entsprechenden Vereinbarungen publik gemacht werden.

Zum Start des landesweiten Plattformbetriebs sollen zunächst acht Standorte in den vier Regionalgebieten aufgeschaltet werden. Es dabei anzunehmen, dass dabei die heute noch für die Modellversuche genutzten Frequenzen weiter genutzt werden. Womit die neue Bedeckung in der Region Flensburg/Sylt auf Kanal 11D, Kiel/Mittelholstein auf Kanal 5A und Lübeck/Ostholstein auf Kanal 9D senden würden. Für die vierte Region Heide/Westküste ist noch kein Kanal bekannt. Mittelfristig soll der Sendernetzausbau soweit vorangetrieben werden, dass rund 90 Prozent der Bevölkerung in Schleswig-Holstein das private Paket indoor und somit mit geringem Aufwand empfangen können.

NDR-Sendegebiet

Auch der Norddeutsche Rundfunk treibt seinen DAB+-Sendernetzausbau zügig voran. Alleine während des Sommers hat er unter anderem die Sender Hohegeiß (Braunlage) auf Kanal 6C mit 2,5 kW und den Sender Wedel (Holm) in Schleswig-Holstein mit 10 kW auf Kanal 10C aufgeschaltet.

Im Herbst ist ferner die Aufschaltung des Senders Helpterberg mit 4 kW auf Kanal 10C in Mecklenburg-Vorpommern und des Senders Hermannsburg in Niedersachsen auf Kanal 7A mit 10 kW vorgesehen. Für 2023 sind bereits weitere Regionen in Planung. Aus Planungsunterlagen der Bundesnetzagentur geht etwa hervor, dass in Schleswig-Holstein der Sender Rendsburg Ost auf Kanal 9C mit 1 kW vorgesehen ist. Weiter soll die Leistung des Senders Flensburg auf Kanal 12B von 5 auf 10 kW verdoppelt werden.

Weitere Sendeanlagen sind zudem am Standort Papenburg in Niedersachsen (Kanal 10A, 2,5 kW) im Nordosten der Insel Rügen (MV) auf Kanal 8B mit 500 Watt, vorgesehen.

THOMAS RIEGLER