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DAC mit „Human Touch“


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Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 06.10.2021

HIFI EXKLUSIV D/A-WANDLER

Verbundmaterial statt Aluminium – leicht, aber gut

Aavik, Elektronik-Teil des Firmentriumvirats, zu dem außerdem Borresen als Lautsprechermarke und Ansuz als Kabel- und Zubehöranbieter gehören, hat mit der Einführung der neuen Serien 180, 280 und 580, jeweils bestehend aus Verstärker, Wandler, Phonoverstärker und Streamer, gleich in mehrfacher Hinsicht mit der bisherigen Firmentradition, wie sie beispielsweise der in STEREO 6/15 getestete Vollverstärker U-300 verkörperte, gebrochen.

Das betrifft neben der nun schlichten, organisch erscheinenden Optik im Vergleich zum martialisch wirkenden Auftritt der Trutzburg U-300 auch die Materialauswahl der Gehäuse sowie völlig neue technische Ansätze, die sich durch sämtliche Modelle aller Baureihen ziehen. Alu als Gehäusematerial ist out, und auch die Integration von Vollverstärker, Wandler und Phonoeingang unter einem Dach gehört der ...

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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 11/2021

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... Vergangenheit an.

In den neuen Serien hat man die Aufgaben wieder aufgeteilt, und jeder der spezialisierten Akteure bekam sein eigenes Zuhause, damit sich die teilweise gegenläufigen Anforderungen nicht in die Quere kommen können und sich die Ansprüche von Entwickler Michael Borresen, der sich dem „war against noise“ verschrieben hat, zu dessen Zufriedenheit erfüllen lassen.

Fragen wir uns zunächst einmal, was denn an einem D/A-Wandler im gehobenen vierstelligen Preisbereich so grundlegend für besseren Klang sorgen soll, als es bei einem Gerät für rund 1500 Euro der Fall ist. Denn ordentliche Bauteile, ein feiner und zeitgemäßer Wandler und sogar eine vernünftige Stromversorgung finden sich bei den besten Vertretern dieser Preisklasse auch. Und schließlich, um ein immer wieder gerne angeführtes Argument zu nennen, handelt es sich ja bloß um Einsen und Nullen, die von A nach B geschickt und dann in für Verstärker brauchbare analoge Signale umgesetzt werden. Dass dem nicht ganz so ist, wissen regelmäßige STEREO-Leser und anspruchsvolle Musikliebhaber längst, aber manches Vorurteil ist leider sehr langlebig.

Weg vom Alu

Dass Gehäuse einen klanglichen Einfluss haben, ebenso wie Dämpfungsfüße oder Spikes oder der Ort, auf dem Geräte Platz nehmen, darf mittlerweile beinah als Allgemeingut gelten. Lediglich über die Bedeutungsgröße wird, wie fast über alles in der HiFi-Welt, zuweilen verbissen diskutiert.

Also ist es kaum verwunderlich, dass es für die Aavik-Geräte spezielle Unterstellfüße und auch ein nach gleicher Maßgabe entwickeltes Racksystem gibt.

Schaut man sich den D-180 von vorn an, fällt das riesige, sehr gut les- und dimmbare Display sofort ins Auge, mit drei Tasten lassen sich alle Funktionen wie Eingangswahl, Filter und Display-Helligkeit steuern. Die Rückseite bietet neben dem Anschluss für Updates zwei optische, einen USB- und zwei BNC-Anschlüsse. Letztere findet man selten, sie gelten aber wegen ihres konstanten Wellenwiderstandes als klanglich besonders hochwertig – wenn das sendende Gerät diesen Anschluss ebenfalls bietet.

Viel Aufwand wurde auch getrieben, um das Thema Jitter zu bekämpfen. Zwar gibt es bei Digitalgeräten so etwas wie messbare Gleichlaufschwankungen nicht, doch gelten Schwankungen im zeitlichen Ablauf beim Auslesen der Daten als ein ähnlich ernst zu nehmendes Problem auf digitaler Ebene.

Der Wandler selbst ist keiner, der sich selbst beim Rechnen überholt und mit Rekordwerten strunzt, verfügt aber mit 24/192 und seiner DSD-Tauglichkeit trotzdem über das nötige Rüstzeug, alles an aktuell allgemein verfügbarer Digitalkost angemessen zu verarbeiten. Ein schaltbares Upsampling sowie mehrere Digitalfilter lassen sich je nach Geschmack und sonstiger Anlagenkonfiguration schalten. Vierlagige Platinen sollen kürzestmögliche Signalwege sicherstellen, die Qualität der Bauteile gibt keinerlei Anlass zur Kritik.

Und dann finden sich natürlich noch 145 der Aavik-speziellen Bauteile, die sämtlichen Geräten der Baureihen mehr Ruhe und mehr Klangqualität verleihen sollen, und über die wir bereits beim Test des Phono-Amps R-180 in STEREO 9/21 berichtet haben.

Doch die Ruhe ist kein Selbstzweck, dient sie doch zum einen der Offenlegung von ansonsten verborgenen Details und darüber hinaus der Steigerung der dynamischen Fähigkeiten des dänischen Wandlers. Wie es um diese und andere Qualitäten des Aavik bestellt ist, konnten wir in monatelanger Beschäftigung bei unterschiedlichsten Konstellationen herausfinden. In einem Satz: Die klanglichen Meriten des Dänen sind absolut außergewöhnlich, um nicht zu sagen: formidabel!

Tanz des Schmetterlings

Der D-180 bestach, egal welche Filtereinstellung vorgenommen wurde, mit einem sehr anspringenden und detailreichen Klangbild voller Dynamik. Guiseppe Verdis „Requiem“ in einer Aufnahme von 1963 unter Carlo Maria Giulini diente auf sehr eindrucksvolle Art dazu, diese Qualitäten unter Beweis zu stellen. Was sich an großer, weiter und tiefer Bühne im Hörraum beim „Tag des Zorns – Dies irae“ und dem unmittelbar folgenden „Tuba mirium“ abspielte, war geradezu spektakulär. Da verschmierte nichts ineinander, da blieb auch im größten Getümmel eine Ordnung klar erkennbar. Fast noch beeindruckender, wie mühelos – mit der tänzerischen Leichtigkeit eines Muhammad Ali in seinen besten Tagen – es dem D-180 gelang, diese Detailflut ohne den geringsten Anflug von Schärfe wiederzugeben und Vorurteile gegen digitale Wiedergabegeräte ad absurdum führte.

DAMIT HABEN WIR GEHÖRT

Verdi: Requiem Carlo Maria Giulini

Unter den zahlreichen Einspielungen ragt diese durch leidenschaftliche Emotionalität und Klangqualität heraus – dynamisch, offen, räumlich.

ZUBEHÖR

Die „Darkz“ Entkopplungsfüße gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen

ANSUZ KABEL

Bei der Tochterfirma Ansuz findet sich klangsteigerndes Zubehör wie z.B. Kabel – leider kostspielig.

Auch beim Thema Bass zeigte sich der dänische Newcomer unerschütterlich. Donnernde Kesselpauken inmitten eines kraftvoll auftretenden Chores bereiteten ihm eine geradezu diebische Freude, konnte er doch zeigen, dass sich Sauberkeit, Kraft und eine fast schon abenteuerliche Lust, dies mit einem feinen Gefühl für zeitliche Bezüge zu verbinden, nicht ausschließen.

Wie schnell der Aavik Impulse zu verarbeiten weiß, zeigte er danach beim Heavy- Metal-Klassiker „Master Of Puppets“ von Metallica. Gewiss, kein audiophiles Meisterwerk, nicht mal ein durchgehender Ohrenschmaus, aber was die Herren hier an Präzision im gemeinschaftlichen Zusammenspiel zeigen, ist schon großartig und verdient eine tiefe Verbeugung vor ihrer Kunst, ob man diese Musikrichtung nun grundsätzlich schätzt oder eher nicht. Borresens Wandler jedenfalls weiß entspannt damit umzugehen, ohne dabei zu vergessen, die Stimmung und Atmosphäre des Songs zu übermitteln – denn nur schnell wäre hier nicht genug und würde dem Stück keinesfalls gerech.

„Honky Tonk Women“ von den Rolling Stones, ein nahezu unendlich oft gehörter Klassiker der englischen Altrocker, wirkt eigentlich wie ein simples Stück Rockmusik mit einem von Keith Richards’ unverwechselbaren Riffs. Dass es anders ist, der Song letztlich unnachahmlich in der Art, wie die Stones ihn spielen, wird einem erst wieder so richtig klar, wenn andere Bands sich an diesem Stück Musikgeschichte versuchen – und mehr oder weniger kläglich scheitern, weil der Drive, die Leichtigkeit und das Unverkrampfte der Stones verloren gehen. Der D-180 gab dem Stück alles mit, um bei den Zuhörern selige Erinnerungen an den kurz zuvor gestorbenen Drummer der Band, Charlie Watts, wachzurufen und die Energie der Band in den Hörraum zu tragent.

Das Gefühl entscheidet

Weiter ging es mit einer Botschafterin des guten Klangs – Kari Bremnes. Die norwegische Sängerin ist für Produktionen mit überwältigendem Klang bekannt. Umso bemerkenswerter, wenn dieser Anspruch auch ohne Einschränkung bei Live-Auftritten umgesetzt wird, wie es ihr auf dem Album „Reise“ in aller Perfektion gelungen ist. Ein dichter Klangteppich, rhythmisch anspruchsvoll, eine Stimme, deren Kraft sich mit viel Gefühl mischt, ohne je in Kitsch abzudriften. Bässe, die Räume erbeben lassen, getragen von schönen, schnörkellosen Melodien und mit dynamischen Abstufungen, die die Komplexität bei „Togsang“ noch steigern. Auch hier zeigte der Däne seine außergewöhnlichen Qualitäten, stand seinem analog arbeitenden Kollegen von der Phonosektion nicht nach, hatte sogar den Überraschungseffekt auf seiner Seite, weil er tatsächlich keine Spur von digitaler Unterkühlung zeigte.

Die klanglichen Meriten lassen sich bei Verwendung der ebenfalls von Borresen entwickelten Ansuz-Verkabelung und der passenden Unterstellfüße bei Bedarf noch weiter steigern. Allerdings, das sei hier schnörkellos angemerkt, landet man dann auch sehr schnell im fünfstelligen Preisbereich – das aber ist dann eine andere Geschichte.

Unsere Geschichte endet hier mit einem großen Applaus für einen Wandler, der nicht billig ist, angesichts seiner überragenden Qualitäten aber dennoch ausgesprochen günstig erscheint. ■

Aavik D-180

Preis: um 6000 €

Maße: 39 x11 x39 cm (BxHxT)

Garantie: 2 Jahre Spitzentechnik im organischen Design eines Musikinstrumentes. Wohltuende Alternative zu den Alu-Schlachten der Konkurrenz.

Klanglich in seiner Preisklasse ganz klar ein Highlight. Mit passendem Zubehör noch besser, aber auch ungleich teurer.

Labor-Kommentar

Netzphase am Testgerät

Sämtliche Messergebnisse zeugen vom Anspruch der Entwickler, Störungen und Klangverfälschungen keine Chance zu lassen.

Durch die Bank exzellente Ergebnisse.

Ausstattung Großes, auch aus der Distanz gut lesbares Display; je zwei Eingänge BNC und optisch; 1x USB; Ausgang in Cinch; Fernbedienung

APPLE-LOOK

Jedem Aavik-Gerät liegt eine Fernbedienung im Apple-Look bei.

TEST-GERÄTE

Plattenspieler: Roksan X10/Linn Ekos/ Benz LPS

Phono-Vorverstärker: Audionet PAM G2, Aavik R-180

CD-Laufwerk: Wadia 8

D/A-Wandler: Musical Fidelity M6 SDAC, Brinkmann Nyquist

Vorverstärker: T+A P3100HV, Audio Research Ref One

Endverstärker: Plinius SA 250/IV

Lautsprecher: Gauder DARC 100 BE, Apogee Stage

Kabel: Funk, Stockfisch, Ortofon, Ansuz, Supra, Audioquest