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DÄNEMARK: Auf Glückstour


Alpentourer - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 26.10.2020

Obwohl Dänemark flach ist, erkundet unser Autor – gemeinsam mit seiner Frau – das Land. Der Grund ist ein besonderer: Sie möchten die glücklichsten Menschen der Welt kennenlernen.


Artikelbild für den Artikel "DÄNEMARK: Auf Glückstour" aus der Ausgabe 6/2020 von Alpentourer. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Alpentourer, Ausgabe 6/2020

Er steht mit einem Fuß in der Nord-, sie mit einem in der Ostsee. Möglich ist dies auf der Halbinsel Grenen (rechts). Blick auf die Königin-Alexandrine- Brücke bei Møn (gr. Bild).


Der Sandstrand von Rømø, der südlichsten Wattenmeerinsel Dänemarks, ist befahrbar (rechts).


Sechs an der Zahl brauchen wir, so sehen es die Covid-19 Einreisebestimmungen vor. Ein junger Grenzer mit gelber Warnweste kommt auf uns zu und bittet uns um ...

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... unsere Übernachtungsbestätigungen. Ich öffne mein elektronisches Notizbuch und wische über die Registerkarten. Er schaut f lüchtig drüber, nickt uns zu und gibt den Weg frei. Willkommen in Dänemark – dem Land der glücklichsten Menschen auf der Welt. Die Vereinten Nationen haben dies sogar amtlich bestätigt.

Das Geheimnis des dänischen Glücks versteckt sich in der Kunst, entspannt zu leben und den Augenblick zu genießen. Die Dänen nennen das „Hygge“. Ob wir die dänische Glücksformel auch auf dem Motorrad finden werden? Zugegeben: Dänemark ist f lach, hat wenig Kurven und keine Pässe. Na und? Dafür gibt es landschaftliche Vielfalt, 7 300 Kilometer Küstenlinie, 100 bewohnte Inseln und spannende Persönlichkeiten.

Mehr Ferienhäuser als Einwohner

Also auf ins Glück, und eine halbe Stunde später gleiten wir schon über das Wattenmeer den knapp neun Kilometer langen Rømø-Damm entlang. Wir fahren hinüber zu Dänemarks größter Nordseeinsel. Gerade mal 650 Menschen wohnen hier. Die meisten stammen von Seefahrern ab, die hier mit dem unerbittlichen Nordmeer gekämpft haben. Heute zählt die Urlaubsinsel doppelt so viele Ferienhäuser wie Einwohner. Wir folgen den vielen Autos und fahren kurze Zeit später auf einer bereits gespurten Sandpiste am breitesten Strand Europas entlang. Dann verliert sich der Verkehr. Von jetzt an kann sich jeder seine eigene Spur bahnen. Es wird sandiger und unsere Strandtour ein wenig instabiler. Da hilft nur gut am Gas bleiben. Soweit das Auge schauen kann nur Sand, Horizont und Meer, egal in welche Himmelsrichtung wir auch blicken. Wir rasten an einer kleinen Düne und atmen tief durch. Erst als das Wasser langsam zurückdrängt und die Priele sich wieder füllen, packen wir zusammen und ziehen weiter.

Die riesigen Skulpturen von Esbjerg stehen seit 1994 für die Begegnung von Mensch und Natur.


Rømø bleibt nur eine Stippvisite. Wir rollen an der Küste Südjütlands weiter nach Norden und erspähen irgendwann die riesigen Skulpturen von Esbjerg, die weithin sichtbar für die Begegnung von Mensch und Natur stehen. Aber immer wieder lugen auch kleinere oder größere Betonklötze links und rechts der Straße aus den Dünen hervor. Knapp 80 Jahre sind diese grauen Teile alt. Es sind stumme Zeugen des Zweiten Weltkriegs. Als Teil des Atlantikwalls war die dänische Nordseeküste mit über 7 000 Bunkern und Unterständen von den deutschen Besatzern förmlich übersät worden, um die Landung alliierter Truppen unmöglich zu machen. Heute existieren noch gut 6 000 dieser Betonruinen.

Der Sound von Explosionen

Wir stoppen in Blåvand beim Bunker Tirpitz, der die größte Kanonenstellung des Atlantikwalls werden sollte. Das Ende des Krieges hatte den Irrsinnsbau gottlob gestoppt. Als wir das Museum im Inneren des Bunkers betreten, hören wir immer wieder den Sound von Explosionen. Es ist der vernichtende Lärm detonierender Landminen. Die deutschen Besatzer hatten die unvorstellbare Menge von 1,5 Millionen Minen im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs an den Stränden vergraben. Im Museumsshop fällt mir ein Buch über die Zeit der deutschen Besatzung Dänemarks in die Hand. Auf dem Klappentext lese ich: „Wer die Geschichte vergisst, ist gezwungen sie zu wiederholen“. Gut, dass es Orte wie diesen hier gibt.

Über die Nehrung des Holmsland Klit kommen wir nach Hvide Sande, einem kleinen verträumten Fischerort, der in diesen Abendstunden in das goldene Licht der untergehenden Sonne gekleidet ist. Wir schlendern an den Hafenbuden vorbei und bleiben an einem Hotdog-Stand stehen. Die besten Hotdogs scheint es hier zu geben, denn die Warteschlange zieht sich bis zur Mole, und das sind mit Sicherheitsabstand locker 50 Meter.

Der Bunker Tirpitz ist Zeugnis der dunklen deutschen Besatzungsgeschichte.


Egal, denn es wird Zeit für unsere Premiere. Wir wollen endlich Dänemarks berühmtesten Snack probieren. Nach einer gefühlten Ewigkeit drückt uns die Verkäuferin endlich eine knallrote Wurst, die Røde Pølse, verpackt in einem f luffigen Brötchen und garniert mit Röstzwiebeln, Gurken sowie Remoulade in die Hand. Nach ein paar Bissen sind wir diesem Klassiker der dänsichen Snackküche verfallen. Einfach nur knackig, herzhaft und gut. Die werden wir zu Hause mit heimischen Wüsrsten mal ausprobieren.

Über die Nehrung des Holmsland Klit (oben) geht es weiter nach Hvide Sande, einem kleinen verträumten Fischereihafen (gr. Bild).


Fahrt auf dem gut 30 Kilometer langen Holmsland Klit (oben).


Im Anschluss schmecken die Hotdogs umso besser (unten).


Es ist wenig Verkehr an diesem Morgen, doch der Impuls, den Gashahn der Africa Twin weiter aufzudrehen, setzt nicht ein. Das liegt nicht nur an dem Tempolimit von 80 km/h auf dänischen Landstraßen. In der kargen Dünen- und Heidelandschaft Mitteljütlands mit ihren rostigen Brauntönen verstummt irgendwie jede Hektik. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes „hyggelig“ unterwegs und frei davon, etwas zu verpassen. Diese beschauliche Etappe wird nur am Fähranleger in Thyborøn kurz unterbrochen.

Ab in die Wildnis von Dänemark

Seit der Sturmf lut von 1825 trennt ein 800 Meter breiter Kanal die Nehrung, die Mittel- und Nordjütland miteinander verbindet. Eine hybridbetriebene Kurzfähre bringt uns in nur zwölf Minuten mitten hinein in den Nationalpark Thy. Der letzte Teil unserer Nordsee-Etappe beginnt mit dem Einzug in die größte Wildnis Dänemarks mit ihren über 200 Seen und den unzähligen Windrädern in der Landschaft. Sie stehen überall und gehören einfach dazu. Gute 47 Prozent der Energie gewinnen die Dänen mittlerweile mit der steifen Meeresbrise. Bis 2030 wollen sie die Stromgewinnung sogar komplett ökologisch ausgerichtet haben.

Das Thermometer ist mittlerweile auf 30 Grad geklettert. Auch wenn uns die leichte Nordseebrise seit der Abfahrt heute Morgen treu geblieben ist, wird es Zeit für eine kleine Abkühlung. Hinter Klitmøller biegen wir in Richtung Strand ab und stoppen direkt an den Dünen zur Nordsee. Nur ein paar Schritte und wir sind an einem der 30 Surfspots von Cold Hawaii, wie Thy hier genannt wird. Von Surfern ist heute keine Spur, wie denn auch?

Im Landesinneren ist der Spuk vorbei

Die Nordsee präsentiert sich f lach und ruhig, bestes Bade- und Picknickwetter. Doch so friedlich bleibt es nicht. Von jetzt auf gleich zieht eine graue Wand vom Meer her auf uns zu und jagt die Wärme weiter ins Land hinein. Der Küstennebel zieht auf. Binnen Minuten sind wir in feuchten Dunst gehüllt. Wenn jetzt noch der Umriss eines havarierten Kahns am Horizont auftauchen würde, der Grusel wäre perfekt. Wir treten wohl oder übel den Rückzug an. Im Landesinnern, gerade mal zwei Kilometer von der Küste entfernt, ist der Spuk vorbei.

Vorbei an Hirthals führt uns unser Weg zur Halbinsel Grenen, Dänemarks nördlichster Spitze und gleichzeitig der nördlichste Punkt Mitteleuropas. Hier treffen sich die Wellen des Skagerrak (einem Teil der Nordsee) mit denen des Kattegats, (einem Teil der Ostsee). Man soll sogar das Blau der Nordsee und das Grün der Ostsee hier unterscheiden können, doch das Licht der untergehenden Sonne überlagert das Farbenspiel. Überall stehen die Menschen knö- cheltief und breitbeinig im Wasser. Die Vorstellung, mit einem Bein in der Nordsee und – ohne sich zu zerreißen – mit dem anderen in der Ostsee zu stehen, ist einfach einen verlockenden Schnappschuss wert.

Ein typisches dänisches Fachwerkhaus (oben) und Windräder im roten Abendlicht.


Per Fähre geht es auf die Ostseeinsel Ærø (rechts).


Kurze Orientierungspause am Egeskov-Museum (von oben).


Im Herzen des Königreichs

Die Neue-Kleinen-Belt-Brücke bringt uns nach Fünen. Wir sind im Herzen des Königreichs angekommen. Es ist Getreideernte, und die meisten Felder sind schon stoppelig oder werden gerade von den Traktoren bearbeitet. Die Staubfahnen der Mähdrescher kann man aus der Ferne sehen. Der Regen hat sich auch hier lange nicht sehen lassen. Auf den teilweise verschlungenen Wegen folgen wir der Margeritenroute über Land in Richtung Svendborg. Diese mittlerweile 30 Jahre alte Touristenstraße, die ganz Dänemark durchzieht, kann man nicht verfehlen. Immer wieder stehen braune Schilder mit weißer Margeritenblüte am Straßenrand. Ihr zu folgen ist eine historisch-landschaftliche Entdeckungsreise, vorbei an Herrenhäusern, Schlössern, Naturreservaten und kleinen mittelalterlichen Orten.

Auch sind die vielen Verkaufsstände vor den Höfen am Straßenrand gut gefüllt mit Kartoffeln, Gemüse, Obst oder selbst gemachtem Honig. Schon von weitem kann man diese selbst gezimmerten Gestelle an der dänischen Flagge erkennen. Hier gilt Vertrauen gegen Vertrauen. Wer kauft, vertraut auf eine gute Qualität und wer verkauft, vertraut auf ehrliche Bezahlung. Im Stand ist meisten eine Geldkassette, oft nicht sonderlich sicher, angebracht. Unseren Obstbedarf decken wir dann auch hauptsächlich über diese Stände.

Per Fähre geht es auf die Ostseeinsel Ærø (oben).


Verträumte Insel mit wilder Steilküste

Gerade mal 100 Meter von unserem Hotel in Svendborg entfernt liegt der Fährhafen, von dem aus wir nach Æroe, einer kleinen verträumten Insel mit wilder Steilküste und weiten Buchten, übersetzen. Nach eineinhalb Stunden landen wir an der Nordküste direkt in Ærøskøbing. Vorbei an bunten alten Fachwerkhäusern mit Stockrosen rollen wir über Kopfsteinpf laster mitten hinein in den historischen Dorfkern aus dem 17. Jahrhundert.

Hier ist die Adresse, die wir suchen. Durch eine Toreinfahrt betreten wir den Hinterhof eines ehemaligen Waschhauses. Wir sind auf dem Gelände von Æroe Whisky und mit Peter, Michael und Eddie, den drei Betreibern dieser kleinen Destillerie, verabredet. Seit 2013 gibt es diese Whiskybrennerei und Peter er- zählt uns von seiner Leidenschaft: „Hier findet man alles, was ein guter Whisky braucht“, sagt er. Nichts wird importiert, alles kommt von dieser Insel und Whisky braucht Geduld und keine Maximierung“, sagt er. „Je mehr du maximierst, umso mehr Qualität bleibt auf der Strecke.“ Dann fügt er noch hinzu: „Auch die Lebensqualität“.

Daher wird nur das produziert, was hier geht. Gerade mal 6 500 Flaschen werden in diesem Jahr abgefüllt. Michael gesellt sich zu uns. Der ehemalige Kapitän zur See hatte vor vielen Jahren einen sehr malzigen Whisky probiert, erinnert er sich. Gut war er nicht, aber eine gängige Marke. „Dann sagte ich mir, dass man dies bestimmt besser machen kann. So fing alles an“.

Eddie, Michael und Peter (unten von links) sind die Betreiber der kleinen Æroe-Whiskydestillerie.


Nachdem Eddie uns den Maischbottich und den ganzen Brennvorgang erklärt hat, dürfen wir auch endlich probieren. Mit ein wenig Wasser verdünnt rinnt Helga etwas Vollmundiges mit feinen Aromen angenehm brennend die Kehle runter. Als wir eine Flasche von diesem kostbaren Brand im Seitenkoffer verstauen, ist es mittlerweile Mittag. Wir lassen uns auf den schmalen Straßen über die Insel treiben. Egal wo wir hinkommen, überall geht es so beschaulich und gemütlich zu, wie bei den drei Whiskybrennern. Abends auf der Fähre zurück nach Fünen sind wir uns sicher, auf Æroe das dänische Glück entdeckt zu haben.

Wir verlassen Fünen am nächsten Morgen über die 18 Kilometer lange Storebælt-Brücke, die Ostund Westdänemark miteinander verbindet. Welch ein Bauwerk! Eine steife Brise aus Nord-Ost begleitet uns. Wir müssen das Motorrad gut gegen den Wind steuern, damit wir auf Kurs bleiben. Als wir die Brückenausläufer endgültig hinter uns lassen, sind wir auf der größten der dänischen Ostseeinseln angekommen.

Verträumte Gegend, ruhiger als ruhig

Um Kopenhagen machen wir einen Bogen. Die quirlige Metropole heben wir uns für einen Extra- Besuch auf. Wir sind auf dem Weg zur westlichen Spitze der Halbinsel Røsnæs. Westlich von Kopenhagen gelegen, wird es gerne mal von den Reisenden auf ihrem Weg in Dänemarks Hauptstadt oder zum Øresund übersehen. Wahrscheinlich ist das ihr Glück, denn wir finden eine verträumte Gegend vor, in der die Zeit noch ein wenig ruhiger zu ticken scheint als im restlichen Dänemark.

Hier liegt etwas außerhalb von Kalundborg das größte Weingut Dänemarks. Wein und Dänemark?

Auf Røsnae (oben)


produzieren Betina (links)


und ihr Bruder Tom ausgezeichnete Weine (unten).


Man glaubt es kaum, aber Dänemark ist seit 20 Jahren schon mit über 80 Weingütern offizielles Qualitätsweinbau- Land der EU. Wir treffen Betina, die das Weingut mit ihrem Bruder Tom 2008 gegründet hat. Sie führt uns durch die Weinberge mit ihren 26 000 Weinstöcken, die sanft zum Meer abfallen. Betina erzählt uns in Zeitraffer von den letzten zwölf Jahren.

Die Pionierjahre liegen längst hinter den Geschwistern. Beide hätten wohl nie gedacht, dass sie die Weinbau-Geschichte Dänemarks mitschreiben werden. Dann sagt sie schmunzelnd: „Eine der größten Herausforderungen war es, die eigenen Landsleute vom dänischen Wein zu überzeugen, denn für Chardonnay oder Riesling ist es hier einfach zu kalt. Es braucht eine robuste Traube, die unkompliziert und frosttauglich ist, wie die Solaristraube. Es ist eine gutmütige Traube, die das nordische Klima liebt.“ So ganz nebenbei erwähnt sie, dass die Trauben natürlich handgepf lückt und ungespritzt sind. In Dänemark ist „Bio“ eben selbstverständlich. Zurück auf dem Weingut bekommt Helgas Gaumen den Solaris zu kosten. Direkt nach dem ersten Schluck ärgert sie sich fürchterlich: „Wir haben doch gar keinen Platz mehr auf dem Motorrad!“ Sonst hätten wir diesen leichten, fruchtigen Weißwein mit seiner Pfirsichnote kistenweise mitgenommen. Zum Abschied schenkt uns Betina vier kleine Flaschen ihres Flaggschiffs, wie sie die Hausmarke nennt. „Dafür ist immer Platz“, sagt sie und überreicht uns den Wein.

Møns hat neben seinem Motorradmuseum (oben)


An den Kreidefelsen von Møns Klint

Unsere letzte Reiseetappe beginnt, als wir über die Königin-Alexandrine-Brücke auf die dänische Insel Møn rollen. Der Morgennebel liegt noch ein wenig nachtschwer über den Feldern. Unser Ziel sind die höchsten Klippen des Landes: die Kreidefelsen von Møns Klint. Zum Abschluss dieser Tour wollen wir die Sonne aufgehen sehen.

Eine Schotterpiste bringt uns durch einen dichten Buchenwald direkt zum riesigen Parkplatz des Besucherzentrums. Wir sind wirklich die ersten Neugierigen an diesem Tag. Ab hier geht es zu Fuß auf einem Trampelpfad mitten durch den Wald zum Rand den weißen Klippen. Wir kommen in dem Moment an, als die Sonne die 130 Meter hohe weiße Felswand in ihre ersten Strahlen taucht. „Das ist Hygge!“, sagt Helga und zwinkert mir zu.

auch die höchsten Klippen des Landes zu bieten (unten).


INFORMATIONEN

Die offizielle Seite von Visit Denmark bietet eine gute erste Orientierung über dieses vielfältige Land und seine Regionen.

Ein wahrer Fundus an Insiderinformationen über Land, Leute sowie Geheimtipps.

Nachrichtenportal rund um die Reisethemen Natur, Kultur und Attraktionen.

ANREISE

Wer nicht schon im Norden Deutschlands wohnt, muss je nach Ausgangsort ein wenig Strecke machen. Auf der A7 geht es über Flensburg nach Jütland. Der direkte Weg an die Nordseeküste in Jütland führt von Hamburg aus auf der B 5 über den Grenzübergang Süderlügum – Tønder. Wer jedoch zuerst Seeland oder die ostdänischen Inseln anpeilt, der nutzt die Fähre von Scandlines ab Rostock oder Puttgarden. Die Kosten für eine einfache Fahrt mit dem Motorrad liegen bei etwa 40 Euro.

CHARAKTERISTIK

Dänemark ist viel mehr als nur ein Transitland auf dem Weg in den hohen Norden Skandinaviens. Wer jedoch Kurven und Berge sucht, der sucht vergeblich. Die höchste Erhebung des Landes ist gerade mal 170 Meter hoch. Das ist aber überhaupt kein Grund, das kleine Königreich von seiner Reiseliste zu streichen. Im Gegenteil: Ein guter Grund, Dänemark mit dem Motorrad zu bereisen, ist die Margeritenroute, die fernab der Hauptstraßen gute 3 500 Kilometer um und quer durch das Land führt.

WÄHRUNG

In Dänemark wird mit Kronen statt Euro bezahlt. Die Dänische Krone stellt seit 1875 die offizielle Währung dar, auch in den autonomen Provinzen Grönland und auf den Färoer, die ebenfalls zum Königreich Dänemark gehören. Seit der EuroEinführung ist der Wechselkurs der Krone fix an diesen gebunden.

ATTRAKTIONEN

Das beeindruckende Tirpitz Museum in Blåvand befindet sich im Inneren eines nie fertiggestellten Bunkers aus dem ZweitenWeltkrieg und setzt sich mit dem unter deutscher Besatzung entstandenen Atlantikwall auseinander.

Schloss Egeskov in Kværndrup ist Europas besterhaltene Wasserburg, stammt aus der Renaissance und ist ein Paradies für Oldtimerfans. Hier stehen 80 Jahre Automobilgeschichte, bestens restauriert.

Über 170 Motorräder aus 100 Jahren Motorradgeschichte sind in Dänemarks Motorrad Museum in Stubbekøbing ausgestellt. Das älteste Exemplar dieser Sammlung ist eine Dansk Humber von 1897.

Man muss wirklich kein großer Kunstkenner sein, um das Museum of Modern Art in Aarhus einfach großartig zu finden. Hier gibt es moderne und zeitgenössische Kunst in einem von Alvar Aalto entworfenem, hellem Gebäude.

Das gemütliche Weingut Dyrehøj Vingaard liegt auf der Insel Seeland und ist ganzjähriggeöffnet. Seit 2008 wird hier Weinbau betrieben. Die beiden Besitzer Tom und seine Schwester Betina nehmen sich viel Zeit für Verkostung und Führung.

Die kleine Whiskeybrennerei Æroe mit äußerst sympathischen Betreibern ist im mittelalterlichen Æroeskoping auf der Insel Æroe gelegen. Der Whisky wird nur mit Produkten hergestellt, die auf Æroe angebaut oder von der dortigen Natur bereitstellt werden.

ÜBERNACHTEN

Dänemark lebt Tourismus in allen Lebenslagen, vom Camping über B&Bs bis hin zum Luxushotel. Daher gibt es auch jeden Geldbeutel das Passende. Für die Fans des Wildcampens bietet das Dänische Amt für Natur, ganz legal und kostenlos, die Möglichkeit auf großen Lagerplätze sein Zelt aufzustellen oder in einer Schutzhütte zu schlafen. Insgesamt 201 der sogenannten „Store Lejrpladser“ stehen zur Verfügung.