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DÄNEMARK:MEERFORELLE FÜR ALLE!


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 101/2019 vom 27.09.2019

Inseln sind ideale Urlaubsziele für Küstenangler, denn irgendein Uferstreifen ist immer beangelbar – egal, wie schlecht das Wetter auch sein mag. RedakteurFlorian Pippardt hat sich gleich vier Inseln in Dänemark angeschaut und war von der Angelei begeistert.


LOLLAND, FALSTER, MØN, SÜDSEELAND

Artikelbild für den Artikel "DÄNEMARK:MEERFORELLE FÜR ALLE!" aus der Ausgabe 101/2019 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 101/2019

Grund zur Freude gab es bei unserer Dänemark-Tour mehr als genug. Hier hat Johannes nach einem Doppeldrill mit Björn gleich zwei Fische einsacken können.


LOLLAND

Lollands Südküste ist ein einziger Hotspot! Bei ausreichend hohem Wasserstand kann man hier auch ohne Wathose erfolgreich sein.


Der Wind kann einem ...

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... Meerforellenangler einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen. Deshalb ist es ratsam, Regionen aufzusuchen, die viele Möglichkeiten bieten, dem Wind (und damit der Trübung) auszuweichen. Die einfachste Lösung bieten hier Inseln, und zwar möglichst kleine. Unser Nachbarland Dänemark ist zerklüftet in viele kleine Inselgruppen – deshalb entschieden wir uns, eine größere Tour dorthin zu starten. Im April machten wir uns deshalb auf die Reise. Unser Ziel war die Region um Lolland, Falster, Møn und Südseeland.

Das Wetter machte uns das Leben schwer, aber wir blieben dran – und fingen!


HOT SPOTS

Versuchen Sie Ihr Glück, je nach Wind, einfach an den Küstenstreifen an folgenden Anhaltspunkten: Nysted, Rødby, nördlich von Vindeholme, Torslunde (von Ost nach West).

Wir hatten Glück und waren genau zur Ringelwurmzeit da. Auch richtig große Fische kamen wegen der dicken Würmchen nah ans Ufer.


Die am schnellsten zu erreichende Insel ist Lolland. Mit der Fähre ab Puttgarden dauerte es 45 Minuten, bis wir dänisches Land im Hafen Rødby betraten. Uns erwartete die „ typisch“ geradlinige dänische Landschaft. Das Gegenteil von geradlinig ist hier allerdings die Situation unter Wasser – bei der Wegfindung zu unserer Unterkunft über Google Maps fiel mir direkt auf, wie spannend der Untergrund in Ufernähe aussieht. Abgesehen von vielen sandigen Bereichen im Norden Lollands ist die komplette Küstenlinie sehr interessant für Meerforellenangler. Besonders spannend sind auch die Seen bei Maribo im Zentrum der Insel. Schon von den Luftaufnahmen lassen sich einige Berge und Inseln entdecken, Teile der Uferstreifen sind gesäumt von Flachwasserbereichen. Hier riecht es nach Hecht!

Wir hatten es allerdings auf Meerforellen abgesehen und bewegten uns deshalb an der Küste – genauer gesagt an der südwestlichen Küste, weil die Windverhältnisse es erzwangen. Eine Sechs aus Ost blies uns vorerst die Hoffnungslichter aus, an den anderen Inseln unser Glück zu versuchen. Und genau das macht Lolland so spannend: Hier kann man auch bei ungünstigen Windverhältnissen Fisch fangen. Ein starker Ostwind trübt nämlich weite Küstenteile von Møn und Falster komplett ein, Lollands Südküste dagegen bleibt klar. Ein guter Spot ist die Bucht bei Nysted – flach genug, um sich schnell zu erwärmen, gespeist von einer tiefen Fahrwasserrinne, die Strom und damit Nahrung in die Bucht bringt. Blasentang und Steine am Grund machen diese Stelle zu einem Mefo-Paradies. Dieser Spot ist toll im zeitigen Jahr. Wird das Wasser wärmer, also gegen Mai, wird der gesamte südliche Küstenstreifen der Insel immer interessanter. Hier schließt sich tiefes Wasser dicht an den Uferbereich an, außerdem ist der Salzgehalt etwas höher als in den ganz flachen Bereichen in Richtung Falster und Møn. Passen die Bedingungen, ziehen viele Fische von den Küsten der beiden Inseln in Richtung Lollands Südküste. Für Meerforellenangler uninteressant ist dagegen die Nordseite – hier ist es größtenteils zu sandig.

FALSTER

Lässt der Ostwind nach oder dreht er auf eine andere Richtung, kann man seine Angelstrecken weiter nördlich auf eine der anderen Inseln ausdehnen. Beginnen wir zunächst mit der nächsten Insel: Falster. Der Guldborgfjord trennt Falster von Lolland und bietet gleichzeitig einige interessante Angelstellen. Der Fjord wird von einer tiefen, stark strömenden Rinne durchzogen. Dieser spült ständig neue Nahrung hindurch und bietet in warmen Monaten genügend kaltes, sauerstoffreiches Wasser. An beinahe allen Stellen kann man die Kante zur Rinne mit der Wathose erreichen – vorausgesetzt, der Wasserstand erlaubt es. Genau an diesen FOTOS: J. RADTKE, T. WOLF, F. PIPPARDT Kanten halten sich die Meerforellen auf. Bekannt ist der Strom übrigens auch für dicke Barsche. Die Brücke bei Nykøbing stellt eine Struktur im ansonsten monotonen Fjordverlauf dar und zieht die Fische an – 50er Barsche sind hier keine Seltenheit!

Mir persönlich besonders angetan hat es der obere Teil der Ostküste Falsters, etwa ab Corselitze bis hoch zur Mündung des Grønsund, der Falster von Møn trennt. Der etliche Kilometer lange Uferstreifen bis hoch zum Sund ist beinahe komplett von dichten Laubwäldern gesäumt und die Rinne befindet sich dicht unter Land. Meist braucht man gar nicht ins Wasser gehen, um die interessanten Plätze abzufischen. Für Angler ohne Wathose kann ich auch die Spitze der Gedser Odde ganz im Süden der Insel empfehlen – das ist übrigens der südlichste Punkt Dänemarks. Kurz nach unserem Besuch auf der Insel konnten einige dänische Jungs vom Ufer hier sogar eine 69er Meerforelle fangen. Das Großfischpotenzial beschränkt sich aber natürlich nicht nur auf den südlichen Bereich – im Frühjahr und auch im Herbst stehen die Chancen auf einen dicken Blankfisch extrem gut. Lars Røddik Jensen, der Besitzer des Hostels, in dem wir schliefen, zeigte uns Handyfotos seiner längsten Mefos. Unglaubliche Fische bis Ende 70 Zentimeter, die meisten davon im Herbst!

Unterkunft

Falls Sie auf der Suche nach einer geeigneten Unterkunft auf Falster sind, empfehlen wir Ihnen das Danhostel Vesterskoven in Nykøbing. Besitzer Lars Røddik Jensen ist zum einen ein sehr guter Koch, zum anderen ein versierter Meerforellenangler. Er ist jeden Tag am Wasser und kann Sie mit frischen Tipps zu Spots und Techniken versorgen.

Mehr Infos: ► www.vesterskoven.dk

Die Ostküste Falsters ist nicht nur wunderschön, sondern auch oft voller Fisch.


Guiding

Allan Hansen brachte uns zum Fisch. Der gebürtige Däne spricht sehr gut Deutsch und Englisch! Mehr Infos zum Guiding mit Allan:

► www.naturtur.nu

HOT SPOTS

Björn im Glück: Er konnte auf unserer Tour gleich drei echte Brocken von über 60 Zentimetern fangen.


Interessante Stellen finden Sie ab Höhe Corselitze bis zur Mündung des Grønsund. Außerdem sind der Grønsund selbst, die Südspitze der Insel und der Guldborgfjord bei Nykøbing spannend.

MØN

Unterkunft

Absolut empfehlenswert ist das Ferienhaus, das wir auf Møn bezogen. „Ferienhaus“ ist eigentlich schon untertrieben, nicht umsonst wird das Objekt als Lodge angepriesen. Der Gutshof liegt nur wenige hundert Meter von Møns Klint entfernt und gehörte wohl mal einem alten Engländer. Mehr Infos:

► www.moensklintcountryhouses.dk

Bekannt für kapitale Meerforellen ist aber auch Møn – eine kleine Insel nördlich von Falster. Wer Møn schon kennt, assoziiert mit dem Fleckchen Land sofort die Kreideküste im Norden, quasi das Wahrzeichen der Insel. Møns Klint, wie es im Dänischen heißt, ist sechs Kilometer lang und 128 Meter hoch. Dementsprechend lang und anstrengend ist der Abstieg bis zum Strand. Aber er kann sich lohnen! Unter Wasser finden sich etliche Steinriffe, sogar ein großes halbmondförmiges ist dabei. Hier sollten Sie auf jeden Fall angeln. Die Kreidefelsen von Møns Klint sind zwar auf der einen Seite schön anzusehen, allerdings können Sie auch für Schwierigkeiten sorgen. Die Kreide war nämlich der Grund für die starke Wassertrübung in Falster zu Anfang unserer Reise. Etwas lang anhaltender Ostwind und schon sind weite Teile der Ostküste Møns und Falsters unbefischbar. Stichwort Møns Ostküste: wenn Sie Glück haben, und bei Ihrem Besuch nicht das „Ostwind-Worst-Case-Szenario“ auftritt, können Sie hier tagelang mitten im Fisch stehen. Der Untergrund zwischen Råbylille Strand und dem Hafen Klintholm ist wirklich interessant, hier können Sie „Riff-Hopping“ betreiben. Die Nordküste der Insel ist dagegen, bis auf eine Handvoll Stellen, zu sandig und damit weitestgehend uninteressant. Auf Møn gibt es aber auch Hecht und Barsch! „Stege Nor“ ist ein brackiger Seenbereich im Zentrum der Insel, nahe der Stadt Stege. Lange Zeit war diese Ecke ein echter Geheimtipp unter Hechtanglern, allerdings nahm mit der Zeit der Angeldruck stark zu. Trotzdem wird hier immer noch sehr regelmäßig Fisch gefangen!

Die Struktur vor Møns Klint schreit nach Meerforelle. Leider reicht ein wenig Ostwind, um das klare Wasser in eine trübe Brühe zu verwandeln.


HOT SPOTS

Vom Grønsund im Süden der Insel, über den langen Bereich um Råbylille Strand und Møns Klint im Osten bis hin zu Nyord Sogn im Norden: Die Stellen auf Møn sind wirklich vielzählig.

SÜDSEELAND

„Badewanne“ nennen die Dänen eine tiefe Rinne zwischen zwei Sandbänken. Von diesen Spots gibt es an der Landzunge auf Südseeland einige!


Guide Torben Meldgaard im Glück: Mit der Fliege fing er diesen 60er Blankfisch.


Dänemark Entdecken!

Mehr Informationen über das Angeln in Dänemark finden Sie auch hier:

► www.visitdenmark.de/angeln

Seeland ist die größte der vier Inseln – so groß, dass sie einen eigenen Revierreport erfordern würde. Deshalb beschränke ich mich auf den südlichen Teil der Insel, weil wir diesen während unseres Besuches auch befischen konnten. Besonders viel hielten wir uns an der langgezogenen Landspitze westlich des Ortes Vordingborg auf. Die Google-Maps-Karte zeigt, warum: die südliche Seite der zehn Kilometer langen Spitze ist von Anfang bis Ende gesäumt von langen und tiefen Rinnen sowie etlichen Riffen. Planen Sie Zeit ein, wenn Sie hierher fahren sollten – die Fische können überall stehen. Am besten gestaltet sich die Fischsuche mit auffälligen Blechködern. Sind die Mefos lokalisiert, können Sie zur Fliege greifen, darauf sprechen die Fische in der Regel besser an. Übrigens ist es nicht erlaubt, mit dem Auto bis zum Ende der Landspitze zu fahren – nur die ersten zwei Kilometer sind mit dem Auto zu erreichen, die restlichen acht zu Fuß. Weil die Landspitze nicht befahren werden darf, haben Wildtiere ihre Ruhe. Dementsprechend stießen wir hier auf viele Greifvögel, Fasane und Pfauen. Eine willkommene Abwechslung, wenn die Fische mal nicht wollen – auch wenn das im April auf Dänemark eher selten der Fall ist!

Wer die Landspitze beangeln will, braucht Kraft in den Beinen – sie erstreckt sich über 13 Kilometer. Und überall kann Fisch stehen!


HOT SPOTS

Die gesamte Uferseite an der Landspitze westlich des Ortes Vordingborg ist empfehlenswert. Außerdem die Ecken um Klinteby und Enø.

Um den Film abzurufen, melden Sie sich einfach auf www.angeln.de an und geben Sie den Freischaltcode 858163 ein. Film ab!


FOTO: F. PIPPARDT

FOTOS: F. PIPPARDT

FOTOS: J. RADTKE, T. WOLF, F. PIPPARDT

FOTO: M. WENDT, F. PIPPARDT

FOTOS: T. WOLF, J. RADTKE