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Daniel Craig: „Bond ist keine Schablone“


The Red Bulletin-Deutschland Ausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 10.03.2020

Es ist das Ende einer Ära: Mit „Keine Zeit zu sterben“ tritt Daniel Craig nach 14 Jahren ab – als erfolgreichster aller bisherigen Bonds. Wie ist es ihm gelungen, Agent 007 seinen ganz persönlichen Stempel aufzudrücken?


THE RED BULLETIN: Anfang des Jahres ernteten Sie viel Lob für Ihre Rolle als Detektiv in „Knives Out“. Eine Alternative für die Zeit nach Bond? daniel craig: Derartige Überlegungen sind mir fremd. Das Drehbuch war einfach gut. Noch dazu eine Komödie! So etwas gibt’s so selten in Hollywood wie Hühner mit Zähnen.

Hühner mit Zähnen? Sie kennen die Redensart nicht? Sagen wir mal: wie ...

Artikelbild für den Artikel "Daniel Craig: „Bond ist keine Schablone“" aus der Ausgabe 4/2020 von The Red Bulletin-Deutschland Ausgabe. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: The Red Bulletin-Deutschland Ausgabe, Ausgabe 4/2020

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Hühner mit Zähnen? Sie kennen die Redensart nicht? Sagen wir mal: wie ein vierblättriges Kleeblatt in der Sahara.

Das Drehbuch des neuen James Bond kann damit nicht Schritt halten? Das habe ich nicht gesagt. Am Skript von „No Time to Die“ war Phoebe Waller-Bridge, die Schöpferin von „Fleabag“, beteiligt. Sie ist absolut erstaunlich. Es war ein echtes Privileg, dass sie mitmachen wollte.

Das heißt, es werden auch neue Autoren dazugeholt, die mit Bond noch keine Erfahrung haben? Aber ja! Das ist alles ein extrem kollaborativer Prozess. Wir müssen uns jedes Mal etwas Originelles und Neues einfallen lassen. Unsere Maxime lautet: Lasst uns den vorhergehenden Film übertreffen!

Was ist Ihr Beitrag? Ich bin da voll involviert. In meinem Büro liegen die Drehbücher stapelweise. Und ich motiviere auch meine Kollegen und gehe ihnen ständig damit auf die Nerven. Das ist ein ganz schöner Stress! Wenn ich um drei Uhr in der Früh eine Idee habe, dann schreibe ich sie natürlich auf. Ich weiß gar nicht, wie das anders gehen sollte.

Eigentlich sind doch Regisseure für die Drehbuchentwicklung zuständig. Mögen die das, wenn Sie sich so einmischen? Eigentlich ist mir das egal. Das ist meine Arbeitsweise, und es gab deshalb noch nie Schwierigkeiten. Wir fordern uns alle permanent heraus und treiben uns gegenseitig an, mit einem einzigen Ziel: einen guten Film zu machen. Wenn wir ein exzellentes Skript haben, dann können wir beim Dreh locker miteinander umgehen.

Ist Ihr Ansatz auch schon mal schiefgegangen? Im Fall von „Ein Quantum Trost“ hatten wir leider kein richtiges Drehbuch, weil zu dem Zeitpunkt die Autoren streikten. Ich will den Film jetzt nicht heruntermachen, wir haben ihn so gut gemacht, wie wir konnten. Aber eine Produktion dieser Größenordnung kannst du eigentlich nicht ohne Skript stemmen.

Sie sprachen von Ideen. Welche Stoßrichtung haben Sie bei der Bond-Konzeption verfolgt? Wenn ich mir eine Rolle anschaue, dann analysiere ich genau: Was beeinflusst diese Figur? Warum verhält sie sich so? Auf diese Weise bekommt sie einen gewissen psychologischen Tiefgang. Nicht, weil ich sage: Dieser Mann muss als Person komplexer werden. Ich will einfach, dass er interessant ist, dass er innere Konflikte hat.

Sie zeigten ja in den letzten Filmen mehr von Bonds Vergangenheit. Was war der Grund dafür? Das Ganze begann bei „Skyfall“, und es schien logisch, das weiterzuverfolgen. Bond wird älter. Er ist nicht einfach eine Schablone, sondern ein Mensch, den wir aus dem vorigen Film kennen und der von den Geschehnissen darin beeinflusst wird. Es ging nicht darum, seine Biografie auszubreiten, aber wir benutzten sie, um einzelne Wendungen der Handlung anzustoßen.

Als Sie bei Bond einstiegen, gab es viele Zweifler. Wie haben Sie es eigentlich geschafft, dieser Serie Ihren Stempel aufzudrücken? Als ich anfing, sagte ich zu Produzentin Barbara Broccoli: „Ich brauche das Selbstvertrauen, ans Set zu kommen und so zu tun, als wäre ich James Bond. Als Person bin ich meilenweit von ihm entfernt. Dazu muss ich ein Teil des Ganzen werden und bei den Filmen meinen Input geben können. Dann habe ich das Gefühl, dass wir richtig zusammenarbeiten, und wir können es miteinander versuchen.“ Genau das haben wir gemacht.

„Keine Zeit zu sterben“ läuft am 2. April in den deutschen Kinos an.


„Ich will einfach, dass Bond innere Konflikte hat.“
Wie Daniel Craig seine Rolle als 007 anlegt


ERIK TANNER/CONTOUR/GETTY IMAGES