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DANIEL RADCLIFFE: GUNS AKIMBO


deadline - das Filmmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 81/2020 vom 10.06.2020

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Bildquelle: deadline - das Filmmagazin, Ausgabe 81/2020

Regie: Jason Lei Howden / Neuseeland, Deutschland 2019 / 95 Min. Darsteller: Daniel Radcliffe, Samara Weaving, Natasha Liu Bordizzo, Ned Dennehy Produktion: Felipe Marino, Joe Neurauter, Tom Hern Freigabe: FSK 16 Verleih: LEONINE Cut: Ja und Nein Start: 25.06.2020

Stellt euch vor, ihr wacht auf und habt zwei Handfeuerwaffen an die Hände gebolzt bekommen.
Das Urinieren ist erschwert, das Smartphone will auch nicht mehr wie vorher, unschön, so was. Genau das denkt auch der von Daniel Radcliffe verkörperte Miles in GUNS AKIMBO, dem neuen Werk von DEATHGASM-Regisseur ...

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... Jason Lei Howden.

Zunächst läuft alles schnuckelig. In seiner Freizeit betätigt sich der Handygame-Coder Miles als Internettroll. So auch in der Kommentarspalte der Realityshow »Skizm«, einer Art waffenstarrenden Fight Club in den Straßen der Stadt. Hier treten zwei feuerstarke Killerparteien gegeneinander an – live gestreamt in alle Welt. Die Regeln sind denkbar einfach: Wer als Erster stirbt, hat verloren. Nach ein paar unbedachten Online-Beleidigungen seitens Miles sucht das verstimmte Recruiting-Team von »Skizm«, angeführt vom Chef Riktor (Ned Dennehy) höchstpersönlich, unsere Hauptfigur heim. Die düsteren Gesellen dübeln ihm mit allem, was die Metallwarenabteilung von Hornbach zu bieten hat, zwei Schießeisen an die überrumpelten Handflächen. Miles soll die letzte, leichte Beute für die komplett durchgeknallte Nix (Samara Weaving) werden.

Die ist nämlich der aktuelle Quotenhit von »Skizm« und hat nach diesem letzten Duell ihren Ausstieg versprochen bekommen. Als erste Amtshandlung erscheint Nix in Miles’ Wohnung und zerpflückt mit reichlich Blei die Inneneinrichtung. Denn wie unser Protagonist sehr zügig herausfindet, gehört Zuhören nicht zu ihren Stärken.

Die Versuchung ist stark, die Filmografie Daniel Radcliffes in den vergangenen Jahren als fortlaufenden Versuch zu interpretieren, sich seines Images des lieben Zauberlehrlings zu entledigen. Dass er mehr kann, hat er in HORNS, SWISS ARMY MAN und IMPERIUM bewiesen. Wenn GUNS AKIMBO das jetzt nicht schafft, dann wissen wir es auch nicht.

Regisseur und Drehbuchautor Jason Lei Howden schuf schon mit DEATHGASM eine Art Rückkehr zur ironischen, handgemachten Splatterorgie. Mit GUNS AKIMBO wechselt er das Genre, aber nicht seine Mittel, im US-Release resultierte das in einem R-Rating. Hierzulande wurde die Kinofassung für die FSK 16 wohl um eine Minute verkürzt. Wer Glück hat, erwischt die Uncut-Fassung vielleicht in einer Sneak oder Preview. Das ist sicher Schade, aber zu verkraften, denn im filmischen Handwerk dreht GUNS AKIMBO die Regler allesamt auf Anschlag. Dafür ist vor allem der Berliner Stefan Ciupek verantwortlich. Der Kameramann war jahrelang Operator und rechte Hand von niemand Geringerem als Anthony Dod Mantle, unter anderem bei dessen Oscar-Arbeit SLUMDOG MILLIONAIRE. Ciupek schafft eine visuelle Achterbahnfahrt aus übersaturierten Farben und wahrlich entfesselter Kamera – ja, er lässt sein Arbeitsgerät durchdrehen!

In jedem Wortsinn. Allerdings nicht Michael- Bayesque, dass man sich nach zehn Sekunden wünscht, es möge aufhören, weil man sonst seinen Mageninhalt über das Mobiliar verteilt. Nein, die Verortung jedes Kampfpartners ist präzise wie im First-Person-Shooter! Zu jeder Zeit sind wir hervorragend im Raum orientiert, alle schmerzvoll präzise choreografierten Kämpfe finden in langen Halbtotalen mit Weitwinkel statt, sodass wir stets quälend genau wissen, wann wer von wem in die Fresse kriegt. Perfekte Videospiel-Ästhetik – auf die sich ja auch der Titel bezieht! Denn hier ist immer alles auf Speed, immer auf 180. Howden und Ciupek kennen keine Umwege, hier geht alles auf die Zwölf.

Auch der Humor ist over the Top. Die Dialoge sind schnell, witzig und halten ein paar Zitate bereit, die das Zeug haben, in die Popkultur einzugehen. »Never bring a spork to a gunfight.« Das ist auch wichtig, täuscht es doch ein wenig darüber hinweg, dass die Figurenzeichnung äußerst dünn geraten ist. Selbiges lässt sich über die Motivation der Bösewichte vermelden. Das ist aber auch letztlich zweitrangig. Wer ein eindringlich inszeniertes Sozialdrama hinter einem Film erwartet, in dem Daniel Radcliffe

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