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Dann ist eine Rente heute möglich…


Rente aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 17.04.2019

In den letzten Jahren wurde das Rentenrecht an vielen Stellen verändert. Neben der Einführung von zusätzlichen Leistungen wie „Mütter-Rente“ oder „Rente mit 63“ wurden vor allem viele Frührenten abgeschafft, die in der Vergangenheit von Millionen Arbeitnehmern genutzt wurden. Heute sind nur noch ganz wenige vorgezogene Renten möglich. Gleichzeitig steigen für alle Renten die Altersgrenzen bereits Stück für Stück an.

Artikelbild für den Artikel "Dann ist eine Rente heute möglich…" aus der Ausgabe 1/2019 von Rente aktuell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Rente aktuell, Ausgabe 1/2019

Vor dem 60. Geburtstag sind nur Erwerbsminderungsrenten möglich (s. S. 16).


…mit 60

Was früher die Regel war, ist heute die Ausnahme. Wer so früh in Rente will, muss ganz spezielle ...

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... Voraussetzungen erfüllen.

60

Speziell für Frauen

Mit 60 konnten alle Frauen in Rente, die spezielle Altersrente für Frauen nutzen. Voraussetzungen:
→Vor 1952 geboren
→und mindestens 15 Jahre Wartezeit
→und davon müssen mindestens
10 Jahre nach dem 40. Geburtstag mit Pflichtbeiträgen belegt sein.
Erkauft wurde diese spezielle Rente für Frauen mit Abschlägen – bis zu 18 %. Doch diese Rente läuft aus, da sie nur noch für die Geburtsjahrgänge bis 1951 möglich war. Heißt: Frauen, die die Voraussetzungen erfüllten, dürften spätestens 2016 mit 65 diese Rente beantragt haben; zumal die Frauen-Rente mit 65 noch abschlagsfrei war, während die normale Altersrente mit 65 Jahren 2016 bereits Abschläge hatte.

Viel unter Tage, früh in Rente

Wer viele Jahre unter Tage im Bergbau arbeitete, kann ebenfalls bereits mit gut 60 in Rente gehen. Voraussetzungen dafür:
Wartezeit von 25 Jahren mit ständiger Arbeit unter Tage.
Zu den Wartezeiten zählt auch die Zeit, in der Anpassungsgeld bezogen wurde, weil man davor unter Tage arbeitete.
Aber auch für diese Rente steigen die Altersgrenzen an:
•Betroffen davon sind alle ab dem Jahrgang 1952.
•Wer jedoch vor dem 1. Januar 1952 geboren ist, konnte exakt mit dem 60. Geburtstag in Rente gehen.
•Wichtig: Dies gilt auch für alle, die vor dem 1. Januar 1964 geboren sind und Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus erhalten haben.

61

GdB 50

Schwerbehinderte können nach wie vor mit gut 60 in Rente. Voraussetzungen:
→35 Jahre Wartezeit
→und Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50.
Aber: Wer bereits vor dem offiziellen Rentenalter für Schwerbehinderte in Rente will, muss Abschläge hinnehmen – maximal 10,8 %.
Wichtig: Ein GdB wird nicht von der Rentenkasse, sondern vom Versorgungsamt festgestellt. Dieses entscheidet nicht auf der Basis der Einschränkung, sondern addiert unterschiedliche Krankheiten. Wer also eingeschränkt ist oder eine chronische Krankheit hat oder eine schwere Erkrankung hatte, sollte unbedingt prüfen, ob nicht ein GdB von 50 möglich ist.

62

Von 60 auf 62
Die Altersgrenzen für den frühestmöglichen Bezug einer Rente für Schwerbehinderte steigen stetig an.

…mit 63

Frühestens mit 63 ist heute eine normale Rente möglich. Doch Vorsicht: Genau rechnen – entweder drohen Abschläge oder aber die Rente gibt es erst immer später.

63

Rente mit 63

Diese 2014 eingeführte Rente heißt offiziell ”Rente für besonders langjährig Versicherte”. Aber: Die Rente mit 63 gibt es mit exakt 63 gar nicht mehr. Auch hier steigen bereits die Altersgrenzen (siehe rechts).Mit dem 63. Geburtstag konnten nur zwei Jahrgänge in Rente gehen: alle, die 1951 und 1952 geboren waren. Wer 2019 63 wird, muss noch 8 Monate warten, bis diese Rente gewährt wird.

Noch vor 63

Einige Arbeitnehmer haben noch die Möglichkeit, die Rente für langjährig Versicherte vor dem 63. Geburtstag zu erhalten. Voraussetzungen dafür sind:
•Geburt nach dem 31. 12. 1947 und vor dem 1. 1. 1955
•Und (!) vor dem 1. 1. 2007 wurde mit dem Arbeitgeber Altersteilzeit vereinbart.
Dann kann die Rente vor dem 63. Geburtstag beantragt werden.

Mit Abschlag möglich

Mit dem 63. Geburtstag in Rente gehen – das ist für die meisten ideal. Das ist mit der Rente für langjährig Versicherte auch möglich. Voraussetzung dafür ist nur:

→35 Jahre Wartezeit.

Als Wartezeit (s. ab S. 26) zählen:
•Pflicht- und freiwillige Beiträge
•Zeiten der Kinder-Erziehung
•Zeiten der Pflege
•Zeiten einer Lehre oder eines Praktikums ohne Beiträge
•Zeiten einer geringfügigen Beschäftigung (Mini-Job), und zwar mit und ohne Aufstockung
•Zeiten aus Versorgungsausgleich oder aus Rentensplitting
•Zeiten aus Anrechnungszeiten, (Krankheit, Schwangerschaft, Schulausbildung und Studium).

Wichtig schließlich ist auch: Auch eine Arbeitslosigkeit unmittelbar vor Rentenbeginn zählt als Wartezeit – anders als bei der Rente mit 63 (Rente für besonders langjährig Versicherte, s. re.).
Aber: Bei der Rente für langjährig Versicherte werden Abschläge berechnet. Und die werden von der regulären Altersrente aus berechnet (s. u.). Wer 2019 exakt mit dem 63. Geburtstag in Rente geht, hat folgende Abschläge:
•Reguläre Altersgrenze: 65 Jahre und 10 Monate
•Rentenbeginn: 63 Jahre
•Vorgezogener Beginn: 34 Monate x 0,3 % = 10,2 %
Ganz wichtig: Der Abschlag bleibt ein Leben lang! Wird also nicht (!) mit Erreichen der regulären Altersgrenze aufgehoben.
Und: Wer diese Rente beantragt, darf nur max. 450 Euro pro Monat hinzuverdienen (s. S. 78) – allerdings gilt die Beschränkung nur bis zur regulären Altersgrenze.

Basis für die Abschläge

Bei der Rente für langjährig Versicherte werden die Abschläge von der regulären Altersgrenze aus berechnet. Die Tabelle zeigt die Abschläge, wenn man exakt mit dem 63. Geburtstag in Rente geht.

Für Schwerbehinderte

Wer einen Grad der Behinderung (GdB) von 50 hat, kann mit 63 plus x Monaten (siehe Tabelle unten) ohne Abschläge in Rente gehen. Voraussetzungen dafür:
•Mind. GdB 50
•und 35 Jahre Wartezeit in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Gegenüber der „Rente mit 63“ (Rente für besonders langjährig Versicherte) hat diese Rente einen wichtigen Vorteil: Für die abschlagsfreie Rente sind nur 35 statt 45 Beitragsjahre nötig.
Aber: Ähnlich wie bei der Rente für besonders langjährig Versicherte steigt die Altersgrenze kontinuierlich an, sodass es in wenigen Jahren diese Rente erst mit 64 bis 65 geben wird.

Von 63 auf 65

Die Altersgrenze für die Rente für Schwerbehinderte ohne Abschlag steigt stetig an.

…mit 63 plus

Die neue Rente mit 63 versprach eine Rente ohne Abschläge – das ist auch so. Allerdings gibt es diese abschlagsfreie Rente nicht mit 63, sondern später und nur mit ganz engen Auflagen.

Die „Rente mit 63“

45 Jahre Beiträge bzw. anerkannte Zeiten sind die Hürde für die Rente für besonders langjährig Versicherte. Diese abschlagsfreie Rente erreicht in der Regel nur, wer
•nicht studiert, sondern eine klassische Berufsausbildung und anschließend eine weitgehend durchgehende •Erwerbsbiografie hat; als Frau mehrere Kinder geboren und zusätzlich noch viele Jahre arbeitete.
Welche Zeiten für diese Rente gelten, zeigt die Liste auf der nächsten Seite. Die Altersgrenzen für diese Rente steigen aber rasch an. Das heißt, nur die Jahrgänge 1951 und 1952 konnten tatsächlich mit 63 in Rente; jeder neue Jahrgang muss 2 Monate länger auf den Rentenbeginn warten (s. re.) – vorausgesetzt man hat die 45 Beitragsjahre.

Ganz wichtig:
•Die Rente mit 63 plus gibt es frühestens zu dem genannten Zeitpunkt – ein früherer Start (mit Abschlägen) ist nicht möglich; auch nicht, wenn man die 45 Jahre bereits früher erfüllt hat.
•Niemand muss die Rente beantragen; möglich ist auch, länger zu arbeiten. Die Mehr- Monate erhöhen die Rente.

Rente mit 63 immer später

Für jeden neuen Jahrgang gibt es diese Rente immer später.

Diese Zeiten zählen für die ”Rente mit 63”

→Pflichtbeiträge aus Beschäftigung
→Beiträge aus Selbstständigkeit
(Voraussetzung: mind. 18 Jahre Pflichtbeiträge, danach freiwillige Beiträge)
→Freiwillige Beiträge
(wenn 18 Jahre mit Pflichtbeiträgen vorhanden sind)
→400- bzw. 450-Euro-Job
(allerdings zählen Zeiten vor 2013 kaum, da sie keine vollen Beiträge brachten. Ausnahme: Es bestand Rentenversicherungspflicht)
→Wehr- und Zivildienst
→Betriebliche Ausbildung (Lehre)
→Berufliche Umschulung
→Kindererziehungszeit bis zum 10. Lebensjahr
→Pflege von Angehörigen
(wenn Beitragspflicht bestand)
→Kranken- und Verletztengeld
→Arbeitslosengeld I
(nicht unmittelbar vor Rentenbeginn; es sei denn, die Arbeitslosigkeit entstand durch Insolvenz des Betriebs)
→Kurzarbeitergeld
→Insolvenzgeld
→Schlechtwettergeld, Winterausfallgeld

… und das zählt nicht:

→Freiwillige Beiträge, wenn keine 18 Jahre mit Pflichtbeiträgen vorliegen Schulzeiten
→Ausbildung: Fach- oder Hochschule
→Arbeitslosengeld I (unmittelbar vor Rentenbeginn)
→Arbeitslosengeld II (Hartz IV)
→Zeiten aus Versorgungsausgleich oder Rentensplitting

Mit 64,1 Jahren gehen Frauen im Durchschnitt in die Altersrente; Männer im Schnitt früher mit 63,9.


Vorsicht, Arbeitslosigkeit

Häufig gibt es Streit um Zeiten einer Arbeitslosigkeit. Generell gilt:
•Eine Arbeitslosigkeit mit Bezug von Arbeitslosengeld I (ALG I) irgendwann im Lauf des Lebens zählt zu den 45 Beitragsjahren, die für die Rente mit 63 (für besonders langjährig Versicherte) notwendig sind.
•Eine Arbeitslosigkeit mit ALG I zählt aber nicht, wenn sie unmittelbar vor Rentenbeginn liegt.
→Ausnahme: Die Arbeitslosigkeit entstand z. B. durch Insolvenz des Betriebs.
→Aber: Bis 2001 zahlten die Arbeitsämter Rentenbeiträge. Im Rentenkonto ist aber nicht vermerkt, für welche Leistungen man Geld vom Arbeitsamt erhielt.
Faktisch heißt das, dass die Rentenkasse nicht genau beurteilen kann, ob Arbeitslosengeld (zählt für Rente mit 63) oder Arbeitslosenhilfe (zählt nicht für die Rente mit 63) gewährt wurde. Häufig werden deshalb die Zeiten gar nicht berücksichtigt. Dann unbedingt Widerspruch einlegen.
→Und, auch dies wird oft übersehen: Wer bereits mit 61 die 45 Beitragsjahre „voll“ hat, kann natürlich dann noch über Arbeitslosigkeit sanft in die Rente gleiten, weil man diese Zeit als Rentenzeit nicht mehr benötigt. Arbeitslosengeld wird aber in jedem Fall gezahlt.

…mit 65

Wer keine Sonder- Regeln der vorigen Seiten nutzen kann, muss bis gut 65 arbeiten, um in Rente zu können.

65

Die normale Altersrente

60 Monate Wartezeit, sprich anerkannte Zeiten, sind in Deutschland die einzige Voraussetzung, um eine Rente zu erhalten. Und zwar mit 65 Jahren und einigen Monaten (siehe re.). Wer beispielsweise 1954 geboren ist, feierte 2019 zwar den 65. Geburtstag, muss aber danach noch 8 Monate warten, bis die normale Regelaltersrente beantragt werden kann. Für die 60 Monate Wartezeit zählen folgende Dinge:
→Pflichtbeiträge
→Freiwillige Beiträge
→Zeiten der Kindererziehung
→Zeiten der Pflege von Angehörigen
→Zeiten eines Mini-Jobs
→sowie Zeiten aus einem Versorgungsausgleich
Das heißt: In der Regel erreichen auch Mütter fast immer eine normale Altersrente, selbst wenn sie, zum Beispiel nach einer Lehre, zeit ihres Lebens immer zuhause und nie mehr berufstätig waren. Sollte man die 60 Monate nicht erreichen, z. B. weil man sich Beiträge mit der Heirat auszahlen ließ, dann unbedingt prüfen, ob durch freiwillige Beiträge und die höheren Kindererziehungszeiten (s. S. 30) doch noch eine eigene Altersrente möglich ist – das lohnt in den meisten Fällen.Wichtig dabei ist: Wie jede Rente muss auch die normale Altersrente beantragt werden. Das gilt auch, wenn man zuvor eine Rente wegen Erwerbsminderung erhalten hat.

Diese Frührenten gibt es seit 2017 nicht mehr

1. Spezielle Altersrente für Frauen:
Diese war nur möglich bis zum Jahrgang 1951. Das heißt: Wer maximal 1951 geboren ist, feierte 2016 den 65. Geburtstag (s. S. 11). Für alle Frauen, die 1952 oder später geboren sind, gibt es diese Frührente nicht mehr.
2. Ähnliches gilt für die Rente nach Arbeitslosigkeit.
Nutzbar ist diese Rente nur noch für Jahrgänge bis einschließlich 1951. Zusätzlich müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
•15 Jahre Wartezeit (davon innerhalb der letzten 10 Jahre vor der Rente mindestens 8 Jahre mit Pflichtbeiträgen)
•und man war entweder bei Beginn der Rente arbeitslos und nach Vollendung von 58 Jahren und 6 Monaten insgesamt 52 Wochen arbeitslos
•oder war mindestens 24 Monate in Altersteilzeit.
Ist dies erfüllt, konnte man ebenfalls mit 65 ohne Abschlag in Rente gehen. 2017 gibt es diese Rente nicht mehr.

67

Richtung 67

Bereits seit Jahren wird für jeden neuen Jahrgang die gesetzliche Altersgrenze immer weiter angehoben – zurzeit um einen Monat pro Jahrgang, für alle nach 1958 Geborenen sogar um 2 Monate je Jahrgang.


Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

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